Ob dir das sinnvoll erscheint oder nicht...ich kenne niemanden, der sich dagegen entscheiden würde, wenn auch nur der Hauch einer Chance bestünde, das Leben des eigenen Kindes zu retten.
Ja, die Leber wächst aber auch nach.
Eben. Ich wäre auch sehr vorsichtig, das aus einer theoretischen Situation heraus beurteilen zu wollen...
Antworten
Ergebnis 101 bis 110 von 658
-
06.04.2017, 14:25Inaktiver User
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
-
07.04.2017, 00:17Inaktiver User
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
Ich habe den Thread hier nur überflogen, er geht mir viel zu nahe als dass ich ihn intensiv auf mich einwirken lassen wollte. Mein Kind wird in allernächster Zeit eine Stammzelltransplantation bekommen. Von dem Standpunkt aus ist es mir unverständlich dass man sich gegen Organ- oder Knochenmarkspende entscheiden könnte, aber ich bin sicherlich nicht in der Position in der ich objektiv dazu schreiben könnte oder auch nur objektiv überlegen könnte.
Ich möchte eigentlich auch niemanden verurteilen, der sich dagegen entscheidet. Aber ich glaube es ist so einfach sich dagegen zu entscheiden, wenn man nicht in der Situation ist, in der sich die Frage konkret stellt, und die meisten Menschen werden ja GsD auch nie in diese Situation kommen. Und leider hat man sich eben meist zu entscheiden wenn man nicht in der Situation ist. Wäre das andersrum, würde manche Entscheidung sicher auch anders ausfallen.
Die Behauptungen man würde nie und nimmer ein Organ annehmen, weil man selbst kein Spender ist, kann ich so nicht glauben. Wenn man dann in der Situation ist, dass man sterbenskrank ist, wenn man kleine Kinder hat, eine Familie hat die einen braucht, würde man dann wirklich ein Spenderorgan ablehnen? Aus purer Ueberzeugung?, das kann ich so niemandem abnehmen. Und die Behauptung, für mein Kind würde ich ein Spenderorgan annehmen, für mich aber nicht, finde ich etwas egoistisch. Wenn es um mein Kind geht, wäre ich froh wenn jemand "in Unwürde sterben würde" und mein Kind retten würde, ich allerdings bin dazu nicht bereit für ein potentielles anderes bedürftiges Kind, weil meine Ueberzeugungen da anders sind.
Es geht um Menschenleben. Wie kann man da argumentieren, dass man in Würde sterben möchte, man ist doch hirntot, und bekommt von der Würde nichts mehr mit, ein anderer Mensch ist allerdings nicht hirntot und kann weiterleben, ein andere Familie nicht zerbrechen.
Ersteres ist meine grosse Angst, denn möglicherweise tauschen wir nur Pest gegen Cholera.
Mit meiner Aufgabe/Verantwortung als Mama habe ich mich sehr schwer getan, die Frage ob mein 6jähriger ausreichend seinen Verdruss und seine Müdigkeit mit dem Leben erkennen und ausdrücken kann, als dass ich die Konsequenzen akzeptieren und respektieren müsste und als Mama für ihn dafür die Konsequenzen ziehen muss, habe ich bis zum Schluss nicht für mich lösen können. Und bin froh dass sie mir abgenommen wurde.
Und auch mit dem Risiko für den Spender habe ich mich durchaus schwer getan, auch wenn es bei uns keine physischen Risiken für den Spender bedingt, aber ich kann mir nicht vorstellen dass der 11jährige Spenderbruder gut damit klar käme, wenn es schief gehen würde, und seine Zellen seinen Bruder nicht retten könnten. Es ist sicherlich immer auch ein Risiko für den Spender, und sei es nur ein psychologisches, dennoch steht ein Menschenleben noch über eventuellen Beeinträchtigungen die für den Spender entstehen könnten. Aber hier ist es eben auch anders ob man für jemanden spendet, den man kennt und liebt, oder für jemand Fremden.
Nein, die optimale Lösung ist es sicher nicht, es ist ja bei Weitem kein Spaziergang und die möglichen Folgeschäden nicht zu unterschätzen. Aber Forschung braucht Zeit und die haben viele Erkrankte eben nicht
-
07.04.2017, 06:07
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
Genau das ist meines Erachtens die Frage (Hervorhebung von mir), die noch längst nicht abschließend geklärt ist. Warum ist in der Schweiz eine Vollnarkose bei der Organentnahme vorgeschrieben?
Warum geben in Deutschland - wo diese Vorschrift nicht existiert - dennoch viele Anästhesisten eine Vollnarkose mit der Begründung, man könne ja nicht hundertprozentig ausschließen, ob nicht doch noch ein wie auch immer geartetes Schmerzempfinden vorhanden ist?
Sind diese Ärzte auch alle esoterisch verblendet und Opfer "diffuser Ängste", wie man es den Kritikern der Organspende häufig vorwirft, oder sind ihre Zweifel vielleicht doch wissenschaftlich fundiert oder gar auf persönliche Erfahrungen gegründet?
Was ist mit den Spendern, die nicht das Glück haben, eine Vollnarkose zu bekommen?
Solange man nicht absolut sicher ausschließen kann, dass die Spender von ihrer Explantation nichts mehr mitbekommen und solange eine Vollnarkose zur Entnahme nicht zwingend vorgeschrieben ist, werde ich niemals Organe spenden, niemals bei einem meiner Angehörigen einer Organentnahme zustimmen und auch niemals ein Organ annehmen.
Und es ist für mich absolut bedeutungslos, ob andere mir das glauben oder nicht.
-
07.04.2017, 06:41
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
Es geht jeder Mensch von seiner Situation aus. Meine ist: Ich bin eine grundsätzlich gesunde Erwachsene, mit grundsätzlich gut funktionierenden Organen. Es liegt in meiner Hand, diese durch eine vernünftige Lebensführung zu pflegen, und das tue ich nach bestem Wissen und Gewissen. und das muss reichen.
Ich finde nur schon die Idee, ein Organ eines fremden Menschen in mir zu tragen, abstossend.[ editiert ]
Kinder habe ich nicht, und ich habe nie die Entscheidung bereut, diese Last nicht auf mich zu nehmen.
Es geht um Menschenleben, und auch um das Leben des Spenders.Es geht um Menschenleben. Wie kann man da argumentieren, dass man in Würde sterben möchte, man ist doch hirntot, und bekommt von der Würde nichts mehr mit, ein anderer Mensch ist allerdings nicht hirntot und kann weiterleben, ein andere Familie nicht zerbrechen.
Ich hab eben so meine Zweifel, ob der Spender auch tatsächlich nichts mitkriegt.
Und wenn ich der Menschheit was Gutes tun kann, dann zu Lebzeiten. Da hab ich mehr als genug Zeit und Gelegenheit und habe vor, dies auch auszuschöpfen.
Mein Tod, und ja da bin ich egoistisch, gehört mir und niemandem sonst.
gruss, barbaraGeändert von R-osa (08.04.2017 um 07:40 Uhr) Grund: Unangebrachter Vergleich
-
07.04.2017, 07:30Inaktiver User
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
Geändert von R-osa (08.04.2017 um 07:41 Uhr) Grund: Zitat angepasst
-
07.04.2017, 07:32Inaktiver User
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
Lilou, ich wünsche euch viel Glück
-
07.04.2017, 07:49
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
Genau diese Arroganz und Überheblichkeit stört mich. Kritiker des Hirntodkonzeptes werden als Esoteriker hingestellt, die man demzufolge natürlich nicht ernst nehmen muss. Zu deiner Information: es gibt zahlreiche Intensivmediziner, Neurologen und natürlich auch Ärzte anderer Fachrichtungen, die starke Zweifel an der Hirntoddefinition haben, wonach das Leben bei der Spende vorbei sein soll.
Selbst die Ethikkommission in Harvard, die Ende der sechziger Jahre den Hirntod als Tod des Menschen definiert hatte, ist mittlerweile zurückgerudert und räumt ein, dass die Entnahme von Organen bei Hirntoten eigentlich eine vorsätzliche Tötung darstellt - die sie allerdings im Interesse des Empfängers als ethisch vertretbar ansieht (hier wird dann vom "justified killing" gesprochen). Informationen hierzu sind leicht über Google zu beschaffen.
Diese Informationen sollte man berücksichtigen, bevor man Menschen mit anderen Ansichten als Esoteriker diffamiert.
-
07.04.2017, 08:05Inaktiver User
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
Bae, genau diese Sichtweise kann ich als betroffenen Mutter überhaupt nicht verstehen und akzeptieren (diese Diskussion hatten wir schon mal im Impfstrang). Vielleicht wäre dem anders wenn ich nicht betroffene Mutter wäre, es nicht um das Leben meines Kindes gehen würde und ich nicht mit dem Herzen drin hängen würde und mich auch nur auf meine eigene bornierte Welt beschränken könnte. Aber mein Kind lebt seit Jahren weil andere Menschen Plasma spenden, sein Leben und seine Lebensqualität entscheiden sich nun durch eine Stammzellspende. Es gibt nicht nur mich und meine Familie auf dieser Welt.
Der Mensch ist nur ein kleiner Teil eines grossen sozialen Gefüges, der Mensch kann alleine nicht existieren und das grosse soziale Gefüge kann nur funktionnieren wenn es ein soziales Miteinander gibt und einer dem anderen hilft. Zu dem sozialen Miteinander gehören soziale Regeln und Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen.Geändert von R-osa (08.04.2017 um 07:43 Uhr) Grund: Zitat angepasst
-
07.04.2017, 08:12Inaktiver User
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
[ editiert ]
Geändert von R-osa (08.04.2017 um 07:44 Uhr) Grund: Antwort auf gelöschten Beitrag
-
07.04.2017, 08:23Inaktiver User
AW: Organspende! Was spricht dafür und was dagegen.
[ editiert ]
Geändert von R-osa (08.04.2017 um 07:45 Uhr) Grund: Antwort auf gelöschten Beitrag



Zitieren
