Meine Güte, gibts denn keine richtigen, taschentuchzückenden, kekseausteilenden bigotten Muttis mehr?
Die den Muttertach zum Weinen brauchen, weil sie sogar an diesem Tach anner gedeckten Kaffeetafel auf die Brut zu warten haben, die fürzich Minuten zu spät mit der Blumezweitausendgabe
anrückt???
Ich möchte aber gern nochmal auf den Konsumaspekt zurück kommen, verehrte Freunde:
Lieber den Binnenkonsum unterstützen und ordentlich fette Wünsche äußern als das dritte Jahr diese vonner Kindergärtnerin vorgelegten Fensterbilder hinzunehmen. Meine Kinder kriegten jedenfalls rechtzeitig genuch Taschengeld, weil ich diese Gummibilder verboten hatte.
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Thema: Elterntag statt Muttertag?
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08.05.2008, 17:04
AW: Elterntag statt Muttertag?
Handeln Sie mit Leidenschaft, aber denken Sie klar!
Hannah Arendt
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09.05.2008, 07:02Inaktiver User
AW: Elterntag statt Muttertag?
...da nicht alle Mütter diesen Tag ablehnen und sich freuen, wenn ihren Kindern auch die Begriffe Achtung vor der Arbeit ihrer Eltern zu haben und ihnen dies in kleinster verständlicher Form aufgezeigt wird, ihrem Können nach eine kleine Aufmerksamkeit zu geben.
Zitat von Didi50
Wenn dein Sohn hautnah mit erlebt hat, dass du diese Rituale regelrecht hasst, dann ist es fraglich, ob er aus Liebe seine selbst erstellte Bastelarbeit in den Müll geschmissen hat...
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09.05.2008, 11:18
AW: Elterntag statt Muttertag?
Am Muttertag hat imer meine Mutter uns zum Essen eingeladen und ich halte es genauso. Wenn sich die Kinder dafür später bedanken ist das in Ordnung. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Manche Leute brauen diesen Tag als Erinnerung daß sie eine Mutter oder einen Vater haben. Also Mütter, frische Zutaten gekauft und ran ans Kochen, das sehe ich so. Mütter kochen eh zuwenig.
Anders als alle anderen
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09.05.2008, 12:25
AW: Elterntag statt Muttertag?
Hallo,
auch ich - Mutter von drei großen Kindern - gehöre und gehörte zu den Muttertagshasserinnen. Ich selbst erlebte in meiner Kindheit den Muttertag als Tag der Schuld, des schlechten Gewissens, des Gefühls, nicht das richtige Kind zu sein. Mein armes sorgendes Mütterlein war mit einem so schlechten Kind gestraft.
Meine eigenen Kinder mussten im Kindergarten die abscheulichsten Basteleien anfertigen: Schablonenherzen mit oder ohne Wattebäusche, am besten in rosa und ähnliche unkreativee Grässlichkeiten.
Heute wissen sie: WEHE!
Ich bin dankbar, diese wunderbaren Kinder zu haben, mit all ihren Kanten und Marotten, den flächendeckend verteilten Klamotten, der Trägheit, der Schusseligkeit, der nicht enden wollenden Telefonate mit Freunden.
Wenn's drauf ankommt, kann ich mich auf sie absolut verlassen.
Saluti
Bilbue
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09.05.2008, 12:32Inaktiver User
AW: Elterntag statt Muttertag?
...das ist doch wundervoll, wenn man in diesem Augenblicken so denken kann wie du es tust, statt - wie vermutlich viele andere Mütter - wutschnaubend und keifend ihre Kinder zur Ordnung zu rufen. Schön, dass du so tolerant sein kannst, deine Kinder werden es zu schätzen wissen und lernen, dass sie auch bei ihren eigenen Kindern später ruhig und gelassen bleiben können, wenn sie über Berge von Klamotten stolpern oder das Telefon blockiert sein wird...
Zitat von Bilbue
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09.05.2008, 13:07
AW: Elterntag statt Muttertag?
Mein Sohn hat mir mit sechs Jahren, das war 1974, am 1. Mai einen selbstgekauften Blumenstrauss geschenkt. Weil er mich mag. Und weils beim Blumengeschäft Sonderangebote wegen Urlaub gab. Vorgezogenes Muttertaggeschenk. Weil ich muttertags immer so fies drauf sei.
Nach diesem Akt von Liebe, Voraussicht und sparsamem Umgang mit Taschengeld habe ich dann den Muttertag gestrichen.
Seinen Ommas hat er erklärt, sie seien ja schliesslich nicht seine Mütter und deshalb sei er in dieser Hinsicht zu nichts verpflichtet. Meine Mutter hat sich schier ins Hemd gemacht vor Lachen, die andere Omma machte ein schiefes Gesicht und meinte, er könne auch seine Vorfahren nicht verleugnen (mein Mann war Jude). Auf die allgemeine Frage, ob er denn mitkäme, wenn ich meine Muttertagspflichen erfüllte, meinte er, das müsse er ja wohl, schliesslich gäbe es an diesem Tag keine Babysitter, weil die alle zu ihren Müttern müssten. Aber er fand, dass ich zur Schwiegermutter nicht müsste, denn das sei ja schliesslich nicht meine Mutter, die würde ich ja auch mit Vornamen ansprechen.
Ausserdem fand er es ungerecht, dass ich für 8 Leute Kaffee und Kuchen herrichtete, ich sei ja schliesslich auch Mutter. Und er fand es auch doof, dass es keinen Kindertag gab. Mit Vatertag war er nicht so bewandert, sein Vater war da schon nicht mehr für ihn präsent.
Im darauffolgenden Jahr hat er dann auch wie der andere Knirps hier das Zwangsgebastel entsorgt, fieserweise hat er es mir jedoch vorher gezeigt, mit einem kleinen fiesen Lächeln: Das hättest du bekommen, wenn wir Muttertag feiern würden.
In meinem Elternhaus war im Keller, der übrigens sehr hell war, ein Raum, in dem alle Muttertagsgeschenke aufgestellt waren. Wir waren fünf Kinder, da kam jedes Jahr was zusammen. Ach ja, einmal haben wir zusammengelegt und meiner Mutter einen Handmixer gekauft, wider den Rat unseres Vaters. Der Vortrag dann am Montag über den Sinn eines persönlichen Geschenkes an die geliebte Mutter war bemerkenswert. Und amüsant.
In meiner zweiten Ehe musste ich dann doch nochmal wegen Muttertag ran, meine Schwiemu war schon zu alt, da noch etwas zu ändern. Sie hatte einen riesen Garten, aber wehe, wir kamen ohne Blumen an. Lilien mussten es sein.
Muttertag ist wie McDonalds und Bildzeitung oder Kerner oder GZSZ. Keiner geht hin / schaut zu, aber alle machen riesige Umsätze / Zuschauerzahlen.
Aber wenn so nen Tag, dann nicht zusammenlegen. In funktionierenden Familien ist doch Mutter- wie Vatertag ohnehin ein Tag, an dem man gemeinsam etwas unternimmt.Viele Menschen sind zu gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.
Orson Welles
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09.05.2008, 13:32
AW: Elterntag statt Muttertag?
Dieser Muttertag ist doch eine reine Alibiveranstaltung. Einmal im Jahr gedenkt man mit einem Blumenstrauß und einem Parfümfläschchen bzw. einer Pralinenschachtel den Müttern, denen man das ganze restliche Jahr bedenkenlos alle Last der Erziehungsarbeit aufbürdet, inkl. hinzunehmenden Einbußen in ihrem persönlichen Leben und ihrer beruflichen Entwicklung, wie sie die Väter nur selten erleben.
Man sollte Eltern, insbesondere Mütter stattdessen besser entlasten und sich den Muttertag sparen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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09.05.2008, 13:34Inaktiver User
AW: Elterntag statt Muttertag?
Sollte die Mutter am Muttertag denn - wenn man ihn denn schon feiern muss - nicht gefeiert werden und nicht noch zusätzlich arbeiten, sondern lieber mal die Hände in den Schoß legen dürfen? Zu dem letzten Satz sag ich mal lieber nichts.
Zitat von lujana
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09.05.2008, 17:22
AW: Elterntag statt Muttertag?
Ach Hände in den Schoß? Das klingt eher nach Muttertagsveranstaltung mit silbernen Kränzchen. Sind wir dochmal ehrlich. Wir Mütter von heute - ich nehme mich da nicht aus - haben es doch viel leichter als unsere Mütter. Das fängt bei der Spülmaschine an und hört bei Fertigpizza auf. Ich nehme mir die Zeit und bringe alle an den Tisch zu einem herrlichen Essen mit Spargel und knusprigen Schnitzeln, ein wenig Musik und gaaaaanz viel Zeit. Ob die Bande dann den Abwasch in die Maschine räumt - who cares. Sie machen es und dieses Zusammengehörigkeitsgefühl - das macht die beste Mutter stolz wie Oskar. Das kann frau sich nur schenken lassen. Schönen Muttertag
Anders als alle anderen
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09.05.2008, 23:16
AW: Elterntag statt Muttertag?
Für die kleinen Kinder, die in den Kindergärten und unteren Schulklassen ein Geschenk für den Muttertag basteln, ist dieses sicher mit Freude verbunden, denn sie haben etwas, was sie ihrer Mutter schenken können und dieser Tag nun mal vorgegeben ist. Als Mutter freut man sich über so ein kindliches Geschenk. Jedenfalls ich habe mich gefreut.
Doch sobald die Kinder älter werden, sollten sie auch an anderen Tagen mal an ihre Mutter denken. Nicht in Form von Geschenken, sondern in praktischer Hilfe. Wer das ganze Jahr nicht an seine Mutter denkt, braucht auch an so einem diktierten Tag nicht zu kommen und Geschenke bringen, nur, weil es so üblich ist.
Ich bin dafür, dass der Muttertag abgeschafft wird. Wir brauchen weder Mutter- noch Familientag, finde ich.


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