Abwehrhaltung von Ex-Rauchern? Wie habe ich das jetzt genau zu verstehen? Als über 30 Jahre ohne Probleme standfeste Nichtraucherin.
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28.09.2008, 22:43Inaktiver User
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
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29.09.2008, 07:42
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Ich weis nicht, wo du als Arzt tätig bist, aber in der Klinik wo ich arbeite, werden alle notwendigen Maßnahmen zum Wohle des Patienten eingeleitet, auch wenn das bedeutet, dass manche Abteilungen rote Zahlen schreiben.Wenn dann manche heute selbstverständliche Versorgung, z. B. eine AHB nach einer OP, oder andere (lebens-)wichtige Therapien, nicht mehr genehmigt werden, dann werden die Menschen drangsaliert!
Wem haben Wir dies dann wohl überwiegend zu verdanken?
Wenn wir Raucher zukünftig als chronisch Kranke eingestuft werden, werden sich ja die Kassen um uns reißen - schließlich gibts nen Bonus für jeden chronisch Kranken.
Und allzuviel Kosten verursacht man als Raucher ja erst mal nicht.
Im Übrigen ist die Therapie des Lungenkarzinoms so teuer nicht : ev. OP, danach ein paar Kurse Chemo und die meisten versterben nach ca. 6 Monaten.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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29.09.2008, 09:22
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Ich liebe es eben Dinge völlig ad absurdum zu führen. Das mag man oder nicht. Es ist für mich in Ordnung, wenn DU es nicht magst.
Zitat von Gegenrede
Mag sein, dass ich die Lust an konstruierten und sinnlosen Entgegnungen habe. (Ich habe die entsprechende sinngemäß auch als solche benannt.) Die bekomme ich immer dann, wenn mir Menschen begegnen, die - nach meiner ganz persönlichen Auffassung, die ich nicht als der Weisheit letzter Schluss sehe - zu verbissen in eine Richtung insistieren, in eine Richtung, die zweifellos "ach sooooo vernünftig" ist, aber leider nicht immer den Empfindungen, Vorstellungen, Wünschen, Lebensphilosophien ALLER Menschen gleichermaßen gerecht werden. Außerdem ist das Leben als solches eben niemals völlig "korrekt", "perfekt", "vernünftig" oder wie immer man es nennen will. Das wird es auch nicht sein und ich erachte dies nicht einmal für wünschenswert. Man bewahre uns davor! Aber du darfst das selbstverständlich anders sehen, jeder darf das. Aber ich darf eben auch meine Vorstellung haben.Nur dass sie den Stil Deiner "Argumentation" zeigt. Ich habe das Gefühl, dass es Dir nicht um eine sachliche Auseinandersetzung geht, sondern nur um die Lust an der Entgegnung und sei sie noch so konstruiert und sinnlos.
Nur ein weiteres Beispiel von Dir:
"Ich bin kein Arzt, aber ich kenne /kannte rauchende, saufende übergewichtige Ärzte....... Das sagt nun gar nichts aus, ich weiß."
Ich war nach allem Dafürhalten niemals eine TYPISCHE Raucherin. Du meinst, ich reagiere in der Abwehrhaltung von Rauchern? Da irrst du dich aber gewaltig, weil ich diverse NICHTraucher kenne, die die gleiche Ansicht vertreten wie ich. Darunter sind auch solche, die NIEMALS geraucht haben. Ich kenne oder kannte übrigens auch starke Raucher, die irgendwann mit dem Rauchen aufgehört haben und nie rückfällig wurden. Die Rückfallquote gibt es natürlich, aber sie als EXTREM HOCH einzustufen wird meines Erachtens der Wirklichkeit nicht gerecht. Ich spreche durchaus aus Erfahrung. Ich kenne oder kannte zu viele Ex-Raucher, die NICHT rückfällig wurden.Dass Du (Ex)Raucherin bist hatte ich mir gedacht, Du reagierst in der typischen Abwehrhaltung von Rauchern. Auch dieses kannst Du in Studien nachlesen, die wenn sie wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, nicht beliebig interpretierbar sind. Du weißt sicher, wie extrem hoch die Rückfallquote bei Raucher ist, auch noch nach Jahren der Abstinenz. Es braucht nur einen entsprechenden Anlass. Nur wenige schaffen es tatsächlich lebenslang clean zu bleiben. Glückwunsch wenn Du dazugehörst.
Es macht absolut Sinn, Kinder vor den Gefahren des Rauchens zu warnen und ihnen den Zugang zu Tabakwaren so weit als möglich zu erschweren. Dagegen habe ich mich nie gewandt. Drangsaliert werden Raucher zum Beispiel, wenn man in Kneipen wo etwa 90 Prozent des Publikums plus der gesamten Belegschaft Raucher sind und es die wenigen Nichtraucher, die dort verkehren nachweislich nicht stört, dass geraucht wird, das Rauchen verbietet. Drangsaliert werden sie auch, wenn sie sich im Freien rauchend Beleidigungen, Beschimpfungen oder sogar Schmähungen von militanten Nichtrauchern anhören müssen. Wenn sie jetzt als "Kranke" eingestuft werden würden dann hätten einige vielleicht den Vorteil, den Anemone genannt hatte. Mehrheitlich würde ich aber vermuten, dass sie noch mehr stigmatisiert, ausgegrenzt würden und das kann ich (andere mögen gerne eine andere Ansicht vertreten) nicht gut heißen.Noch einmal. Es geht mir nicht darum Menschen zu drangsalieren, oder ihre Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Es geht mir um Vorbeugung, dass Kinder erst gar nicht in diese Abhängigkeiten geraten, dass die Süchte von vielen nicht unser Gesundheitssolidarsystem zerstören,... Ein Vorschlag z.B. wäre, dass die absehbaren Folgekosten, von den Verursachern getragen werden. Ein Päckchen Zigaretten würde dann ca. viermal soviel wie jetzt kosten. Wen würden wir damit drangsalieren? Die Kinder, die sich den Mist dann nicht mehr leisten könnten?
Wenn dann manche heute selbstverständliche Versorgung, z. B. eine AHB nach einer OP, oder andere (lebens-)wichtige Therapien, nicht mehr genehmigt werden, dann werden die Menschen drangsaliert!
Wem haben Wir dies dann wohl überwiegend zu verdanken?
Den Rauchern natürlich!!!!!
Sie sind die Geisel der Menschheit!
Spaß beiseite. Solche einseitigen Schuldzuweisungen lehne ich prinzipiell ab.
Ich mache hier übrigens nichts anderes als MEINE MEINUNG zu formulieren. Und diese ist eine andere als deine, o.k.?
Ansonsten wünsche ich dir alles Gute, und das ganz ehrlich und sogar von Herzen!
AnitraMein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.
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30.09.2008, 02:12
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Wie lange werden die rote Zahlen schreibenden Abteilungen oder Kliniken sich halten können. Die Schätzungen gehen dahin, dass ca ein Drittel der Betten abgebaut werden. Das betrifft auch Deinen Arbeitsplatz! Ich vermute Du bist Schwester.
Zitat von marylin
Falls Du Dich erinnerst, es ging mir nicht nur ums Geld, es geht auch um vermeidbares Leiden. Die meisten Raucher mit vielen Pack years bekommen keinen Ca, sonder eine COPD, die falls Du Dich auskennst einen hohen und langen Leidensdruck ausübt und den Patienten nicht selten elendlich sterben lässt. Ein Bronchialcarzinom bringt sein Opfer seltenst innerhalb eines halben Jahres um, der schnelle Killer ist das seltenere Kleinzellige. Beim Bronchial Ca gibt es meist Op, erst ein Lappen, dann ein Flügel und Bestrahlung, vielleicht auch Chemo und dann irgendwann wieder ein Rezidiv und alles geht wieder los.
Elend!
Ich habe meine liebste Freundin über viele Monate in ihren Tod begleitet. Wenn es so jung ans Sterben geht, ist keiner mehr cool, Wenn Du mit Ende dreisig dahingehst, redest Du nicht mehr von Freiheit und Selbstbestimmung, nur noch von Dummheit und verschwendetem Leben.
Sorry, aber seither kotzen mich die Sprüche von manchen Raucher einfach an. Da bin ich ganz undifferenziert und politisch unkorrekt!
Im übrigen ist das Rauchen nur ein kleiner Teil des Problems wenn Ihr euch erinnert, schreibe ich nicht nur gegen das Qualmen! Ich bin nicht dafür Rauchen als Krankheit anzuerkennen. Die Folgen verursachen schon genug Kosten.
Einen schönen rauchfreien Tag.
By the way, warum geben eigentlich Raucherinnen Geld für Parfum aus?
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30.09.2008, 07:41
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Ich wüsste auch nicht, wem das was das bringen soll.Ich bin nicht dafür Rauchen als Krankheit anzuerkennen.
Was verspricht man sich davon?
Raucher gehen doch wegen ganz "normaler" Krankheiten zum Arzt und nicht weil sie Raucher sind. Also werden doch in dem Moment eh blos die aktuellen Beschwerden therapiert. Und nur weil der Patient Raucher ist, gibts auch nicht mehr Geld.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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30.09.2008, 09:07Inaktiver User
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
ich denke mal, dass es dabei nicht um vergütung im fall 'normaler' erkrankungen geht, sondern um vergütung im falle von ärztlich unterstützter entziehung oder behandlung von erkrankungen, die durch das rauchen ausgelöst werden (können).
Zitat von marylin
zum thema selbst kann ich nicht viel sagen, weil ich ziemlich hin und hergerissen bin, was das angeht.
selbst nie geraucht, als kind und jugendlich mit kettenrauchendem vater aufgewachsen, hab ich heute eine (chronische) erkrankung, die zumeist die lunge in mitleidenschaft zieht.
ich finde einerseits, dass alle kranken gleich behandelt werden sollten (was an sich ja schon eine illusion ist... ).
auf der anderen seite finde ich, dass man, wenn schon so viel bohei drum gemacht wird, dass man selbst entscheiden will, wie man seinen körper schädigt und nicht bevormundet werden will, doch bitte auch selbst die verantwortung (auch die finanzielle) tragen sollte, die nötig wird, wenn man sich das rauchen wieder abgewöhnen möchte.
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30.09.2008, 11:50
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Ich kann Gegenrede nur vollinhaltlich zustimmen.
Ich habe beruflich sehr viel mit den Folgekrankheiten von Übergewicht und deren Kosten zu tun. Über kurz oder lang werden uns diese auffressen und das Gesundheitssystem zum Kollabieren bringen.
Die Kausalitätskette Rauchen --> Lungen-Ca --> Elend --> Tod ist jedem klar (dennoch rauchen viele begeistert weiter).
Beim Übergewicht hat sich diese Erkenntnis leider noch nicht durchgesetzt. Fettleibige Menschen sind überwiegend der Meinung, ihr Bluthockdruck, ihr Cholesterin, ihre Arteriosklerose, ihr Diabetes, ihre Hyperurikämie, ihr Schlaganfälle, ihre Herzinfarkte, ihre Herzinsuffizienz, ihre kaputten Knie- und Hüftgelenke usw usw. seien alles "schicksalhafte" Erkrankungen und der liebe Gott habe es ja wohl leider nicht so gut mit ihnen gemeint. Niemand will realisieren, dass im Grunde genommen alles einfach nur "angefressen" ist - denn dann müsste man sich ja bei der Nase packen und einfach mal den Arsch hochkriegen. Aber das ist ja viel zu anstrengend!
Über Aufklärung, Kampagnen usw. wird, so fürchte ich, bei dieser Klientel nur sehr wenig zu bewegen sein. Ich denke mittlerweile, man sollte die Krankenkassenbeiträge nach BMI staffeln. Die Menschen werden nur dann einsichtig, wenn es an ihren Geldbeutel geht. Ist leider so.
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30.09.2008, 12:14
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Natürlich verursachen die sogenannten "Wohlstandskrankheiten" Kosten und fordern gesundheitlich ihren Tribut.
Das Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Stress gesundheitsschädlich ist, wird wohl keiner bestreiten können.
Trotzdem werden wir alle immer älter, auch, weil es immer neue Therapien und neue Medikamente gibt.
Auch das kostet Geld.
Das halte ich für völlig daneben und auch für nicht durchsetzbar.Ich denke mittlerweile, man sollte die Krankenkassenbeiträge nach BMI staffeln. Die Menschen werden nur dann einsichtig, wenn es an ihren Geldbeutel geht.
Es gibt nicht nur den Risikofaktor "Übergewicht".Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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01.10.2008, 01:19
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Zitat von marylin
Natürlich erkranken alte Menschen signifikant häufiger an manchen Leiden wie z. B. Krebs. Aber das gehört zum Leben und lässt sich noch! nicht ändern. Ob aber jemand einen gesunden BMI oder eine krankmachenden hat, liegt bis auf vernachlässigbar wenige Ausnahmen im Verhalten der Menschen. Und es gilt ganz klar: Je höher der BMI, desto kränker der Mensch! Besonders schlimm ist, dass so viele Kinder inzwischen immer dicker werden, BMI von > 35 bei Schulkinder sind keine Seltenheit mehr. Als Arzt finde ich, dass der Staat hier regelrecht verantwortungslos handelt. Diese Kinder kommen fast ausschließlich aus sozial schwachen Verhältnissen und haben häufig übergewichtige Eltern, oder keinerlei Kontrolle von zuhause. Hier muss von außen die im Elternhaus fehlende Erziehung übernommen werden. Die Ganztagsschule wäre eine erste Möglichkeit, aber auch gezielte Gesundheitserziehung mit Sanktionierung, wie dies z.B. in Dänemark geschieht, wäre eine weiter Möglichkeit.
Ich ahne welche Begeisterung solche Ideen auslösen.
Wir müssen endlich weg von der rein kurativen zur präventiven Medizin. Nur durch Vorbeugung und Vermeidung von Krankheiten, werden wir unser solidarisches Gesundheitssystem halten können.
In diesem Sinne:
Gute Nacht
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11.10.2008, 22:30Inaktiver User
AW: Bundesärztekammer will Raucher als Kranke einstufen
Ich finde es ja schon witzig wie hier das Thema von Rauchern auf Übergewichtige kommt. Da werden Menschen diskrimiert, unglaublich!
Wenn ich so manche Beiträge lese, müßte man ein Zone in Deutschland schaffen in denen die "Dicken" und "Raucher" einpferchen kann und da können sie dann langsam vor die Hunde gehen.
Aber wahrscheinlich werden die sich auch noch gegenseitig anfeinden. Dicke rauchen selten und Raucher sind selten dick!
Was das Thema Kinder und Übergewicht, Alkohol und Rauchen betrifft, da muss etwas geschehen, keine Frage, aber die Erwachsenen sind selbst für ihr Leben verantwortlich.
Und die Kosten die Rauchen, Saufen und Übergewicht mit sich bringen, glaubt ihr wirklich wenn wir das alles abschaffen könnten, dass dann die Krankhäuser aus den roten Zahlen kommen, oder das die Krankenkassen billiger werden.
Ich bezweifle auch, dass diese "süchtigen Menschen" die Ursache unserer Probleme mit der Sozialen Absicherung sind. Man braucht nur wieder einen Schuldigen.
Wir sollten uns eher ernsthaft fragen, wo unsere ganzen Gelder hingehen. Es kann ja nicht angehen, dass nicht mal die Mediziner, Pfleger und Krankenschwestern angemessen bezahlt werden, die Leute die für uns Überstunden machen und sich sozial betätigen.
Warum können sich die Krankenhäuser nicht halten, die Rechnung sind doch gesalzen.
Ein Beispiel, als mein Partner seine Hirnblutung hatte, kam der Notarzt und die Sanitäter. Das Krankenhaus ist 200 m entfernt. Die Rechnung: 998,00 für den Krankentransport zum Krankenhaus, 500 für den Notarzt und 995,00 dür den Hubschraubertransport! OK, zahlt man ja gerne, man ist ja froh, wenn einem geholfen wird, aber das summiert sich im Monat doch auch, wenn man das rechnerisch sieht.
Und nochmal Frage wo geht das Geld hin? Wieso müssen Krankenkassen Gewinne machen, wieso gehen die Gewinne nicht in die Medizin? Was kosten die medizinischen Geräte, sind die überteuert usw......
Sollte man nicht auch in dieser Richtung denken?Geändert von Inaktiver User (11.10.2008 um 23:25 Uhr)


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