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  1. Avatar von TrishaTT
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Netter Strang, hier wird man als Wessi einfach mal unbekannterweise pauschal beleidigt.

    Sagt ihr sowas im echten Leben auch zu anderen Leuten?

    Zum Thema kann ich leider nichts wirklich beitragen, da ich nun mal (leider??) im Westen geboren bin. Hab ich mir nicht ausgesucht. Menschen aus dem Osten habe ich noch nicht viele getroffen, einer war mein Chef (war anfangs nett, als er mich dann nicht weiter beschäftigen konnte oder wollte, wurde er menschlich unfair, das lag aber sicher nicht an seiner Herkunft ) und der andere ist ein Kollege von mir, der genauso ist wie alle anderen und auch so behandelt wird. Beklagt hat er sich noch nie. Er bekommt übrigens auch das gleiche Gehalt wie die anderen, falls das hier eine Rolle spielen sollte ...
    Wenn wir Narben haben, heißt es, dass die Wunden verheilt sind

    (Thomas D.)


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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Ich habe persönlich noch nie Wessis in Gegenwart von Ossis über Ossis schimpfen hören (in deren Abwesenheit zugegeben schon), aber durchaus schon andersherum.

    Wenn man als Wessi oft gleich die egoistische unehrliche Heuschrecke ist entwickelt man schon Vorurteile wo man vorher keine hatte.

  3. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von Uni-Corn Beitrag anzeigen
    ...Im Beruf erlebte ich massiv Besserwessis, wenn man da fachlich hinterfragte, war da wenig Basis im Verhältnis zu perfekter Performance. Und DA sehe ich immer noch einen Riesenunterschied. Die Exossis sind in Summe bescheidender, nehmen sich nicht so wichtig und performen meist nicht gut, das wirkt dann auch auf Job und Karriere.
    ...
    Vor gut 10 Jahren hatte ich (in Berlin) meine ersten Westchefs, da ich nicht bereit bin, mich zu verbiegen, ich liefere gute Arbeit und plustere weniger rum, ist es mit der "großen" Kariere nicht so recht vorangegangen.
    ...

    Mein Sohn (geb.92) ist der einzige "echte Wessi" bei uns, der zog vor vier Jahren nach NRW, studiert dort und hat inzwischen auch Familie, die Ostprägung zeigt sich bei ihm darin, dass er sehr familienorientiert und ehrlich agiert. ER ist definitiv kein guter Performer. Zumindest nimmt ihn seine Schwiegerfamilie so wahr.
    Erstmal finde ich dein ganzes Posting, das ich teilweise gekürzt habe, erschreckend klischeehaft. Der fleißige Ossi, der gut arbeitet, dafür wenig „rumplustert“, sich nicht verbiegt und aus diesen Gründen nicht so die dolle Karriere macht, obwohl fachlich viel qualifizierter, während der Wessi wenig Basis hat, sich aber gut in den Vordergrund rücken kann und deshalb die Karriere macht, die dem bescheidenen Ossi zugestanden hätte.

    Kann ich so überhaupt nicht bestätigen und ich glaube, ich kann’s beurteilen. Ich kenne sowohl gebürtige Wessis als auch Ossis. Es gibt in beiden Gruppen Leistungsträger und Mitläufer und auch in beiden Gruppen gibts Bescheidene und die, die sicherstellen, dass der Chef es ja immer mitbekommt, wenn bei Ihnen was gut gelaufen ist.

    Ich finde übrigens, dass du das Wort „performen“ im beruflichen Kontext seltsam verwendest. In meiner ganzen bisherigen Berufslaufbahn hab ich Performance nur als Synonym zu Leistung kennengelernt, nicht als Synonym zu einer Darstellung dessen, was nicht ist. Mir ist schon klar, dass es Performance auch im künstlerischen Sinne gibt, als Unterform der Aktionskunst. Aber im beruflichen Zusammenhand kenne ich es nur als Synonym zu Leistung. Die Performance eines Rechners ist die Rechenleistung, ein High Performer ist ein Leistungsträger, ein Low Performer das Gegenteil siehe
    5 Tipps, wie Sie High Performer in Ihrem Team erkennen
    3 kaum erkennbare Unterschiede zwischen einem Workaholic und einem High Performer - Business Insider Deutschland
    High Performer fuhren und halten: Worauf CIOs bei ihren Fuhrungsteams achten sollten - cio.de
    So erkennen Sie High Performer - Leistungstrager identifizieren

    Mag sein, dass das jetzt Original „Besserwessi“ war, aber vielleicht magst du von deinem Sohn nicht mehr sagen, dass er kein Performer ist, das ist mindestens mal missverständlich.
    Klima? Läuft bei uns. Schließlich haben wir den ersten CO2 neutralen Flughafen der Welt gebaut.

  4. Avatar von Admaro
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von Uni-Corn Beitrag anzeigen
    Verrückterweise schließt sich hier wieder der Kreis, wir Schwiegerelternfamilien mögen uns sehr, wir machen 2x /Jahr Urlaub dort, es ist vollkommen egal, ob Ost oder Westherkunft. Ich hoffe, dass meine Enkel da nicht mehr sortieren werden.
    Daran siehst du, wie wenig vorurteilbelastet diese Wessis sind, im Gegensatz zu dir.

    So viel Schmarr'n über Wessis habe ich noch nie gelesen. 30 Jahre und du kennst sie immer noch nicht.

    Ich finde mich jedenfalls in keinem deiner Vorurteile wieder.

    Wenn ich dich mal aufklären darf: die emanzipierte Frau hat ihren Ursprung nicht im Osten. Im Osten hat man den Mann nur so tief gestapelt, dass die Frau glatt über ihn drüber stieg. Die SED ging sogar soweit, dass Scheidungen aufgrund der nach Eheschließung erworbenen höheren Bildung der Frau möglich waren.

    Dies ist eine Pseudo-Emanzipation gewesen. Denn die Frauen auf westlicher Seite sind dafür auf die Straße gegangen, den Ostfrauen hat der Staat den Weg geebnet. Es ist also keine Errungenschaft aus persönlich motivierter Unzufriedenheit.

    Diese immer wieder zu hörende Arroganz einiger Ostfrauen, auch hier in der Bri, ob ihrer angeblichen Überlegenheit gegenüber Westfrauen, lässt mich jedes mal wütend werden.
    Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch. - Goethe -

  5. Avatar von animosa
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Das ist einfach das Problem, dass Menschen immer irgendwelche Gründe suchen, um andere abzuwerten. Das ist der Ellenbogenkampf.

    Mir hat neulich eine Freundin erzählt, dass sie genauso behandelt wird als Lehrerin. Sie ist gebürtige Schleswig-Holsteinerin. Und sie arbeitet in Lübeck. Aber sie ist keine Lübeckerin. Und das wurde ihr zum Vorwurf gemacht. Sie ist nicht genauso viel wert wie die Lehrer, die in Lübeck aufgewachsen sind.

    Als ich diese Geschichte hörte, war mir alles klar. Ich habe keine Fragen mehr dazu.

    Meine Eltern sind beide Vertriebene. Die mussten auch sehr kämpfen.

    Ich selber habe das alles nicht so empfunden. Ich lebe auch seit 20 Jahren im Westen. Ich konnte mich wohl gut durchsetzen. Eher haben die Leute vor mir Respekt. Ich lasse da gar keine Luft ran. Und ich verdiene auch gut. Und da bestehe ich auch drauf.
    .


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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Vorurteile gibt's in alle Himmelsrichtungen.
    Ostfriesen sind etwas dumm, freundlich gesagt,ähnliches habe ich schon über Sachsen gehört, Bayern sind passionierte Biertrinker und tragen nur Lederhosen bzw Dirndl, Norddeutsche gelten generell als etwas stur, die Schwaben putzen wie die Verrückten und sind sparsam bis zur Ekelhaftigkeit und irgendwer südlich von Hannover kann alles ausser Hochdeutsch.

    Es wird immer jemanden geben, auf den es zutrifft. Aber auch genug, auf die es nicht passt.
    Und was den Arbeitsmarkt angeht - das ist in erster Linie ein Markt, der nach Angebot und Nachfrage funktioniert. Wenn es in bestimmten Bereichen ein Überangebot gibt, sind die Löhne niedriger. Das ist ärgerlich für die Betroffenen, sagt aber nicht wirklich etwas über Leistungen und Qualifikation aus.


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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Was hier gar nicht zur Sprache kommt, ist das politische System, in dem die "Ossis" aufgewachsen sind.
    Da musste man sich doch oft " verbiegen" - und Ehrlichkeit?
    Ich hab nur bis zu meinem zehnten Lebensjahr im Osten gelebt,- 68 ist meine Familie dann rüber,- aber meine älteren Geschwister sind noch viel mehr geprägt.
    Wer unangepasst war (Kirche) hatte es wirklich schwer.

  8. Avatar von animosa
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Ruba, da wäre es uns Ossis noch schlechter ergangen. Wir hätten weder Chancen noch Freiheiten gehabt.

    Wir haben zwar nichts geerbt und keine Grundstücke damit vorweisen können ... (Damit meine ich jetzt meinen Mann und mich.) Und das ist dann schon ein Unterschied zu den Menschen, die in meinem Umfeld leben. Aber dafür haben wir uns alles selber erarbeitet. Darauf bin ich schon stolz.Einfach, weil ich es auch sein kann.


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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Warum fuehlen sich hier viele so angegriffen. Es wurde nach Erfahrungen gefragt, und manche legen das aus ihrer Sicht dar. Ich freue mich ueber gute Erfahrungen. Aber es tröstet mich auch, dass ich mit meiner schlechten Erfahrung nicht allein bin. Es wird nicht ehrlicher, wenn man sich in die Tasche luegt. Ich habe eine Freundin, die nie gross gesagt hat, dass sie aus dem Osten kommt. Warum auch, es gab keinen Grund. Allerdings durfte sie manchmal Gespräche hoeren, da hat sie echt geschluckt. Natuerlich waren viele der Einheit nicht gut gesinnt, da es zu viel Geld kostete. Sie blieb deshalb bei ihrer Einstellung. Warum auch nicht? Sicher haben auch Wessis im Osten es nicht immer leicht gehabt, und das tut mir auch leid. Man muss aber auch sehen, dass kurz nach der Wende sehr viele ploetzlich Wessichefs hatten, und so mancher auch nicht wusste, warum die nun alle besser sein sollten, gerade wo der Mangel an Arbeitsplätzen extrem war. Und bei Chefs gibt's immer gute und schlechte, egal woher. Ich wuerde mir auch wuenschen, dass dieses Wessi und Ossi irgendwann mal wirklich aufhört. Und auch alle Regionen denen es mies geht, sollten gefördert werden, egal ob West oder Ost. Es gab im Osten Arbeitslosigkeiten von 20 Prozent und selbst die Statistiken waren noch geschoent, dass da viele Leben dadurch gebrochen und zerbrochen sind, werden viele verstehen.
    Geändert von luna8 (21.09.2019 um 11:39 Uhr)

  10. Avatar von Uni-Corn
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Kleinfeld- deine Aussage, daß der Erfolg nicht vom Geburtsort abhängt, find ich oberflächlich und falsch.
    Stammst du aus der DDR?
    Ich empfehle immer wieder gern Pierre Bourdieu, nach seiner Kapitalientheorie hängt der "Erfolg" eines Menschen von der sog.Kapitalienausstatung bei der Geburt ab, ein Gemisch aus ökonomischem (Geld&co), kulturellem (Bücher, Instrumente, Bildungseinfluß der Herkunftsfamilie usw.) UND sozialem Kapital ab. Das soziale Kapital ist dabei das Wichtigste, das beinhaltet Netzwerke, sowohl der Familie, als auch der Person, sowie das damit verbundene Prestige, all das prägt den sog. Habitus, manche nennen das auch Stallgeruch....Ein William Windsor wird immer ein anderes Benehmen, eine andere Haltung haben, als eine Cindy aus dem Plattenbau. Da spielen Dialekt, Benehmen und die Art der "Haltung" eine Rolle.

    Wir ostgeprägten Kinder waren das, was wir waren. Nicht mehr und nicht weniger. Man schaute auf das, was derjenige kann und ist, weniger, was er HAT und darstellt. Die überhöhte Darstellung nannte ich Performance, angelehnt an Darbietung/Rolle/Maske...eher nicht High Performer, wie weiter vorn irrtümlich geschlossen wurde.
    Einfach machen...wird gut

    Ich hol mir mein Spiel zurück!!!!!

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