Da erinnere ich mich an eine junge Arbeitskollegin, die einmal ganz am Anfang im trägerlosen Top in leuchtender Farbe zur Arbeit kam und ihr erstes längeres Kundengespräch führte, mit einem ca 40-jährigen Mann. Nach Ende des Gesprächs kam sie dann ganz empört aus dem Büro heraus und beklagte sich lautstark: der Typ hat die ganze Zeit auf die Brüste gestarrt! nachdem sie die Gegenfrage "hast du heut schon in den Spiegel geschaut?" nicht richtig zu interpretieren wusste und einer kleinen darauf folgenden Vorlesung zum Thema visuelle Reize und was Männer gern betrachten und wohin der Blick automatisch wandert (es war tatsächlich fast unmöglich NICHT ständig den Blick vom Brustbereich angezogen bekommen), hat sie sich von da an etwas diskreter gekleidet.
Also meine ich:
- wenn eine Frau Schlüsselreize einsetzt, wie ein grosses Décolleté oder ein kurzer Mini, muss sie mit Blicken, Pfiffen und Sprüchen rechnen und sollte sich vorher überlegen, ob sie damit umgehen kann und wie sie damit umgehen will. Zuerst mit den sekundären Geschlechtsmerkmalen öffentlich rumwedeln und sich dann beklagen, dass sie gesehen und kommentiert werden, das geht nicht.
- etwas Anderes ist das Überschreiten von Intimdistanz, das Näherkommen und Begrapschen. Es gibt Frauen, denen es nicht gelingt, klare Grenzen zu setzen, aber das gelingt ihnen in graue-Mäuschen-Kleidung ebensowenig wie im auffälligen sexy Minikleid.
grüsse, barbara
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Thema: Sex, Laufmaschen und Macht
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13.08.2011, 10:47
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
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13.08.2011, 10:56
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
Geändert von nebenschauplatz (13.08.2011 um 11:01 Uhr)
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13.08.2011, 10:59
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
nun ja, es gibt halt totale Psychos, die extrem gefährlich sind und die eingesperrt gehören - so einem Typen à la Anders Behring Breivik kann man immer irgendwo über den Weg laufen und eben das Pech haben, von ihm umgebracht zu werden. "kein Widerstand, keine Grenzen" helfen da aber auch nicht weiter.
Grundsätzlich gilt - was auch statistisch gut belegt ist: Frauen, die Grenzen setzen, von verbal bis wenn nötig handgreiflich, erhöhen ihre Chancen auf ein Leben, in dem sie mit Respekt und Achtung behandelt werden.
grüsse, barbara
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13.08.2011, 11:04Inaktiver User
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
Ja, stimmt.
Allerdings würde ich mich nicht allein auf "Grenzen ziehen können oder nicht" verlassen oder es nur daran festmachen.
Bei solchen Übergriffen gehört auch eine nicht unerhebliche Machtkomponente mit dazu.
Und dabei spielen dann ganz andere Trigger eine Rolle als nur Kleidung.
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13.08.2011, 11:09
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
sicher, das spielt sich vor allem körpersprachlich ab - ein Belästiger testet potenzielle Opfer dann auch Schritt für Schritt und überschreitet eine Grenze nach der anderen.
Für Leute, die regelmässig belästigt werden, ist es sicher sinnvoll, diese Art der nonverbalen Kommunikation lesen und anwenden zu lernen, um eventuelle Belästigungen schon in einer Phase abzuwenden, wo sie noch relativ weit weg sind.
Aber eben, mit der Art von Kleidung hat das nicht das Geringste zu tun.
grüsse, barbara
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13.08.2011, 11:25Inaktiver User
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
Ich glaube, das ist aber nicht in allen Köpfen angekommen.
Der Unterschied, wie Du ihn weiter oben ja schon aufzeigtest, zwischen Pfiffen, Blicken etc und dem massiven oder auch verbrämten Überschreiten des Intimbereichs ist ein ganz gewaltiger.
Und es ärgert mich, wenn das unterschwellig immer noch auf die Klamotte geschoben wird. Im anderen Strang hatten einige Userinnen, auch ich, schon erwähnt, dass ihnen einige dieser Situationen an belebten öffentlichen Orten widerfahren sind, inklusive Begleitung, angezogen mit wetterfester Freizeitkleidung.
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13.08.2011, 12:27
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
Ich kann das auch nicht nachvollziehen. Bestimmte Männer haben eben einfach ein Problem mit Frauen unabhängig von deren Auftreten.
Ich wollte noch mal auf das Beispiel von punto im anderen Strang zurückkommen, wo er schildert, wie da eine Frau in einem Lokal offen mit ihren Reizen spielt und einen Mann dann kalt abblitzen lässt und einen anderen nicht.
In solch einem Fall liegt es aber auch in der Selbstverantwortung eines Mannes, ob ich mich solch einer Frau nähere oder nicht. Denn die Gefahr von einer Frau "abgewehrt" zu werden, die alle Männer im Umkreis mit ihrer offensiven und sexuell aufgeladenen Art anmacht, ist doch sehr hoch. Also ich bestimme in solch einem Fall, ob ich der Frau eine gewisse Macht über mich gebe oder nicht.
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13.08.2011, 12:40Inaktiver User
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
Ich versteh die Diskussion ehrlich gesagt nicht und weiss definitv nicht wieso bestimmte Verhaltensregeln und Konsequenzen des täglichen Umganges ignoriert werden.
Heute findet eine Demo von recht freizügig gekleideten Frauen in München statt, die auf ihr Recht pochen auch in dieser Kleidung nicht Opfer von sexuellen Übergriffen zu werden.
Und ich glaube genau um den Punkt dreht es sich auf einer Ebene der Diskussion:
Um das mal klar zu sagen:
Natürlich bleibt das Recht erhalten respektvoll behandelt zu werden egal in welcher Kleidung man auftritt und keinen sexuellen Übergriffen ausgesetzt zu sein - Punkt.
Nur ist dieses Recht ein durch den Verstand vorgegebenes Recht, ich kann auch auf das Recht zählen nicht zusammengeschlagen zu werden wenn ich in die Brennpunktviertel in grosse Städte gehe und dort verkünde, die Leute sollten nur mehr arbeiten und nicht anderen auf der Tasche liegen.
Ich kann dann auch einen Rechtsanwalt einschalten und die Leute dort verklagen nur muss ich damit rechnen, dass ich im günstigsten Fall das aus dem Krankenhaus tun werde und mir vielleicht sogar anhören muss wie bescheuert ich doch bin, dass ich mich als Normalo erdreiste diese Viertel überhaupt aufzusuchen.
Wenn eine Frau in der unpassenden Situation sich aufreizend kleidet dann muss sie sich nicht wundern wenn dann andere auf diese Reize reagieren, das hat herzlich wenig mit "gut angezogen" zu tun sondern sie weckt Instinkte.
Und bitte diskutiert doch nicht immer gleich den schlimmsten Fall von Vergewaltigung, manch eine Frau kann doch bereits mit Pfiffen von Männern schon nicht umgehen.
Ich halte das für ein Totschlagargument und eine unfaire Diskussionsart weil bei Vergewaltigung tatsächlich zusätzlich andere Wirkmechanismen wirken.
Aber wenn man sich nicht auf Argumente einlassen möchte dann sind solche Extreme natürlich auch gut geeignet die Diskussion von der sachlichen Ebene wegzubringen.
Und ich finde es erstaunlich, dass man hier über grundsätzliche Triebe und Instinkte schreiben muss und welche Wirkungen nötig sind um diese zu wecken.
Weiss doch jede Frau, dass sie mit Wäsche und der Gestaltung dieser den Mann verführen kann, sexy wirkt und nur um das gehts und um einen respektvollen Umgang damit wenn Frau schon weiss, sie bewegt sich in einem Umfeld wo viele Männer sind.
Hier dann einseitig zu proklamieren, die Männer hätten ihre Triebe zu kontrollieren und Frau wähnt sich qua Gesetz auch noch auf der sicheren Seite halte ich für unfair und auch verantwortungslos.
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13.08.2011, 13:02
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
Was, Herr Stecher, ist denn "aufreizend" gekleidet? Für den Eremiten das Gleiche wie für den Berliner Kiez-Bewohner? Den Besucher aus Ost-Anatolien oder der Bronx? wie war das mit dem cul de paris?
ich geb dir insofern Recht, als es eine Art Konsens gibt: Der Kreditberater im stringtanga würde sich vermutlich dank klimaanlage eine erkältung holen.
die grenzen werden aber immer wieder neu gesetzt, sonst würden wir vermutlich alle in der tunika rumlaufen.
durfte sich der homophile landsknecht auf den grafen mit schamkapsel stürzen und mit dem verweis auf seinen instinkt mit straffreiheit rechnen?
tja.... so ähnlich argumentieren die taliban auch. Mode und Kleidung ist nun mal da, AUCH um zu reizen. Klar wollen wir gefallen und unsere Vorzüge ins Blickfeld rücken.
Bedeutet das nach deinem Verständnis, dass sich jeder bedienen darf?
Kleidest du dich in Sack und Asche oder darf dich auch jede begrabschen, die dich attraktiv findet?
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13.08.2011, 13:06Inaktiver User
AW: Sex, Laufmaschen und Macht
Stecher, das Wort Vergewaltigung ist hier nicht gefallen. Wir sprachen gerade über den Unterschied zwischen Pfiffen und Kapern des Intimbereichs. Und erwähnten bereits die unterschiedlichen Komponenten.
Totschlag-Argument kann ich hier nicht erkennen.
Im Übrigen: Wenn ich mich mit aufreizender Unterwäsche vor meinem Liebsten zeige, erwarte ich trotzdem, dass er sich nicht wie ein brünstig-hirnloser Stier - wegen der optischen Reize - auf mich wirft.
(Früher oder später tut er das natürlich - aber das ist dann beiderseits wissend und gewollt, es gehört zum Spiel.)
Umgekehrt würde es mir auch nie einfallen, jemanden zu begrabbeln, bloß weil der appetitlich aussieht.
Das soll dem schon gefallen, dessen vergewissere ich mich vorher.Geändert von Inaktiver User (13.08.2011 um 13:10 Uhr)



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