Irgendwann passt mein Anliegen nicht wirklich ins Bücherforum, deshalb setze ich es hier ein.
Ich habe gerade wieder einige alte Mädchenbücher (größtenteils von Berte Bratt) in der Hand gehabt.
Das Frauenbild, aber auch die gesamte Moral ist eindeutig.
Frauen sind zwar durchaus gebildet und berufstätig -Haushalt und Kindererziehung liegt aber voll in ihrer Hand.
Tugend wird groß geschrieben, eine Ehe ist ein Bund fürs ganze Leben und für Armut muss man sich nicht schämen, arm und fleißig zu sein ist wertvoller als unverdient reich.
Nun frage ich mich : Gab es in der DDR diese Bücher auch? Oder was wurde da von Teenagermädchen gelesen?
OssiDamen vor;) Würde mich freuen wenn ihr mich "aufklären " könntet.
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Thema: Mädchenbücher in der DDR
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17.05.2019, 10:24
Mädchenbücher in der DDR
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17.05.2019, 10:27Inaktiver User
AW: Mädchenbücher in der DDR
Welche Bücher meinst du? Ich kann mich nicht an typische Mädchenbücher erinnern. Und ich habe sehr viel gelesen.
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17.05.2019, 11:12
AW: Mädchenbücher in der DDR
Naja -in der BRD war Berte Bratt und Marie Luise Fischer sehr beliebt. Viel als Schneider-Taschenbuch verlegt. Aber es gab noch mehr. Romantische Bücher mit viel Herz Schmerz und erhobenem Zeigefinger. Aber ich mochte sie -und mag sie heute noch. Heile Welt eben.
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17.05.2019, 12:02
AW: Mädchenbücher in der DDR
Ich bin auch in der DDR aufgewachsen,und habe sehr sehr viel gelesen.Aber diese typischen Mädchenbücher gab es leider nicht.Ich habe als ca.12 jährige mal ein Buch aus dem Westen bekommen."Anja aus der grossen Stadt".Was habe ich dieses Buch geliebt.Es ging um ein Mädchen.....
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17.05.2019, 12:29
AW: Mädchenbücher in der DDR
Berte Bratt war gebürtige Norwegerin und hieß Annik Saxegaard. Sie begann in den dreißiger Jahren, Bücher für junge Frauen zu schreiben und es gab damals sogar einen kleinen Skandal, weil eines ihrer Bücher als zu sexuell liberal für ihre Zeit aufgefasst wurde (To værelser og et kjøkken/Zwei Zimmer und eine Küche).
Ein wichtiges Thema war für sie in den frühen Büchern die Ausbildung der Frau, auch gegen Widerstände. Beispiele dafür sind "Anne" und auch die Bücher um "Lisbeth" bzw deren Stiefmutter.
Eigentlich propagierte sie auch das Bild der modernen, berufstätigen Frau, zum Beispiel in einem Buch, in dem zwei junge Frauen eine Zeitschrift starten und sich auch um die Situation der Arbeiterkinder sorgen, die kaum Betreuung haben, während ihre Mütter arbeiten.
Später verflachten diese Anliegen, sie produzierte relativ platte Serien sogenannter Jungmädchenbücher (in Norwegen die endlose und langweilige Ina-Serie), die wohl vor allem in Deutschland unter ihrem Pseudonym eine große Leserschaft fanden. Das muss in den fünfziger/sechziger Jahren gewesen sein.
Insofern kein Wunder, dass die Bücher in den siebziger Jahren bereits etwas angestaubt waren.
Werden die denn in Deutschland noch verlegt? In Norwegen lesen die seit Jahrzehnten höchstens noch Leute, die die Bücher antiquarisch auftreiben (so wie ich, aus Interesse, als ich hier her gezogen war). Auch in den Bibliotheken gibt es sie nicht mehr.
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17.05.2019, 12:53
AW: Mädchenbücher in der DDR
Man bekommt die Bücher nur noch antiquarisch. Die Anne -Reihe wurde vor ein paar Jahren als Sammelband neu aufgelegt
Es geht mir hier aber nicht um Berte Bratt sondern um die Frage, ob diese typischen Mädchenbücher auch in der DDR vertrieben wurden. Das Frauenbild passt ja überhaupt nicht in die Ideologie.
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17.05.2019, 13:00
AW: Mädchenbücher in der DDR
Ich kann mich an derartige Bücher nicht erinnern, vermute aber, dass das nicht daran gelegen haben muss, dass es sie nicht gab, sondern dass ich mich nicht dafür interessiert habe, ich hatte nicht so typische Mädcheninteressen.
Ich bin jetzt selbst gespannt, ob und was es da speziell für Mädchen gegeben hat.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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17.05.2019, 13:49
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17.05.2019, 16:42
AW: Mädchenbücher in der DDR
gib mal bei google e...y in die suche "neues leben" ein, das war in der ddr ein verlag der hat jugendliteratur verlegt.... und ich fand im nachhinein die bücher im gegensatz zu heute mit alltagskompatibleren themen besetzt, natürlich der zeit entsprechend. die bücher haben wahrscheinlich mehr mädchen gelesen. direkte "mädchenliteratur" gab s nicht, nicht das ich mich erinnere. hanni und nanni, nesthäckchen etc. die gabs höchstens unter der hand, in der ddr wurde sowas nicht verlegt
ab und an hat sich auch mal ein "schneider-buch" in meinen bücherschrank verirrt, aber soooo wahnsinnig anders zum lesen fand ich das jetzt auch nicht - auch da gings um schule, alltag, erste liebe.
nein, ich glaube nicht, das jugendliteratur, welche es im "westen" gab in der ddr verlegt wurde. höchstens so klassenkampfsachen, wie günter wallraff "ganz unten", sozialkritische krimireihen von sjöwall/wallhöö, oder svedelid.
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17.05.2019, 16:54
AW: Mädchenbücher in der DDR
An typische Mädchenlitaeratur kann ich mich aus meiner Kindheit in der DDR nicht erinnern. Aber ich hatte von Oma "Professors Zwillinge" bekommen, war noch von anno 1900, altdeutsche Schrift. 5 Bände. Das hab ich geliebt. Ansonsten hab ich die Bücher, die wir für die Schule lesen mussten, gar nicht mal ungern gelesen. Hanni und Nanni, Nesthäckchen... sowas gabs bei uns leider nicht. Aber das "Doppelte Lottchen" oder "Drei Männer in der Wildnis" (auch noch vom Opa). "Florentiner 74" (oder 72?) fällt mir noch ein, bei der Tante entdeckt. Also ich hab irgendwie auch viel "Erwachsenenliteratur" gelesen.
Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?



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(SCNR)

