Ich bin seit drei, vier Jahren im Job, mittlerweile 29, lebe seit sechs Jahren einer festen Beziehung und irgendwie sieht mein Alltag oft langweilig aus, weil ich nach der Arbeit (Lehrerin) oft einfach nur schlapp bin. Hänge blöderweise stundenlang im Internet herum, bereite Unterricht vor, schaffe es aber nicht, irgendwelche Sportkurse etc. dauerhaft durchzuziehen. Manchmal denke ich einfach nur, dass ich nichts gebacken bekomme. :-( Mich interessiert, wie ihr euren Alltag strukturiert? Wie lange arbeitet ihr? Was macht ihr täglich so zu Hause und für euch?
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Ergebnis 1 bis 10 von 42
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28.01.2014, 12:05
Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
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28.01.2014, 13:24
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
Den Alltag zu strukturieren ist auch eine meiner ganz großen Schwächen. Man verpasst eigentlich so viel tolles dadurch dass man so oft einfach rumgammelt. Ich nehme mir auch immer wieder vor mehr Struktur in den Alltag zu bekommen, allerdings ist das bei dem Überangebot an Gammelprodukten (Fernseher/ Spielekonsole etc.) extrem schwer.
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28.01.2014, 14:53
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
Hallo Maunzmaus,
ich bin viel älter als du, daher schreibe ich dir, wie mein Tagesablauf mit 29 aussah: ich war ungebunden, lebte zuhause, um Geld für die Miete zu sparen, weil mein Vater im Pflegeheim war und mangels Pflegeversicherung (die gab es damals noch nicht) die Familie das Heim selbst bezahlen musste.
Ausserdem arbeitete ich in einer sehr kleinen Firma, hatte ein Verhältnis mit meinem verheirateten Chef, war beruflich viel in der Welt unterwegs und trieb sehr viel Sport. Für all das hatte ich Zeit, obwohl ich bestimmt 50 Stunden und mehr die Woche gearbeitet habe. Mein Leben war sehr aufregend und - aus heutiger Sicht - stressig.
Heute - mit 50+ - klingt dein Tagesablauf für mich ganz ok, aber nicht mit 29 !
Für mich klingt dein Alltag allerdings in der Tat etwas langweilig für dein Alter, so als käme da nicht mehr viel, es sei denn ihr gründet eine Familie. Da wird alles nochmal ganz anders. Habt ihr das vor ? Wenn ja, wird sich dein Alltag vermutlich ganz von selbst neu ausrichten. Falls nicht, würde ich dir empfehlen, mal genau zu überlegen, was dir ausser deiner Arbeit noch Spass machen könnte und dies dann Punkt für Punkt angehen (z.B. Sport: Kurs aussuchen, belegen, Trainerstunden nehmen etc, Musik: welches Instrument, Unterricht nehmen, Nähkurse oder was auch immer). Dann würde ich einen Plan machen und Prioritäten setzen - oder mal auch den Partner fragen, wie er das so sieht.
LG
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28.01.2014, 15:01
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
kleiner Nachtrag:
Ich bin glücklich verheiratet, gewollt kinderlos, arbeite in einem grossen Unternehmen, 40 Stunden die Woche. Wenn ich abends nach Hause komme, treibe ich an 5 Tagen Sport (Sommer: Mountainbike und Tennis, Winter: Ergometer, Bodyweight und Laufband, zuhause, denn ins Studio würde ich nicht gehen), zwei Tage habe ich sportfrei.
Im Winter mache ich sonst nicht viel, Haushalt eher am Wochenende, kochen auch nur am Wochenende, da ich abends höchstens etwas Obst oder Quark esse, mein Mann kocht sich selbst etwas.
Im Sommer kommt abends nach dem Sport meist noch etwas Gartenarbeit. Wenn das Wetter schlecht ist, puzzle ich zur Entspannung oder lese (Sommer und Winter). Ich versorge unsere Katzen und an den Wochenenden treffen wir meist Freunde oder laden Freunde/Familie zu uns zum Frühstück oder Kaffee trinken.
LG
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28.01.2014, 17:47
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
mainecoon2
Danke für deine Antwort!
Wow, du bist wirklich sportlich, das würde ich auf Dauer gar nicht schaffen. Aber ich finde es sehr bewundernswert! Wäre froh, wenn ich zwei Mal wöchentlich sportlich aktiv bin.
Meine Mutter (vermutlich in deinem Alter) ist auch eine Powerfrau, hat drei Kinder zur Welt gebracht, mit halber Stelle gearbeitet, Haus konzipiert und bauen lassen, großen Garten pflegen, Haushalt, Kochen, Reisen, jedes Wochenende mit meinem Vater aktiv unterwegs wie z. B. wandern, Rad fahren etc.
Unter der Woche arbeitet sie, trifft sich danach noch mit Freundinnen, geht einkaufen, "macht" immer etwas, sitzt selten vor dem PC.
Ich bin das genaue Gegenteil! Bis auf einen Vollzeitjob und ab und an mal Koch- und Malkurse mmache ich fast nichts, außer eben in den Ferien immer zu reisen etc. Aber irgendwie bin ich "zu faul" und "energielos" um während des Alltags noch viel zu erledigen. Ich frage mich immer, wie andere Menschen so aktiv sind und so viel erledigen. Ich WILL gar nicht noch bequem und faul sein!
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28.01.2014, 17:54
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
Doch willst Du, wenn Du was anderes wolltest, tätest Du es.
Ich bin selbständig, arbeite 50 / 60 Std. /wö. Gehe jeden morgen - je nach Tagesform - 1500 - 2000 m schwimmen; fühle mich komisch, wenn ich es wg. schnupfen oder sonstigen Gründen ausfallen lasse. Mehr Struktur brauche ich nicht und verbringe den Rest meiner Zeit mit Freunden, Ausstellungen, Lesen und was mir sonst so einfällt.
Ergänzung: Meine Verabredungen mit mir selbst plane ich allerdings in meinen Wochenplan ein. Ich brauche schon Zeit für mich und die steht für Arbeit oder sonstiges nicht zur Disposition.
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28.01.2014, 20:39
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
Maunzmaus, du musst DEINEN Rhythmus finden (der sich auch alle paar Jahre ändern kann). Es ist sinnlos, eine Powerfrau sein zu wollen, wenn du keine bist. Offenbar brauchst du nach deinem Vollzeitjob Ruhe und Faulenzen, dann genieß das doch einfach.
Genieß das Abhängen vorm PC, genieß das früh ins Bett gehen mit Buch, genieß das Fernsehen oder das Zusammensein mit deinem Freund. Offenbar bist du ein häuslicher Typ.
Du hast in deinem Ausgangsposting geschrieben, dass dein Leben langweilig aussieht. Die Frage ist aber doch, ob er für dich langweilig ist?
Mein Alltag sieht übrigens auch fürchterlich langweilig aus. Und ich liebe es. Ich langweile mich nicht eine Sekunde in meiner Freizeit. Lass dich nicht unter Druck setzen, von Leuten, die irgendwas spektakuläres machen und viel Energie haben. Menschen sind unterschiedlich.
Einen Tipp fürs Sporteln habe ich noch für dich: Wenn du Sport machen willst, zwing dich. Der innere Schweinehund ist am Anfang so groß wie ein ausgewachsener Bernhardiner - wenn du wartest, bis du Lust bekommst, kannst du lange warten. Ich mache Sport immer direkt nach der Arbeit, ohne mich vorher zuhause auch nur hinzusetzen. Jacke aus, Joggingschuhe an, nicht nachdenken, loslaufen. Setz dir drei feste Termine: Montags, Mittwochs, Freitags und halte sie ein, ohne jegliche Ausrede. Ich mache mittlerweile sechs- bis siebenmal in der Woche Sport, aber es hat schon eine Weile gedauert, bis es zum Hobby wurde. Am Anfang ist es Überwindung und Quälerei. Das Gefühl danach unter der Dusche ist es allerdings wert und den restlichen Abend bist du fit und hast mehr von deiner Freizeit. Und vielleicht dann auch mehr Power, doch noch mal was zu unternehmen (ok, bei mir klappt das nicht wirklich
).
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28.01.2014, 21:16Inaktiver User
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
Mir fällt es auch schwer, mich abends noch aufzuraffen. Liegt u.a. auch an meiner psychischen Verfassung (Depressionen), aber ich bin auch so oder so ein eher introvertierter Mensch und brauche viel Regenerationszeit.
Was mir hilft ist:
-Mich vom Fernseher und PC fernhalten (klappt jetzt gerade nicht so gut
). Wenn ich mich nach der Arbeit gleich auf irgendwas anderes stürze fällt mir das deutlich leichter, als wenn ich erstmal vor der Kiste sitze.
-Dinge suchen, die richtig Spaß machen. Das hat bei mir sehr lange gedauert, bis ich zumindest ungefähr eine Vorstellung hatte, was das ist (eigentlich erstaunlich - man meint ja immer, sich zu kennen...). Aber mehr als ein sanfter Impuls sollte nicht notwendig sein, um sich zu motivieren. Wenn man sich dauerhaft zu etwas zwingen muss dann ist es nicht die richtige Beschäftigung.
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28.01.2014, 22:52
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
Ich stehe um halb sieben auf, lüfte, füttere die Katzen, mach mich ausgehfertig, greif meinen Rucksack und sitze (meist) um sieben bis kurz nach auf dem Rad, um zur Arbeit zu fahren (im Winter mit der S-Bahn). Ich komme um acht bis viertel nach an, trinke meinen Kaffee und eß ein Hörnchen, arbeite bis halb fünf oder fünf, machmal länger. Dann radel ich heimwärts. Je nachdem, was ich abends noch habe, kaufe ich ein (oder nicht), trinke in der Stadt einen Kaffee und fahre gleich zum nächsten Termin (oder nicht), oder bin zwischen halb sechs und sechs zuhause.
Umziehen, Katzen füttern, Abendessen machen: Entweder schnell was in den Topf schmeißen oder Stullen. Einmal die Woche kommt abends Besuch, da koche ich für acht. Dann, an den Abenden, wo nichts los ist, die schwere Frage: Aufs Sofa und lesen, oder an den Rechner und surfen/lesen/schreiben? Oft gewinnt der Rechner.
Ich versuche, vor Mitternacht schlafen zu gehen, und lese dann noch eine Weile.
Wäsche wird am Samstag gewaschen, geputzt am Sonntag, und die Spüma läuft, nachdem die Gäste gegangen sind und wird am nächsten Morgen eben ausgeräumt.
Die Struktur ist eigentlich durch die Arbeit und die Freizeitaktivitäten (Spielerunde, Musikunterricht, Chor, Band, Sport) weitgehend vorgegeben. Ich wünschte, ich würde es schaffen, mehr Rechnerzeit mit Schreiben statt mit Surfen zu verbringen, aber ich fühl mich seit ein paar Jahren ein bißchen platt.
***
Mit 29 sah das ganz ähnlich aus, nur bin ich mit dem Motorrad zur Arbeit gefahren und es war näher, ich war also nur 10 Minuten unterwegs statt einer Stunde. Ich habe eher von 10 bis 19 Uhr gearbeitet als von 8 bis 17 Uhr, und die freien Abende mit Lesen und Schreiben verbracht.Geändert von wildwusel (28.01.2014 um 23:03 Uhr)
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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28.01.2014, 22:59
AW: Ein geregelter Tagesablauf - Wie sieht euer Alltag aus?
Es ist ganz lange so, je mehr du machst, desto mehr Zeit hast du, weil du Zeit anders wahrnimmst, und besser in Übung damit bist, in die Gänge zu kommen und von einer Tätigkeit auf eine andere umzuschalten. Irgendwann stabilisiert sich das, und mehr zu tun gibt dir weniger Zeit, nicht mehr. An den Punkt kurz bevor es umschlägt, kann man sich rantasten: Da hat man mMn am meisten Spaß. (Der Punkt ändert sich auch immer mal wieder.)
"Faulheit" benennt oft das Problem, daß man nicht in die Gänge kommt. Da hilft Übung besser als alles andere. Außerdem bildet das Üben Gewohnheiten. Am Anfang (und nicht nur dann) stellt man sich oft vor, daß es viel schöner wäre, jetzt zuhause auf dem Sofa herumzuhängen, aber wenn man sich mal fragt, "und womit wirst du zufriedener sein, wenn du heute abend schlafen gehst" sieht das oft schon ganz anders aus. Später macht man das dann wie von selber.Geändert von wildwusel (29.01.2014 um 14:42 Uhr) Grund: quote tag repariert
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **


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