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  1. Inaktiver User

    Sterbehilfe für Jugendliche

    Im November letzten Jahres gab es hier einen Strang "Sterbehilfe im Bundestag".
    Jetzt wurde erstmals in Belgien einem fast 18-jährigem Jugendlichen der Wille nach Sterbehilfe gewährt.

    Ich denke, dass es richtig ist, einem todkranken, nicht mehr lebenswilligen jungen Menschen (auch wenn dieser noch nicht volljährig ist) diesem Willen gerecht zu werden.

    Kritiker sagen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, dem unheilbar Kranken die letzte Lebenszeit lebenswert zu gestalten. Sie zählen dann SAPV, Hospize, Palliativmedizin, Schmerztherapie, palliative Sedierung usw. auf. Dies alles gibt es natürlich auch für Kinder und Jugendliche. Aber absolut nicht in der Anzahl wie es benötigt wird. Auch das sagen die Kritiker, dass hier noch viel mehr getan werden muss, dass uns England z. B. weit voraus ist.
    Nur diese Erkenntnis nutzt im konkreten Fall niemanden etwas.
    Die Inanspruchnahme dieser nur derzeit nur punktuell vorhandenen Möglichkeiten, setzt aber zwingend voraus, dass der Sterbende diese Möglichkeiten auch nutzen will.

    Dem sterbenden Jugendlichen in Belgien wurden sicherlich auch diese Möglichkeiten angeboten, vielleicht hat er sie auch zeitweise genutzt...?

    Ich weiß nicht, wie es ist, wenn mann selbst eine lebensverkürzende Krankheit mit extremen Schmerzen, Atemnot etc. hat.
    Ich weiß nur, wie es sich als Mutter anfühlt, wenn das eigene Kind sterbend (im Kindergartenalter - noch im Hier und Jetzt lebend) sagt, dass "es aufhören soll" oder "geh, weg, ich bin Nix mehr". (Für ein Kind in diesem Alter, ohne Möglichkeit der eigenen Reflektion, schließe ich Sterbehilfe aus.)

    Wie elend muss aber einem jungen Menschen sein, wenn er nicht mehr im Hier und Jetzt lebt, sondern sich mit der Krankheitsprognose auseinander gesetzt hat, mit Eltern, Freunden, Ärzten, Therapeuten, Gutachtern diskutiert hat und eben für sich den Willen nach selbstbestimmtem Sterben bildet - und es ihm dann verwehrt wird.

    Wie denkt Ihr darüber?

    PS: Ich stelle hier auf keinen Fall SAPV, Palliativversorgung, Schmerztherapie, Hospize, palliative Seiderung in Frage. Diese medizinischen, politischen, gesellschaftlichen Errungenschaften sind ein Segen...

    Ich grüße Euch, Pumpernickel

  2. User Info Menu

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Ich hab dieser Tag einen Bericht gesehen, in dem ein sehr engagierter Palliativmediziner erklärte, wieviel Geld Pharmaindustrie und & Co. ( die ganze Medizinmaschinerie) an Todkranken verdienen. Da werden nicht einmal Patientenverfügungen berücksichtigt.
    Obwohl nicht betroffen (bisher, wer weiß, was noch kommt) bin ich sehr für selbstbestimmtes Sterben, auch bei Jugendlichen, natürlich unter strenger Aufsicht und strengen Bedingungen. Nicht, dass es nachher sparsamer ist, sozialverträglich frühzeitig das Zeitliche zu segnen.
    Ich sehe das sehr pragmatisch. Was ich meinem Haustier nicht antun würde, sollen Menschen bis zum bitteren Ende durchleiden ? Ich finde nicht.

  3. Inaktiver User

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    @chincat:

    Sehe ich genau so.
    Zumal nicht Betroffene immer gut reden können, was angeblich noch lebenswert sei oder nicht.

  4. Inaktiver User

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Ich glaube nicht, daß es ein Unterschied im Leiden ist, ob man Jugendlicher oder Erwachsener oder alter Mensch ist. Ein junger Mensch mit der gleichen Krankheit wie ein Erwachsenerdürfte vermutlich sehr reflektiert gegenüber der eigenen Situation sein, wenn er den Wunsch nach Sterbehilft äußert und das erforderliche Prüfungsverfahren "besteht". Ich sehe keinen Grund, diesen Wunsch dann nicht genauso ernst zu nehmen wir von einem volljährigen Menschen.

    Unabhängig davon, daß die gesetzliche Regelung in Belgien anders als die in Deutschland ist.

  5. Inaktiver User

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Hallo,

    ich habe es bei meinem Vater gesehen, wie sehr er leiden musste. Mein Vater war ein großer stattlicher Mann, mit viel Temperament und Lebenswillen, dann nur noch ein Gerippe mit Haut. Er hat, weil man ihm nicht helfen wollte, Nahrung und Wasser einfach verweigert und ist "so" schneller gestorben. Ein starker Schritt.
    Mein Onkel ist letztes Jahr ebenfalls an Lungenkrebs elendig gestorben. Er ist bei vollem Bewusstsein ertrunken. Obwohl die Patientenverfügung vorlag hat der Arzt sich geweigert.
    Meine Nachbarn, beide den 2Weltkrieg erlebt, werden in die Schweiz fahren. Meine Mutter auch.

    Ich befürworte die Sterbehilfe. Es ist unsere Pflicht, unsere Lieben zu Umsorgen und vor Unheil und Leid zu bewahren, auch im Abschied.

  6. Inaktiver User

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Ich bin dafür, dass Menschen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt aus dem Leben zu gehen. Meine Präferenz geht zum assistierten Suizid - d. h. der Patient erhält ärztliche Unterstützung, aber er muss es selbst tun.
    Die Grenze ist für mich da, wo andere über den Tod eines Menschen entscheiden. Und das ist der Fall bei Kindern, Dementen und geistig Behinderten.

  7. gesperrt

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    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Zitat Zitat von chincat Beitrag anzeigen
    Ich hab dieser Tag einen Bericht gesehen, in dem ein sehr engagierter Palliativmediziner erklärte, wieviel Geld Pharmaindustrie und & Co. ( die ganze Medizinmaschinerie) an Todkranken verdienen. Da werden nicht einmal Patientenverfügungen berücksichtigt.
    Obwohl nicht betroffen (bisher, wer weiß, was noch kommt) bin ich sehr für selbstbestimmtes Sterben, auch bei Jugendlichen, natürlich unter strenger Aufsicht und strengen Bedingungen. Nicht, dass es nachher sparsamer ist, sozialverträglich frühzeitig das Zeitliche zu segnen.
    Ich sehe das sehr pragmatisch. Was ich meinem Haustier nicht antun würde, sollen Menschen bis zum bitteren Ende durchleiden ? Ich finde nicht.
    Diesen Bericht habe ich auch gesehen.

    Interessant fand ich auch, Dr. Matthias Thöns aus Witten, der ein sehr interessantes Buch zu diesem Thema veröffentlicht hat und darin anschaulich erklärte, das 80 % aller sterbenden friedlich und ganz ohne schmerzen sterben würden, wenn man sie lässt.

    Wird z.B. die Flüssigkeitsaufnahme verweigert, versagt die Niere relativ schnell, die gibt aber, während sie ihren Dienst einstellt, so hab ich es verstanden, bestimmte Hormone ans Gehirn weiter und diese Hormone lassen dem Gehirn wiederum irgendwas produzieren, das wie eine Droge wirkt und der Sterbende dann eigentlich in einem wunderbaren berauschten Zustand das zeitliche segnet.

    Während aber die Medizinmaschinerie mit ihrer künstlichen Beatmung und der künstlichen Nahrungszufuhr verhindert dass der sterbende so friedlich einschlafen darf.

    Es ist ein furchtbares Geschäft.

  8. Inaktiver User

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Ich bin bisher zweimal dem Tod von der Schippe gezogen worden ... wie gesagt: gezogen worden ... nicht gesprungen! Und ich bin froh drum

    Zumindest beim ersten mal, hätte eine Verfügung wohl gegriffen. Gut, dass ich keine hatte. Obwohl ich vorher mehrfach mit dem Gedanken gespielt hatte, eine zu hinterlegen.

    Zur Zeit überlege ich, ob ich so in 15 - 20 Jahren dementprechende Schritte vornehmen werde. Aber eines weiss ich: jungen Menschen würde ich definitiv nicht zu einer solchen Verfügung raten (ich würde ihnen aber auch nicht gross reinreden, träfen sie andere Entscheidungen)

  9. Inaktiver User

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Zwischen Patientenverfügung und aktiver Sterbehilfe (hier bei Jugendlichen) ist der Unterschied, dass aktive Sterbehilfe bei vollem Bewusstsein, an einem Tag X vom Patienten aktiv und bewusst in Anspruch genommen wird/verlangt wird. Dem voran stehen der Krankheitsverlauf, die Prognose, die entsprechenden Gedanken, Gespräche etc.

    Eine Patientenverfügung schreibt man für den Fall, wenn man selbst nicht mehr kommunizieren kann, wenn man Glück hat bei voller Gesundheit und man braucht sie nie.

  10. Inaktiver User

    AW: Sterbehilfe für Jugendliche

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    aktive Sterbehilfe bei vollem Bewusstsein
    Ich zweifele da das volle Bewusstsein ziemlich an ... ich glaube eher, dass das Bewusstsein (bewusst SEIN) im Zustand des lieber sterben zu wollen, ziemlich getrübt ist, man sprichwörtlich lebensmüde geworden ist

    Ich würde da niemandem reinreden ... aber für mich selber bevorzuge ich inzwischen doch lieber, das es einem nicht zu einfach gemacht wird oder würde

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