Umfrage: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

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  1. Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Das Thema wird wieder geöffnet. Sollte die Diskussion wieder auf Parallelthemen ausgeweitet werden, wird der Thread dauerhaft geschlossen.

    Viele Grüße
    vom BRIGITTE-Community-Team
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  2. Avatar von Historia02
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Prinzipiell finde ich die Einwände der Hebammen richtig. Sie fordern eine umfassende(re) Beratung als bisher.
    Ich habe mich beim ersten Kind komplett unwissend in diese Testerei gestürzt. Die "Beratung" vor der Chorionzottenbiopsie war überschaubar und bestand in einem Gespräch mit einer Humangenetikerin, die mich über meine Familie ausfragte.
    Für das alte Ersttrimesterscreening hätte ich ein Verständnis von Wahrscheinlichkeitsrechnung gebraucht, das ich mir bis heute nicht vollständig aneignen konnte (und ich habe viel darüber gelesen und bin nicht dumm, trotzdem blieb immer ein Rest Unklarheit bestehen).

    Der neue Test funktioniert ganz anders und ist sehr viel zuverlässiger. Er wird nicht aufzuhalten sein, egal ob mit Beratung oder ohne. Es wäre Quatsch, den Test auszusetzen, bis die gewünschten Beratungsangebote geschaffen sind. Dann kann man nämlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten.

    Ich musste in meiner Kindheit im Rahmen von christlich geprägten Familienurlauben Behindertenheime besuchen. Und das hat mich total geschockt. (Auch wenn mir rational klar ist, dass man die 80er Jahre nicht mit den heutigen Gegebenheiten vergleichen kann.) Seitdem war ein ganz riesengroßer Horror in mir drin. Mein Mann dagegen hätte einem behinderten Kind ganz gelassen entgegengesehen.
    Geändert von Historia02 (01.10.2019 um 21:49 Uhr)

  3. Avatar von marylin
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Zitat Zitat von Misirlu Beitrag anzeigen
    Warum sollte die Meinung des deutschen Hebammenverbandes dazu relevant sein ? Die begleiten die Frau bis zur Geburt, danach verschwinden sie aus ihrem Leben, das im Zweifelsfall bis zum Ende von der Pflege eines behinderten Kindes dominiert sein wird.

    Diese typisch deutsche Macke, erwachsenen Menschen abzusprechen, ihre ureigensten Lebensentscheidungen selbst treffen zu können, und sie deshalb mit Zwangsberatung zu "beglücken", ist wirklich unerträglich.
    Ja, genauso sehe ich das auch. Die meisten Menschen können sich die Informationen beschaffen, die für sie wichtig sind.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  4. Avatar von elli07
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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Deutschland ist ein freies Land mit Meinungsfreiheit, sprich jeder Verband und jede Person kann sich zu einem Sachverhalt äussern. So kann sich denn auch der Hebammenverband zu dem Thema zu Wort melden, warum nicht ?

    Bleibt die Frage, wie stark die Lobby eines Verbandes bei den Politikern ist: entsprechend hat eine Meinung dann eben mehr oder weniger Gewicht.

    Für die Politik bleibt die Aufgabe, aus unterschiedlichsten Meinungen eine Entscheidung zu treffen.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)


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    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Auch, wenn die Diskussion hier schon eine Weile ruht, möchte ich gern noch etwas dazu schreiben.

    Mich stört es ganz massiv, dass hier immer nur von Trisomie 21 die Rede ist. Ich habe Anfang des Jahres meine Schwangerschaft in der 16 SSW beendet, weil ich für mein Kind die Diagnose Trisomie 18 bekommen habe. Dazu wurde ich / wir von keinem Arzt gedrängt, uns wurde geraten, dass wir uns extern beraten lassen (ProFamilia oder ähnliche Institutionen), wir hatten eine wirklich gute Beratung (andere Organisation). Obwohl wir von Anfang an gesagt haben, dass für uns die Entscheidung für einen Abbruch bereits feststeht, wurden uns andere Möglichkeiten aufgezeigt. Wir wurden in keine Richtung gedrängt!

    Es stimmt nicht, dass es bei anderen Trisomien als der 21 zu Spontanaborten oder Totgeburten kommt. Gerade bei Trisomie 13 und 18 können Kinder lebend zur Welt kommen. Meist sterben sie dann aber innerhalb weniger Stunden, Tage, Wochen. Es gibt nur wenige Einzelfälle, in denen Kinder z.B. das Jugendalter erreichen und auch dann i.d.R. nur unter engmaschiger medizinischer Betreuung.

    Wir haben uns schweren Herzens für den Schwangerschaftsabbruch entschieden. Und ich bin sehr froh, dass wir die Möglichkeit dazu hatten. Hätten wir den Bluttest nicht gemacht, wäre es vermutlich zu einem späteren Zeitpunkt so gewesen, dass bei einem Ultraschall Auffälligkeiten aufgetreten wären. Oder das Kind wäre später - noch vor während oder kurz nach der Geburt verstorben, ohne dass wir im Vorfeld etwas von dem Gendefekt gewusst hätten. In dem Fall hätte es vermutlich ein fertiges Kinderzimmer, Babykleidung, etc. gegeben, alles wäre vorbereitet gewesen. Diesen Verlust dann zu ertragen, wenn die Bindung bereits viel stärker ist, möchte ich mir gar nicht vorstellen. So war es schlimm genug.

    Ich würde den Bluttest bei einer erneuten Schwangerschaft wieder machen. Egal, ob er von der Krankenkasse bezahlt würde oder nicht. Dass man damit nicht alle Behinderungen ausschließen kann, ist klar. Ich denke auch, dass ich mich bei der Diagnose Trisomie 21 möglicherweise für das Kind entschieden hätte (genau das haben Bekannte von mir getan).

    Was ich nach dieser etwas (zu) langen Einleitung sagen möchte:

    Es ist nicht fair, die Möglichkeit zu dem Bluttest nur den Eltern zu geben, die es sich leisten können, während alle anderen sich für die teurere, schmerzhafte und gefährlichere Amniozentese entscheiden müssen, wenn sie im Bereich der Trisomien Sicherheit haben wollen. Entweder diese Tests werden komplett verboten oder alle Frauen (oder zumindest die aus der Risikogruppe) müssen die Möglichkeit haben, diesen Test zu machen. Denn auch, wenn das Angebot kostenlos ist, ist es ja jedem selber überlassen, ob er diesen Test in Anspruch nehmen möchte.

  6. Inaktiver User

    AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?

    Ghrian, danke für deinen - keineswegs zu langen - Beitrag (dem ich mich auch anschließe), und ich wünsche euch alles Gute, wie es auch immer bei euch weitergehen mag

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