Professionelle Texter nennen sich lieber Journalisten oder eben Texter - Schreiberlinge klingt etwas verächtlich und von oben herab. Ich finde es nicht sehr witzig.
es gibt "Professionelle", die sich Schreiberlinge nennen..
Ich persönlich nehme das Wort als wertfreien Sammelbegriff für jeden, der mit dem Aneinanderreihen von Buchstaben Taler verdient..
aber ich verstehe auch, wie es mir schon geschah, wenn man freundlich nachfragt wie das Wort abgeschickt wurde : bevor der Absenderin " Hochmut " unterstellt wird..
Was hat Gott damit zu tun ?Och Gott, da in diesem Bereich soviel geirrt wird, kommt es auf das bisschen auch nicht mehr an. Was verstehst du unter einer nicht eindeutig vereinbarten Muss-Regel? Höh?
Selbstverständlich gibt es Bestimmer (also z.B. der Verlagsleiter), der das Wort "Tipp" mit zwei p verachtenswert findet und sich in diesem Punkt nicht an die neue Regel hält und dies auch von seinen Mitarbeitern erwartet. Ebenso gibt es die FAZ, die die neue Rechtschreibung ignoriert.
und was ist " höh " ? sind hier Pferde ?
In der Tat : ich meinte : es gibt " Bestimmer " und Leute, die sich daran halten müssen was der Bestimmer bestimmt..
und dass die FAZ die neue Rechtschreibung ignoriert und andere hin und her hüpften : weiß auch fast jeder, stimmt.
Was mir jedoch auffällt, auch auf den letzten Seiten dieses Stranges, ist eine fast persönliche Betroffenheit und Aufregetheit mancher Postings.
Warum ist das so ? Könnte man mal ein wenig Schärfe raus nehmen ?
Hier geht es um Meinungsäußerungen zum Thema :
" Verkommt die Deutsche Sprache "
sie sind Autoren und habe ihre ganz persönliche Sicht auf Buchstaben und mögen sich ungern von irgendwelchen Germanisten, die ein unausgegorenes Konzept " ans Volk " gebracht haben, neue Worte aufzwingen lassen.."zig Autoren ... könnten sie sich verweigern ? "
Warum sollten sie es tun?
Weil die schönen alten Regeln so viel wichtiger sind als die Eindeutigkeit der Schreibweise, die nicht nur für Schreibanfänger lernerleichternd ist, sondern auch für zu uns einwandernde Menschen aus Ländern, in denen der Frisör zum Beispiel Coiffeur heißt.
manche sind sehr hitzig und bockig..: sie sind ja auch persönlich näher an den Buchstaben als andere..
Die Diskussionen darum und die Erläuterungen und persönlichen Sichtweisen der Autoren konntest und kannst Du bei Bedarf nachlesen..
Man kann davon ja halten was man will : ich erwähnte ja nur, dass es das gibt..
Diskutiert wurde das auch schon andernorts..werde ich hier nicht tun, wollte ich auch nicht anregen : das sprengt das Ausgangsthema..
Edit : ich übe noch Brillenguck
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11.08.2008, 09:52Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Geändert von Inaktiver User (11.08.2008 um 10:27 Uhr)
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11.08.2008, 10:00Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Um die Schärfe rauszunehmen..
ich fand eine nette Glosse im Netz ( mit dem Tenor : es hätte noch schlimmer kommen können )
G L O S S E
Beseitigung der Rechtschreibung
Erster Schritt:
Wegfall der Großschreibung
einer sofortigen einführung steht nichts mehr im weg, zumal schon viele grafiker und werbeleute zur kleinschreibung übergegangen sind.
zweiter schritt:
wegfall der dehnungen und schärfungen
diese masname eliminirt schon di gröste felerursache in der grundschule, den sin oder unsin unserer konsonantenverdoplung hat onehin nimand kapirt.
driter schrit:
v und ph ersetzt durch f, z ersetzt durch s, sch ersetzt durch s
das alfabet wird um swei buchstaben redusirt, sreibmasinen und sesmasinen fereinfachen sich, wertfole arbeitskräfte könen der wirtsaft sugefürt werden.
firter srit:
q, c und ch ersest durch k, j und y ersest durch i, pf ersest durch f
iest sind son seks bukstaben ausgesaltet, di sulseit kann sofort von neun auf swei iare ferkürst werden, anstat aksik prosent rektsreib- unterikt könen nüslikere fäker wi fisik, kemi und reknen mer geflegt werden.
fünfter srit:
wegfal von ä-, ö- und ü-seiken
ales uberflusige ist iest ausgemerst, di ortografi wider slikt und einfak. naturlik benotigt es einige seit, bis diese fereinfakung uberal riktig ferdaut ist, fileikt sasungsweise ein bis swei iare. anslisend durfte als nakstes sil di fereinfakung der nok swirigeren und unsinigeren gramatik anfisirt werden.
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11.08.2008, 10:18
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Wetten, dass das Ü wieder kommt?

Und ich denke, da verkommt mehr als die Sprache.
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11.08.2008, 10:24Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Zitat von Inaktiver User
skstr srt:
wgfl der fkl
hbrs kmt hn fkl s
Anmerkung für die dummies und natürlich auch mich: Hebräisch kommt ohne Vokale aus.
Geändert von Inaktiver User (11.08.2008 um 10:28 Uhr)
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11.08.2008, 10:41Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Ich habe mich eine Zeitlang geweigert, in Word " neue Rechtschreibung " als Option zu aktivieren. Als Autor im Verlag C.H. Beck bin ich wegen der Verlagsvorgaben aber gezwungen. Von meinem Dienstherrn, der die Verbrechen in der KMK ja zu verantworten hat, ganz zu schweigen. Aber in der schöngeistigen Literatur macht mancher Verlag, der mir jetzt auf die Schnelle nicht einfällt, diesen " Sinn " nicht mit..
Mal sehen, wann ich das Dreierles-S in meinem Nachnamen nicht mehr führen kann/darf.
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11.08.2008, 10:45Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Das finde ich auch immer so belustigend, wenn Leute, die in der Regel gar nichts wissen über die neuen Rechtschreibregeln, sich TIERISCH drüber ereifern und den Untergang der deutschen Sprache kommen sehen.
Zitat von Inaktiver User
In meinem Fall ist es so, dass mein Sohn, der mittlerweile bald Abitur macht, seit der 1. (!) Klasse mit den neuen Regeln gelernt hat und mich deshalb der konservative Unwille zum Umdenken wirklich schwer erschüttert. Wäre es nicht pragmatischer, sich mal damit abzufinden, die neuen Regeln zu lernen und sie dann auch den Kindern beizubringen? Herrjemine, das kann doch so schwer nicht sein.Warum ist das so ?
Hoffentlich nicht! Scharf nachgedacht und dann geschrieben - bitte sehr, gegen solche Schärfe habe ich nichts.Könnte man mal ein wenig Schärfe raus nehmen ?
Und außerdem aus oben genannten Gründen: Von meiner Seite aus nein.
Oha! Hier haben wir es jetzt wohl nicht mit den genannten wertfreien Schreiberlingen zu tun, was? Ach doch, Autoren verdienen ja auch ihr Geld mit dem Schreiben. Oder wolltest du die Autoren hier erhöhen? Womöglich handelt es sich sogar um *haucht das Wort in die Kamera* Künstler. Soll ich jetzt in Ehrfurcht erstarren vor der Kunst des sich-nicht-zwingen-lassens? Wenn einer den Arno Schmidt macht und mit Sinn aussteigt aus den Regeln, okay. Aber das muss so ein Schreiberling ja erstmal können und nicht nur behaupten, weil er Künstler sei *Stirnlocke nach hinten werf* habe er es nicht nötig, sich an Regeln zu halten. Das ist so klein kariert, es beschämt einen geradezu.sie sind Autoren .... ganz persönliche Sicht auf Buchstaben und mögen sich ungern ... neue Worte aufzwingen lassen... manche sind sehr hitzig und bockig..
: sie sind ja auch persönlich näher an den Buchstaben als andere..
Ach ja, und jetzt haben wir noch
Weißt du, Klee, ich finde, da solltest du mal Schärfe herausnehmen, bzw. mal etwas schärfer nachdenken. Meinst du, etwa bei den Mitgliedern des Rates für deutsche Rechtschreibung handelt sich um "irgendwelche" Germanisten, nur weil dir das Konzept nicht gefällt? Das finde ich, bei allem Respekt, ganz schön überheblich.irgendwelche Germanisten, die ein unausgegorenes Konzept " ans Volk " gebracht haben
Ich hätte die Rechtschreibreform auch nicht so verabschiedet, wie sie verabschiedet worden ist - hätte man mich persönlich gefragt. Hat man aber nicht. Wir haben hier nicht das Königreich Zitronenmond. Ich bin Demokratin genug, mich bei diesem (vergleichsweise popeligen) Thema einfach dran zu halten, was demokratisch beschlossen wurde.
So. Und ansonsten finde ich es total klasse, dass die altbackenen Schreibbrötchen wie die FAZ sich nicht durchgesetzt haben mit ihrer Bockigkeit. Ich finde gut, dass unsere jungen Leute und ich auch uns noch ein paar englische Vokabeln draufschaffen - kommt immer mal vor, dass ich mit Menschen anderer Kulturen zu tun habe. Außerdem gefällt mir, dass es Menschen anderer Kulturkreise leichter fällt, Deutsch zu lernen. Ich finde gut, dass die Schulkinder ein klein wenig mehr Logik in ihrer Heimatsprache finden, dadurch weniger Ausnahmen lernen müssen und sich dadurch anderen Dingen zuwenden können wie Englisch oder Schreibmaschinentastatur beherrschen zu lernen.
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11.08.2008, 10:48Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Was genau bezeichnest du als Verbrechen?
Zitat von Inaktiver User
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11.08.2008, 11:10Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Die Rechtschreibreform. Ist allerdings ja nur ein Teil der Sprache. Sprache ist vor allem auch das gesprochene Wort. Als solche ist die Sprache natürlich immer einem Wandel ausgesetzt. Schlimm sind aber etwa die Wortungetüme in Gesetzestiteln, die Kompetenz des Gesetzgebers zu suggerieren suchen, oder auch Überschriften einzler Regelungen, die erst beim zweiten Lesen den wahren Sinn erahnen lassen.
Zitat von Inaktiver User
Bericht des Präsident Günter Stock in seinem Bericht auf der Festsitzung zum Leibniztag 2008 am 5. Juli 2008 (beispielsweise):
Das DWDS hat zwischenzeitlich ein großes, mehr als 8 Millionen redigierte Texte umfassendes repräsentatives Textkorpus der deutschen Sprache aufgebaut, das als Grundlage für die lexikographische Erarbeitung des DWDS dient.
Diese Masse von Texten bietet die Grundlage für verschiedenste Auswertungen, insbesondere auch mathematisch-statistische. Eine Frage, die sich beispielsweise mit Hilfe großer Textmengen auf völlig neuer Grundlage beantworten lässt, ist die Frage nach der Produktivität der deutschen Sprache. Es ist allgemein bekannt, dass sich im Deutschen beliebig viele zusammengesetzte Wörter bilden lassen. Jedem ist das Beispiel des „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmützen schirms“ geläufig; aus der Verwaltungssprache begegnen einem ab und zu Wortungetüme wie „Unternehmensbeteiligungsgesellschaftengesetz“.
Nun ist es aber nicht so, dass diese Möglichkeit der unendlich langen Zusammensetzungen auch tatsächlich in der Sprache realisiert wird. In der Tat verzeichnet Dudens zehnbändiges „Großes Wörterbuch der deutschen Sprache“ kein einziges dieser langen Komposita: Als längstes Wort findet sich dort lediglich die „Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit“.
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11.08.2008, 11:12
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Doch, mir fällt das sehr schwer. Ich habe Rechtschreibung nie wirklich nach Regeln "gelernt", sondern mir quasi durch meinen riesigen Lesehunger "angelesen". Ich entscheide, ob ein Wort richtig oder falsch geschrieben ist sehr bildlich; also ob das Wort "richtig" oder "falsch" aussieht. Und das jetzt schon seit 37 Jahren.
Zitat von Inaktiver User
Das heißt, um mich komplett auf die neuen Regeln einzulassen, müsste ich a) zum ersten Mal in meinem Leben überhaupt Regeln lernen und b) meine sämtlichen alten Bücher wegschmeißen (und das sind etliche Hunderte), um mich nicht jedes Mal wieder irritieren zu lassen.
Nö - da hab ich keinen Bock drauf, geb ich offen zu.
Auf der anderen Seite hab ich keine Kinder, denen ich etwas beibringen müsste, von daher ist es nicht sooooo dramatisch.*lost in the woods*
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11.08.2008, 11:17Inaktiver User
AW: Verkommt die deutsche Sprache?
Zitronenmond..ja Autoren wie Günter Grass und Siegfried Lenz etc
man kann sich über deren Starrsinn so echauffieren wie Du es tust
muss man aber nicht..Oder wolltest du die Autoren hier erhöhen? Womöglich handelt es sich sogar um *haucht das Wort in die Kamera* Künstler. Soll ich jetzt in Ehrfurcht erstarren vor der Kunst des sich-nicht-zwingen-lassens?
Ich betrachte es nur.
Ist Lenz ein " Künstler " ? vielleicht..zumindest ist er ein guter Autor..und selbst der nun gerne gescholtene Günter Grass hat ein paar recht passable Bücher und Gedichte geschrieben :-) manchem reichte das, um ihm den Nobelpreis für Literatur zu verleihen..
Doch wie gesagt : das Thema wurde schon andernorts viel diskutiert.
Dass heute meine Mutter umlernen soll, weil ihre Enkel die neue Rechtschreibung gelernt haben, finde ich auch..mir fehlt gerade ein netteres Wort daher hier nur das : " doof " . Wird sie nicht machen..
Wolf Schneider erklärte es auch eloquent und scharf , ich versuche es dilettantisch:
es gibt heute eine Schieflage : heute gibt es sehr gebildete Leute, die seit Einführung der Neuen Rechtschreibung "Fehler" in der Rechtschreibung machen und andere, die nur brav alles nachgelernt haben, nun vor lauter STOLZ auf diese grandiose Leistung kaum mehr gerade gehen können.. :-)
Ich meine damit keine Anwesenden : mir fällt das nur manchmal auf, wenn wieder einmal dem Volkssport " Fehlersuche " gefrönt wird und zig Leute ungefragt zum Besten geben was im Duden steht..und was man darf oder muss oder kann..
Endlich kann ein Teil der Bevölkerung eines Volkes von Besserwissern über andere Besserwisser mal triumphieren..
Das ist ja was : man muss auch die postiven Seiten sehen..
Geändert von Inaktiver User (11.08.2008 um 11:38 Uhr)


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