Monica Lierhaus sagt, dass sie ihre lebensrettende Hirnoperation bereue.
Hm, mich interessiert generell eure Entscheidung wenn ihr wählen müsstet...Leben retten und womöglich schwerstbehindert oder lieber tot.
Ich hab ja Respekt vor Menschen,die wie Lierhaus so eine riskante OP gewagt haben und sich vorher vll. nicht wirklich vorstellen konnten WAS sie da erleben werden/müssen, wenn Ärzte um das Leben kämpfen.
Ich glaube ich wär da doch lieber nicht mehr da statt für den Rest meines Lebens derart behindert zu sein, ich wollte im Ernstfall auch nicht um "jeden Preis" gerettet werden nach einem Unfall z.B.....kann man überhaupt die "richtige Entscheidung" treffen?
Ich habe die letzte Zeit sehr oft zu hören bekommen,dass Menschen hinterher sowas sagen wie Lierhaus.
Habt ihr eigentlich so nen Ausweis dabei dazu was Ärzte sollen/dürfen wenn ihr es nicht mehr sagen könnt?
Antworten
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Thema: Monica Lierhaus
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20.07.2015, 15:42
Monica Lierhaus
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20.07.2015, 16:04
AW: Monica Lierhaus
Ganz schwieriges Thema. Leben um jeden Preis sicher nicht, aber was zumutbar ist, ist sicherlich sehr subjektiv.
Ganz so schlecht wirkt das Leben von Monica Lierhaus nach außen nicht, finde ich persönlich, ich denke, ihre Probleme sind eher psychischer Natur. Sie hat große Beeinträchtigungen erlitten, als sie in der Mitte ihres Lebens stand, vielleicht hat sie sich Familie und Kinder gewünscht, etwas, was ihr nicht mehr nach der OP erfüllt werden konnte. Und nun ist sie sogar relativ frisch von ihrem Partner verlassen worden. Das alles lässt sie verständlicherweise recht kritisch zurückblicken und so urteilen.
Andererseits hat sie ja schon verhältnismäßig früh wieder öffentlich gearbeitet, es gab ja damals Kritik an diesem extrem hohen Honorar für ihre Beiträge zu "Ein Platz an der Sonne". Sie ist doch soweit geistig nicht beeinträchtigt, andere Menschen haben weniger "Glück". Ich selbst kann nicht sagen, aber auch nicht für mich ausschließen, dass ich mich mit so einem Zustand arrangieren könnte, wenn ich die Wahl zwischen so leben und tot sein hätte.
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20.07.2015, 16:05
AW: Monica Lierhaus
Nein ich habe eine Patientenverfügung und die ist bei der Bundesnotarkammer in Berlin (gegen Gebühr) hinterlegt. Jedes Krankenhaus muss dort nachfragen, ob eine Verfügung vorliegt, bevor sie einen Eingriff machen.
Das gilt allerdings nicht für Notärzte. Die ziehen einen aus dem verbeulten Wagen und beginnen mit der Lebensrettung.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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20.07.2015, 16:07Inaktiver User
AW: Monica Lierhaus
Ich hab an anderer Stelle dazu gesagt, es war und wäre auch in Zukunft keine Entscheidung, die ich allein zu treffen hätte, und würde daher davon ausgehen, dass ich den, zugegebenermassen oft nicht sehr leichten und häufig auch sehr frustrierenden Weg, immer wieder gehen würde.
Trotzdem hat in meinen Augen auch eine öffentliche Person wie Frau Lierhaus, die von der Journalistin Christiane Link, die den Blog "Behindertenparkplatz.de" betreibt, für ihr Interview schwer kritisiert wurde, das Recht zu äussern, dass sie mit ihrem zweifellos geretteten Leben ziemlich hadert.
Wie gesagt: sie ist eine öffentliche Person und Menschen die das anstreben und erreichen, geniessen sicher auch diese Öffentlichkeit. Von vielen werden sie auch gerade dafür verehrt, geliebt, bewundert.
Monika Lierhaus ist also darüber hinaus dafür keinem Menschen etwas schuldig.
Und daher hat sie auch das Recht, ihre derzeitigen Zweifel dort zu äussern, wo sie sich mal sehr gern befand und wo sie gern gesehen wurde ... in der Öffentlichkeit.
Es ist tragisch (für SIE!) dass sie ihrem neuen Leben nicht ausreichend positives abgewinnen kann ... ja nun ... jede Jeck ist anders.
Ich wünsche ihr alles Gute ... vor allem gute Freunde, die erkennen, wie sie ihr ein wenig (oder doch besser viel) mehr Lebensfreude bereiten, zurückgeben, erklären können ...
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20.07.2015, 16:45Inaktiver User
AW: Monica Lierhaus
Ich hoffe, ich könnte auch mit einem so eingeschränkten Leben wie es Frau Lierhaus sicher lebt zufrieden sein. Beurteilen kann ich es heute nicht, mir scheint es noch ganz erträglich, aber wer weiß.
Was mir auf jeden Fall Respekt abnötigt ist, dass sie ihre Meinung dazu sagt ohne das zu beschönigen und ohne sich dem Druck zu unterwerfen, immer alles positiv sehen zu müssen und dankbar zu sein, egal wie es in einem drin ausschaut. Ich find gut dass sie sich dem verweigert und nicht die Vorzeige-Behinderte geben mag, die ihr Schicksal so tapfer annimmt.
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20.07.2015, 16:53Inaktiver User
AW: Monica Lierhaus
Ich habe eine sehr detaillierte und ausgefeilte Patientenverfügung, die ich im vorigen Herbst kurz vor meiner Hirntumor-OP nochmals angepasst habe.
Ich will nicht als Pflegefall enden. Bin da allerdings aber auch anders geprägt als die meisten, weil ich über viele Jahre in der ambulanten Pflege gearbeitet habe. Ich werde alles tun was mir möglich ist, um den Pflegefall zu verhindern.
Wobei ich vielleicht noch Pflegefall definieren sollte:
Hier geht es mir um eine Situation wo ich mir selbst nicht mehr helfen kann, immer auf die Hilfe anderer angewiesen bin. Mein Leben nicht mehr so leben kann wie ich es will aufgrund der Einschränkungen.
Besonders wichtig sind mir Situationen, wo ich meinen Willen nicht mehr äußern kann, weil ich z.B. im Koma liege. Es gibt schon Einschränkungen mit denen ich klar kommen könnte und das auch schaffen würde.
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20.07.2015, 17:02Inaktiver User
AW: Monica Lierhaus
Angesichts ihrer Aussage hab ich jetzt mal gegoogelt und herausgefunden, dass sie zu 85% gesundheitlich wiederhergestellt ist und noch Probleme hat zu gehen. Da empfinde ich die Aussage, sie bereut die OP schon hart. Aber wenn das ihre Meinung ist, dann ist das so. Ich finde es eher unappetitlich, wenn andere Behinderte meckern, sie dürfe das nicht sagen.
Ich selber habe keine Patientenverfügung, weil diese Geschichte (in Ö) doch recht unsicher ist und immer wieder aktualisiert werden muss, daher habe ich mich noch nicht dazu durchgerungen.
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20.07.2015, 17:11
AW: Monica Lierhaus
Das sehe ich auch so. Deswegen will ich auch nichts für den Pflegefall ansparen oder mich versichern. Ich will dann sowas wie den Gnadenschuss. Ich habe Pflege bei meinem Vater erlebt. Er fand es beschissen und meinte, er hätte sich besser rechtzeitig umgebracht. Und er hatte recht. Was soll das Ganze? Pflegebett, Wannenlifter, Rollstuhl und Pflegedienst? Ja wofür denn? Um unbeweglich im Bett herumzugammeln, obwohl man das überhaupt nicht leiden kann?
Ich weiß nicht, welche Einschränkungen ML vor der OP hatte. Wenn sie denn welche hatte. Ich würde so eine OP wahrscheinlich nicht machen lassen oder nur, wenn das Leben vorher schlimmer ist, als das was einen hinterher erwartet.
Ich kann sie voll und ganz verstehen. Was ich nicht verstehe ist, warum sie sich überhaupt drauf eingelassen hat? Wahrscheinlich kamen die Ärzte mit falschen Versprechungen. Die machen sie ja gern, wenn sie jemanden unter Messer kriegen wollen. "Wenn alles gut läuft, können sie schon in X Wochen wieder ..." sagen sie vorher. Hinterher sagen sie, "normalerweise dauert es X+4 Wochen und danach sind noch 8 Wochen Schonung angesagt". Und schon fällt man 12 Wochen länger aus, als gedacht. Wenn man keine Spätschäden durch Komplikationen abbekommt. Dann wars das eben. Aber der Arzt hat kassiert und reklamieren kann man diese Art "Werkvertrag" auch nicht, denn die Komplikationen wurden alle fein säuberlich aufgelistet und unterschrieben.
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20.07.2015, 17:26Inaktiver User
AW: Monica Lierhaus
Kann ja auch sein, dass sie eben mal nicht grad gut drauf war, als sie diese Äußerung tat?
Denke noch an diesen Heiratsantrag in dieser einen Show an ihren Lebensgefährten
, puh ... ich war irgendwie peinlich berührt. Was sollte der Typie denn in dieser Situation sagen, als "ja"?
Und jetzt soll ja auch das alles Geschichte sein. Er ist ja wohl nicht mehr an ihrer Seite. Und geheiratet hatten sie auch nie, oder? Auf alle Fälle weiß ich noch, dass es später hieß, dass ihr auch dieser Auftritt peinlich war.
Kommt vielleicht auch viel zusammen.
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20.07.2015, 17:34Inaktiver User
AW: Monica Lierhaus
Frau Lierhaus hatte ein Aneurisma. Ohne die OP hätte sie keine Stunde überlebt.
Und ja, ich verstehe sie. Ich habe auch eine Patientenverfügung, in der explizit drinsteht, dass ich nicht wiederbelebt und nicht beatmet werden will. Wenn Schluss, dann Schluss. ich glaube nicht an Götter, aber an Schicksal.
Ich möchte im Falle des Falles auch keine Bypass-OP, Chemotherapie und keine Organtransplantation. Ich kenne genug Leute, denen es nach solchen Eingriffen alles andere als gut geht und die wohl lieber tot wären als so weiter zu leben. mein Vater hat zehn Monate im Koma gelegen bis er sterben durfte.


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