Umfrage: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

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Ergebnis 81 bis 90 von 366
  1. Inaktiver User

    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Zitat Zitat von Misirlu Beitrag anzeigen
    Und sie sind intellektuell nicht in der Lage, solche moralisierenden Diskussionen zu verstehen.
    Wie kommst Du darauf?
    Es gibt auch beim DownSyndrom unterschiedliche Ausprägungen.
    Einer der Vorstände vom Verein Lebenshilfe hat das Down Syndrom.
    In einem der Videos die bei dem Tagesschaubeitrag verlinkt sind kommt er zu Wort (Der Beitrag über das Theaterstück, eher am Ende).
    Er drückt sich da sehr klar aus und ich bewundere die Haltung die er angesichts der Debatte an den Tag legt.
    Da zieh ich echt den Hut und stimme ihm zu.

  2. Avatar von Misirlu
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Ich glaube, so eine, für mein Empfinden absurde, Diskussion, ob man das Recht hat, in weitreichende Gesundheits - und Lebensentscheidungen anderer Menschen einzugreifen, kann es wirklich nur in Deutschland geben.

    Die Denke, die dahinter steckt, finde ich gruselig.

    Es hat einen jahrzehntelangen Kampf gegeben, jeder Frau das Recht einzuräumen, über ihren Bauch selbst zu entscheiden, ergo darüber, eine Schwangerschaft auszutragen. Und es herrscht weitgehender Konsens darüber, dass sie eine Schwangerschaft, auch mit einem ungeschädigten Fötus, abbrechen darf.

    Ist dieser hingegen geschädigt und bedarf lebenslanger Betreuung, wird ihr das Recht abgesprochen.

    Aber passt vielleicht in eine Zeit, in der Feminismus und Frauenrechte sich auf dem Rückzug befinden.
    Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht haben könnte.
    Kurt Tucholsky
    Geändert von Misirlu (22.09.2019 um 07:23 Uhr)

  3. Avatar von Blila1
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Zitat Zitat von Misirlu Beitrag anzeigen
    Ich glaube, so eine, für mein Empfinden absurde, Diskussion, ob man das Recht hat, in weitreichende Gesundheits - und Lebensentscheidungen anderer Menschen einzugreifen, kann es wirklich nur in Deutschland geben.

    .
    Nein, leider. Polen: gruselig. Lateinamerika: grauenhaft, nicht nur San Salvador, USA: Überall, wo der Islam dominiert: gar nicht drüber reden. Totalitäre Regime generell.

    Mit dem Rest hast du natürlich recht


  4. Registriert seit
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    269

    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Ich finde, dass der Test Kassenleistung werden soll, für alle, die ihn wünschen.

    Ich sehe sehr viele Kassenleistungen kritisch und finde das Abrechnungssystem total krank, aber das sollte man bezahlen.

  5. Inaktiver User

    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen Übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Zitat Zitat von Misirlu Beitrag anzeigen
    Es hat einen jahrzehntelangen Kampf gegeben, jeder Frau das Recht einzuräumen, über ihren Bauch selbst zu entscheiden, ergo darüber, eine Schwangerschaft auszutragen. Und es herrscht weitgehender Konsens darüber, dass sie eine Schwangerschaft, auch mit einem ungeschädigten Fötus, abbrechen darf.

    Ist dieser hingegen geschädigt und bedarf lebenslanger Betreuung, wird ihr das Recht abgesprochen.
    Stimmt doch gar nicht.
    Sie darf im 2. Fall sogar weitaus länger abtreiben als im 1.
    Und dass das auf breites Verständnis stößt liest Du doch hier und das zeigt ja auch die Entscheidung.

    Es geht ganz "einfach" um die Frage ob ein neuer Bluttest eine weitere Kassenleistung sein soll.
    Und ja, dieser zielt eben auf die Erkennung in erster Linie des Downsyndroms ab.
    (Andere Trisomien sind meist so gravierend, dass sie auch anderweitig erkannt werden).

    Gerade das Down Syndrom ist aber eine Behinderung mit der Betroffene oft recht gut leben können, und die Familien oft auch.

    In dem Link sind einige schöne Beispiele:

    Unter engen Voraussetzungen: Trisomie-Bluttest wird Kassenleistung | tagesschau.de

    In der Fotogalerie, auch zuvor in dem Link zuvor zum Theaterstück.

    Es scheint doch sehr grosse Berührungsängste zu geben.

    Ich sehe die Debatte nicht als eine "Wie können wir Frauen besser unterdrücken-Debatte". Diesen Ansatz kann ich nicht nachvollziehen zumal die Politik in D derzeit immer weiter liberalisiert.

    Der erste Tagesschau Link #77 zeigt gut, aus welchen Richtungen Bedenken kommen.

    Hier Corinna Rüffer von den Grünen ausführlich dazu:

    Corinna Ruffer zu pranatalen Bluttests | NDR.de - NDR Info

    Auch dazu warum die Debatte überhaupt in den Bundestag kam, nämlich auf Wunsch des GBA.
    Geändert von R-osa (22.09.2019 um 00:40 Uhr) Grund: Titel repariert

  6. Avatar von Simpleness2
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen

    Die Diskussion darüber ist völlig überflüssig!
    So ist es!!!


  7. Registriert seit
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    11.880

    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Ich kenne etliche Down Syndrom Kinder, heute bereits erwachsen.
    Nur wenige von ihnen sind bei ihren leiblichen Eltern aufgewachsen, die meisten bei Pflegeeltern.
    Und : bei behinderten Kindern ist es vorteilhaft, es bei einer Dauerpflegschaft zu belassen und nicht zu adoptieren. Das rät zumindest die hiesige Jugendhilfe unter der Hand.
    Ich kann das bestätigen. Denn :Ein adoptiertes Kind ist einem leiblichen Kind gleichgestellt. Ein Dauerpflegekind steht unter Obhut des Jugendamtes, was in der Praxis bedeutet : Ich betreue das Kind als Pflegemutter, muß mich den Anweisungen des JA beugen, was lästig sein kann - ich bekomme aber einen erhöhten Pflegesatz. Das kann, je nach Ausprägung der Behinderung, ein fast vierstelliger Betrag sein (beim hiesigen Jugendamt, das variiert). Dafür kann ich zwar meinen Beruf nicht ausüben, aber ich habe Gelder, für die ich zusätzliche Leistungen einkaufen kann. Brauche ich einen Termin zur Diagnostik, Therapie, ist "Pflegekind" ein Zauberwort, was mich schnell einen Termin bekommen lässt. Werden Therapien angeraten, die keine Kassenleistung sind, geht das schnell über die Bühne, das übernimmt der Staat. Denn : Das Jugendamt ist für die Förderung des Kindes zuständig, nicht die Familie selbst.

    Wer nicht gerade in Geld schwimmt, kann seinem leiblichen Kind mit Behinderung nicht die bestmögliche Förderung und Unterstützung bieten. Da ist man dann auf Hilfsverbände angewiesen.

    Ich verstehe die Klagen der Behinderten Verbände und gebe ihnen recht.
    Nur muss man einfach sehen, dass trotz aller schönen Reden Menschen mit Handicap keinen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben.
    Natürlich leidet kaum ein Erwachsener mit Down Syndrom unter seinem Schicksal. Aber erstmal muss das Kind erwachsen sein, das sind mindestens 18 harte Jahre für seine Eltern. Es ist verlogen und heuchlerisch, die vorgeburtliche Diagnostik zu bekritteln aber die Mütter (und die sind es in aller Regel, die die Hauptarbeit bei den Kindern leisten. Und in den allermeisten Fällen alleinerziehend sind, wenn sich die Väter vom Acker machen. Immer noch.) mehr oder minder im Regen stehen zu lassen.
    Es wird immer Mütter geben, die sagen - ich nehme was kommt.
    Aber wenn eine Schwangere sagt, sie möchte sicher gehen, dass ihr Kind keine genetisch bedingte Behinderung hat, dann sollte ihr die schonenste Testmethode zur Verfügung stehen. Unabhängig wieviel sie im Portemonnaie hat.


  8. Registriert seit
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    4. Monat, Blutungen, Kind fast verloren, Hormonbehandlung, liegen.
    Es wurde zur Fruchtwasseruntersuchung geraten.
    Risiko: ich könnte eine Fehlgeburt haben, der Fötus könnte - sehr selten -bei der Untersuchung verletzt werden, mit der möglichen Folge Behinderung, nötige OP im Mutterleib. Vorzeitiger Blasensprung, Kontraktionen, Infektionen, Blutungen.

    Ich machte die Untersuchung nicht; das Risiko, ein evtl. gesundes Kind derart zu gefährden, war mir zu hoch.
    Also musste ich das Risiko in Kauf nehmen, dass eine mögliche Behinderung unentdeckt bleibt. Mit allen daraus entstehenden Konsequenzen.

    Einen Bluttest hätte ich sofort gemacht!
    Hoffentlich kann in naher Zukunft noch viel mehr darüber diagnostiziert werden als bisher.

    Wie ich mich bei einer festgestellten Behinderung entschieden hätte, weiß ich nicht sicher.
    Damals vermutlich dafür, das Kind zu bekommen. Heute klar dagegen.

    Ich kenne mehrere Familien mit unterschiedlich behinderten Kindern. Was das mit jedem einzelnen Familienmitglied machen kann, was das für die Mütter bedeutet, was das für ein betroffenes Kind in manchen Fällen bedeuten kann, sehe ich heute viel klarer. Ein Baby wurde in der Klinik gelassen.

    Über Altenheime, die Misstände, das fehlende Personal dort wird viel diskutiert. Insiderberichte sind teilweise erschütternd.
    Sieht das bei pflegebedürftigen behinderten Menschen besser aus? Und da reden wir über eine lange, eine sehr lange Zeit.

    Mein Fazit:
    Es sollten allen Frauen/Paaren die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Ohne Privilegierung finanziell besser gestellter Personen.

    Auch, um Leben zu schützen.
    Kein Fötus muss unnötig gefährdet werden, wenn es ungefährliche Möglichkeiten gibt!
    Geändert von Lizzy1234 (22.09.2019 um 03:51 Uhr)


  9. Registriert seit
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen

    und als Beitragszahlerin der Krankenkassen gehts natürlich auch um meine Prämie, die durch Ausweitung von Leistungen gegebenenfalls erhöht wird.

    docj, das geht mich schon auch was an.

    Hieße das nicht, knallhart zu Ende gedacht, dass mehr Abtreibungen für dich, deine Prämie, von Vorteil wären?
    Weniger behinderte Menschen = deutliche (!) Kostensenkung für Krankenkassen. Denn 300 € für so eine Untersuchung und die Kosten für eine Abtreibung sind ein Klacks gegenüber den lebenslang verursachten Kosten vieler behinderter Menschen.


  10. Registriert seit
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es geht bei dem Test um das DownSyndrom, das ist eine Krankheit/Behinderung mit der viele Menschen ein gutes Leben leben

    Nicht nur.

    Bluttest auf Downsyndrom: Die Vor- und Nachteile des Praena-Tests - SPIEGEL ONLINE

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