Hallo zusammen!
Irgendwie komme ich in diesem Jahr mit Weihnachten und dem ganzen Drumherum überhaupt nicht klar. Ich schwanke zwischen Genervtsein und tiefer Traurigkeit.
Ein Freund von Weihnachten war ich noch nie. Ich mag dieses Gerenne nicht, diese vielen Geschenke für 1000 Leute, denen man was schenken "muss" (weil es eben immer so war, weil sie "Kinder" sind, weil sie einem auch was schenken usw.), die großen Essen, das viele Geldausgeben für Unsinniges, der Geschenkpapiermüll usw.
Ich habe mir immer vorgestellt, dass es mal anders wird - aber es wird immer nur schlimmer. Mittlerweile bin ich irgendwie für ALLES zuständig - meine Eltern sind sehr alt und schaffen gar nix mehr allein, wollen und sollen natürlich aber doch ein schönes Weihnachten haben. Also mache ich die Festtagsessen sowieso, bewirte hier, kaufe alle Geschenke (auch die für meine Eltern, die sie dann weiterschenken) ... meine Familie wird auch nicht weniger, sondern mehr, weil die "Kinder" jetzt noch ihre Partner mitbringen ... usw.
Ok, es ist nicht so, dass ich hier wie irre rumtrudele ... ich plane gut, bestelle viel beim online-Händler, das Essen ist eher pflegeleicht und lässt sich gut vorbereiten, mein Mann hilft mir viel im Haushalt und überhaupt. Auch sonst bin ich nicht so pingelig und kann auch mal "fünfe gerade sein lassen", was Essen und Deko usw. betrifft. Also ich bin jetzt terminlich nicht sonderlich im Stress - eher so emotional.
Es ist eine tiefe Traurigkeit - da wo eigentlich Weihnachtsfrieden einkehren sollte. Das tendiert von "so ein verlogener Kitsch" bis hin zu "ihr könnt mich mal!" auch gern mal "keiner hat MICH lieb!" ... ich habe das Gefühl, für alle da sein zu müssen, 1000 Erwartungen erfüllen zu müssen ... und im Gegenzug nehmen die anderen alles selbstverständlich hin und nehmen allgemein Weihnachten eh nicht so wichtig ("läuft doch!").
Ich kann es wohl schwer erklären.
Ich würde so gern was ändern - aber vor allem meinen Eltern zuliebe kann ich das nicht. Ich könnte nicht sagen, "wir sind auf Kreuzfahrt - und ihr macht euren Kram hier mal allein!" ... jetzt nicht ... vielleicht wird später mal alles anders und dann bin ich auch traurig, weil sie dann fehlen und ich mich an die alten Familien-Weihnachten zurück sehne ... !? Keine Ahnung.
Das wollte ich mir nur mal von der Seele schreiben!
Kann mich jemand verstehen!?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 73
-
13.12.2017, 06:35Inaktiver User
Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
-
13.12.2017, 07:03Inaktiver User
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Jaaaaa....es ereilt mich jedes Jahr aufs Neue. Eigentlich freue ich mich ein schon etwas auf Weihnachten, eigentlich schenken wir nur den Kleinen was, eigentlich mache ich auch keinen Aufriss zwecks Essen und eigentlich freue ich mich auch auf die Familie...und ja, es werden immer mehr

Aber mich stresst diese Zeit ungemein! Vielmehr stressen mich andere Leute, wegen denen ich im Supermarkt länger warten muß, weil die zu denken scheinen, es gibt nach Heiligabend nichts mehr!°
Wenn das Enkelkind mal nicht mehr hier wohnt und auf eigenen Beinen steht, steht für uns fest....wir hauen über Weihnachten einfach mal ab.
-
13.12.2017, 07:05
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Liebe Nase,
ich kann dich gut verstehen. Meine Situation ist ähnlich. Allerdings befällt mich zum Glück keine Traurigkeit - ich liiiebe Weihnachten. Aber mir wird momentan auch alles zu viel.
Meine Eltern sind auch alt und schwer krank. Mein Bruder auch schwer krank. Meine Kinder wohnen weiter weg, werden aber Weihnachten hier sein.
Ich besorge auch sämtliche Geschenke, die meine Eltern verschenken wollen, verpacke sie. Dieses Jahr werde ich auch ihren Weihnachtsbaum besorgen und schmücken. Bei mir zu Hause das gleiche Spiel. Heiligabend bekomme ich Besuch von den Kindern mit Anhang und Schwiegerfamilie meiner Tochter.
Zum Glück habe ich ab Montag Urlaub. Aber auch noch jede Menge Arzttermine. Ich fühle mich nicht traurig, aber überfordert. Meine Eltern werde ich Heiligabend nicht bei mir haben. Ich wohne nicht barrierefrei, sie können meine Wohnung nicht mehr erreichen. Daher bin ich dann am 1. Feiertag bei ihnen. Am 2. Feiertag kommt dann mein Partner zu mir. Dieser verbringt Weihnachten mit seinen Kindern.
Ich würde so gerne zu Hause gemütlich auf der Couch liegen, einen Weihnachtsfilm gucken oder ein Buch lesen, mich an meiner Deko freuen. Ich befürchte jedoch, daraus wird dieses Jahr nichts werden.
Ja, ich fühle mich gestresst. Vor allem von dem Geschenkewahn. Hier schenkt jeder jedem etwas. Der Kreis der zu beschenkenden Erwachsenen wird immer größer. Also auch Schwiegereltern meiner Kinder, deren Geschwister, .... In den Familien ist das so üblich. Ich hoffe, dass sich da irgendwann eine andere Lösung findet. Ich selber traue mich nicht, das anzusprechen.
Trotzdem wünsche ich Dir .... frohe Weihnachten!









LG, BNH2009
-
13.12.2017, 07:13Inaktiver User
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Doch, ich versteh das.
Ich glaube es liegt daran das du dich in so einem sog fühlst, der dich in was reinzieht.
Überprüf doch mal was von all dem nötig ist. Das meiste wahrscheinlich nicht.
Den Erwachsenen Kindern Alles von vorne bis hinten machen davon halte ich auch nicht viel.
Die könnten mitwirken wenn man zusammen feiert. Deine alten Eltern sind dir wichtig. Das ist ok, denn die können selbst wahrscheinlich nicht mehr viel machen.
Mach dich nicht verrückt
-
13.12.2017, 07:15
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Ich kann dich gut verstehen, trotzdem ein paar Anregungen/Fragen/Hinweise:
Warum musst nur du dich darum kümmern, dass deine Eltern ein schönes Weihnachtsfest haben? Warum können das nicht andere übernehmen? Wie groß ist denn der Kreis derer, die "umsorgt" sein wollen?
Handelt es sich um deine Kinder, die mittlerweile auch mit Partner kommen oder um Neffen und Nichten? Denn dann müssten ja auch Geschwister da sein, die einen Teil übernehmen können?
Ehrlicherweise habe ich bei solchen Themen mittlerweile einen gesunden Egoismus entwickelt. Ich mache, was mir gut tut, - allerdings durchaus mit der Einschränkung, dass ich darauf achte, nicht alle Menschen um mich herum vor den Kopf zu stoßen und zu vergrätzen.
Aber wenn das Weihnachten, wie es bisher bei euch gefeiert wurde, dir nicht liegt, dann suche eine Lösung für dich, die dir gut tut! Was sagt eigentlich dein Mann dazu? Unterstützt er dich?
Ein Kompromiss wäre z. B., dass du dir für Heiligabend den Stress noch machst und alle um dich versammelst, dann aber am 01. Weihnachtstag mit deinem Mann in einen Kurzurlaub verschwindest (z. B. ein Ferienhaus an Nord- oder Ostsee, da kann man sich gut durchpusten lassen).
Alles Gute
LG L.
-
13.12.2017, 07:45
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Es sollte ein Kompromiss her.
Alles etwas zurückfahren, die Schenkerei arg einschränken (!man hat doch eh schon alles, was wird denn da geschenkt?!), sich einigen auf "nur ein Buch schenken" beispielsweise. Nicht drei Tage Festessen. (Das hört sich gruselig an)...
Auf ein Nur-Kaffeetrinken reduzieren? An einem Tag zusammen essen gehen (das ist unser Geschenk "untereinander" hier), einfach schön zusammensitzen, gut essen und trinken und Zeit für einander haben. Viele Restaurants bieten schöne Brunchs oder Menüs an.
Bei uns gibt es oberschlesisches Essen HL. Abend, Aufwand minimal und nicht überedel. Oberlecker und aus historischen Gründen Tradition. Wenn mein Bruder mit Familie kommt, gibt es ein Kaffeetrinken, meine Nichten backen, hinterher Chips und Sekt. Und gut iss.
Moderatorin im Forum
Trennung und Scheidung,
Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
Über das Kennenlernen
Reine Familiensache
-
13.12.2017, 07:59
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Ich finde es vor Weihnachten auch stressig...
Aber wir haben eine gute Lösung für die Schenkerei gefunden, meine Geschwister (samt Schwägerin/Schwager) und meine Eltern, wir "wichteln", jeder zieht einen Zettel und beschenkt denjenigen den er gezogen hat.
So bekommt jeder etwas aber nicht jeder von jedem
Dieses Jahr freue ich mich sehr auf Weihnachten, ich fahre mit meinem Mann, Söhnchen und unserem Mops am 22. ins Ferienhaus an die Nordsee - mit Kamin!!
Und wir bleiben bis 6. Januar
-
13.12.2017, 11:49
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Liebe Nase
ich kenne dieses Gefühl aus anderen Situationen und ahne, daher, wie ungut es sich anfühlt.
Allerdings, grade um Weihnachten herum macht es mich traurig, dass mein Umfeld sich so belastet fühlt
Ich denke und fühle: schön, dass es Euch/uns gibt, schön dass es an wenigsten diesen Tagen klar ist, dass wir uns sehen, weil ALLE kommen
Schön, dass es immer mehr werden, die auch kommen wollen
Toll, dass ich/wir so reduziert haben, 5grade sein lassen
Oft kommt es in meinem Umfeld so rüber, dass sie alle am Liebsten eher Ruhe haben wollen (und alles was du beschreibst)
Und ich denke, fühle: es ist doch "eigentlich" nur in Eurem Kopf so, denn diese Ruhe, auf der Couch mit dem Buch.....könnt Ihr doch zwischendurch mal haben, Euch nehmen ....denn soo einfach ist es bei uns zumindest nicht, zwischendurch mal alle über 1, 2, 3 Tage mal zu sehen und am Tisch zu haben, weil da gibt es immer die verschiedensten Termine, Wichtigkeiten, die das verhindern
Wie gesagt, ich kenne dieses überfordert, müde sein sehr gut (grade auch zw noch alten Eltern und Kindern hängen)
Ist also definitiv nicht böse gemeint
Es wird Zeit für eine neue Signatur
-
13.12.2017, 12:02
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
Es ist Stress-ja!
Zum teil aber auch hausgemacht.
Wir haben beschlossen, daß es ab sofort nur noch Geschenke für U 18 gibt!
Ein Riesefaktor was Zeit Nerven und Geld angeht!
Ein Dank an meine Schwägerin,die diesen Vorschlag in unserer Whatsapp-Familiengruppe bereits im Oktober getätigt hatte
Das Familienessen findet-wie jedes Jahr-am 25. bei mir statt.
Aber das mache ich gern.
Mama, 3 Geschwister mit Anhang, die Kids mit Partner und Kids....
ist schon ne Aufgabe.Aber auch dieses Jahr werde ich das als große Schwester wiedr meistern (sonst tut's ja keiner).
-
13.12.2017, 12:14
AW: Weihnachtstraurigkeit - im Familientrubel
So haben wir das eine ganze Zeit auch gemacht und unter Erwachsenen finde ich das eine ideale Lösung - jeder kann ein Geschenk auspacken, es kommt Weihnachtsstimmung auf, aber man muss sich nicht totkaufen für Kram, den dann eh keiner will.
Leider klappt das jetzt nur noch mit einem Teil der Familie, einige wollen wieder "normal" schenken.
An sich ist schenken ja auch schön, aber mich nervt es auch total, wenn das in so eine Materialschlacht ausartet und man Geschenke kauft nach dem Motto "keine Ahnung, was die Person will oder braucht, also kaufe ich halt irgendwas".
Mit meinen guten Freundinnen habe ich die Vereinbarung, dass wir was kleines geschenkt wird, ein Buch u.ä.. Für unsere Tochter haben wir eine Wunschliste gemacht, mit der klaren Botschaft an alle, sich bitte genau daran zu halten. Sonst würde sie vermutlich unter Spielzeug begraben werden.
Mich macht Weihnachten die letzten Jahre leider auch eher traurig, obwohl ich eigentlich Weihnachtsfan bin. Liegt bei uns daran, dass die Verhältnisse z.T. sehr schwierig sind und wir hin- und herlavieren müssen, wer wann kommt, und dann natürlich immer jemand beleidigt ist...
Mittlerweile weigere ich mich aber, mir zu viel Stress zu machen, ob es nun um Essen, Geschenke oder um irgendwelche Befindlichkeiten geht. Mein Mann und ich haben uns als oberstes Gebot gesetzt, dass Weihnachten für unsere Tochter entspannt und schön sein soll, dahinter müssen halt alle anderen Familienmitglieder zurückstehen.


Zitieren

