hallo!!
seit kurzem wissen wir es nun mein vater hat die alzheimer demenz.vermutet haben wir es schon länger,aber jetzt hat es ein arzt bestaetigt.zur zeit klappt die routine noch gut,aber drumherum vergisst er vieles.auch die persönlichkeit veraendert sich.er zieht sich zurueck .
wir haben medikamente bekommen,die jetzt langsam eingeschlichen werden,....z zt merke ich keine wirkung davon?
hat jemand erfahrung damit?wie kann ich meinen vater am besten unterstützen?
ich bin sehr traurig und habe grosse angst um ihn.es ist so schrecklich ihn teilweise so hilflos zu sehen,...er war frueher immer pünktlich,hat nie was vergessen,hatte viele termine und freunde.
was ist organisatorisch wichtig? was muss ich alles beachten?
falls hier jemand erfahrungen hat oder sich austauschen mag auch per pn.waere ich dankbar.
liebe gruesse
mickey
Antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6
Thema: alzheimer
-
28.04.2011, 08:47
alzheimer
leben ist das was passiert,waehrend man eifrig dabei ist andere plaene zu machen(j.lennon)
-
28.04.2011, 08:59Inaktiver User
AW: alzheimer
Lass dich erst mal drücken!

Mein Vater hatte auch Alzheimer und wir haben sehr viel Unterstützung von seinem Arzt bekommen.
Als erstes, rein technisch:
Hat dein Vater eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht? Und deine Mutter oder du eine Bankvollmacht? Die sollte er unbedingt unterschreiben, solange er noch einigermaßen Herr seiner Sinne ist - sonst habt ihr, wenn er irgendwann gar nicht mehr weiß, wer er ist, nur Probleme mit Behörden, Banken etc.
Ansonsten würde ich mir eine Selbsthilfegruppe suchen. Dort kennt man sich mit der Krankheit aus und weiß Antworten auf alle Fragen.
Was das Zwischenmenschliche angeht:
Keine Diskussionen anfangen, wenn der Vater Dinge behauptet, die nicht stimmen oder Sachen durcheinanderbringt. Wenn man ihn dann korrigiert, irritiert man ihn nur, weil er das nicht mehr zusammensetzen kann. Besser ist es, auf seine Aussagen positiv einzugehen.
(Den Tipp hatte uns recht früh schon eine Verantwortliche aus dem Heim gegeben, das wir uns für unseren Vater ausgeguckt hatten - und das war ein sehr guter Tipp.)
Auch wenn es schwerfällt: Auch schon mal nach schönen Heimen gucken. Irgendwann wird die Pflege zuhause nicht mehr möglich sein, dann ist man froh, wenn man nicht von jetzt auf gleich einen Heimplatz "irgendwo" nehmen muss.
Ach ja, solche Heime haben oft auch Tagesangebote, die sehr sinnvoll sind, weil die Kranken dort noch ein wenig gefördert werden und der Verlauf der Krankheit so unter Umständen gemildert werden kann.
-
28.04.2011, 09:23
AW: alzheimer
Noch ein weiterer Tipp fürs Zwischenmenschliche. Was dein Vater über andere, v. a. Familienmitglieder sagt, nicht zu sehr für bare Münze nehmen. Bei den betreffenden nachfragen. Häufig stellt man fest, dass Dinge ganz anders waren. Mein Vater neigte dazu zu streiten.
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
- Ich habe meinen Sport gefunden.
Sommer 2021 - mehr als nur nasse Füße... reinklicken und mithelfen!
Moderatorin für:
Was bringt Sie aus der Fassung?Beziehung im AlltagTrennung und ScheidungÜber das KennenlernenForum für AlleinerziehendeReine Familiensache
-
28.04.2011, 09:40
AW: alzheimer
Hallo,
ja, ganz viel Erfahrung. Mein Schwiegervater hat diese Krankheit nun seit etwa 12 Jahren. Wir haben alle Höhen und Tiefen mitgemacht, von schweren depressiven Phasen, Heimaufenthalten und Aufenthalten in der Psychatrie.
Ich möchte Dir keine Angst machen und ganz bestimmt ist auch jeder Kranke anders. Aber ein sehr guter Tipp ist, mit der nächsten Selbsthilfegruppe Kontakt aufzunehmen. Von der Alzheimer Gesellschaft gibt es viele Tipps und Broschüren im Umgang mit der Krankheit. Ich lese deren monatliche Zeitschrift immer mit Interesse. Am besten ist wirklich ein Austausch mit Betroffenen.
Und: nur Mut, das Leben geht weiter, auch mit der Krankheit. Wir haben den Fehler gemacht, ihm zuviele Medikamente gegeben zu haben. Ein großes Problem waren seine Depressionen. Ich denke, dass ist mit ein Hauptmerkmal der Krankheit. Gepaart mit einer unglaublichen Agression. Das war ganz schlimm. Leider haben die Nebenwirkungen der Medikamente das nur verschlimmert, statt es besser zu machen.
Wir haben viel dazu gelernt und im Nachhinein würden wir uns mehr zurücknehmen, ihm keine Vorwürfe machen, nicht und auf keinen Fall mit ihm diskutieren und schließlich: weniger Medikamente geben.
Eine Zeitlang war er auch in verschiedenen Heimen, aber das war nicht das richtige für uns. Wir haben dann doch entschieden, dass er zu Hause gepflegt wird. Mit viel Unterstützung durch Pflegedienste und familiären Einsatz geht das. Er ist heute medikamentenfrei und lebt immer noch sehr gerne. Er kann nicht mehr sprechen, ist inkontinent und vollkommen auf fremde Hilfe angewiesen. Dennoch erkennt er uns noch und wir lassen ihn soweit wie möglich am Familienleben teilhaben. Bisher sind wir auch jedes Jahr mit ihm in Urlaub gefahren.
Trotz der vielen verschiedenen und sehr anstrengenden Phasen ist noch ganz viel Liebe da. Windeln wechseln, füttern usw. ist eigentlich zur Routine geworden und ist auch nicht komisch oder schambehaftet. Ich denke, man lernt, dass Altwerden und auch Krankheit und Schwäche zurm Leben dazugehören.
Aber ihr steht noch ganz am Anfang und ihr werdet als Familie euren Weg gehen.
Ich wünsche euch alles Gute,
MausMan sollte nicht ängstlich fragen: Was wird und was kann noch kommen? Sondern sagen: Ich bin gespannt, was Gott jetzt noch mit mir vor hat. (Selma Lagerlöf)
-
01.05.2011, 20:17
AW: alzheimer
hallo!!danke fuer eure lieben antworten!!habt mir etwas mut gemacht.
es stimmt schon jetzt wo man weiss was es ist,kann man besser mit ihm umgehen,die streitereien kommen nur noch vom ihm und man kann sie besser wegstecken.man macht ihm keine vorwuerfe mehr,da er es ja wirklich nicht besser kann,....
wir gehen jetzt allgemein ruhiger miteinander um und versuchen ihn unauffällig zu unterstützen.die aerztin meinte z zt sollten wir ihm die diagnose noch nicht sagen,.....
wir werden auf einen passenden augenblick warten,....
eine selbsthilfegruppe gibt es hier zum glück,werde mich erstmal privat mit der leiterin treffen,.....da mir der offene umgang damit schwerfaellt,noch.
ich hoffe sehr das die tbl. noch etwas bewirken,....frage mich ob wir evtl. noch mal in eine uniklinik fahren sollte,gedächnissklinik,.....oder es jetzt dabei belassen sollen?
die partnerin meines vaters ist sehr lieb und hilft.fuer sie ist es auch am meisten zu bemerken,da sie ihn auch ausserhalb der tgl.routine mehr erlebt und daher seine schwierigkeiten,defizite mehr erlebt.auf mich und meine hilfe reagiert er z zt eher ablehnent bzw überspielt.
ich bin immer noch so geschockt und verzweifelt.kann mich noch so gar nicht damit abfinden.
lg mickeyleben ist das was passiert,waehrend man eifrig dabei ist andere plaene zu machen(j.lennon)
-
11.05.2011, 09:10
AW: alzheimer
was fuer erfahrungen habt ihr denn mit den medis gemacht?so richtig was gefunden was wirkt gibt es ja nicht,......
lg mickeyleben ist das was passiert,waehrend man eifrig dabei ist andere plaene zu machen(j.lennon)


Zitieren
