Die Befristung bedeutet ja nicht, dass das Paar sich zwangsläufig trennen MUSS, sondern sich ohne Einmischung der Gerichten trennen KANN.Zitat von Sky13
Ob nun der Handlungsbedarf bei den Paaren liegen sollte, die zusammenbleiben wollen (wie von Fr. Pauli vorgeschlagen) oder bei denen, die sich trennen mögen, sei mal dahingestellt.
Es war ja bis jetzt nur ein Vorschlag, ein Gedankenanstoß, dem - bevor er zum Gesetz wird - noch unzählige Details hinzugefügt werden müssten, um sinnig zu sein.
Als Gedankenanstoß finde ich es durchaus angebracht, mal darüber nachzudenken. Ob die Frist nun 5, 7 oder 10 Jahre wäre - uninteressant.
Meiner Meinung würde diese Möglichkeit eine Trennung erleichtern und dem Schmerz, der sowieso bei Trennung entsteht, nicht noch durch unsäglichen Scheidungs- und Behördenkrieg mehren. Ist ja nicht so, als ob heute eine Scheidung immer mit einem Anwaltsbesuch und einem Gerichtstermin abgeschlossen wäre. Es folgt ja noch ein ganzer Rattenschwanz an Behördengängen und Schriftverkehr. Bis man auch amtlich allüberall wieder Single ist, haben einige längst die nächste Ehe geschlossen.![]()
Wenn beide VOR der Ehe wissen, dass sie möglicherweise in 7 Jahren selbst für sich sorgen müssen, dürften sich auch die Besitzstandszankereien verringern, weil von vornherein mehr auf Dein und Mein mehr geachtet wird.
Auf jeden Fall dürften sich dann endlich viele mal abschminken, dass die Ehe eine autmatische Versorgung auf immer ist.
Was haben mir die Frauen immer gestunken, die gaaaanz schnell 1 - 2 Kinder bekamen, mit denen sie restlos überfordert sind, und dann den Rest ihres Lebens mit Lockenwicklern auf dem Sofa sitzen wollen, weil sie ja ihren "Lebenszweck" erfüllt haben.
Ja, das Klischee gibt es noch, selbst im Jahre 2007. Viel zu häufig nach meinem Geschmack.![]()
(Natürlich sind nicht alle Ehefrauen und Mütter so. Aber immer noch zu viele.)
Andererseits kann sich der Mann dann auch nicht mehr preiswert ein "Hausmütterchen" halten, denn die Frauen werden zur eigenen Absicherung entweder arbeiten gehen wollen oder vom Herrn Gemahl ein "Gehalt" für ihre Hausarbeit fordern. Sähe ich auch nicht unbedingt als Nachteil für Frauen.![]()
Kinder sind sicher ein Kapitel für sich. Aber diese leiden meist vor der Trennung durch Gezanke und "dicke Luft" mehr, als nach erfolgtem sauberen Abschluss der Ehe.
Aber auch dies sind - wohl ebenso wie bei Frau Pauli - Gedankenspiele, noch recht unausgereift.
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04.10.2007, 12:45
AW: Sollen Ehen befristet werden?
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04.10.2007, 13:30
AW: Sollen Ehen befristet werden?
In meiner seit 2*Pauli=14 Jahren bestehenden Ehe gibt es kein Dein und kein Mein. Weder unsere Kinder noch unsere irdischen Besitzstände werden damit ettiketiert. Alles ist unser. Weil durch gemeinsame Arbeit erwirtschaftet. Einen solchen "Keim" des Egoismus könnte ich in meiner Partnerschaft nicht ertragen.
Zitat von Rotfuchs
Wir haben allerdings zu einem Zeitpunkt geheiratet, als wir beide völlig mittellos waren. Und den heutigen materiellen Werten steht ein ideeler Wert gegenüber, der ein Vielfaches mehr wert ist. Und der sich bei einer Trennung nicht teilen läßt.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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04.10.2007, 19:19
AW: Sollen Ehen befristet werden?
Nun, bei uns (3 x Pauli + 3 Jahre) gibt es das zwar auf dem Papier, auch Ehevertrag etc. ist vorhanden - das hatte aber seinerzeit einzig und allein was damit zu tun, dass mein Mann damals selbständig war und ich mit Vermögen (so man die paar Kröten so nennen durfte) und Einkommen aus firmenmäßigen Haftungen aussen vor bleiben wollte.
Im täglichen Leben gibt es diese Aufteilung bei uns nicht und es wird auch nichts aufgerechnet a la "Ich habe den Käse bezahlt, Du bezahlst den Aufschnitt."
Wir wären aber ein Paar, dass sich ohne große Umstände scheiden lassen könnte und gemäß Frau Pauli nur noch die Anwalts- und Gerichtskosten und Zeit sparen könnte: Keine Vermögensaufteilung (da sowieso geregelt), keine gegenseiten Unterhaltsverpflichtungen, keine Kinder.
Tja, und weil es so einfach ginge, tun wir's nicht.
Bis zum nächsten Paulischen Auflösungstermin wären es auch noch 4 Jahre. Mal sehen...
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04.10.2007, 20:39
AW: Sollen Ehen befristet werden?
Zitat von Rotfuchs
Unterhaltverpflichtung hat nichts mit Kindern zu tun.Barbarus hic ergo sum, quia non
intellegor ulli.
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04.10.2007, 22:14
AW: Sollen Ehen befristet werden?
Ich weiß (war vielleicht blöd formuliert.)
Ich wollte sagen, dass bei uns keine gegenseitigen Unterhaltsansprüche anfallen würden (u.a. wegen fast gleich hohem Einkommens).
Außerdem (!) - unabhängig vom finanziellen Aspekt - haben wir keine Kinder. Somit würden auch keine Kinder unter einer Trennung leiden bzw. diese indirekt verhindern oder verzögern ("der Kinder wegen").
Im Falle einer Trennung wäre also nichts Nennenswertes zu regeln oder zu berücksichtigen. Nicht mal um den Fernseher müßten wir streiten, wir haben zwei.
So war's gemeint.
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05.10.2007, 13:53
AW: Sollen Ehen befristet werden?
Verstehe ich. Wäre denn dann eine Trennung nach dem heutigen Recht so problematisch und teuer, wie immer gesagt wird? Oder macht nicht eigentlich die Uneinigkeit die Kosten?
Zitat von Rotfuchs
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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05.10.2007, 19:54
AW: Sollen Ehen befristet werden?
Ich habe keine Ahnung, was eine Scheidung heute so kostet.
Ich denke, wir kämen mit Mindestkosten davon, da es kein Hin- und Hergezerre um Haus, Geld und Kinder geben würde, selbst wenn wir uns persönlich noch ganz fürchterlich verkrachen würden. Ich glaube, da wird ein Streitwert zugrunde gelegt, der aber wohl auch fiktiv sein kann, wenn man sich nicht wirklich streitet.
Ich weiß auch nicht, ob man heute mit einem Anwalt auskommt (war ganz früher mal so, wenn man sich einig war) oder ob zwangsläufig jeder einen braucht - der ja auch bezahlt sein will.
Wie gesagt, ich bin scheidungsmäßig nicht auf dem Laufenden.
Ich kann mir aber vorstellen, dass es ganz schön teuer werden kann, wenn man sich um Geld, möglicherweise Haus, Sorgerecht usw. vor Gericht lange und über mehrere Termine hinweg streitet oder die Anwälte sich (kostenpflichtig) in den Haaren liegen.
Wie praktisch, wenn das vorher einigermaßen geregelt ist. (Unvorhergesehene Dinge jetzt mal ausgenommen).
Und darüber würde man sich möglicherweise vorher mehr Gedanken machen, wenn man nicht mehr automatisch von einer Ehe auf ewig ausgehen kann.
Letztlich würde der Pauli-Vorschlag Trennungen wesentlich erleichtern.
Dies würde sicher von vielen als ungünstig angesehen, da möglicherweise weniger um den Erhalt einer Ehe gekämpft würde. Andererseits kann es auch Befreiung bedeuten, wenn das Trennungsverfahren erleichtert würde. Die Sache hat - wie alles - natürlich auch zwei Seiten.
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06.10.2007, 00:02
AW: Sollen Ehen befristet werden?
Von den heute geschlossenen Ehen werden 50 % geschieden werden.
Leider kenne ich keine Statistik, wie viele Beziehungen ohne Trauschein das ganze Leben lang bis zum Tod vereint bleiben.
Nach meinem privaten Umfeld trennen sich da 99,99 %.
Dass sich Frauen heute nicht mehr blauäugig auf eine Hausfrauenehe einlassen können, dafür sorgt schon der BGH mit seiner Unterhaltsrechtsprechung. Da benötigt es keine 7-Jahre Sollbruchstelle - die ja auch mit umfassenden Verträgen vorweg abgesichert sein müsste.
Und da schon Ehen mit Eheverträgen eine höhere Scheidungsquote haben ........
Nur weil ein Ideal nicht immer zu erreichen ist, muss man es doch nicht gleich begraben.
angie, 5 x 7 Jahre verheiratet
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06.10.2007, 12:25
AW: Sollen Ehen befristet werden?
wenn einseitig um den erhalt der ehe gekämpft wird, ist eine trennung das beste. ich bin eh der meinung wenn man um liebe und zuneigung kämpfen muss, ist die beziehung nichts (mehr) wert.
Zitat von Rotfuchs
Barbarus hic ergo sum, quia non
intellegor ulli.
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06.10.2007, 12:35
AW: Sollen Ehen befristet werden?
wir haben einen ehevertrag und sind trotzdem bereits 27 jahre verheiratet, von unseren schulfreunden 38 an der zahl hatte niemand einen ehevertrag, 22 sind bereits geschieden... so viel zur höheren scheidungsquoten mit eheverträgen.
Zitat von angie2
Barbarus hic ergo sum, quia non
intellegor ulli.


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