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  1. Inaktiver User

    Depression - Todsünde?

    Im digitalen Programm von Kabel Deutschland läuft zur Zeit eine Serie über die sieben Todsünden.
    Eine Todsünde ist eine Klassifizierung mit der man sündige Handlungen und sündiges Verhalten bezeichnet, die ewige Verdammnis nach sich ziehen und zu deren Vergebung übliche Busspraktiken versagen. Sie stellt eine Abkehr von Gott dar.

    Wollust
    Geiz
    Neid
    Wut
    Eitelkeit
    Völlerei
    Trägheit

    Der letzten, der Trägheit werden die typischen Symptome einer Depression zugeordnet als da wären Antriebslosigkeit, Lethargie, Trübsinn, Todessehnsucht, Ängstlichkeit, Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit.

    Depression wäre nach dieser Definition keine Krankheit sondern einfach nur ein Ausdruck von schlechtem Charakter.

    Nun haben es Depressionskranke ja tatsächlich nicht leicht. Im grössten Teil der Fälle haben sie heftige Anfeindungen zu ertragen, was sie nicht gerade dazu ermutigt, mit ihrer Krankheit offensiv umzugehen. Für viele ist Depression nichts weiter als eine Ausrede für abgrundtiefe Faulheit.

    Und Faule haben in unserer Gesellschaft keine Daseinsberechtigung. Man denke nur an die Diskussionen um Empfänger von Transferleistungen. Man hört und liest viele hasserfüllte Bekundunden, ja sogar vor physischer Gewalt(Verhungern lassen, zur Arbeit prügeln, in den Ar*** treten) wird nicht zurückgeschreckt, wenn Menschen nicht dem protestantischen Arbeitsethos entsprechen.(Lebenslange Arbeit als Pflicht, die unter keinen Umständen in Frage gestellt werden darf). Selbst wenn Leute persönlich oder in ihrem Umfeld überhaupt nicht davon betroffen sind. Sicherlich wird heute keiner mehr verhungern oder geprügelt werden, von Ausnahmen abgesehen. Das ist aber nur der Gesetzgebung geschuldet. Gäbs die nicht, hätten gewiss mehr Leute überhaupt keine Skrupel, vermeintlich Arbeitsunwillige mit massiver körperlicher Gewalt oder kompletter Hilfeverweigerung zur Arbeit zu zwingen.

    Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass es einfach persönliche Abneigungen sind, die solche Reaktionen hervorrufen. Die Serie lässt mich aber einiges anders sehen.

    Könnte es sein, dass die jahrhundertelang eingeimpfte Angst vor der ewigen Verdammnis Menschen so reagieren lässt? Dass sie Leute, die ihrer Meinung nach eine Todsünde begehen nicht nur in ihrer Nähe, sondern auch die blosse Existens dieser Menschen im Universum nicht ertragen können?

    Dass sie vielleicht fürchten selbst ewig verdammt zu sein, wenn sie Menschen solcher Art dulden?

    Ich würde das gerne wissen. Ich bin nicht religiös geprägt, deshalb habe ich mir darüber noch nie wirklich Gedanken gemacht. Ich stosse aber immer wieder an Grenzen, wo mir und Anderen offen oder versteckt tiefe Abneigung bekundet wird. Und ich habe den Verdacht, es könnte an dieser Angst vor dem ewigen Fegefeuer liegen, dass man mit mir und diesen Anderen nichts zu tun haben will.

    Liebe Moderatoren: Bitte lasst den Strang wo er ist und verschiebt ihn nicht in entsprechende Unterforen. Ich möchte die Meinungen von allen und nicht nur von Berufsbetroffenen und den üblichen Verdächtigen.

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    AW: Depression - Todsünde?

    Ähnliche Gedanken hatte ich schon bei der teilweise extreme Formen annehmenden Dickenhetze. Völlerei ist halt eine Todsünde.

  3. Inaktiver User

    AW: Depression - Todsünde?

    Der Todsünde-Mythos ist ein Sammelbecken für die Ängste die in jedem Menschen schlummern. Die einen können damit umgehen, die anderen nicht. Manche müssen es abwehren oder verdrängen oder auf weniger glückliche projezieren um sich sagen zu können: die sind so, aber ich nicht!
    Es gibt ihnen die Möglichkeit, diese Ängste zu verpacken und zu externalisieren. Damit ist für mich dieses religiöse Schema nur ein Abbild für einen menschlichen Drang (eben Ängste abzuwehren).

    Nicht die Religion hat dieses Schema erfunden sondern das Schema (die Angst) hat die Religion gemacht um eine Form zu finden.

  4. Inaktiver User

    AW: Depression - Todsünde?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Todsünde-Mythos ist ein Sammelbecken für die Ängste die in jedem Menschen schlummern. Die einen können damit umgehen, die anderen nicht. Manche müssen es abwehren oder verdrängen oder auf weniger glückliche projezieren um sich sagen zu können: die sind so, aber ich nicht!
    Es gibt ihnen die Möglichkeit, diese Ängste zu verpacken und zu externalisieren. Damit ist für mich dieses religiöse Schema nur ein Abbild für einen menschlichen Drang (eben Ängste abzuwehren).

    Nicht die Religion hat dieses Schema erfunden sondern das Schema (die Angst) hat die Religion gemacht um eine Form zu finden.
    Zustimm!

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    AW: Depression - Todsünde?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Dass sie vielleicht fürchten selbst ewig verdammt zu sein, wenn sie Menschen solcher Art dulden?

    ... Und ich habe den Verdacht, es könnte an dieser Angst vor dem ewigen Fegefeuer liegen, dass man mit mir und diesen Anderen nichts zu tun haben will.
    Das würde doch im Umkehrschluss bedeuten, dass nur Menschen mit tiefem Glauben an das Fegefeuer diese Aversionen hegen? Oder diese besonders? Und Ungläubige toleranter sind? So ist es aber wohl nicht.

    Urteile, Vor-Urteile, diffuse Ängste und Aversionen gegen Menschen, die sich nach eigener Ansicht suboptimal verhalten, hegt man doch unabhängig davon, ob man ein Verhalten im christlichen Sinn als Todsünde bezeichnet.
    Am Ende gilt doch nur, was wir getan und gelebt – und nicht, was wir ersehnt haben. Arthur Schnitzler

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    AW: Depression - Todsünde?

    cas hat es, glaube ich ganz gut beschrieben.
    Ich möchte etwas ergänzen: dass seelische Erkrankungen erkannt werden können und inzwischen auch behandelbar sind, ist ja für die Menscheitsgeschichte ein verdammt kurzer Zeitraum, gerade mal einhundert Jahre.

    Laut katholischer Lehre: damit eine Sünde als schwer zu beurteilen ist, muss sie drei Voraussetzungen erfüllen:

    - Sie muss eine schwerwiegende Materie, insbesondere einen Verstoß gegen die zehn Gebote, zum Gegenstand haben; traditionell werden Ehebruch, Mord oder Apostasie (= Glaubensabfall) genannt.
    - Der Sünder muss die Todsünde „mit vollem Bewusstsein“ begehen, die Schwere der Sünde also bereits vorher erkennen.
    - Die Sünde muss „mit bedachter Zustimmung“ (also aus freiem Willen) begangen werden.

    Danach kann es nicht sein, dass seelische Erkrankungen, Arbeitslosigkeit und Armut in die Kategorien "Todsünde" fallen.
    Dass Menschen sich von anderen Menschen abgrenzen ist völlig normal. Dass Menschen immer auf Menschen spucken möchten, die nach ihrer Ansicht unter ihnen stehen, ist völlig normal. Dass Menschen vor Fremden erst einmal Argwohn hegen, ist ebenfalls völlig normal. Es hat aber mit Sicherheit nichts mit dem drohenden Fegefeuer zu tun.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. Inaktiver User

    AW: Depression - Todsünde?

    Diese Angst vor dem Fegefeuer steckt doch in den meisten. Diese nichtreligiöse Prägung wie in meinem Fall ist doch nicht so häufig und auch erst ein paar Jahrzehnte alt. Vorher waren doch eigentlich alle irgendwie mit der Kirche involviert. Zumindestens in Europa und im westlich geprägten Umkreis. Es ist doch beispielsweise noch gar nicht so lange(100 Jahre?) her, dass die Kirche sämtliche standesamtlichen Pflichten hatte. Ohne Taufe existierte ein Mensch praktisch nicht.

  8. Inaktiver User

    AW: Depression - Todsünde?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der letzten, der Trägheit werden die typischen Symptome einer Depression zugeordnet als da wären Antriebslosigkeit, Lethargie, Trübsinn, Todessehnsucht, Ängstlichkeit, Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit. Depression wäre nach dieser Definition keine Krankheit sondern einfach nur ein Ausdruck von schlechtem Charakter.
    Puh... interessanter Gedanke.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun haben es Depressionskranke ja tatsächlich nicht leicht. Im grössten Teil der Fälle haben sie heftige Anfeindungen zu ertragen, was sie nicht gerade dazu ermutigt, mit ihrer Krankheit offensiv umzugehen. Für viele ist Depression nichts weiter als eine Ausrede für abgrundtiefe Faulheit.
    Ist das wirklich so? Das ist ja mies. Dies mag aber darin begründet liegen, dass manch Fauler sich als Ausrede eine Depression "andichtet", tatsächlich Depressive damit in Verruf geraten. Ich kenne aus meiner Arbeitswelt (Verwaltung) einige Leute, die sich arbeitstechnisch noch nie besonders mit Ruhm bekleckert haben. Dies sind häufig Kandidaten, die sich - mit mancherlei Hobbies und Aktivitäten, Familie usw. und der deutlichen Ausstrahlung von "eigentlich kein Bock auf Arbeit" = lässt um drei den Stift fallen, lässt Kollegen gern mal hängen, ist der erste bei der Urlaubsplanung - schnell ein "Burn-out", "chronische Erschöpfung" o.ä. diagnostizieren lassen, alle paar Monate mal auf der Arbeit auftauchen und bei der geringsten Belastung direkt wieder "erkranken" (dank Doc Holiday). Ich kenne ein mir untergeordnetes Amt, da haben es drei Mitarbeiter geschafft, zusammen in einem Jahr 1.000 Fehltage zusammen zu bekommen. Reife Leistung. Und die Kollegen freuen sich.

    Das alles hat m.M.n. überhaupt nichts mit Depression zu tun. Ich nehme derzeit selbst leichte Antidepressiva. Wer depressiv ist, schafft es an manchen Tagen nicht mal unter die Dusche. Das ist richtig, richtig hart. Kein Vergleich zu Leuten, die sich nur einen faulen Lenz machen und mit Vergnügen andere Dinge tun. Ein Depressiver kann das nicht, für ihn ist alles Überwindung.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und Faule haben in unserer Gesellschaft keine Daseinsberechtigung. Man denke nur an die Diskussionen um Empfänger von Transferleistungen. Man hört und liest viele hasserfüllte Bekundunden, ja sogar vor physischer Gewalt(Verhungern lassen, zur Arbeit prügeln, in den Ar*** treten) wird nicht zurückgeschreckt, wenn Menschen nicht dem protestantischen Arbeitsethos entsprechen.(Lebenslange Arbeit als Pflicht, die unter keinen Umständen in Frage gestellt werden darf).
    Was hat das mit Protestantismus zu tun? In anderen Ländern mit anderen Religionen wird auch gearbeitet. Da müssen sogar die Kinder ran (Indien usw.) Faul sein kann sich da niemand leisten. Schonmal nach China geschaut, wie dort malocht wird? Vier Tage Urlaub im Jahr? Da kennen sicher die wenigsten Luther. (PS: Ich weiß aber, was du meinst, habe dein Post ja zuende gelesen)

    Meine Meinung: Wir leben zusammen in einer Gesellschaft, in der jeder seinen Beitrag geben sollte, damit´s flutscht. Ich gebe meinen, indem ich arbeite und Steuern zahle. Wer nicht (mehr) arbeitet, ist oft im Ehrenamt tätig. Mütter wuppen so manches mehr, als ein normaler Arbeitnehmer so ahnt. Alle tun etwas für alle. Wer tatsächlich dazu nicht in der Lage ist (Krankheit, also auch Depression, Alter usw.) ist verständlicherweise dazu nicht in der Lage, das ist völlig klar. Oder hat seinen Anteil bereits geleistet und genießt berechtigterweise seinen Lebensabend.
    Mich nerven aber die Menschen, die sich einfach mit durchfüttern lassen, auch wenn sie genug Zeit und Gesundheit hätten, um etwas Sinnvolles anzufangen. Es gibt einige Obdachlose oder Hartz-IV-Empfänger, die in den Suppenküchen mithelfen oder Zeitschriften verkaufen. Das finde ich toll und bewundere es auch v.a. in Anbetracht ihrer alltäglichen Lebensschwierigkeiten. Auch betteln ist in meinen Augen eine Art "Job" und macht sicher keinen Spaß. Diese Leute meine ich nicht.
    Sondern jene, die die Tage mit Bier im Park verbringen, den sich die Kinder deswegen nicht zu betreten wagen. Jene, die ständig krank feiern und die Kollegen bewusst zusätzlich belasten. Jene Jugendlichen, die aus lauter Langeweile Sachbeschädigung durchführen, kiffen, saufen und rumvögeln, aber jede Lehrstelle ablehnen weil "keinen Bock". (sorry, werde gerade etwas direkt) Ich hätte nichts dagegen, wenn die illustren Herrschaften mit den Bierflaschen mal ein Stündchen in der Woche zum Müllsammeln eingesetzt würden. Die randalierenden Jugendlichen zum Dienst im Behindertenheim. Und ja: Ich fand die Idee mit dem Schneeschippen in Berlin nicht abwegig.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Selbst wenn Leute persönlich oder in ihrem Umfeld überhaupt nicht davon betroffen sind.
    Muss man das, um eine Meinung haben zu dürfen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sicherlich wird heute keiner mehr verhungern oder geprügelt werden, von Ausnahmen abgesehen. Das ist aber nur der Gesetzgebung geschuldet. Gäbs die nicht, hätten gewiss mehr Leute überhaupt keine Skrupel, vermeintlich Arbeitsunwillige mit massiver körperlicher Gewalt oder kompletter Hilfeverweigerung zur Arbeit zu zwingen.
    Wenn sie gesundheitlich könnten: ja. (nicht die Prügel, sondern die Kürzung der Leistungen). Ich bin sogar der Meinung, man sollte die Leistungen mit jedem Kind kürzen. Das würde den Sozialhilfe-Adel eindämmen. Keine populäre Meinung, ich weiß, aber ich finde, wenn man sich Kinder nicht (selbst) leisten kann, sollte man die Knie zusammenbehalten. Vor allem, wenn man erst 13 oder 14 ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass es einfach persönliche Abneigungen sind, die solche Reaktionen hervorrufen. Die Serie lässt mich aber einiges anders sehen.
    Ich kenne viele der genannten Personen nicht persönlich, das ist wahr. Ich kenne allerdings einige, und dort ist meine Sympathie tatsächlich etwas... eingegrenzt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Könnte es sein, dass die jahrhundertelang eingeimpfte Angst vor der ewigen Verdammnis Menschen so reagieren lässt? Dass sie Leute, die ihrer Meinung nach eine Todsünde begehen nicht nur in ihrer Nähe, sondern auch die blosse Existens dieser Menschen im Universum nicht ertragen können? Dass sie vielleicht fürchten selbst ewig verdammt zu sein, wenn sie Menschen solcher Art dulden?
    Interessante These. Allerdings finde ich sie persönlich etwas weit hergeholt. Wer hat denn heute noch Angst vor der Hölle? Wer kennt denn die Todsünden überhaupt noch? (ich kenn sie auch nur aus "Sieben"). Auch diese sind (wie auch die zehn Gebote) aus einem gesellschaftlichen Konsens entstanden und bilden die Verfehlungen ab, die besonders schändlich sind, da sie nicht nur einmalig geschehen wie Ehebruch, sondern Teil des Charakters geworden sind (Wollust). Ich denke, diese gelten auch in anderen Teilen der Welt als verwerflich (s. oben, China etc.)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde das gerne wissen. Ich bin nicht religiös geprägt, deshalb habe ich mir darüber noch nie wirklich Gedanken gemacht. Ich stosse aber immer wieder an Grenzen, wo mir und Anderen offen oder versteckt tiefe Abneigung bekundet wird. Und ich habe den Verdacht, es könnte an dieser Angst vor dem ewigen Fegefeuer liegen, dass man mit mir und diesen Anderen nichts zu tun haben will.
    Wie gesagt, nach deiner These müssten diejenigen, die dich ablehnen, auch tiefgläubig sein. Ich bin selbst evangelisch und habe viel mit Christen zu tun. Und die wenigstens kennen die Todsünden überhaupt noch.

    Und jetzt mal was Nettes: Ich finde es schändlich, jemanden wegen einer nachgewiesenen Krankheit zu diffamieren. Depressive leiden selbst sehr unter ihrer Antriebslosigkeit (und nicht nur darunter). Kaum ein Fauler hat Todessehnsucht, ganz im Gegenteil. Lass dich mit denen nicht in einen Sack stecken. Das hast du nicht verdient.

    So, das war nun eine elegische Auslegung meiner Gedanken dazu. Ich habe kaum"nachgeschönt" und die p.c. weggelassen, insofern dürfte es hier genug Potential für eine angeregte Diskussion geben.

  9. Inaktiver User

    AW: Depression - Todsünde?

    Interessantes Thema, auch wenn diese Aufzählung Menschen diskriminiert, die krankheitsbedingt darunter leiden.
    Sonst hätte ich gesagt, es könnte ein Aufruf zum Finden der Mitte sein.
    Nehmt mal mal das weniger kritische Thema "Neid", so wissen wir ja, dass Neid einem selbst sehr schaden kann.
    Neid, im Mittelmaß gefühlt, kann anspornen,
    Neid, extrem gelebt, kann aber auch innerlich auffressen und uns von dem ablenken, was wir haben und wofür wir dankbar sein können.
    Da würde uns der Glaube vielleicht lehren, sich mehr in Dankbarkeit zu üben für das was man hat und nicht ständig über den Gartenzaun zu schielen.
    Ich glaube nicht, dass die Bibel zu jener Zeit schon das Krankheitsbild der Esssucht kannte - was man kannte, waren reiche Leute, die sich aus reiner Dekadenz den Wanst vollstopften, während für den Bettler draußen nichts mehr blieb.

    Dass diese Aufzählung noch Einfluss auf den modernen Menschen hat, kann trotzdem gut und gerne sein.

    Ich kann trotzdem Menschen verstehen, die andere ablehnen, weil sie einem sehr geizig vorkommen, übertrieben eitel sind oder zu Jähzorn neigen, unabhängig davon, was die katholische Kirche dazu sagt.

  10. User Info Menu

    AW: Depression - Todsünde?

    Also ich finde an dieser Theorie schon absurd zu behaupten, dass jeder der faul oder träge ist sofort depressiv ist. Das sind zwar auch die Symptome, aber für eine Depression muss noch mehr dazu kommen.

    Es gibt auch faule Menschen, die damit sehr glücklich sind und gar nicht depressiv. Auf die würde ich die Trägheit als Todsünde beziehen.

    Ich habe da ganz einfach eine andere Interpretation.
    Geändert von Lindaxxx (30.12.2010 um 10:12 Uhr)

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