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  1. Registriert seit
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    Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Guten Abend liebe Community,

    mein Thema ist wohl eine Mischung aus Finanzen und Angehörige Medizin /Gesundheit. Ich stelle das Thema erstmal hier aber die Moderatorin kann das Thema natürlich auch verschieben, wenn es woanders besser passt.

    Ich versuche mich kurz zu fassen:


    Meine Mutter ist 72 Jahre alt und chronisch krank. Sie hat seit ca. 40 Jahren chronische Hepatitis B. Außerdem hatte sie bereits vor ca. 15 Jahren eine stillen Herzinfarkt. Sie hat Osteoporose und vor 5 Jahren wurde COPD (Lungenkrankheit) diagnostiziert. Mittlerweile ich sie in der Stufe III. Seit ca. einem Jahr hat sie Diabetes und muss täglich mehrmals täglich Insulin spritzen. Weiterhin hat sie Rheuma.

    So weit, so schlecht.

    Vor 40 Jahren hat meine Mutter ihren Führerschein gemacht und war auch immer im Besitz eines Autos. Das Auto ist für sie das Freiheitssymbol schlecht hin. Obwohl sie in einer Großstadt (>1 Mio. Einwohner) wohnt und kein Auto für die Arbeit benötigte wäre sie nie auf die Idee gekommen jemals mit Bus oder Bahn zu fahren und ihr Auto abzuschaffen.

    Im Jahre 2013 konnte meine Mutter aus finanziellen Gründen ihr Auto nicht mehr halten. Sie ist in die Privatinsolvenz gegangen und das Auto war noch nicht abgezahlt. Seitdem fährt sie ab und zu (ca. 5 mal im Jahr) mit dem Auto einer Freundin.

    Ich wohne 600 km von meiner Mutter entfernt und meine Mutter fühlt sich sehr einsam. Viele ihrer Kontakte sind eingeschlafen und ihre beste Freundin wohnt weiter weg auf dem Land. Dadurch, dass ich soweit weg wohne, ist unser Verhältnis leider nicht mehr das Beste, da sie mir das einfach nicht "verzeihen" kann. Nahezu wöchentlich bekomme ich von ihr WhatsApp Nachrichten mit Vorwürfen. Dieses Jahr war ich bereits sechs mal bei ihr aber aus ihrer Sicht ist das immer noch zu wenig und überhaupt soll ich wieder zu ihr ziehen.

    Ich spiele mit dem Gedanken ihr ein gebrauchtes Auto (Kaufpreis bis 2.500,- €) zu kaufen.

    Jetzt benötige ich euren Rat:

    Insbesondere durch die fortschreitende Lungenkrankheit ist meine Mutter sehr eingeschränkt. Jede Bewegung ist extrem anstrengend für sie. Ich hätte die Hoffnung, dass sie durch ihr Auto ihren Radius vergrößern kann und z. B. ihre Freundin auf dem Land spontan besuchen kann. Mit dem ÖPNV ist das kaum noch zumutbar, da sie so vier mal umsteigen muss und außerdem auch immer viele Sachen (Medikamente etc.) dabei haben muss. Außerdem könnte sie mit ihrem Hund zum See fahren. Das wünscht sie sich schon lange.

    Ich denke, dass sie vielleicht einfach ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen würde durch ein Auto.

    Jetzt kommen meine Bedenken:

    Das Auto würde ich meiner Mutter schenken, da ich das Geld habe. Leider kann meine Mutter aber nicht mit Geld umgehen (deshalb auch die Insolvenz). Meine Mutter hat keinerlei Erspartes und wird auch niemals Erspartes haben. Ihre gesamte Rente gibt sie jeden Monat aus. Für das Auto würde sie aber Versicherung und Steuer bezahlen müssen sowie etwaige Reparaturen. Wenn ich ihr den Vorschlag mit dem Auto machen würde, würde sie mir versichern, dass sie das alles finanziell gestemmt bekäme und das alles kein Problem sei (sie glaubt das wirklich). Ich habe die Befürchtung, dass ich früher oder später dann doch wieder von ihr Nachrichten erhalte, dass sie Geld benötigt.

    Ich habe für meine Mutter bereits finanziell schon das Insolvenzverfahren durchgeführt und zahle seit sechs Jahren ihren Handyvertrag sowie sonst anfallende zusätzliche Kosten (z. B. Brille, Zahnarzt). Ich bin Anfang 30 Jahre alt und möchte nächstes Jahr mit der Familienplanung beginnen, dann kann ich nicht mehr jeden Monat meiner Mutter Geld geben.

    Warum ich meiner Mutter trotzdem ein Auto kaufen würde?

    Ich erhoffe mir psychische Entlastung für mich. Meiner Mutter hat noch eine Lebenserwartung von 3 - 5 Jahren (bestenfalls), auch da sie weiterhin starke Raucherin ist. Ich verstehe, dass sie sich einsam fühlt und würde ihr wünschen, dass sie einfach etwas Zeit mit dem Auto und dem Hund verbringen kann und mich dadurch etwas weniger nervt.

    Vielen Dank fürs Lesen.

    Was haltet ihr davon? Ratschläge?


  2. Registriert seit
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    228

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Und wenn du ein Auto leasen würdest?
    Da hast du Mobilitätsgarantie und allerlei andere Boni und kamst finanziell sicher nicht schlechter raus.

  3. Avatar von Mambi
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Du willst einer derart schwer kranken und bewegungseingeschränkten Person, die zudem seit 6 Jahren nicht mehr gefahren ist, ein Auto zur Verfügung stellen?
    Ist sie überhaupt noch in der Lage, am Straßenverkehr teilzunehmen? Was sagt ihr behandelnder Arzt zu ihrer Fahrtüchtigkeit?
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"


  4. Registriert seit
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    So ganz spontan frage ich mich, ob deine Mutter mit ihren diversen Erkrankungen und Einschränkungen überhaupt in der Lage ist, noch gut und sicher Auto zu fahren, zumal in einer Großstadt mit entsprechendem Verkehr. Ich habe da zumindest starke Bedenken, vom Finanziellen mal ganz abgesehen.

    Und Leasing halte ich schon allein deshalb für ungeeignet, weil man da auf jeden Fall eine teure Vollkaskoversicherung braucht.

    Ganz ehrlich, wäre es in diesem Fall nicht vielleicht das Beste, deine Mutter würde in ein betreutes Wohnen umziehen? Dort hätte sie andere Leute in ihrem Alter um sich und hätte bei Bedarf auch Hilfe. Das scheint mir tatsächlich die beste Option zu sein.


  5. Registriert seit
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Kann Sie überhaupt noch sicher Auto fahren?

  6. Avatar von animosa
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Kann deine Mutter nicht zu euch in die Nähe ziehen? Ich würde versuchen, diesen Gedanken umzusetzen.
    Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn.

  7. Avatar von Loop1976
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Zitat Zitat von Kassandra15 Beitrag anzeigen
    Ich erhoffe mir psychische Entlastung für mich. Meiner Mutter hat noch eine Lebenserwartung von 3 - 5 Jahren (bestenfalls), auch da sie weiterhin starke Raucherin ist. Ich verstehe, dass sie sich einsam fühlt und würde ihr wünschen, dass sie einfach etwas Zeit mit dem Auto und dem Hund verbringen kann und mich dadurch etwas weniger nervt.

    Was haltet ihr davon? Ratschläge?
    Du glaubst, dass dich Deine Mutter weniger nervt, wenn Du ihr ein Auto kaufst?
    Schräg, ich habe ja schon viel gelesen in der Bri, aber das hier topt alles.
    Schalte Whatsapp ab, dann kann sie dich nicht mehr nerven.

    Wer zahlt die Versicherung und die Steuer? Die Reparaturen, den Sprit?

    Bei einem Auto für 2500 Euro fallen auch ganz schnell mal Reparaturen an.

    Sag ehrlich, Du meinst das nicht alles ernst?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht


  8. Registriert seit
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Vielen Dank für die Antworten.

    1. Fahrtüchtigkeit

    Sie ist in den letzten sechs Jahren ja immer wieder gefahren. Letztes Jahr bin ich mit ihr auch mal mitgefahren und es war in Ordnung. Dieses Jahr ist sie auch schon gefahren.

    2. Umziug

    Sie hatte mal mit dem Gedanken gespielt aber sich dagegen entschieden und ich möchte das auch nicht.

    Meine Mutter würde in meiner Stadt niemanden außer mir kennen. Sie ist keine Person, die in irgendwelche Seniorentreffs geht oder sonstige Vereine etc. Sie hat auch keine Interessen außer TV und ihren Hund. Sie würde erwarten, dass ich jede Woche vorbeikomme und das möchte ich einfach nicht mehr. Ich war dieses Jahr fast jeden Monat 4-6 Tage bei ihr, wir schreiben uns nahezu täglich Nachrichten und telefonieren mindestens einmal die Woche. Ich höre mir jede Woche an wer sich wieder nicht bei ihr gemeldet hat.

    Grundsätzlich hat sie in ihrer Heimatstadt aber zumindest einen Bekanntenkreis, auch kennt sie viele Nachbarinnen und Nachbarn und diese helfen sich auch gegenseitig beim einkaufen.

    Und auch finanzielle wäre dies wieder von mir zu zahlen, da sie kein Geld für Umzug und Kaution hätte und meine Stadt auch teurere Mieten hat.


  9. Registriert seit
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Zitat Zitat von Loop1976 Beitrag anzeigen
    Du glaubst, dass dich Deine Mutter weniger nervt, wenn Du ihr ein Auto kaufst?
    Schräg, ich habe ja schon viel gelesen in der Bri, aber das hier topt alles.
    Schalte Whatsapp ab, dann kann sie dich nicht mehr nerven.

    Wer zahlt die Versicherung und die Steuer? Die Reparaturen, den Sprit?

    Bei einem Auto für 2500 Euro fallen auch ganz schnell mal Reparaturen an.

    Sag ehrlich, Du meinst das nicht alles ernst?
    Das mit dem nerven war ein wenig überspitzt geschrieben.

    Tatsächlich glaube ich, dass meine Mutter ein Stück Lebensqualität gewinnen würde, die dazu führen würde, dass sie glücklicher ist und das würde mich psychisch entlasten.

    Mit den Kosten hast du natürlich recht.


  10. Registriert seit
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    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Ich würde es nicht tun. Da hängt soviel dran! Zum einen die Fahrtüchtigkeit deiner Mutter. Nach deiner Beschreibung klingt das nun nicht so wirklich prickelnd. Was, wenn sie einen Unfall baut? Dann gibt sie mitunter dir die Schuld, weil du ja weit weg wohnst und sie nötigst, selbst zu fahren...

    Das andere Thema sind die Kosten. Das ist ein Fass ohne Boden. Ein Auto muss zur Inspektion, braucht mal einen Ölwechsel, mal sind die Bremsen dran - aus finanziellen Gründen schiebt sie dann mitunter die Reparaturen munter auf, bis nichts mehr geht. Dann kannst du ja wieder ein neues Auto besorgen. Das Auto braucht auch Sprit - musst du den dann auch zahlen? Oder heult sie dir dann vor, dass sie gern Freunde besuchen und zum See fahren mag, aber kein Geld zum Tanken hat?

    Nein, ich denke, ihr ein Auto hinzustellen, mag für ein paar Tage/Wochen eine Lösung zu sein, aber nicht auf Dauer. Das wird nicht gut gehen. Ich denke mal, die Vorwürfe bekommst du so oder so - da wirst du nichts mehr ändern können. Wäre ggf. ein Umzug nicht besser für deine Mutter? Näher an die Freunde ran? Näher an Natur?

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