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    Extreme Einsamkeit mit 25, Verlorensein

    Liebe Community,

    normalerweise bin ich kein Social Media Typ, poste nie was und teile mich der Welt selten mit.

    Nun aber halte ich es kaum aus und brauche eure Meinung. Ich bin weiblich, 25 Jahre alt und leide unter meiner extremen Einsamkeit. Schon seit der Kindheit habe ich mich nicht geliebt gefühlt, mein Vater war Alkoholiker und hatte selber psychische Probleme, meine Eltern haben sich regelmäßig gestritten.

    Daraus haben sich gewisse Verhaltensweisen und Charakterzüge eingeprägt, die ich bis heute aufweise. Ich wollte zB als Kind meine Ruhe haben, Sicherheit war mir sehr wichtig. Und so ziehe ich mich auch heute sehr stark zurück. Ich schaffe es kaum, auf andere zuzugehen, weil ich kein Selbstwertgefühl habe und Angst vor Zurückweisung habe. Manchmal denke ich, ich weiß nicht, wie ich "Mensch" sein kann, ich fühle mich wie ein Alien unter Menschen.

    Letztes Jahr habe ich einen sehr besonderen Menschen kennengelernt, von dem ich dachte, dass er mich so akzeptiert wie ich bin. Wir haben uns ineinander verliebt, aber berufsbedingt bin ich weggezogen (zum Masterstudium). Wir waren zu dem Zeitpunkt erst paar Wochen zusammen und er meinte, das mit der Fernbeziehung wäre kein Problem für ihn. Klar gab es aufgrund meiner psychichschen "Vorgeschichte" einige Schwierigkeiten, doch ich fühlte mich dennoch akzeptiert von ihm. Er war meine einzige Stütze im Leben, gab mir die Sicherheit, die mir aus meinem Elternhaus so fehlte. Vor einem Monat war ich zuletzt bei ihm, es war eigentlich recht schön, bis auf paar Bemerkungen, die mich getroffen haben. Beispielsweise ich wäre unordentlich, ich würde mein Leben nicht auf die Reihe kriegen, weil ich zB ne Tasse falsch hingestellt habe. Ich habe diese Bemerkungen ignoriert, da ich die Harmonie wahren wollte. zu Hause jedoch habe ich nach ein paar Tagen festgestellt, wie tief verletzt ich bin. Ich habe Angst, mein Leben nie in den Griff zu bekommen und er hat durch viele kleine Bemerkungen das Gefühl, nicht gut genug zu sein, in mir bestärkt. Ich bekam es mit der Angst zu tun und vielleicht war ich auch wütend, sodass ich ihm schrieb, ob der Kontakt noch einen Sinn hat. Das war dumm und provokant, aber ich hatte so ein Gefühl von "falsch" sein und dass ich ihm nicht ausreiche. Ich wollte nur bezwecken, dass er Klartext mit mir redet. Seither ist alles anders. Er ignoriert mich komplett, obwohl ich mich entschuldigt und ihn angebettelt habe, mit ihm zu reden. Ich kann nicht glauben, dass ich ihm egal bin nach all den schönen Erlebnissen in dem letzten Jahr. Denn das war wirklich das schönste, was ich je erlebt habe.

    Das tut mir extrem weh, ich habe weder eine Partnerschaft noch einen Rückhalt aus der Familie. Ich habe eine relativ kleine Familie und leider ist jeder mit jedem zerstritten bzw Einzelkämpfer für sich, was mir sehr weh tut. Mein Vater ist nie eine Vaterfigur gewesen. Er ist trocken, aber er kommt selber mit sich nicht klar und hat mir nie Hilfen fürs Leben auf den Weg gegeben. Ich beneide jeden Menschen, der einen Vater hat, welcher ihm eine Stütze ist.

    Meine Mutter ist ein guter Mensch, eckt mit ihrer impulsiven Art aber in der Familie an und heult sich bei mir aus. So richtig eine Hilfe ist sie mir auch nicht. Meine Eltern sind bis heute zusammen, allerdings ist das eine Zweckehe, beide leben nebeneinander her und waren auch nie liebevoll miteinander. Daher denke ich, dass ich einfach von "Haus aus" Beziehungsgestört bin, zumal meine 2 Jahre jüngere Schwester ebenfalls keine Beziehung auf die Reihe bekommt.

    Ich suche keine "Dauerstütze" im Leben, aber ich habe das Gefühl, niemand ist für ich da, wenn es mir schlecht geht. Ich habe keinen Rückhalt aus Familie, keinen Partner, ich fühle mich so verdammt verloren und einsam auf dieser Welt und in diesem Leben.

    Beim Psychiater habe ich schon einen Termin ausgemacht, den ich in ein paar Monaten haben werde.

    Mein Leben besteht aus meinem Studium, für das ich in eine fremde Stadt gezogen bin. Ich hatte immer den Drang, aus meiner Heimatstadt auszubrechen, was neues zu schaffen. Die ist mir im Bachelor gelungen, ich hatte eine super Zeit. Doch nun ist alles anders.

    Ich gehe zu den Vorlesungen, bin alleine, habe das Gefühl, dass alle schon ihr Leben aufgebaut haben, Freunde/Familie/Beziehung haben und ich will mich nicht als "Sonderling" outen, also meide ich den Kontakt, um nicht noch weiter verletzt zu werden.

    Also gehe ich alleine zu den Vorlesungen, lerne alleine, gehe einkaufen, mache mir essen, gehe schlafen. Das ist einfach so unfassbar schmerzvoll. Ich weiß nicht was ich ändern kann, wie ich anders sein kann. Ich sehen mich so sehr nach Liebe, nach Geborgenheit und habe panische Angst davor, für immer alleine zu bleiben. Diese Angst führt zu dummen (Re)Aktionen.

    Ich weiß nicht ob das jemand nachvollziehen kann, oder ob ich so ziemlich alleine bin mit diesem EInsamkeitsgefühl. Ich möchte mich aufraffen, zB raus gehen aber beim Spaziergang muss ich weinen, weil ich weiß dass ich die schönen Momente nicht mit jemanden teilen kann oder ich sehe glückliche Pärchen/Familien und frage mich, warum dies mir verwehrt ist und ob ich jemals glücklich werde. Ich will nicht alle beschuldigen und mich aus der Verantwortung ziehen, ich weiß nur nicht was so falsch ist an mir und was ich verbessern kann.

    Danke fürs Lesen.

  2. Avatar von Cheerful
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    05.09.2013
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    1.700

    AW: Extreme Einsamkeit mit 25, Verlorensein

    Liebe WeisserSand,

    fuehl dich erst mal gedrueckt.

    Und dann, ein, du bist nicht alleine mit diesem Gefuehl. Nicht in deinem Alter, und nicht grumdsaetzlich.

    Jeder Mensch, egal ob verpartnert oder nicht, zusammen lebend oder nicht, und 20 oder 60 Jahre alt (und alles frueher oder spaeter und dazwischen) fuehlt sich irgendwann irgendwie allein. Jedes Leben, egal was man tut oder nicht tut, ist irgendwann besch****. Die superhuebschen, die wahnsinnig beliebten, die von denen du glaubst es gelingt ihnen alles, die heulen sich auch abends ins Kissen.

    Du bist nicht allein, und ich moechte dir Mut machen auf deine Kommilitonen zuzugehen: ganz sicher freuen sich viele ueber die Kontaktaufnahme.

    Und dann, du bist im Masterstudium: hat deine Uni eine psychologische Beratung? Melde dich da, die koennen zuhoeren und dir weiterhelfen.

    Alles Liebe!
    No one ever made a difference by being like everybody else. (P.T. Barnum / Greatest Showman)

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