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  1. Avatar von Blila1
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    na ja... @TT, wenn du ehrlich bist, wenn man sagt, man sei "Neurochirurg", dann wird schon mehr Ah und Oh gerufen, als wenn an sagt, man sei Reiseverkehrskauffrau

    .
    Wenn du dich nach deiner Lehre als Reiseverkehrs-Kauffrau mit ähnlichem Engagement und Aufwand in deinem Beruf voranarbeitest wie eine Mediziner es muss, bis er nicht mehr weisungsgebundener Neurochirurg ist, leitest du vermutlich mehrere Niederlassungen in mehreren Ländern . Verantwortlich.

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, dass der Nachwuchs von Millionären oder gar Milliardären dann im Vermessungsamt der Stadt Miesbach landet. Oder bei der AOK Bamberg Dienst tut, als Sachbearbeiter.

    Nach unten wird ebeso selten durchgereicht, wie umgekehrt nach oben. Kinder von Bauhof-Arbeitern oder von Frauen, die in einer Kantine das Geschirr spülen werden nicht so super oft Radiologen. Kommt vor. Ist aber selten.
    Ich bin da ja noch relativ nah dran: da ist mehr als nur was dran. Es fehlen die Vorbilder und das Vorstellungsvermögen. Unter den Grundschul-Mitschülern meines Sohnes waren kaum Arbeiter, ziemlich einige Angestellte auf unterer Hierarchie-Ebene, auch Kinder von Klein-Unternehmern und sogar drei größeren; die aber durchgängig mit mittleren Bildungsabschlüssen. Für ihre Kinder wünschten sie eine "solide" Ausbildung mit deutlich absehbarem Abschluss und der (vermeintlichen) Sicherheit, dort anständiges Geld zu verdienen; Lehrer war das maximal Vorstellbare, galt aber auch schon als exotisch

  2. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, dass der Nachwuchs von Millionären oder gar Milliardären dann im Vermessungsamt der Stadt Miesbach landet. Oder bei der AOK Bamberg Dienst tut, als Sachbearbeiter.

    Nach unten wird ebeso selten durchgereicht, wie umgekehrt nach oben. Kinder von Bauhof-Arbeitern oder von Frauen, die in einer Kantine das Geschirr spülen werden nicht so super oft Radiologen. Kommt vor. Ist aber selten.
    Das hat aber eher etwas mit der Bildung als mit dem zu Hause vorhandenen Geld zu tun. Leute aus reichem Hause sind überdurchschnittlich oft akademisch gebildet und achten beim Nachwuchs darauf, dass dieser ebenfalls Akademiker wird. Akademiker haben durchschnittlich höhere Einkommen, anspruchsvollere Tätigkeiten und eine höhere (berufliche) Zufriedenheit.
    Und es gibt wissenschaftliche Studien, nach denen der Bauhof-Arbeiter und die Kantinenspülerinnen sich bessere Bildung für ihr Kind wünschen, allerdings nur bis zu einem bestimmten Level, grad mal „eins über ihnen“. Zu weit sollen sie sich nicht von Ihnen entfernen, weil das insgesamt eine größere (geistige) Entfernung mit sich zieht, befürchten sie. Und das gilt auch bei durchaus wohlhabenden Handwerkern. Die Kinder dürfen gerne gebildeter sein und auch einen etwas besseren Beruf haben. International anerkannter Raketenwissenschaftler soll er aber bitte nicht werden.
    Klima? Läuft bei uns. Schließlich haben wir den ersten CO2 neutralen Flughafen der Welt gebaut.

  3. Avatar von Blila1
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Ja, das entspricht meinen Beobachtungen. Erstaunlicherweise bei Bauern (auch einfacheren) häufig nicht so.


  4. Registriert seit
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Wenn du dich nach deiner Lehre als Reiseverkehrs-Kauffrau mit ähnlichem Engagement und Aufwand in deinem Beruf voranarbeitest wie eine Mediziner es muss, bis er nicht mehr weisungsgebundener Neurochirurg ist, leitest du vermutlich mehrere Niederlassungen in mehreren Ländern . Verantwortlich.
    ja...

    Dennoch ist das Sozialprestige eines Neurochirurgen höher. Und zwar weltweit. Direkt intergalaktisch gesehen. Egal wieviele Filialen die erfolgreiche Reisefrau besitzt.

    Zu deinem Beispiel, dass in der Landwirtschaft weniger Berührungsängste mit "strecken nach oben" herrschen: Vergiss nicht, die Klassische Verteilung: einer erbt den Hof, die Töchter werden verheiratet, die nachgeborenen Söhne werden
    Pfarrer, Lehrer oder Dokter/Apotheker (inzwischen auch die Töchter ). Dass man einen zum studieren "schickt" ist tradiert.


    (bevor mir das als Reisekaufleute-Bashing ausgelegt wird: es ist nicht so, dass die weiße Zunft keine Hackordnungen kennen würde....)

  5. Avatar von Blila1
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen

    Dennoch ist das Sozialprestige eines Neurochirurgen höher.
    naja, meistens ist die/der halt existentiell wichtiger, eine (Über-)lebensfrage. oder wenigstens eine der Lebensqualität. Lebenqualität bietet auch der Reiseverkehrfachmann, aber meist doch zeitlich deutlich limitierter. Ich unterstelle, dass das Prestige einer ausgewiesenen Reiseexpertin in Zeiten und an Orten von Flucht und Vertreibung situativ deutlich über dem des Neurochirurgen liegt. Die Hackordnung unter den Nichtmehr-Weißkitteln (gibt es noch ein KKH mit?) ist gut ausgebildet


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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Ich denke, wie viele andere hier auch, dass die Berufswahl weniger mit der konkreten Zahl auf dem Konto und mehr mit dem allgemeinen Lebensstil und Habitus der Familie zu tun hat. Und ja, Leute mit reicher Herkunft haben oft eher höhere Berufe, d.h. Berufe, in denen sie etwas zu sagen haben, eine Firma, Kanzlei oder Praxis leiten, oder zumindest eine Abteilung in einem größeren Konzern oder eine Behörde. Auch dann, wenn das Familienunternehmen, aus dem sie stammen, schon pleite ist.

    Die gehen von vorneherein mit einem anderen Anspruch in das Unternehmen.

    In den meisten Fällen kommt es dabei nicht auf Vitamin B an, sondern auf Arbeitshaltung, Auftreten, usw.

    In meinem Umfeld sind viele Selbständige, die arbeiten völlig anders. Das, was hier oft gepriesen wird, "mal Zeit für mich", Teilzeit fürs Hobby, o.ä. ist fern jeglicher Vorstellung dieser Leute. Dies einmal erlernte Verhalten hilft ungemein. Nicht umsonst kommen immer mal wieder Bauernkinder in höhere Positionen, auch wenn der heimische Betrieb finanziell eher wenig abwirft und sie nicht im Reichtum aufwachsen. Aber die Kinder haben gelernt, Verantwortung zu übernehmen und ranzuklotzen und sind von zu Hause ein wochenend- und ferienfreies Leben gewöhnt.

    PS: "Kreativität im Bürojob": ich habe einen reinen Bürojob, geprägt von gesetzlichen Vorgaben, Richtlinien, usw. Ich arbeite rein projektbezogen und mache an kaum einem Tag das gleiche wie am Vortag, muss mich in immer neuen Sachverhalte eindenken , neue Lösungen finden und international kommunizieren. Ich brauche eigentlich ziemlich viel Kreativität, da ist nichts, was man abhaken oder nach Vorschrift abarbeiten könnte.


  7. Registriert seit
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Zitat Zitat von Pia1976 Beitrag anzeigen
    Und ja, Leute mit reicher Herkunft haben oft eher höhere Berufe, d.h. Berufe, in denen sie etwas zu sagen haben,
    ich meine, sie haben eher Berufe, in denen sie eigenständig arbeiten können. Es ist noch nicht mal notwendig, dass da viele Angestellte oder Untergebene sind. Leute aus reicher Familie können durchaus happy sein als Schriftsteller, oder als Currybudenbesitzer. Aber eher nicht im Supermarkt an der Kasse.

    In den meisten Fällen kommt es dabei nicht auf Vitamin B an, sondern auf Arbeitshaltung, Auftreten, usw.
    Vitamin B hilft auch. Beziehungsweise das Wissen darüber, wie man Beziehungen aufbaut und pflegt.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Ja, das entspricht meinen Beobachtungen. Erstaunlicherweise bei Bauern (auch einfacheren) häufig nicht so.
    Das liegt oft daran, dass Bauern ein ganz anderes Selbstverständnis haben als "kleine Angestellte" und Arbeiter z. B. Der Bauer, egal wie klein der Betrieb sein mag, ist selbständig, muss ganz viele Entscheidungen treffen, ist niemandem Rechenschaft schuldig etc. Hat auch eine Weile gedauert, bis ich das verstanden habe. Eben auch ein "Unternehmer", aber im Gegensatz zum Handwerker, der sich innerhalb eines Betriebs hochgearbeitet hat, von Anfang an der Chef (außer eben anfangs unter den eigenen Eltern arbeitend).


  9. Registriert seit
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Zu deinem Beispiel, dass in der Landwirtschaft weniger Berührungsängste mit "strecken nach oben" herrschen: Vergiss nicht, die Klassische Verteilung: einer erbt den Hof, die Töchter werden verheiratet, die nachgeborenen Söhne werden
    Pfarrer, Lehrer oder Dokter/Apotheker (inzwischen auch die Töchter ). Dass man einen zum studieren "schickt" ist tradiert.
    Das gilt aber nur für die "Großbauern". Meine Großvater, jüngerer Sohn aus sehr kleiner Landwirtschaft, lernte Stellmacher, da der Hof an den großen Bruder ging. Er wurde am Ende nur deshalb Landwirt, weil er eine (jüngere) Bauerstochter heiratete, deren ältere Schwester und deren Mann früh verstarben und deshalb er den (marginal größeren) Hof übernahm. Und die jüngeren Bauerstöchter von diesen kleinen Höfen damals gingen oft "in Stellung" (Hof in der Nähe einer Uni-Stadt) als Dienstmädchen in der Stadt, wenn sie die nicht sehr früh verheiratet bekamen. War meine Oma auch.

    Aber generell ist in dieser Bauern und Handwerkerfamilie (mein anderer Opa war Malergeselle) der Bildungsaufstieg schneller vorangegangen als z. B. in der Familie meines Mannes, traditionell eher "kleine" Angestellte und Beamte. Da war das Selbständnis (der Habitus) eher "wir sind kleine Leute, wir haben nichts zu fordern".


  10. Registriert seit
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    AW: Arbeiten Reiche in normalen Berufen?

    na ja - eher so mittelgroß bis groß...
    Die kleinen haben eh aufgegeben oder nur noch Nebenerwerb.

    Ich dachte auch eher an die Zeit so ab den 70ern 20...

    @Ila - Reiseverkehrskauffrau war ein sinnloses Beispiel. Hätte auch Finanzamt mittlerer Dienst oder Zahntechniker sein können.

    Ich glaube, ich bin beim Sozialprestige illusionsloser, weil ich den Unterschied kenne. Also selber...

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