Wo hört für euch Hilfe auf und fängt Übergriffigkeit an?
Damit meine ich nicht die Hilfe hier im Forum, sondern in ganz normalen Alltagssituationen.
Zum Beispiel, wenn ihr zwei schwere Einkaufstaschen aus dem Auto holt, dem Partner eine davon hinhaltet und er darauf besteht, beide zu tragen.
Oder wenn ihr einen Freund bittet, ein bestimmtes Programm auf dem Computer zu installieren und er dann den ganzen Computer untersucht und noch zig andere Programme draufspielt, die ihr aber eigentlich nicht braucht oder bei Bedarf die auch selbst hättet installieren können. Hinterher sind dann auch noch ein paar Sachn verstellt und man findet sich erstmal nicht mehr zurecht.
Oder die Schwiegermama bittet, doch kurz die Teller in die Küche zu stellen und diese dann dort anfängt, zu spülen, zu putzen, zu wienern. Obwohl ihr sagt, das sei doch nicht nötig und sie solle sich bitte wieder ins Wohnzimmer setzen. Um das noch zu toppen, bringt sie beim nächsten Besuch eine Auswahl ihrer bevorzugten Putzmittel mit, damit man was "gscheits" im Haushalt hat.
Er räumt die Spülmaschine ein, sie findet noch einen Topf, den sie unterbringen will und räumt dann wortlos das ganze Geschirr wieder um, um den Topf noch irgendwo reinzuquetschen. Begründung: Damit er den Topf nicht noch extra spülen muss.
Mich treibt um, aus welchen Gründen Leute sowas machen. Geht es nur darum, sich hilfsbereit zu zeigen?
Kommen die gar nicht auf die Idee, dass das auch nerven kann?
Das Dumme ist, man kann dann schlecht deutlich sagen: ich möchte das nicht!
Weil dann meist eine beleidigte Reaktion kommt: Ich wollte dir doch nur helfen.
Kennt ihr noch mehr Beispiele? Könnt ihr die andern da gelassen machen lassen und sagen: wenn er/sie unbedingt will...?! Oder nervt euch das auch, v.a., wenn das bedeutet, dass ihr vorher irgendwas umsonst gemacht habt oder hinterher noch mehr Arbeit habt?
Antworten
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31.10.2014, 08:49Inaktiver User
Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
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31.10.2014, 09:22
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Doch, du kannst schon deutlich sagen "Danke, du meinst es sicher gut, aber ich möchte das nicht".
Wenn gefragt wird "Warum?", je nach Gefühl entweder kurz erklären oder
einfach wiederholen "Ich möchte das nicht". Notfalls nochmal. Und nochmal.
Die eigene Höflichkeit, die man meint, zeigen zu müssen,
führt oft dazu, dass andere einen nicht ernst nehmen.
Du scheinst gelernt zu haben, dass man immer hübsch nett und höflich sein muss.
Kann das sein?The original Karla
est. 2006











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31.10.2014, 09:31Inaktiver User
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Ach herrje, nein, nicht wirklich.

Ich kann dann schonmal genervt mit den Augen rollen oder mein Anliegen etwas deutlicher formulieren und genau dann bekomme ich eine beleidigte Reaktion zurück. Wahrscheinlich deshalb, weil solche es nicht gewohnt sind, dass man sich gegen ihre Einmischung wehrt.
Sie erwarten überschwängliche Dankbarkeit und sind dann irritiert, wenn man sie nicht machen lässt.
Darauf, dass das jemand übergriffig finden kann oder gar unverschämt, kommen sie gar nicht.
Nun, im Falle des Partners, der einem gerne beide Taschen abnehmen will, da muss man sicher kein Fass aufmachen, aber wenn sich das auch in anderen Dingen zeigt, bekomme ich schnell ein Gefühl von: "Du kannst das nicht richtig", "da siehst du mal, wie nützlich ich bin" usw... als ob sie das mehr für ihr Ego täten, als für mich.
Dann könnten sie sich aber auch ihr Beleidigtsein sparen.
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31.10.2014, 09:34
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Aber schick mir deine Schwiegermutter mal vorbei....meine Kueche hats noetig.
Ernsthaft, ich sage in solchen Momenten einfach: Dies ist mein Haus, da moechte ich das eben so und so haben,
aber ich riskiere dabei, dass jemand naechstes Mal nicht mehr hilfsbereit ists.Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
Youtas
Das Schönste an mir bin ich.
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31.10.2014, 09:34
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Wenn sowas passiert fehlt meist die klare Ansage....wenn ich jemand um etwas bitte dann sag ich IMMER er möge bitte NUR DAS tun, reicht völlig das, und bedanke mich schon mal im voraus.
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31.10.2014, 09:36Inaktiver User
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31.10.2014, 09:39
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Beim Tragen der Tüten - das würde ich nicht mal registrieren... aber ich bin auch eine faule Socke und das Tragen meiner Einkaufstaschen betrachte ich jetzt nicht unbedingt als meine Privatsphäre.
Meinen PC aber sehr, genau wie meine Wohnung und mein Auto. Wer da ungefragt irgendwas macht, der kriegt laut und deutlich zu hören, was ich davon halte und wird, im Falle der Küche, auch erbarmungslos wieder zurück an den Esstisch geschickt.*lost in the woods*
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31.10.2014, 09:42
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Tja Spatz, zwischen gut meinen und gut machen ist ein großer Unterschied eben....Beispiel: bei technischen Dingen hab ich manchmal so meine Probleme und Hr. Gigaset kennt sich prima aus....wenn es also was gibt wo er weiß ich bekomm es VLL. nicht selber hin,da geht er schon mal her und erledigt DAS ungebeten. Irgendwann hab ich ihm gesagt,daß dies nicht so toll ist,wie soll ich es lernen/mir merken wenn er vorgreift...immerhin ungefragt.....na so wirklich verstanden hat er meinen Einwand nicht.....
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31.10.2014, 09:45
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Na dann ist der andere eben mal beleidigt. Das muss man aushalten können, wenn man nicht everybodys Depp sein möchte. Man kann dann reagieren "Schau das war nicht bös gemeint, aber ich mag es einfach nicht"...blabla...
Übrigens macht an meinem Rechner nur jemand etwas, wenn ich dabei sitze. Von wegen mal eben ungefragt was draufgespielt kriegen...hallo?!
"Danke ich bin schon gross" hilft mir manchmal, wenn meine Ma mir irgendwas tolles antun möchte.
(Ich bin Ü 50!)
Haushaltsdinge macht jeder auf seine Weise.
Ich quatsch meinem Mann nicht dazwischen.
Jeder wäscht so ab, wie er möchte. Zum Beispiel.
Und ich lasse mich auch nicht belehren, wie ich was zu tun hätte. Hey das ist meine Küche, ich räum dir auch nicht deine Werkstatt um.
Die Schwiegermutter könnte ihr Putzzeug wieder mitnehmen. "Danke ich hab alles was ich brauche".
Allerdings hätte ich als Putzmuffel und nicht-gelernte Hausfrau sicherlich interessiert angehört, was daran nun das supertolle sein soll. Und wer bei mir putzen mag kann das nach Absprache sehr gerne tun.The original Karla
est. 2006











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31.10.2014, 09:49
AW: Wo Hilfe aufhört und Übergriffigkeit anfängt
Sorry, aber das ist doch vernünftig.
Ein Mann hat mehr Muskelmasse und KANN definitiv mehr tragen ohne Probleme. Zudem ist eine einseitige Gewichtsbelastung sehr ungesund für den Rücken. Es macht Sinn ihm beide Taschen zu geben und dafür im Gegenzug die Türen zu öffnen, bevor zwei Leute einseitig schief gehen.
Wenn ich in einer Spülmaschine noch Kapazität sehe, dann räume ich das natürlich um. Das geht deutlich schneller als das Teil von Hand zu spülen und trocknen.
Ansonsten gehe ich mit Rowellan, der PC ist ein persönlicher Gegenstand und da werden Änderungen erst kommuniziert, bevor es zur Sache geht."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)


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