+ Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 28 von 28

  1. Registriert seit
    09.10.2018
    Beiträge
    3.603

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Zitat Zitat von mainecoon2 Beitrag anzeigen
    Du schreibst, deine Mutter hätte eine Lebenserwartung von 3-5 Jahren. Ist das deine Einschätzung oder die eines Arztes ?
    Niemand (!), auch kein Arzt, kann seriöse Aussagen über die Lebenserwartung eines Menschen machen, sofern dieser nicht auf der Intensivstation liegt und gerade alle Organe versagen. Es gibt auch Menschen, die mit den erwähnten Krankheiten über 90 werden. Oder Menschen, die ihre diagnostizierte Lebenserwartung um 40 Jahre überleben.
    Von daher fände ich es wirklich schräg, diese Aussage in die eigenen Überlegungen einzubeziehen.


  2. Registriert seit
    06.03.2005
    Beiträge
    2.594

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Mach es nicht.

    Du trägst eh schon mehr Verantwortung als Dir gut tut. Wenn sie einen Unfall mit Personenschaden baut, wirst Du das schlechte Gewissen nie mehr los. Und Du hättest alles an der Backe: Versicherung, Steuern, bald auch Reifenwechsel, Reparaturen, usw. Ich bin auch für die Taxigutscheine.

    Hey, Du willst bald in die Familiengründung einsteigen, da kannst Du Dir das nicht alles zusätzlich ans Bein binden.

    Ich spreche aus Erfahrung. Ich habe durch dieses ständige sich verantwortliche Fühlen viele Jahre mit angezogener Handbremse gelebt. Ich habe es knapp geschafft, mich davon zu befreien und noch zwei Kinder zu bekommen, bevor es zu spät dafür war. Meine Schwester war stärker involviert und hat es zeitlich nicht mehr früh genug geschafft.

  3. Avatar von Nocturna
    Registriert seit
    29.09.2005
    Beiträge
    13.118

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Also ich kann den Gedanken nachvollziehen. Der Mutter um des eigenen Seelenfrieden willens eine Freude zu machen, ist eine Überlegung wert. Und wenn Diabetes gut eingestellt ist, dann ist man auch fahrtüchtig. Ich kenne mehr als eine Person, die mit Diabetes Auto fährt.

    Die Kostenfrage ist allerdings wohl der Knackpunkt. Ich selbst habe kürzlich einen Rentnergolf verkauft, sehr alt, aber wenig Kilometer. Wegen Hagelschaden musste ich ihn billiger abgeben. Der Golf ist locker noch für 100.000 Kilometer gut. So was wäre der ideale Wagen für deine Mutter. Allerdings, auch bei einer freien Werkstatt kostet der Kundendienst mindestens 350 Euro und letztens kamen unerwartete Ausgabe wie defekter Scheibenwischermotor dazu, das waren dann nochmal gleich 250 Euro. Dann noch Steuer und Versicherung und man ist mindestens 750 Euro im Jahr los ohne getankt zu haben.

    Ich fürchte, früher oder später würden diese Kosten bei dir landen, auch wenn deine Mutter dir jetzt das Blaue vom Himmel verspricht. Wenn du dann wegen deiner eigenen finanziellen Projekte, die übrigens absolut Vorrang haben, keine Unterstützung geben könntest und das Auto ein weiteres Mal verloren wäre, dann bist du diejenige, die sich den geballten Zorn deiner Mutter zuziehen wird. Und so würde aus einem großzügigen Geschenk ein fetter Zankapfel.

    Ich würde mich darauf einlassen, wenn deine Mutter aus ihrem laufenden Einkommen Treibstoff, Steuer und Versicherung plus eine kleine Reparaturrücklage zahlen könnte. Wenn das nicht finanzierbar ist, dann lass den Gedanken fallen oder du übernimmst komplett alles.

    Ich wünschte, ich könnte dem Taxischein mehr abgewinnen, aber je nachdem wo die Freundin im Umland wohnt, kostet eine Taxifahrt aus einer Großstadt hinaus in die Umgebung, Umkreis ca 20 Km, bei uns einfach 45 Euro. Das wären dann 27 Fahrten hin- und zurück zur Freundin und dann wären die 2500 Euro auch weg. Andererseits wären das über zwei Jahre bei einem Besuch monatlich und vielleicht würde das deiner Mutter auch reichen?

    Es ist großzügig von dir diesen Gedanken zu haben, ebenso dass du ihr bereits finanziell unter die Arme greifst. Aber deine Mutter hat ihren Weg selbst gewählt, lass dich deswegen nicht von deinem abkommen.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  4. Moderation Avatar von Promethea71
    Registriert seit
    11.09.2004
    Beiträge
    16.506

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Auch wenn es mit deinem eigentlichen Thema nur bedingt zu tun hat.
    Du fühlst dich für deine Mutter sehr verantwortlich bzw. lässt dich von ihr in eine Situation drängen, in der du dich verantwortlich und vielleicht sogar schuldig fühlst.

    Ich bin nicht sicher, ob dir das gut tut und vielleicht solltest du dich mit diesem Thema mal beschäftigen.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  5. Avatar von luftistraus
    Registriert seit
    24.05.2015
    Beiträge
    2.893

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Nein... auf keinen Fall

    Auch wenn ich Deine Gedanken verstehen kann.

    Kompromiss:

    Auto mieten...... Drive now usw.

    Da kannst du ihr Guthaben monatlich aufbuchen und fertig. Alternativ auch mitfahrzentrale / Uber / Taxi

    Eine Mensch über 70 Jahren hat im Normalfall schon Beeinträchtigungen (Reaktion) beim fahren. Mit den von Dir beschriebenen Krankheiten wird es nicht besser.

    Auch solltest du dir deine eigene Handlungs bzw Denkweise hinterfragen.

    Irgendwie kaufst du dich frei.... aber von was? Warum denkst du überhaupt das dies nötig ist.... seit Jahren.

    Wenn deine Mama nicht mit Geld umgehen kann, ist das traurig aber nicht dein Problem
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.


  6. Registriert seit
    11.05.2015
    Beiträge
    29

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Vielen Dank für die weiteren Nachrichten, die mich zum nachdenken angeregt haben.

    Ich möchte zusammenfassend noch einige Sachen verdeutlichen:

    1. Finanzen

    a) Meine finanzielle Situation ist sehr gut. Ich habe einen Beruf in dem ich gut verdiene und wohne kostenlos in der Eigentumswohnung von meinem Lebensgefährten. Auch für das Alter sorge ich brav vor und habe darüber hinaus Einiges angespart. Das bedeutet, dass ich durchaus in der Lage wäre nicht nur das Auto meiner Mutter zu kaufen, sondern auch den laufenden Unterhalt zu finanzieren. Aber da ist für mich auch eine Grenze. Wie ich schon in meinem Eingangsbeitrag geschrieben habe, komme ich bereits in nicht unwesentlicher Höhe für meine Mutter auf. Auch wenn ich ein Kind habe und in Elternzeit bin bzw. Teilzeit arbeite, habe ich grundsätzlich genug Erspartes um meiner Mutter zu helfen aber ich gehe davon aus, dass sich durch ein Kind auch die Prioritäten verschieben. Und selbst wenn ich gar keine Familie gründe, möchte ich nicht das gesamte Auto finanzieren.

    b) Die finanzielle Situation meiner Mutter...tja... . Sie hat eine Rente und wohnt einigermaßen günstig und da sie auch keine Hobbys hat, hat sie auch kaum Ausgaben. Trotzdem gibt sie eben jeden Monat ihr gesamtes Geld aus. Schon immer. Sie sieht auch keinen Sinn im sparen, da sie ja jederzeit sterben könnte. Damit bin ich aufgewachsen.

    Wenn am Auto eine Reparatur nötig wäre, würde sie diese auf Raten bei der Werkstatt abzahlen. Wenn das Auto zum TÜV muss, sie aber kein Geld dafür hat, fährt sie halt ohne TÜV weiter. Als ich noch zu Hause wohnte, habe ich oft den Sprit bezahlt, damit wir unsere Familie, die weiter weg wohnt, besuchen konnten.

    2. Gesundheit

    Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass Diabetes - insbesondere, wenn man insulinpflichtig ist - sich so stark auch auf das Auto fahren auswirken kann. Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Da meine Mutter ja kein Auto hat, wurde sie wahrscheinlich auch nicht von ihrer Diabetologin darüber detailliert aufgeklärt. Meine Mutter ist andauernd unter- und besonders überzuckert, so dass ich nicht behaupten kann, dass sie gut eingestellt ist. Für mich ist das auch der entscheidende Faktor, der gegen die Anschaffung eines Autos spricht.

    Was die Lebenserwartung angeht, ist dies ja nur eine Erwartung bzw. Wahrscheinlichkeit. Natürlich kann es immer anders kommen. Sie kann morgen sterben oder in zehn Jahren aber es gibt eben Wahrscheinlichkeiten und da traue ich den Ärzten durchaus zu, das einzuschätzen. Ich kenne übrigens keinen Menschen, der mit der erwähnten Lungenkrankheit von meiner Mutter und der dazugehörigen schädlichen Lebensweise, über 90 Jahre geworden ist. Und ich kenne mittlerweile viele Menschen, die an COPD erkrankt sind. Es ist eben ein Unterschied, ob man im Anfangsstadium der Krankheit ist und anschließend einen sofortigen Rauchstopp durchführt, Medikamente nimmt und regelmäßig Lungensport betreibt oder ob man wie meine Mutter weiterhin stark raucht und keinen Sport macht etc. Ich hatte die Lebenserwartung auch nur angeführt, um zu verdeutlichen, dass das Auto keine zehn Jahre halten muss.

    3. Psychische Verfassung meiner Mutter

    Meine Mutter hatte schon immer Phasen in denen sie depressive Züge hat. Vor ca. drei Jahren hat sie mich gebeten, dass ich sie finanziell unterstütze bei der Anschaffung eines Hundes. Zuerst war ich damals skeptisch, weil mir nicht klar war, wie sie es schaffen soll regelmäßig mit dem Hund spazieren zu gehen. Außerdem habe ich befürchtet, dass auf mich wieder viele Folgekosten (Tierarzt etc.) zukommen. Ich habe ihr dann das Geld für den Hund gegeben und es nicht bereut. Der Hund tut meiner Mutter wirklich gut. Sie reißt sich sehr zusammen und geht regelmäßig mit dem Hund spazieren. Größere Tierarztrechnungen wie z. B. Kastration müssen natürlich trotzdem von mir getragen werden aber das mache ich gerne, weil ich sehe wie viel Lebensfreude der Hund meiner Mutter zumindest temporär bringt. Aus diesem Grund kam mir die Idee mit dem Auto, weil ich wüsste, wie viel Freude ihr ein Auto bereiten würde.

    4. Verhältnis zu meiner Mutter

    Wir hatten grundsätzlich immer ein (zu) enges Verhältnis. Das hat uns nicht gut getan und meine Mutter leidet nun immer noch unter meinem Aus- und Wegzug.

    Ich möchte aber nicht, dass hier der Eindruck entsteht, dass ich mich durch finanzielle Geschenke versuche von sonstiger Verantwortung frei zu kaufen. Wenn ich bei ihr bin, putze ich die gesamte Wohnung sowie die Fenster und gehe für sie größere Einkäufe erledigen. Auch Behördenangelegenheiten werden von mir übernommen. Natürlich sitzen wir auch einfach so zusammen, trinken Kaffee und gehen mit dem Hund spazieren, wenn ich da bin. Und das sind dann auch durchaus schöne Momente mit ihr.

    4. Fazit

    Ich werde kein Auto anschaffen. Taxi-Gutscheine kannte ich noch nicht. Ich werde mich darüber informieren und wahrscheinlich welche besorgen.

    Vielen Dank.

  7. Avatar von Horus
    Registriert seit
    08.04.2005
    Beiträge
    43.860

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Dass du ihr zu einem Hund verholfen hast, war vermutlich das Beste, was du für sie tun konntest. Wirklich gute Sache!
    Ein Auto hätte keinen ähnlichen Effekt, niemals in dem Ausmass. Ein Auto ist nur ein Ding, ein Gebrauchsgegenstand, egal wie viel Symbolik deine Mutter damit verbindet. Der Hund hingegen ist lebendig, interagiert mit deiner Mutter, teilt ihren Tag, mit ihm kann sie reden, er gibt ihr das Gefühl, gebraucht zu werden.

    Betreffend Fahrtüchtigkeit: nicht nur schlecht eingestellte Diabetes setzt die Fahrtüchtigkeit herab, sondern auch die Lungenkrankheit, genauer gesagt, die damit verbundene latente Sauerstoffunterversorgung - die vermindert die Reaktionsfähigkeit und erhöht die Anfälligkeit für Sekundenschlaf.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  8. Avatar von Antje3
    Registriert seit
    04.05.2002
    Beiträge
    13.354

    AW: Meiner Mutter ein Auto kaufen

    Ich komme an dieser Stelle auf die Diabetes Deiner Mutter kurz zurück (auch wenn Du Deine Entscheidung schon getroffen hast): Mein ehemaliger Azubi ist Diabetiker. Und wohnt so auf dem Land, daß der Führerschein ein Muß ist. Vor der Prüfung mußte sie eine aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigung des Diabetologen beibringen, daß sie in der Lage ist, am Straßenverkehr als Fahrer sicher teilzunehmen.

    Hatte sie - sie ist hervorragend eingestellt.

    Dann - praktische Führerscheinprüfung - Streß. Die Prüfung lief gut. Am Ende der Prüfung geriet sie dann - vermutlich streßbedingt in Unterzucker. Und Blackout. Der Prüfer durfte ihr den eigentlich schon bestandenen Führerschein nicht aushändigen. Sie mußte eine Pause einhalten, eine erneute Untersuchung beim Diabetologen absolvieren und die Prüfung nochmals machen.

    Das soll Dir nur verdeutlichen, was selbst bei gut eingestellter Diabetes unter Streß passieren kann. Deine Mutter genießt letztlich - was den Führerschein angeht - Bestandsschutz - im Grunde müßte sie den Führerschein aus Sicherheitsgründen eigentlich abgeben - denn sie ist mit Sicherheit schlechter eingestellt als mein ehemaliger Azubi.

    Und es wäre fahrlässig gegenüber anderen, Deiner Mutter ein Auto zu schenken, wenn sie selbst so wenig Verantwortungsbewußtsein zeigen würde. Wohin das unter Umständen führen kann, sieht man an Unfällen mit Fahrern, die einen Blackout/Ohnmacht erleiden während der Fahrt. Und manchmal ist das der Starrsinnigkeit der Fahrer zuzuordnen, die genau über ihre Krankheit Bescheid wissen, aber nicht aufs fahren verzichten wollen. Und dann passiert so ein Unfall und andere Verkehrsteilnehmer sind verletzt oder tot.

    Da muß man schon sehr sehr abwägen, ob man das ggf. mit sich ausmachen kann, daß man das auch noch gefördert hat.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

+ Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •