Hallo Ihr,
Ich dache früher immer, dass ich gar nicht sooo schlecht verdiene!
Ich habe inzwischen so in etwa das genannte Durchschnittsgehalt und für mich allein war das super!
Nach der Familiengründung wurde mein Mann irgendwann arbeitsunfähig und ich war plötzlich Alleinverdienerin. Da fand ich mein Gehalt gar nicht mehr so toll.
Inzwischen bin ich alleinerziehend und denke weniger idealistisch.
Meine Berufswahl würde mit meiner heutigen Erfahrung wahrscheinlich anders ausfallen: Ich würde schauen, dass der erlernte Beruf die Möglichkeit hergibt, eine Familie zu ernähren - und zwar nicht unbedingt an der Armutsgrenze entlangschrappend.
Mit meinem Durchnittsgehalt - war und ist das auch jetzt mit Kindesunterhalt - knapp. Im Moment arbeite ich gezwungernermaßen Teilzeit.
Leider lässt sich bei mir mit weiteren Qualifikationen(ich habe mehrjährige fachspezifische Weiterbildungen in meinem Ausbildungsberuf) gehaltstechnisch nicht mehr viel reißen.Ich bin im öffentlichen Dienst und in meinem Bereich schon an der Obergrenze angelangt.
Das ist auch ein Punkt, den ich ich heute bei der Berufswahl beachten würde! Die Perspektiven! Und mal ganz davon abgesehen würde ich heute auch genau überlegen, wie familien(un)freundlich ein Job ist. Besonders fatal ist die Kombination familienunfreundliche Arbeitszeiten + (relativ)niedriges Gehalt!
Ich habe einen krisensicheren Job. Das macht vieles wieder wett und das war neben meiner Neigung auch ein Aspekt, der mir schon in jungen Jahren wichtig war! Zum Glück!
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23.07.2017, 21:58Inaktiver User
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
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23.07.2017, 22:01
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
Darum finde ich den Durchschnittslohn so schwierig...er sagt erstmal nicht viel über den Lebensstandard aus. Und sich " ab und an was gönnen können" ausser dem, was man notwendig braucht, trägt viel dazu bei, sich gut bezahlt zu führen...
Ich liste mal auf:
Gehalt Gatterich inkl. 13. Monatsgehalt: 3.300
Gehalt ich inkl. 13. Monatsgehalt:
2500
Kindergeld und Einnahmen aus Rinderhaltung: 600
Wir wohnen im eigenen Haus, monatlicher Abtrag: 450
Ein vergleichbares Haus, Baujahr und Zustand sowie Grundstück würde heute 150.000 kosten.
Für hiesige Verhältnisse verdienen wir sehr gut, in anderen Gegenden Deutschlands wäre ein Haus mit vergleichbarer Größe gar nicht finanzierbar gewesen....
Unsere Gegend hat auch Nachteile: keine Öffis, Fachärzte sind dünn gesäht, da muss man schon mal nach Oldenburg oder Leer, was einen Tag Urlaub für einen Arztbesuch bedeutet, für einen ausgedehnten Shoppingbummel auch, für Schüler ist spätestens ab der Oberstufe ein fahrbarer Untersatz nötig und wer studieren will muss ausziehen. Für etliche Ausbildungen auch. Tochter 2 arbeitet 10 km entfernt und wohnte im ersten Jahr im Wohnheim, weil sie zum Frühdienst nicht hin und nach der Spätschicht nicht weg kam- sie war 17 und durfte nur begleitet fahren.
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23.07.2017, 22:31Inaktiver User
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24.07.2017, 06:22
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
die können das schon, es stellt sich halt immer die Frage was, "das" ist, also was sie ausdrücken wollen oder sollen, also wie der politische Wille gerade im Land ist.
Ich kann mich aus meiner Zeit als Steuergehilfin erinnern (also "frühes" letztes Jahrhundert), da mussten wir für die immer Zettel ausfüllen u.a. mit Lohnangaben (für die Mandanten, deren Lohnabrechnungen wir machten, also unterschiedliche Branchen). Mir fiel auf, dass da nur nach männlichen Gehältern gefragt wurde. Das ist heute sicher nicht mehr so. Aber es wird wohl ähnlich sein wie mit der Arbeitslosenstatistik, da sind die ganzen Hartzler und suchenden Hausfrauen usw. ja auch nicht drin.
Wenn wir bedenken, was wir für ein Billiglohnheer haben, dann müssen auf der anderen Seite aber schon sehr Viele fette Gehälter haben, oder es ist diese Managerkaste, die den Schnitt so nach oben treibt.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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24.07.2017, 09:14
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
Das sind nur die offensichtlichsten Nachteile. Dazu kommt, dass es viele Angebote auf dem Land überhaupt nicht gibt. Ich war noch nicht in Leer, aber es ist nicht dafür bekannt, dass dort der Bär steppt. Auf dem Land fehlt einfach die Vielfalt dar Angebote, die ein Großstadt bieten kann.
Und dass Formate wie 'Bauer sucht Frau' genau so heißen und nicht 'Großstädter sucht Frau' liegt auf der Hand.
Ob es einen glücklich macht, abgeschieden auf dem Land zu wohnen, aber mit seinem Gehalt gut zurecht zu kommen oder ob man lieber städtisch sparsam lebt, ist wohl Typsache. Eins ist jedenfalls klar, mit dem Traummann an der Seite ist vieles möglich, aber ganz allein wird es in der Pampa schon ziemlich trist.
Vieles ist sowieso von den Interessen abhängig. Der begeisterte Bergsteiger wird an der Küste nicht glücklich und ein Wassersportler mag das Mittelgebirge jetzt nicht so. Ich brauche immer eine Eishalle mit vernünftigen Öffnungszeiten. Gibt es auf dem Land eher selten.
Wenige stellt es zufrieden, seine Leidenschaft nur im Urlaub auszuleben.
Ich verzichte da lieber auf Öffis und Fachärzte.
Für die Jugend ist das noch deutlich schwieriger. Sage ich mal als jemand, der im Vorort aufgewachsen ist. Wenn der letzte Bus weg ist, man aber noch 15 km vor sich hat, ist das auch nicht ideal.
Wer eine Familie plant, sollte auch daran denken. Denn wer muss später den Nachwuchs überall hinkarren?
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31.07.2017, 17:14Inaktiver User
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
Hier ist ein aktueller Artikel im Spiegel (allerdings mit Zahlen aus April 2014)
Durchschnittslohn (Brutto, ohne 13. Monatseinkommen oder ähnliches): 3441 Euro
Medianlohn (Brutto wie oben, 50% verdienen mehr, 50% verdienen weniger): 2990 Euro
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31.07.2017, 17:22Inaktiver User
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
danke!

warum nur bekomme ich nicht das, was ich verdiene?
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31.07.2017, 17:29
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
Naja, es kommt halt darauf an, was man so an Abwechslung braucht.
Es gibt natürlich nicht wie bspw. in HH zig Kinos, verschiedene Theater, wöchentlich große Konzerte etc., aber ansonsten hat auch eine Kleinstadt wie Leer eine Menge zu bieten. Es gibt ein Kino, im Oktober ist Gallimarkt (Kirmes), es gibt das Stadtfest, Weinfest, Streetfood-Festival, Kneipennacht (sehr beliebt), ein Theater (meine Eltern haben ein Abo und gehen 1 x im Monat dort hin), kleinere Konzerte, Kleinkunstfestival, Miniaturland (nicht so groß wie in HH, aber auch sehr schön).
Als wir noch dort in der Umgebung wohnten, haben wir eigentlich jedes Wochenende was unternommen. Und wenn in Leer nichts los war, sind wir eben nach Aurich oder Oldenburg gefahren.
Mit einer Eishalle kann Ostfriesland zwar nicht dienen, dafür hat die örtliche Feuerwehr im Winter, wenn es kalt genug war, Kuhweiden geflutet und man konnte dann dort Schlittschuh fahren. Auch der Kanal war manchmal freigegeben und die Kinder haben Eishockey gespielt. Dafür gibt es ein paar nette Golfplätze
LG Blueberry82
mit Mini-Blue seit dem 27.05.2020










Die Welt besteht aus Optimisten und Pessimisten - letztlich liegen beide falsch, aber der Optimist lebt glücklicher
Wer etwas will, was er noch nie hatte, muss tun, was er noch nie getan hat.
Die reinste Form des Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu belassen und zu hoffen, dass sich etwas ändert (Albert Einstein)
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31.07.2017, 18:01
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
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31.07.2017, 18:06Inaktiver User
AW: Gehaltsdiskussion - vermeintlich unterbezahlte Berufe
Hallo,
"Allerdings sind ausschließlich Vollzeit-Arbeitnehmer berücksichtigt, was die Werte tendenziell etwas höher erscheinen lässt, als sie im Schnitt aller Arbeitnehmer tatsächlich sind - denn dazu gehören auch Teilzeit-Beschäftigte und hier vor allem die Minijobber. Andererseits sind auch keinerlei Sonderzahlungen enthalten, wie etwa das 13. Gehalt oder das Urlaubsgeld."
Quelle: Spiegel



Ich bin im öffentlichen Dienst und in meinem Bereich schon an der Obergrenze angelangt.
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