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  1. Avatar von Ullalla
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    ... Ich rechne heute immer nach, wie alt jemand gewesen ist zur Wende und ob er noch jung genug war, um noch ordentliche Bildung erhalten zu haben. ...
    In der DDR gab es keine oder nur unordentliche Bildung?
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  2. Registriert seit
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Intelligenz hiess, das die Eltern Lehrer, Aerzte oder Studierte waren. Zu meiner Schulzeit war das nicht mehr ganz so. Das war eher so 60, 70 Jahre mit den Arbeiterkindern. Bei uns war leider Beziehung wichtig Ende 70 Anfang 80, oder das SED Buch des Vaters. Oder wenn Papa oder Opa Arzt war, dann war Abi in den 80zigern auch moeglich. Manche bekamen dann eben mit Papas Parteikarriere oder Beziehung die Bankausbildung oder den Sekretaerinnenjob oder das Abi. Unterstufenlehrerin war auch heiss begehrt. Es gab sicher auch Ausnahmen, die Glueck hatten. Jungens konnten sich manchmal einen Ausbildungsplatz oder das Abitur sichern, wenn sie sich fuer 3 Jahre NVA oder 10 Jahre verpflichteten. Manches wird heute beziehungsmaessig nicht anders sein,aber sicher nicht mehr so massiv. Es konnte aber auch passieren, dass man mit 1, 5 Schnitt in der Fabrik landete, weil vieles eben schon besetzt war. Und ein Jahr warten ging nicht. Jeder musste dann eine Ausbildung machen, und wenn es in der Elektronik am Fließband oder in der Textilfabrik war. Hat dann auch jeder gemacht da man sonst als arbeitsscheu galt. Das Schlimme fuer viele war, dass das auch weg brach und wirklich auch intelligente Menschen nie wirklich wieder eine gute Chance bekamen. Unsere Ausbildung Mathe, Deutsch, Physik, Chemie, Biologie usw. waren nicht schlecht. Geschichte und Staatsbuergerkunde waren halt sehr ideologisch belastet. Wenn man dann in der Lehre immer noch gut war, durfte man nach einem Jahr Arbeit auch an einer Fachschule studieren in dieser Fachrichtung, auch ohne Parteibuch. Also z. Bsp. ein Elektriker dann zum Elektroingenieur oder ein gelernter Maschinenbauer zum Machinenbauingenieur.
    Geändert von luna8 (23.09.2019 um 00:21 Uhr)

  3. Avatar von TrishaTT
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Ah, okay, danke luna8, für die ausführliche Erklärung. Ich wusste zwar, dass in der DDR die Leute Ausbildungen irgendwie aufgedrückt bekamen, aber wie das dann tatsächlich ablief, und nach welchen Kriterien, davon hatte ich keine Ahnung. Das liest sich furchtbar.
    Wenn wir Narben haben, heißt es, dass die Wunden verheilt sind

    (Thomas D.)

  4. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Den Beitrag von unicorn empfinde ich als Wessi als beleidigend. Vorurteile gibr es wohl nicht nur bei wessis. Ehrlichkeit als spezielle osteigenschact...und wir wessis sind alle verlogen oder wie?
    Genau das meinte ich. 30 Jahre nach der Wende und immer noch so ein Müll.
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.

  5. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von Ruba Beitrag anzeigen
    Und wohl auch, auf welcher Seite man steht- meine älteren Geschwister haben in der ehemaligen DDR keinen Fuss auf die Erde bekommen, weil mein Vater Pfarrer war und sie nicht in der FDJ
    Auch das ist nicht generell zutreffend. Ich kenne durch meine Zeit in der jungen Gemeinde sehr viele Pfarrerskinder.
    Von denen haben viele studiert.
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.


  6. Registriert seit
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von Sentenza_ Beitrag anzeigen
    Das ist überhaupt nicht schwer, aber warum sollte ich? Ich bin überhaupt nicht persönlich betroffen, bitte unterlasse Spekulationen darüber, wovon ich betroffen bin, das weißt du nämlich nicht.
    Missverständnis, ich hatte überhaupt nicht zu Dir geschrieben, Deinen Beitrag hatte ich gar nicht wahr genomnen. Es war an Mediteraneee gerichtet. Aber generell egal, les hier nicht mehr mit.

  7. Avatar von Sneek
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von animosa Beitrag anzeigen
    Ich hatte so ein Mitleid mit meiner Schwester, als sie Abitur machte damals. Sie ist früh um vier aufgestanden um in dieses Gießereiwerk zu fahren und zu arbeiten. Sie war so lieb und so fleißig. Und sie tat mir so leid.
    Ich hab jetzt nicht verstanden, was das Gießerhandwerk mit Abitur zu tun hat?

  8. Avatar von Opelius
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Ich hab jetzt nicht verstanden, was das Gießerhandwerk mit Abitur zu tun hat?
    Das ist doch beschrieben worden. In der DDR war ein Abitur keine Garantie für eine Hochschulausbildung. z:B. konnte der Zugang zur Hochschule wegen fehlender Zugehörigkeit bei der FDJ oder bei Kindern von missliebigen Intellektuellen verweigert werden. Dann ging es ab in die Fabrik.

    Ergänzung:
    Soweit ich weiß gab in der DDR-Verfassung ein garantiertes Recht (aber auch Pflicht) auf Arbeit - im Gegensatz zu unserem Grundgesetz. Wer wo wie arbeiten oder eine Ausbildung genießen durfte, entschieden fast immer die örtlichen Kader.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
    Geändert von Opelius (23.09.2019 um 09:27 Uhr) Grund: Ergntung

  9. Avatar von Antje3
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Es gab-und da wurden die intelligenten gerne hingepackt, meine Freundin auch - die Möglichkeit, binnen 3 Jahren in einem an einen Betrieb angeschlossenen Internat eine komplette Berufsausbildung plus komplettes Abitur zu machen. Meine Freundin wurde Chemikantin . Danach, bei entsprechender Leistung wäre ihr auch ein Studium Chemie möglich gewesen. Ob das Fach ihr Wunsch war, wurde nicht gefragt. Sie wurde in der Schule in eine Art Eliteförderung gepackt, Noten in Chemie auch gut, konnte man brauchen und gut.

    Im Internat 6 Tage Vollzeit , teilweise Schichtdienst ab 6 Uhr. Meine Freundin machte in dem Jahrgang "erstes gesamtdeutsche Abitur ", mit 19, mit nem zusätzlichen komplett abgeschlossenen Beruf.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Berufsausbildung_mit_Abitur

    Möglich, weil sie aus einer "braven " Arbeiterfamilie kam....


  10. Registriert seit
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    AW: Ossis im Westen - Wie ist es Euch ergangen?

    Jeder Landkreis (waren kleiner als heute) hatte meist nur eine EOS mit drei oder 4 Klassen. Dort konnte man Abitur machen von 8. bis 12. Klasse, zuletzt 10. bis 12. Klasse. Da dies wirklich sehr wenig waren, wurde dann eine Fachausbildung mit Abitur eingeführt fuer Technische Berufe. Also z. Bsp. Elektriker mit Abitur und diese Ausbildungen waren dann laenger. Krankenschwester mit Abitur gab es nicht. Es waren wirklich viel rein technische Berufe, und dann dazu geeignet, um an einer Fachschule zu studieren.

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