Hallo Julifrau,Zitat von Inaktiver User
es scheint einfacher zu sein, sich über den Ausschnitt der Kanzlerin zu unterhalten, denn es ist Fakt, dass Bezieher hoher Einkommen nicht die gleiche "Unterstützung" erhalten, wie der Durchschnittsverdiener.
Das Finanzamt ist sogar verpflichtet, eine Prüfung durchzuführen, ob Kindergeld überhaupt günstiger ist als Freibetrag und wird bei einem solchen Einkommen kein Kindergeld eintragen.
Wenn Dir danach ist, lies doch mal bei Wikipedia im Artikel "Kindergeld", wo man es wie folgt zusammenfaßt:
Steuerfreibetrag [Bearbeiten]Deutschland ist europaweit das einzige Land, das Kindergeld in erster Linie zur steuerlichen Freistellung des Existenzminimums gewährt – vgl. § 31 EStG und im Merkblatt Kindergeld (PDF). Dieses Existenzminimum darf von Verfassung wegen nicht besteuert werden, so wenig wie das eines Erwachsenen. In der Praxis führt das Finanzamt eine ,,Günstigerprüfung" durch und gewährt den Freibetrag für das Existenzminimum nur insoweit, als die Entlastungswirkung das gezahlte Kindergeld übersteigt. Praktisch wird also während des Jahres das Kindergeld ausbezahlt. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung wird dann geprüft, ob der Abzug der Freibeträge günstiger ist als der Anspruch auf das Kindergeld selbst. Ist der Freibetragsabzug günstiger erhöht sich die Einkommensteuer um den Anspruch auf das Kindergeld. Seit 2004 genügt für diese Anrechnung auf den Kinderfreibetrag der Anspruch auf Kindergeld, unabhängig davon, ob es wirklich ausbezahlt wurde; seit 2007 werden auch etwaige ausländische Ansprüche angerechnet.
Das Bundesverfassungsgericht hat diese Praxis für zulässig erklärt: Der Gesetzgeber dürfe die Steuerfreistellung des Existenzminimums auch durch die Zahlung von Kindergeld gewährleisten.
Damit ist nur derjenige Teil des Kindergeldes, der höher ist als die Steuerersparnis durch den Kinderfreibetrag, eine echte Förderung der Familien. Dieser Anteil ,,echter" Förderung sinkt exponentiell: bei einem zu versteuernden Einkommen von 25.000 Euro beträgt er für Steuerpflichtige, die nach der Splittingtabelle besteuert werden, nur noch ein Drittel (von 154 Euro Kindergeld sind also nur 50 Euro echte Förderung). Komplett verschwunden ist der Förderanteil ab einem Einkommen von rund 58.000 Euro bei Verheirateten und 30.000 Euro bei Alleinerziehenden.
Dann wird auch diese gefühlte "Gerechtigkeitslücke" geschlossen.
Gruss
vita
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Thema: Erhöhung des Kindergeldes
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21.04.2008, 09:45Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
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21.04.2008, 10:25Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Hallo Vita,
schön, daß zumindest der Begriff ''Sozialneid' nicht fiel. Und Dank an Wikipedia, das uns alle Antworten gibt.
Dennoch möchte ich bemerken, daß die Freibeträge fixe Größen sind und sich deshalb relativ zum Einkommen verhalten. Je höher das Einkommen, desto weniger fällt der Freibetrag in's Gewicht.
Zudem wird das Kindergeld monatlich ausgezahlt, bei möglicher und kluger Geldanlage ist also eine Verzinsung möglich, während eine nachschüssige 'Besteuerung' insbesondere bei hohen Einkommen nicht wirklich 'gefühlt' werden wird.
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21.04.2008, 10:29Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Wenn das Existenzminimum eines Kindes von den Eltern angelegt wird, so ist das doch positiv zu sehen und muss nicht mit scheelem Blick betrachtet und beklagt werden.
Zitat von Inaktiver User
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21.04.2008, 10:37Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Liebe Vita,
Zitat von Inaktiver User
, ich werde ungern bewußt falsch verstanden. Und dein messerscharfer Verstand wäre durchaus in der Lage richtig zu interpretieren.
LG Julifrau
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21.04.2008, 10:40Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Wenn jemand beklagt, dass das Kindergeld angelegt wird bzw. einige es nicht benötigen, was bei Deinem Posting sehr klar rüber kam, sollte sich dieser Jemand über Zweck und höchstrichterliche Gründe für diese Formen des Kindergeldes vielleicht ein wenig informieren, bevor er/sie das mangelnde politische Interesse oder die mangelnden Kenntnisse Anderer in diesem Bereich beklagt.
Zitat von Inaktiver User
Hilft sehr, sich zu entspannen.
Gruss
vita
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21.04.2008, 11:53Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Och Vita, so unentspannt bin ich gar nicht. Wenn du dich angegriffen fühltest, in welcher Rolle auch immer, bedauere ich dies.
Nach wie vor bin ich der Meinung, daß die monatliche vorschüssige Auszahlung eines Kindergeldes und die spätere 'Verrechung' über die Steuererklärung sozial nicht ganz 'gerecht' ist.
Doch ähnlich wie bei Miniröcken werden wir hier auf keinen Konsens kommen.Geändert von Inaktiver User (21.04.2008 um 11:59 Uhr)
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21.04.2008, 15:29Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Von Plattheiten fühle ich mich seltenst angegriffen. Ich wüßte auch nicht wieso. Du scheinst einen Begriff von Gerechtigkeit zu haben, der bei Fachleuten zu diesem Gebiet nicht allzu verbreitet ist, was aber nicht mein Problem sein soll.
Zitat von Inaktiver User
Miniröcke mögen Anlass zu Meinungen geben. Hier würde vielleicht ein wenig Sachkenntnis nichts schaden.
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21.04.2008, 22:09Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
OT @vita: Ich verstehe nicht die Schärfe, mit der du häufig 'diskutierst'. Da ich diesen Ton bei dir auch schon in anderen Strangs wahrgenommen habe, schließe ich aus, daß er mir persönlich gilt.
Doch ich werde mich 'weiterbilden' was dieses Thema betrifft und bei dem nächsten Termin mit meinem Steuerberater nochmals nachfragen, was es genau es damit auf sich hat, dass bekanntermaßen auch sehr hohe Einkommen Kindergeld beziehen.Geändert von Inaktiver User (21.04.2008 um 22:13 Uhr)
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24.04.2008, 14:04Inaktiver User
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Ich persönlich würde liebend gerne ganz auf das Kindergeld verzichten, wenn Familien in Deutschland einfach mal wieder mehr willkommen wären!
1. Bezahlbarer Wohnraum inkl. bezahlbarer Nebenkosten für alle Menschen mit Kindern. Wenn ich dran denke, wie die Mietpreise in den Jahren seit der Geburt unseres Sohns gestiegen sind, wenn man nicht in den letzten Winkel der Republik ziehen möchte....
2. Einfach mal nachdenken, welche Qualität deutsche Kindertagesstätten haben! Eine Erzieherin auf 25-28 Kinder; Da soll man Lust auf Kinder haben?
3. Über das Schulsystem, wo ein Lehrer auf bis zu 36 Schüler kommt, wollen wir gar nicht erst reden.
4: Familien die Möglichkeit geben, sich gesund zu ernähren, wie viele Menschen essen am Ende eines Monats nur noch ungesunden Kram, weil nix anderes mehr geht? Könnte dann wiederum der Gesundheit zugute kommen und somit Krankenkassen entlasten.
5. Familien und speziell Kindern kostenlose Freizeitmöglichkeiten
bieten, viele Sportvereine können sich nicht zahlende Mitglieder gar nicht mehr leisten, weil sie ständig im Fokus eines Finanzamts stehen, ob da auch alles Korrekt läuft.
Ach, mir fällt noch so vieles ein. Und we schon geschrieben, wenn sich die Situation für Familien mit Kindern einfach mal rundherum verbessern würde, verzichte ich auch gerne auf 154 Euronen im Monat, mit denen ich mein Kind auch nicht wirklich finanziert bekomme....
Grüße Manuela
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26.04.2008, 16:36
AW: Erhöhung des Kindergeldes
Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umsehe (ich selbst habe nämlich keine Kinder) würde ich auch sagen, dass niemand ernstlich auf die 154 €, bzw. plus/minus 10 oder 20 € angewiesen ist. Wenn es so wäre, hätten sie sich vermutlich erst gar keine Kinder "angeschafft" (sorry für die Formulierung) ...
Zitat von Inaktiver User
Diejenigen, die wirklich auf dieses Geld angewiesen sind, geben es nicht unbedingt sachgerecht aus. Ein Blick auf den Großteil der Familien im Ruhrgebiet (ich arbeite dort) sagt mehr als tausend Worte..... Dort jedenfalls bringt eine Kindergelderhöhung rein gar nichts.
Es wäre daher in der Tat schön, wenn das Geld merklich (!) in Schulen und Kindergärten fließen würde, aber auch in Bildung und BaföG. Da wäre es sicherlich besser angelegt.


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