Hört sich gut an - zunächst.Zitat von Inaktiver User
"Die Lehrerinnen und der Unterrichtsstoff blieben ja weitestgehends die Gleichen."
Und was sollte sich dann SO WESENTLICH ändern?![]()
Jungs könnten ungehindeter herumtollen, ihre Macht besser erpoben und müssten sich nicht an den "ordentlicheren und strebsameren Mädchen" (sind diese Attribute im Genus festgelegt? Na dann muss ich aber unbedingt ein Junge gewesen sein!) messen.
Wenn die Unterrichtsinhalte und auch die Art der Vermittlung absolut gleich bleiben, kann's nur darauf hinauslaufen, dass die Jungs sich in "Männer (oder Jungs-)ritualen" üben und die Mädchen strebsam "weiterkichern".
Wenn man aber das Bildungssystem - inklusive Lehrerausbildung sowie die Stärkung der Motivation der (angehenden) Lehrer - insgesamt grundlegend renoviert, wird es keine Geschlechtertrennung brauchen. Es sind, oder sagen wir wären, auch auf anderen Wegen grundlegende Verbesserungen möglich.
Bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein lagen die Knaben noch vorne. Dann gab's wenige Jahre mit einem annähernden Gleichstand zwischen den Geschlechtern. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits mindestens 20 Jahre lang mehrheitlich koedukativ unterrichtet.
Also kann der "Leistungsabfall" der Knaben nicht ausschließlich der koedukativen Erziehung zugeschoben werden.
Da muss schon noch etwas völlig anderes passiert sein.
Vielleicht sollte man sich auch mal die gesellschaftlichen Veränderungen insgesamt und im besonderen die der Elternhäuser ansehen. Nein, ich fordere nicht, dass Frauen "zurück an den Herd" sollten!(das könnte schließlich auch der Mann - nicht "zurück" an den Herd, aber endlich dorthin!) Unbestritten aber ist, dass in den Elternhäusern früher mehr Zeit für die Kinder übrig blieb. Stets gestresste und genervte Eltern (SEHR verständlich bei Mehrfachbelastungen!) KÖNNEN sich nicht in dem Maße ihren Kindern widmen, wie es offensichtlich nötig wäre.
Die "bildungsnahe Schicht" bekommt dieses Problem trotz einer gestiegenen Belastung aufgrund der doppelten Ganztagsberufstätigkeit in der Regel ganz gut in den Griff (wenn auch auf Kosten der Nerven aller Beteiligten), aber bei dem Rest (nicht zu hundert Prozent, aber ganz sicher bei einem Teil dieses Restes), werden die Kinder vor dem Fernseher oder dem Computer "geparkt". Mädchen scheinen diesen Freizeitvergnügungen aber nicht im gleichen Maße zu unterliegen wie die "männliche Seite".
Vielelicht sollte man den Grund für das schlechtere Abschneiden von Jungs auch mal in der gesamtgesellschaftlichen Struktur suchen. Schulen sind wichtig, sollten aber nicht als Sündenbock für die Versäumnisse aus Elternhäusern herhalten müssen.
Und nochmals:
Viele Familien aus mittleren und höheren Bildungsschichten (und sicher auch einige wenige aus sogenannten "bildungsfernen Schichten" - dafür gibt's auch Negativbeispiele bei den erstgenannten) bekommen die Erziehung ihrer Kinder trotz einer ganztägigen Berufstätigkeit von beiden Elternteilen gut oder zumindest einigermaßen in den Griff. Aber es bleiben eben genug Familien übrig, die dies nicht leisten können.
Vielleicht sollte man auch mal untersuchen aus welchen Familienstrukturen die "Versager" kommen und demzufolge an der Familienpolitik etwas ändern, ehe man im schulischen Bereich völlig künstliche Lösungen "anbietet", die obendrein unausgegoren sind und deren Auswirkung auf andere Lebensbereiche nicht zwingend ausschließlich positive Entwicklungen erwarten lässt.
Ich wollte doch nicht mehr schreiben................![]()
Daran bin ich jetzt selbst Schuld!![]()
Anitra
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30.10.2008, 13:35
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Geändert von Anitra (30.10.2008 um 13:41 Uhr)
Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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30.10.2008, 13:58
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Aber Anitra, die gesamtgesellschaftlichen Stukturen sind doch zählebiger als alles andere.
Zitat von Anitra
Sie zu verändern wird länger dauern als auch nur unsere Bildungsausgaben auf finnisches Niveau zu heben, wobei ich ja durch Cyans Link noch erfahren musste, daß in Finnland der Abstand in der Lesefähigkeit zwischen Jungen und Mädchen ganz besonders hoch ist.
Natürlich sollte die Gesellschaft sich ändern, gerechter werden, natürlich sollte die Politik das beeinflussen, aber warum sollte Politik nicht in Angriff nehmen, was sie kurzfristig und mit relativ wenig Mitteleinsatz tun kann, nämlich die Koedukation abschaffen?
Dass dies Jungen und Mädchen hilft, hat ein Schulversuch in Großbritannien doch ergeben.
Was fürchten wir denn beim Preisgeben der Koedukation?
Dass Männer und Frauen nicht mehr zueinander finden?
Das tun sie ja bereits heute zum großen Teil nicht mehr, wie die Scheidungsrate, die Geburtenrate etc. ausweisen.
Die Zahl der Rechtsradikalen wächst, die Männergeneration unter 29, durch die Bank ein Produkt der Koedukation, ist weiblichen Ansprüchen gegenüber weniger aufgeschlossen als jede andere Männergeneration, weniger sogar als selbst die durch die Bank monoedukativ erzogene Generation der über 60jährigen.
Der Abschied von der Koedukation, zumindest in Einzelfächern, ist nur der Abschied von der Illusion, Jungen und Mädchen seien so gleich, daß man sie nur gleich behandeln müsse, um gleichartig sich verhaltende Menschen zu erzeugen.
Das Gegenteil ist doch in der Realität der Fall.
Aber Illusionen sind zählebig.Geändert von arouet58 (30.10.2008 um 16:22 Uhr)
Cum grano salis
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30.10.2008, 14:01
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Zitat von Satyr
Jungs versagen nicht komplett!
Ich erinnere an die Zahlen von Arouet.
44 Prozent der Abiturenten sind männlich
Nennst du das KOMPLETT versagen??????
Gut, es könnten mehr sein (und es macht auch Sinn an einer Verbesserung zu arbeiten) daran gibt es nichts zu rütteln, aber dass Jungs KOMPLETT versagen kann ich an dieser Zahl nicht erkennen.
In meinem persönlichen Umfeld (das natürlich nicht repräsentativ ist) besteht ein Verhältnis von Jungs zu Mädchen von 90 zu 10 Prozent. Alle unsere Bekannten, Freunde und Verwandten haben dominant Jungs, alle sind koedukativ unterrichtet worden und 100 Prozent davon haben es bisher (soweit sie das entsprechende Alter haben) bis zum Abitur gebracht, einige bereits erfolgreich ein Studium abgeschlossen.
Ein KOMPLETTES Versagen von Jungs sieht anders aus.
Im übrigen ist es so, dass trotz des besseren Abschneidens der Mädchen für sie noch lange keine Chancengleichheit am Arbeitsplatz besteht.
Siehe hier!
Da scheinen einige doch enorm Angst davor zu haben, dass die Frauen den Männern vielleicht schon in naher Zukunft "den Rang ablaufen" könnten.
Ein solches Szenario würde ich mir übrigens NICHT wünschen.
Aber ich sehe auch keinen Grund dafür in Panik zu verfallen, weil im Augenblick etwas weniger Jungen als Mädchen entsprechende Bildungdabschlüsse haben.
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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30.10.2008, 14:20
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Es ändert nichts daran, das der Großteil der Abiturienten nicht männlich ist - weiter steigend.
Zitat von Anitra
Und vor einigen Jahrzehnten, haben diese Zahlen - in umgekehrten Geschlechterverhältnis - gereicht um zu beginnen den Unterricht auf Mädels auszurichten. Warum also nicht auch hier?
Na und?In meinem persönlichen Umfeld (das natürlich nicht repräsentativ ist) besteht ein Verhältnis von Jungs zu Mädchen von 90 zu 10 Prozent. Alle unsere Bekannten, Freunde und Verwandten haben dominant Jungs, alle sind koedukativ unterrichtet worden und 100 Prozent davon haben es bisher (soweit sie das entsprechende Alter haben) bis zum Abitur gebracht, einige bereits erfolgreich ein Studium abgeschlossen.
Ich wurde selbt auch koedukativ unterrichtet, habe "nur" einen Realschulabschluss. Ich weiß, das es bei mir tatsächlich an mir selbst lag. Ich war stinkendfaul und hab nur das nötigste getan, um nicht sitzen zu bleiben. War für mich völlig ok so.
Aber ich bin halt nicht repräsentativ :)
Ich vertraue da lieber den Zahlen, die ein weit größeres Sample benutzen. Zum Beispiel den Überblick über "alle" Schüler, Abiturienten. Das finde ich aufschlussreicher.
Doch. Bis auf wenige Ausnahmen, besteht Chancengleichheit.Im übrigen ist es so, dass trotz des besseren Abschneidens der Mädchen für sie noch lange keine Chancengleichheit am Arbeitsplatz besteht.
Siehe hier!
Die meisten Märchen auf der von Dir verlinkten Seite (Gehaltsunterschiede) wurden mittlerweile von offizieller Seite revidiert. Selbst das Familienministerium hat offiziell zugegeben, das es keine Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern, bei gleicher Arbeit gibt.
Aber davon mal ganz abgesehen, geht es beim Arbeitsplatz (von 16/17 Jährigen Azubis abgesehen) um Erwachsene, mündige Menschen. Man kann nicht deren Lebensprobleme für eine Rechtfertigung nutzen, Jungs zu benachteiligen. Jungs sind UNMÜNDIGE KINDER. Die können da nichts für und sollte dafür auch nicht gradestehen müssen.
Aber wie gesagt. Chancengleichheit in Beruf ist überall existent, außer dort wo es Quoten gibt. Diese sind dann allerdings zu ungunsten von Männern, nicht von Frauen.
Mehr dazu kannst Du hier nachlesen.
Nein, damit hat es nichts zu tun. Wenn man möchte das in Deutschland Jungs die gleichen Chancen haben wie Mädchen, dann ist es "Angst".. möchte man umgekehrtes, dann ist es selbstverständliche Gleichstellungspolitik?Da scheinen einige doch enorm Angst davor zu haben, dass die Frauen den Männern vielleicht schon in naher Zukunft "den Rang ablaufen" könnten.
Aber genau das, haben einige Feministinnen schon vor Jahrzehnten geäußert. Wie hieß es da? In etwa: "Wenn wir wollen das unsere Töchter es einmal besser haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen".
Mittlerweile ist dies Realität. Da hier aber mit Kindern "gespielt" wird, finde ich das pervers. Die können nichts dafür, was manche Frauen in ihre Probleme der Arbeitswelt interpretieren.
Ich wurde in meiner Ausbildung übrigens schlechter bezahlt, als ein Mitazubi der die gleiche Arbeit gemacht hat wie ich. Er war männlich - so wie ich. Wurde ich diskriminiert? Wenn ja, aufgrund von was?
Es geht um weit mehr.Aber ich sehe auch keinen Grund dafür in Panik zu verfallen, weil im Augenblick etwas weniger Jungen als Mädchen entsprechende Bildungdabschlüsse haben.
Es geht darum das Jungs die gleiche Leistung bringen, aber keine Gymnasialempfehlung bekommen. Es geht daru, das Jungs die gleiche Leistung bringen aber schlechter benotet werden.
Es geht darum das Jungs mit Ritalin vollgepumpt werden, anstatt das man sich auf sie einstellt.
Es geht darum das Jungs auf Sonderschulen abgeschoben werden, sobald sie nicht mehr ins System passen.
Ersetze mal "Jungs" durch "Dunkelhäutige".. vielleicht fällt Dir was auf.
Eigentlich mag ich diese Keule nicht.. aber hier ist es einfach so verflucht deutlich, das es mich ärgert, wenn darüber Witzchen gemacht werden oder jemand sagt "is ja alles nich so schlimm..."
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30.10.2008, 14:24
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Anitra, das eine Thema hat mit dem anderen zunächst einmal nichts zu tun.
Zitat von Anitra
Dass Frauen, Erwachsene!, nicht in dem Maße Karriere machen, wie erhofft, kann ja nicht als Argument dienen, Jungen, Unmündige, bei der Bildung schlechter zu stellen, ein Argument, das aber offen oder versteckt, immer wieder vorgebracht wird, offen z.B. von Waltraud Cornelißen, der Leiterin des Deutschen Jugendinstitutes, einer Forschungseinrichtung, die gerne von den Frauenministerien als Studienlieferantin, weil ideologisch auf Linie, angefragt wird.
Sie sagte 2003 in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau, daß Mädchen ihren Bildungsvorsprung ja bräuchten, weil sie später im Beruf benachteiligt würden, eine Ungeheuerlichkeit, diese Aussage, beinhaltet sie doch die Bereitschaft, männliche Kinder zu benachteiligen, um erwachsenen Frauen zu helfen.
Denn ob deren Karrieren tatsächlich wegen männlicher Behinderung so anders verlaufen als die der Männer oder nicht vielmehr deshalb, weil Frauen anderes mit anderer Intensität anstreben als Männer, im Schnitt!, das ist längst nicht klar.
Aber selbst wenn es diese Männerverschwörung zulasten erwachsener Frauen gäbe, rechtfertigte das nicht die "ausgleichende" Bestrafung männlicher Kinder.
Ich fürchte aber, dass diese Vorstellung von "ausgleichender Gerechtigkeit" in vielen verwirrten Köpfen vorherrscht.
So jedenfalls erkläre ich mir die merkwürdige Gleichgültigkeit der Bildungsmisere der Jungen gegenüber, die so lange und in Teilen immer noch, vorherrschte und vorherrscht.
In diesem Lande herrscht mittlerweile ein eklatanter Mangel an Ingenieuren, Technikern, Informatikern, technisch versierten Handwerkern, Facharbeitern usw.
Diese Berufe aber erwirtschaften die Grundlagen unseres Wohlstandes.
Wenn dieses Industrieland seine Basis, das sind die technischen Berufe, verwirtschaftet, dann können wir den Sozialstaat vergessen und alle Frauenfördermaßnahmen obendrein, die es bis heute nicht fertig brachten, wesentlich mehr Mädchen in technische Berufe zu bringen als in all den Jahrzehnten zuvor.
Es wird Zeit, auch deshalb über Jungenförderung zu reden.
Uns bricht die Basis weg.Geändert von arouet58 (30.10.2008 um 16:25 Uhr)
Cum grano salis
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30.10.2008, 14:46
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Danke für den Wangenkuss!
Zitat von Inaktiver User
Und ja, ich habe meine Schulzeit "allein unter Frauen" überlebt. Es war auch nicht immer nur alles schlimm, das zu behaupten wäre übertrieben.
Da ich aber auch zu Hause weder Vater noch Bruder hatte, brauchte ich überdurchschnittlich lange um eine "normale" Umgangsweise zum anderen Geschlecht zu finden. Ich sah in Männern "Übermenschen", mit denen ich nie mithalten können würde, Wesen die mich nicht wirklich ernst nehmen oder sich gar für mich interessieren könnten und vieles mehr.
In einem von arouets verlinkten Artikeln las ich, dass ein Befürworter der monoedukativen Erziehung auch dafür plädierte, dass Elternhäuser dafür sorgen müssten, dass ihre Kinder entsprechenden Kontakt zum jeweilig anderen Geschlecht pflegen.
Solange Vater und Mutter da sind und vielleicht auch noch Geschwister vom anderen Geschlecht, ist das einfach oder sagen wir einfacher. Aber wenn nicht? Manchmal haben auch die Freunde der Eltern (der Mutter, des Vaters bei Alleinerziehenden)nur "Gleichgeschlechtliches" anzubieten.
Aber auch wenn die entsprechenden Möglichkeiten da sind, dann ist es immer noch etwas völlig anderes mit einem Knaben (gilt auch anders herum) zu spielen, den man schon aus dem Sandkasten kennt, als vielleicht im pubertären Alter mit einem quasi Fremden konfrontiert zu werden.
Aber das allein ist nicht alles. Warum nur sollen gerade die "Lernprozesse", die durch Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht möglich sind und die im ganzen Erwachsenenleben, beruflich wie privat eine Bedeutung haben werden aus der Schule verbannt werden?
Ich weiß schon, damit die Knaben wieder mehrheitlich zu besseren Schulabschlüssen kommen. Zum einen ist der DAUERHAFTE Erfolg der angestrebten Maßnahme (monoedukativer Unterricht) keineswegs gesichert. Zum anderen bleibt durch eine solche Maßnahme sicher etwas anderes auf der Strecke. Irgendwann wird das Gejammere dann groß sein.
Warum also nicht am eigentlichen Kern der Sache, nämlich dem einer besseren (Aus)bildung ansetzen? Dazu müsste man eben das gesamte Schulsystem reformieren, mehr Lehrer einstellen, Lehrer besser ausbilden und versuchen sie auch besser zu motivieren und und und......
Ich wage mal einen Vergleich (auch wenn Vergleiche immer hinken müssen
).
Ein Patient hat Schmerzen. Zu der Linderung derselben bekommt er SCHMERZtabletten verordnet. Sie wirken, der Patient ist schmerzfrei. Problem gelöst!
Nein, das ist es eben nicht. Er kann weiterhin Schmerztabletten schlucken (und irgendwann an den Nebenwirkungen krepieren), die Beseitigung der eigentlichen Ursache seiner Schmerzen wurde nämlich nicht angestrebt.
Solange im Schulsystem nur Symptome bekämpft werden (und so verhält es sich mit der monoedukativen Erziehung - man wirkt Symptomen entgegen) wird für keinen einzigen Betroffenen NACHHALTIG eine Verbesserung eintreten.
"Monoedukativen Unterricht" einzuführen ist nichts anderes als ein "Vertrösten". Man wird vielleicht damit positive Ergebnisse erzielen und hat somit die Massen ruhig gestellt. Das EIGENTLICHE Problem (Verbesserungen im gesamten Schulsystem) wird wieder einmal auf den St. Nimmerleinstag verschoben.
Ich gebe hier nur meine ganz persönliche Überzeugung wieder.
Dir alles Liebe
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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30.10.2008, 15:04
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Nein, der dauerhafte Erfolg ist nicht sicher.
Zitat von Anitra
Sollte er nicht erzielbar sein, wird man eben wieder eingreifen müssen.
Aber eines scheint sicher: DER DAUERHAFTE MISSERFOLG der Koedukation, denn, wie ich erfahren durfte (Danke, CYan), ist ja sogar im Bildungsmusterland Finnland der Lese- Rechtschreibunterschied zwischen Jungen und Mädchen sehr groß.
Alles Sonstige, Verbesserung der Lehrerausbildung, mehr Männer in die Grundschulen usw., wird sich erst in frühestens 10 Jahren spürbar auswirken.
Das kann man ja alles angehen, ohne auf andere Maßnahmen zu verzichten.
Abschaffung der Koedukation bedeutet ja nicht, komplette Geschlechterapartheid, man kann sie z.B. nur in neuralgischen Fächern vornehmen (Rechnen, Deutsch), anderes, wie Religion, Biologie usw. weiterhin gemeinsam unterrichten.
Niemand würde Jungen und Mädchen außerdem daran hindern, sich in frei gewählter Umgebung, in der Freizeit, in Vereinen zu begegnen.
Die Lernprozesse, die Du ansprichst, fanden ja schließlich, nicht ganz erfolglos, denn sonst gäbe es uns nicht, auch in verflossenen Generationen statt, ohne Koedukation.
Umgang der Geschlechter miteinander wird auch von der derzeitigen Koeduktaion nicht erfolgreich vermittelt.
Die Scheidungsraten und eine Geburtenrate von 1, 38 (sie ist gerade von 1,34 auf 1,38 gestiegen, das wird uns von Frau von der Leyen als großer Erfolg verkauft) pro Frau, 2,1 wäre nötig zur "Bestandserhaltung", sprechen auch hier eine deutliche Sprache.
Daran gemessen wäre es auch ein großer Erfolg, erhöhte die Abschaffung der Koedukation die Quote z.B der männlichen Abiturienten von 44 auf 47 %.
Sie wird aber, geschieht nichts, weiter sinken, was nicht zu mehr Ingenieuren führen wird, höchstens zu mehr Klagen, daß gut ausgebildete Frauen leider keine adäquaten Partner fänden, denn sie wollen ja mehrheitlich nicht nur nicht in die technischen Berufe, nein, nach "unten" heiraten wollen Frauen in der Regel auch sehr viel seltener als Männer.
Das heißt dann, allein aufgrund der Bildungsmisere der Jungen, in naher Zukunft noch mehr weibliche "Supersingle", noch weniger Kinder.Geändert von arouet58 (30.10.2008 um 16:17 Uhr)
Cum grano salis
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30.10.2008, 15:17
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Satyr und Arouet,
ich kann euch nicht "bekehren", das ist mir klar und ich WILL das auch gar NICHT.
Ich habe zum Thema lediglich eine andere Auffassung als ihr und vertrete diese ebenso wie ihr die euere. Nichts weiter. Nichts ist hierbei "richtig" oder "falsch", denn es handelt sich stets nur um Meinungen und als solche haben sie mit einem reinen Wahrheitsgehalt, einem alleinigen Allgemeingültigkeitsanspruch nichts aber auch gar nichts zu tun.
Und: Ich sehe in euren ARGUMENTEN bezüglich von Fehlentwicklungen denoch ziemlich viele auch von mir individuell gefühlte "Wahrheiten", nur würde ich die Probleme gerne auf andere Weise gelöst sehen. Und ich werde mich nicht davon abbringen lassen, dass dies möglich wäre, nicht aus Sturheit sondern aus persönlicher Überzeugung.
Das habe ich nie behauptet und wenn es bei dir so angekommen ist, mag es an meiner möglicherweise ungenauen Formulierung liegen. Aber nochmals eindeutig: Die obige Aussage unterstütze ich nicht.
Zitat von arouet58
......das aber offen oder versteckt, immer wieder vorgebracht wird, offen z.B. von Waltraud Cornelißen, der Leiterin des Deutschen Jugendinstitutes, einer Forschungseinrichtung, die gerne von den Frauenministerien als Studienlieferantin, weil ideologisch auf Linie, angefragt wird.
Sie sagte 2003 in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau, daß Mädchen ihren Bildungsvorsprung ja bräuchten, weil sie später im Beruf benachteiligt würden, eine Ungeheuerlichkeit, diese Aussage, beinhaltet sie doch die Bereitschaft, männliche Kinder zu benachteiligen, um erwachsenen Frauen zu helfen.
Ich habe geschrieben:
Diese Aussage impliziert nicht zwingend, dass Mädchen deshalb einen Bildungsvorsprung bräuchten. Das sehe ich im übrigen auch nicht so. Ich erachte es nur nicht für so schlimm wie ihr wenn sie - VORÜBERGEHEND - einen solchen haben. Und da es nicht beim "vorübergehend" bleiben soll, muss man etwas unternehmen. Das habe auch ich nirgendwo bestritten.
Zitat von Anitra
(Ironie: Ein 50 zu 50 Verhältnis wird wohl selten vorherrschen und ihr wollt gerne den männlichen Part wieder vorne sehen, oder?
)
Bei dieser Aussage stimme ich dir zu hundert Prozent zu.Denn ob deren Karrieren tatsächlich wegen männlicher Behinderung so anders verlaufen als die der Männer oder nicht vielmehr deshalb, weil Frauen anderes mit anderer Intensität anstreben als Männer, im Schnitt!, das ist längst nicht klar.
NATÜRLICH NICHT! Eine geradezu abschreckende Vorstellung!Aber selbst wenn es diese Männerverschwörung zulasten erwachsener Frauen gäbe, rechtfertigte das nicht die "ausgleichende" Bestrafung männlicher Kinder.
Ich halte deine Befürchtungen nicht einmal für völlig abwegig, nein überhaupt nicht (ernsthaft gemeint, aber bitte, ohne dabei in Panik zu verfallen!Ich fürchte aber, dass diese Vorstellung von "ausgleichender Gerechtigkeit" in vielen verwirrten Köpfen vorherrscht.
So jedenfalls erkläre ich mir die merkwürdige Gleichgültigkeit der Bildungsmisere der Jungen gegenüber, die so lange und in Teilen immer noch, vorherrschte und vorherrscht.
)
Du bist aber schon der Meinung, dass die oben von dir genannten Berufe prinzipiell auch von Frauen ausgeübt werden könnten?In diesem Lande herrscht mittlerweile ein eklatanter Mangel an Ingenieuren, Technikern, Informatikern, technisch versierten Handwerkern, Facharbeitern usw.
Diese Berufe aber erwirtschaften die Grundlagen unseres Wohlstandes.
Wenn dieses Industrieland seine Basis, das sind die technischen Berufe, verwirtschaftet, dann können wir den Sozialstaat vergessen und alle Frauenfördermaßnahmen obendrein, die es bis heute nicht fertig brachten, wesentlich mehr Mädchen in technische Berufe zu bringen als in all den Jahrzehnten zuvor.
Es wird Zeit, auch deshalb über Jungenförderung zu reden.
Uns bricht die Basis weg.
Ich muss mich für heute verabschieden.....
LG,
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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30.10.2008, 15:24
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Satyr,
Zitat von Satyr
es geht nicht um einen kleinen Prozentsatz männlicher Mädchen und weiblicher Jungen sondern darum, dass wissenschaftliche Erkenntnisse (es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen) zu populärwissenschaftlicher Propaganda (sie denken so sehr anders, dass sie anders unterrichtet werden müssen) aufgebauscht werden.
Du nimmst z.B. bereits an, dass das System Jungen nachweislich und bewusst schadet. Das ist nicht dein Fehler sondern Teil einer Berieselung mit angeblichen Fakten, denen wir täglich ausgesetzt sind. Ich habe diese Tatsachen auch erstmals so geschluckt.
In den Hoch-Zeiten des Feminismus war es auch normal zu sagen, dass jeder Mann potenzieller Vergewaltiger sei, dass das patriarchale System Frauen demütigt, unterdrückt und missbraucht. Ihnen nachweislich schadet.
Ich finde, in die Debatte muss einfach mehr Gelassenheit einkehren.
Wenn immer wieder behaupet wird, Jungen würden systematisch gedemütigt und pathologisiert und die Krise spitzt sich zu einer Katastrophe zu ...übertreibt maßlos. Das sind keine Gründe für eine Monoedukation..sie verraten nur den Fanatisten. Wie zum Beispiel den Maskulisten.As the small talk ebbs away the silence is awkward. The Streets
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30.10.2008, 15:58
AW: Geschlechtertrennung in bestimmten Schulfächern. Eine gute Idee?
Nein, ich will den besseren Part vorne sehen, egal ob Mann oder Frau.
Zitat von Anitra
Das werden, im Schnitt, im sprachlichen Bereich wohl immer natürlicherweise die Mädchen sein und im mathematischen Bereich, im Schnitt wohl immer die Jungen, aufgrund natürlicher Gegebenheiten.
Aber die Unterschiede müssen nicht so groß sein, wie sie gegenwärtig sind.
Im Schnitt bedeutet auch, dass es IMMER ganz hervorragend begabte Mathematikerinnen und genauso hervorragend begabte Sprachkünstler gibt, daß also ein Rollenzwang für Individuen aus den wissenschaftlich festsstellbaren Geschlechterunterschieden nicht ableitbar ist, weder für Frauen als Mütter, noch für Männer als Versorger und Verteidiger.
Jeder und jede soll das machen können und dürfen was er machen will und wozu er sich begabt weiß.
Keiner hat also das Recht, etwa einem Mädchen den Wunsch nach technischem Spielzeug auszureden mit der Begründung, das sei unnatürlich für ein Mädchen.
Das Häufige ist zwar häufig und definiert darum das Typische, aber die Natur variiert ihre Grundtypen in breitem Umfang.
Es gibt also viele "männliche" Mädchen und "weibliche" Jungen.
Das ist auch gut so.
Sie dürfen es sein, sie sollen es sein, sie dürfen unter ihrem So-Sein nicht leiden.
Nur, man darf wohl keinem Jungen die Puppe verweigern, mit der er spielen will, aber aufdrängen sollte man sie ihm auch nicht.
Frauen können diese Berufe selbstverständlich ergreifen und ausüben, aber bis heute wollen sie kaum, warum auch immer.Du bist aber schon der Meinung, dass die oben von dir genannten Berufe prinzipiell auch von Frauen ausgeübt werden könnten?
Von ihren Bildungsvoraussetzungen her könnten sehr viel mehr Frauen in technischen Bereichen arbeiten als es tatsächlich tun.
Sie tun es nicht, weil sie nicht wollen.
Umgekehrt, sehr viel mehr Jungen wollen eine technische Berufsausbildung, bekommen aber keine, weil ihnen die Bildungsvoraussetzungen fehlen.
Die Bildungsmisere beschneidet ganz elementar die Freiheit ihrer Berufswahl.
Das scheint nicht allzuviele zu stören in diesem Land, das so besorgt ist um Gleichberechtigung, jedenfalls dann, wenn sie Frauen zugute kommt, die Gleichberechtigung.Geändert von arouet58 (30.10.2008 um 16:12 Uhr)
Cum grano salis


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