Mit Sprache kann man sich ausdrücken und sein Selbst nach Außen tragen. Die Vielschichtigkeit von Sprache zeigt die Vielschichtigkeit von Gedanken. Wenn bei einigen Leuten einfach nicht mehr da ist, ist das schade, aber nicht so leicht zu ändern.
Ich denke, heutzutage wird nur in wenigen Schulen der Spaß an Sprache vermittelt. Und die Möglichkeiten, die Sprache bietet, das Spielen mit Worten. Das zeigt ja nicht nur die Verflachung in der Sprache sondern auch die Tatsache, dass immer weniger Leute gerne lesen.
Für mich liegt da das Problem und der "Sprachverfall" ist nur ein Ausdruck dessen.
Antworten
Ergebnis 81 bis 90 von 882
-
03.07.2008, 18:06
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
-
03.07.2008, 18:47Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
na ja, dann müssten wir in die Zukunft schauen können.konkrete negative Auswirkungen nennen
Aber Sprache ist der Ausdruck der Identität eines Volkes.
Indianer, Juden, Tebetaner und Dao-Chinesen und Aborigines (um nur ein paar zu nennen) haben es gespürt, was es bedeutet, wenn diese Identität verloren geht.
Und deshalb hätte ich gerne, dass meine - wahrscheinlich nie existierenden - Abkömmlinge einmal in der deutschen Sprachkultur aufwachsen.
Was interessiert mich, was in 200 Jahren los ist: eigentlich ist es mir unwichtig, aber dennoch.
-
03.07.2008, 18:58
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Du hast recht, Sprache ist EIN Hilfsmittel um sich auszudrücken, aber nicht DAS Hilfsmittel. Was ist mit Gesten, Mimik, Lauten...Augen, Berührungen? Können Taube oder Stumme sich weniger gut artikulieren / mitteilen / verständigen?
Zitat von sunnij
Vielschichtige Gedanken kann ich doch auch vielschichtig artikulieren, entweder in Radebrech oder in Hochdeutsch. Auch in Radebrech kann man -sehr wohl hier in der BRI zu lesen- wunderbare Gedanken formulieren und vice versa in schönstem Hochdeutsch absoluten Müll von sich geben. Wo genau liegt also der Vorteil, wenn man sich korrekt und facettenreich ausdrücken kann? Wird man eher akzeptiert? Wird man eher ernst genommen / beachtet / hochgeachtet? Kann man besser manipulieren?
Was genau passiert im worst case, wenn die ganze Welt nur noch denglisch labert? (von der Konklave "Deutsche Sprache" mal ganz abgesehen). Mehr Kriege? Weniger glückliche Menschen? Mehr Einsamkeit? DAS versuche ich in dieser Diskussion herauszufinden. Bisher lese ich hier nur (pauschaliert): "MIR gefällt der Sprachverfall persönlich nicht, weil..." oder "Die anderen nerven mich, weil ich es besser kann."
Diese Aussagen verstehe und akzeptiere ich, sie sind mir jedoch zu subjektiv. Und aus einer subjektiven Sicht allgemeingültige Folgerungen abzuleiten halte ich für falsch. Wenn es in diesem Strang nur darum geht, sich über den persönlich wahrgenommenen, vermeintlichen "Sprachverfall" zu echauffieren, meinetwegen. Wäre um das Thema allerdings schade, weil zu oberflächlich besprochen.
Auch auf die Gefahr hin, wieder als nörgelnde Querulantin abgestempelt zu werden: was bitteschön ist denn so wichtig daran, dass die Menschheit möglichst viel liest? Was haben denn die Völker früher gemacht, als es noch keine Bücher gab? Sie haben miteinander... geredet. Geschichten weitererzählt. Ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Waren sie deswegen dümmer, als der "moderne" lesende Mensch heute? Ich verstehe den Tanz um das Buch nicht, halte es sogar für überbewertet.
Zitat von sunnij
Ich verstehe vieles nicht...sollte vielleicht mehr lesen
Geändert von Rundung (03.07.2008 um 19:51 Uhr)
...und irgendwann erscheint ein riesiger Arsch am Horizont und scheißt alles zu.
-
03.07.2008, 19:12
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Hallo Ellke,
Zitat von Inaktiver User
alle die von dir genannten Völker sind aus einem Urvolk entstanden...und genau da werden wir irgendwann wieder landen...und KEINER wird z.B. korrektes Deutsch vermissen. Das ist eben der natürliche Lauf der Dinge, den keiner von uns stoppen kann.
Mir ist es nicht egal, was in 200 Jahren los ist. Teile von mir leben ja weiter...was mir aber völlig egal ist: ob meine Kinder in der "deutschen Sprachkultur" aufwachsen oder nicht. Solange sie glücklich sind
...und ich denke, die Sprache trägt zu diesem Umstand nicht sehr viel bei.
...und irgendwann erscheint ein riesiger Arsch am Horizont und scheißt alles zu.
-
03.07.2008, 19:54
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Der Text wurde in einem anderen Strang von einer anderen Diskussionsleitnehmerin schon einmal veröffentlicht:
Geert Teunis in der Hauptversammlung der Volkswagen AG am 3. Mai 2006:
Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich vertrete eigene Aktien …
Ich habe vor einigen Monaten einen Passat bestellt und dabei erfahren, dass man fundierte Englischkenntnisse braucht, um alles zu verstehen, was angeboten wird. Bei der Ausstattung kann man wählen zwischen Trendline, Highline, Sportline und Comfortline.
Bei den Motoren gibt es u. a. TDI und FSI. Was “FSI” bedeutet, weiß der Berater nicht genau; es heiße wohl “Full Selected Injection” oder so. In Wirklichkeit heißt es natürlich “Fuel Stratified Injection”.
Es gibt weiterhin den FSI 4MOTION. Meine Nachfrage nach der Bedeutung von “4MOTION” lautet: “Das ist doch klar: unser Allradantrieb!” Der Berater weiß nicht, dass die korrekte Übersetzung für Allradantrieb “Four wheel drive” ist. “4MOTION” ist eine grammatikalische Unmöglichkeit und stellt eine böse Verstümmelung der englischen Sprache dar. Denn “Motion” für Bewegung kann morphosyntaktisch nicht mit einer Zahl kombiniert werden. Im Englischen ist das genau so unmöglich, wie es “4Bewegung” im Deutschen wäre. Bei den Farben ist es so bunt, dass es mir wegen der vielen englischen Qualifizierungen einfach zu bunt wird, bei denen man sich offenbar nicht die Mühe gemacht hat, nach deutschen Äquivalenten zu suchen. Ich darf wählen aus Candy-Weiß, Granite Green, Arctic Blue Silver, Wheat Beige, Shadow Blue, United Silver usw. Gibt es wirklich keine treffenden deutschen Namen für unser deutsches Produkt? Wo bleibt die Kreativität unserer Werbeabteilung?
(Beifall)
Darüber hinaus bietet die Volkswagen Individual GmbH ein individuelles Designpaket aus Sensitive-Leder, in Snow Beige und Türinserts in zeitlosem Design. Und dann zum Entertainment: Ich darf bestellen: Multimedia-Kit, PhatBox und Rear-Seat- Entertainment-Geräte. Bei all den englischen Vokabeln, die ich höre und lese, frage ich mich: Ist das eine Beratung für einen deutschen Kunden oder einen englischen Kunden? Nun fahre ich ihn, den Passat, und muss mich zurechtfinden mit Bezeichnungen wie TIM für Traffic Information System, TMC für Traffic Message Channel, EPC für Electronic Power Control, ACC für Adaptive Cruise Control, mit MUTE, DEST, NAV, MAP, Scan und Autostore, mit Autohold, Reset, SPEED, CANCEL,
(Heiterkeit und Beifall)
mit KESSY für Keyless Entry Start Exit System. - Es ist ein Graus, meine Damen und Herren!
(Beifall)
Es gibt nicht nur die unverständlichen Abkürzungen, sondern unter dem Navigationssystem prangt ein Satz: PASSENGER AIR BAG OFF. - Zu Deutsch, frei übersetzt: Passagier Luft Sack aus.
(Heiterkeit)
Ohne Englischkenntnisse und intensives Studium des Bordbuches kommt man nicht mehr zurecht! Warum steht auf dem Zündschloss der Schriftzug “ENGINE Start/Stop”? Es ging doch Jahrzehnte ohne diesen völlig überflüssigen und unverständlichen Hinweis!
Nach der Übergabe des Fahrzeugs war früher der Kundendienst für mich zuständig. Nun ist er umbenannt worden in After Sales Service.
(Heiterkeit)
Das ist absolut nicht einzusehen. Das ist nicht nur rücksichtslos, sondern es erscheint mir auch verkaufsstrategisch gesehen als dumm, so mit deutscher Kundschaft umzugehen.
(Beifall)
Ich empfehle, sich ein Beispiel an McDonald’s zu nehmen. McDonald’s hat in Deutschland bis vor gut einem Jahr mit “Every time a good time” geworben. Eine Marktanalyse ergab, dass dieser Werbespruch von der Bevölkerung nicht verstanden wurde. McDonald’s hat seinen Werbespruch geändert in “Ich liebe es!”.
(Heiterkeit und Beifall)
Aus demselben Grund hat auch unsere Konzerntochter Audi umgeschwenkt von “Driven by Instinct” auf “Pur und faszinierend”.
Herr … , auch Ihre Mitarbeiter in der Produktion verstehen nur unzulänglich Englisch. Sie haben trotzdem vier “Product Units” ? abgekürzt PUs ? für vier selbständig wirtschaftende Einheiten eingeführt. Es sind dies die PU A-Klasse, die PU Presswerk, die PU Trim und die PU Fahrsysteme - ein schönes Mischmasch aus Deutsch und Englisch! Gemeint sind aber offensichtlich gar nicht “Product Units”, sondern “Production Units”. Abgesehen von diesem Fehler empfehle ich, die jetzt von Ihnen eingeführte Bezeichnung “Product Unit” wieder zurückzunehmen. Die bisher gebräuchliche “Fertigung” kann genau so wirtschaftlich arbeiten wie eine “Product Unit”.
(Beifall)
Meine Damen und Herren, wenn der Kunde nachhaltig an Volkswagen gebunden werden soll, muss die Sprache stimmen. Die ist für deutsch Sprechende nun mal Deutsch und kein deutsch-englisches Mischmasch.
(Beifall)
Außerdem hat jeder das Recht, nicht Englisch zu können.
(Beifall)
Herr … , ich habe abschließend zwei Fragen und einen Vorschlag. Meine erste Frage: Beabsichtigen Sie, im deutschen Volkswagen Konzern, der bereits seit Jahrzehnten global agiert, jetzt zunehmend englische Bezeichnungen einzuführen, insbesondere auch dann, wenn es gute deutsche Wörter gibt? Meine zweite Frage: Ist schon einmal geprüft worden, welche Haftungsrisiken bestehen, falls ein des Englischen nicht mächtiger Kunde den im Zweifel lebenswichtigen Warnhinweis “PASSENGER AIR BAG OFF” nicht berücksichtigen konnte?
Und nun mein Vorschlag: Herr … , Sie haben vor gut einem Jahr einen neuen Namen für unseren deutschen Volkswagen Konzern gesucht, um eine Abgrenzung zu Volkswagen Aktiengesellschaft zu erreichen. Ich habe auf der letzten Hauptversammlung “People’s Wagon Group” vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt.
(Beifall)
Ich versuche es heute mit einem anderen Vorschlag. Falls Sie eine englische Bezeichnung für unseren Betriebsrat suchen sollten, ich habe ein Angebot: “Work Council” mit der Abkürzung “WC”.
(Große Heiterkeit und Beifall)
Meine Damen und Herren, ich freue mich, dass Ihnen mein Vorschlag so gut gefällt. Dann dürfen wir zusammen auf die Antwort von Herrn … gespannt sein. Falls der Vorschlag angenommen wird, kann der Worker an der Finishline künftig während oder nach seiner Shift zu seinem vertrauten WC gehen.
(Heiterkeit)
Meine Damen und Herren, ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche allen Volkswagen-Fahrern eine gute Zusammenarbeit mit ihrem After Sales Service.
(Heiterkeit und Beifall)Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
03.07.2008, 20:54Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
ja, wenn ich ihn sehe.
Zitat von Rundung

Befürchtung ist nicht das passende Wort. Für mich - rein subjektief - ist Sprache, deren Vielfalt, deren Phantasie ..... ein Indiz für ein intelligentes Niveau. Sprache viel mehr als Kommunikation; sie ist ein bewegtes Spiel.
Zitat von Rundung
Okay, sie bedroht meine Existenz nicht, wohl aber meinen Geist.
-
04.07.2008, 03:36Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Verkommt die deutsche Sprache? Never ever!!
-
04.07.2008, 07:32Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
und da ist es schon, dass die deutsche Sprache verkommt.
Zitat von Inaktiver User
Die Antwort als solche ist witzig, schlagfertig, aber auch wiederum sehr, sehr benutzt - und sie zeigt , dass der Sinn hinter dem Gruss nicht erkannt wird.
Wens interessiert, der möge sich bei Wiki schlau machen.
Um irgendwelchen Anwürfen - ich mag das Wort, es ist so unbenutzt - im Vorfeld entgegenzutreten: wenn ich es benutze, dann aus Gewohnheit, weils so der Brauch ist. Sogar hier in Baden-Württemberg.
möchte ich sagen, dass dieses Wortspiel ein sehr tiefgründiges ist - es hat mir sehr gefallen. Ist doch viel aussagekräftiger als subjektiv.
Zitat von Inaktiver User
Wenn 2 Mio Menschen es benutzen, dann kommt es in den Duden und dann ist es Deutsch.
Ich meins spassig, nicht böse - nur um die Tageszeit ist meine gedankliche Schleifmaschine noch im Schlafmodus.
-
04.07.2008, 10:14
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Hier mal meine persönliche Antwort auf deine Frage:
Zitat von Rundung
Ob sich jetzt "denglische" Ausdrücke in die deutsche Sprache mischen, ist mir persönlich eigentlich recht egal, führt im Zweifelsfalle eher zu Heiterkeit (siehe auch die von Opalius zitierte Rede).
Was mir mehr Kummer macht, ist, daß der Umgang mit Sprache an sich vor allem bei jüngeren Leuten an Relevanz zu verlieren scheint. Ich meine jetzt solch altmodischen Dinge wie Wortschatz, Rechtschreibung, Grammatik, Kommasetzung...
Ich lese leidenschaftlich gerne, versuche mich auch selbst am Schreiben und veröffentliche meine mehr oder weniger geglückten Ergüsse auf einer entsprechenden Webseite.
Natürlich schreibe ich da nicht nur, sondern gucke mir auch an, was die "Konkurrenz" so online stellt. Hin und wieder finden sich da nämlich richtige Perlen, die den Vergleich mit gedruckten Büchern nicht zu scheuen brauchen. Leider ist aber ein großer Teil der Texte schlicht und ergreifend nicht lesbar. Nicht, weil es den Autoren an guten Ideen fehlt (die haben sie nämlich!), sondern weil sie dermaßen vor Rechtschreibungs- und Grammatikfehlern (von Zeichensetzung und Groß-/Kleinschreibung rede ich jetzt gar nicht erst) strotzen, daß man mehr damit beschäftigt ist, zu erraten, welches Wort gerade gemeint ist, als dem inhaltlichen Verlauf der Story zu folgen.
Ich erwarte ja nicht mal Fehlerlosigkeit - niemand ist perfekt und ich bin mir sicher, daß man in meinen Texten auch den ein oder anderen Fehler findet. Zumal ich immer noch große Teile der Rechtschreibreform boykottiere. Aber zumindest verständlich sollte es denn doch schon sein...
Und hier kommt dann halt meine Befürchtung: Wird es auch zukünftig noch genug Autoren geben, die des Werkzeugs "Sprache" an sich so mächtig sind, daß sie meinen gigantischen Lesehunger Futter geben?*lost in the woods*
-
04.07.2008, 10:42
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Naaaja, konkrete Befürchtungen habe ich ja gar nicht, dennoch:
Zitat von Rundung
Sprache hat nach meinem Dafürhalten zwei wesentliche Funktionen.
Sie dient der Informationsübermitttlung (ein weltweites Einheitsvokabular wäre hier sicher von Vorteil). In diesem Bereich ist es erst mal völlig egal, wie dünn der Einheitsbrei angerührt ist, so lange er klar und für Alle gleichermaßen verständlich bleibt.
regnet reicht eigentlich schon aus. Den Rest können wir uns denken: es regnet draußen, die Wäsche wird nass, die Straßen werden vom Staub befreit, der vertrocknete Rasen wird grün, Flüsse können über Ufer treten usw.
Was genau gemeint ist, lässt sich so lange verstehen, wie der Empfänger der Information daraus die richtige Information zieht. Diese Information ist unterschiedlich da z.B.
umgebungsabhängig
Regnet bedeutet bei uns etwas anderes als an einem der Pole oder in einer Wüste - sie ist somit auch
erfahrungsabhängig
meine Wäsche wird nass oder hurra, wir können überleben, haben wieder Wasser
altersabhängig
fein, jetzt können wir in Pfützen spielen gegen meine Dauerwelle wird leiden
Sicher lassen sich weitere Beispiele finden, die zeigen, dass allein das Wort reicht, verstanden zu werden - aber eben nur innerhalb einer ziemlich eng begrenzten Gruppe (Kinder, Jugendliche, Dauerwellenträgerinnen, Wüstenbewohner blablabla). Und nu wird sie endlich wichtig die Sprache ... interlektuell, schließlich kommuniziert man nicht ausschließlich.
Der nächste wesentliche Faktor: Sprache ist ein Teil der jeweiligen Kultur (hier in der Bedeutung Pflege, Bearbeitung, Veredelung), wird manchmal zur Kunst erhoben. Ich mag unsere Sprache als Teil meiner Kultur und verstehe sie neben der Kommunikationsmöglichkeit auch als Kunst. Beides widerspricht jeglicher Gleichmacherei. Ich will keine Einheitskultur und keine Einheitskunst. Ich halte Kultur für pflegenswert (jede! - nicht nur unsere) - und damit Sprache für pflegenswert.
Eine reduzierte (z.B. Jugendliche-im-Pflegelalter-) Sprache ist sicher nicht mein Ding. Ihre Kommunikation funktioniert, manche werden über diese Gruppe hinaus wollen, anderen reicht, was sie haben. Ihre Sprache allein ist kein Grund sie auszugrenzen, da sind mir dann die Inhalte wichtiger. Nur, diese Inhalte zu verstehen fällt eben leichter, wenn sie auch sprachlich verständlich sind - und meine Vorstellungen so in die angestrebte Richtung zwingen.
'Die Ampel ist rot' kann eben bedeuten ... 'hast du's gesehen?' oder 'Mensch, pass doch auf, blöde Kuh!'. Es liegt in meiner Verantwortung, das Gemeinte so auszudrücken, dass es so verstanden wird, wie ich es gemeint habe...
Wenn wir Sprache also zu weit verkommen lassen, berauben wir uns der Fähigkeit, präzise auszudrücken, was wir denken.


Zitieren
