Das sehe ich eben anders.
Ich finde es unmenschlich und unsozial jemand auszusortieren, der irgendwelchen Qualitätskriterien nicht entspricht, egal zu welchem Zeitpunkt seines Lebens. Und das ist es eben, in letzter Konsequenz - man bewertet ein Leben mit so jemand als unzumutbar, obwohl es sogar das eigene, ursprünglich erwünschte Kind ist.
Das ist genau 0/1 - du darfst leben, du nicht.
In meinen Augen machte es eine Gesellschaft lebenswerter und menschlicher, wenn jeder so angenommen würde wie er nun einmal ist, zumindest in Dingen die er selbst nicht beeinflussen kann.
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26.09.2019, 12:22Inaktiver User
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
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26.09.2019, 12:33
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
Noch weit mehr schreckt mich eine Gesellschaft, in der Frauen gezwungen werden, eine Schwangerschaft zu ertragen und alles, was sich daraus ergibt. Gezwungen auf der Basis von Glaubenskriterien - wobei Glauben kein Synsonym für Religion ist. Wenn du glaubst, dass ein Embryo ein fertiger Mensch ist, dann handelst du danach. MIR konnte das noch niemand schlüssig erklären
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26.09.2019, 12:35Inaktiver User
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
Um eine Gesellschaft lebenswerter und menschlicher zu gestalten, muss man genau da ansetzen, wo es Sinn macht: an der Gesellschaft selbst. Das ist eine sehr komplexe, verwobene Angelegenheit von Menschen, die bereits auf der Welt sind.
Ändere die Gesellschaft wie es deiner Vorstellung entspricht und du hast eine Basis für deine Argumente. Du kannst sie nicht ändern? Dann ist deine Vorstellung eine Utopie und schlicht lebensfremd. Allein die Vorstellung wie etwas zu sein hat und darauf zu beharren, macht das Leben für Betroffene nicht leichter.
Um nicht völlig vom Strangthema abzudriften, hier noch mal: Ja, ich halte es für richtig den Test für gesetzlich Versicherte von der Kasse zu finanzieren! Es ist eine realistische und pragmatische Möglichkeit, das Leben für Betroffene potenziell zu erleichtern, die nicht darauf warten können, dass sich eine gesellschaftliche Utopie irgendwann mal verwirklicht. Wenn überhaupt, ich sehe da schwarz.
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26.09.2019, 12:56Inaktiver User
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
Bei Trisomie 18 sterben 50 % der Babys in der ersten Lebenswoche.
Bei Trisomie 13 sterben 90 % aller Kinder im ersten Lebensjahr.
Wenn Eltern sich dafür entscheiden wollen, diese Kinder auszutragen - gerne.
Wenn sie aber aufgrund des Tests anders entscheiden, finde ich das legitim.
Und ja, das sollte KK-Leistung sein, standardmäßig und für alle.
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26.09.2019, 13:20
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
Die Diskussion dreht sich ja eher um Trisonie 21 Erkennung und folgende Schwangerschaftsabbrüche. Durch die Erstattung des Tests ändert sich absolut nichts an der Gesetzeslage, nämlich dass Trisomie 21 Kinder quasi bis zur Geburt straffrei abgetrieben werden dürfen. Das finde ich ethisch bedenklich, denn die Kinder sind dann voll lebensfähig. aber die Diskussion hätte man ja viel früher führen müssen. Die Tatsache dass es solche Spätabtreibungen gibt, zeigt ja, dass viele Paare ihre ursprüngliche Einstellung "alles anzunehmen" dann eben doch revidieren, wenn eine Trisomie erwiesen ist. Da hilft der Test, denn man kann ihn früh machen und ggf. eben auch früh die Schwangerschaft abbrechen. Das sollte doch im Sinne aller sein! Wenn man einen Abbruch aber 100% ausschließt, brauchts den Test auch nicht.
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26.09.2019, 13:27
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26.09.2019, 13:27Inaktiver User
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
huppsi - danke, ich habe jetzt nachgegooglet. In Artikeln steht tatsächlich Trisomie 21, ich bin nur vom EP ausgegangen (liebe Bri, bitte präzisiert das nächstes Mal bei Diskussionanregungen, und setzt vielleicht einen Link zu Originaltexten?)
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26.09.2019, 14:03
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
ein Mensch ist nie "fertig", sondern in ständiger Entwicklung.
man kann darüber nachdenken, welche Fähigkeiten und Empfindungen zu welchem Zeitpunkt der Entwicklung vorhanden sind - zum Beispiel Schmerzempfinden - und daraus Richtlinien ableiten, wann es gestattet sein soll und wann nicht, dieses Lebewesen zu töten.
es gibt keinen bestimmten Moment, wo man sagen kann, der Mensch sei vom " unfertigen" Status in den "fertigen" Status gewechselt.
gruss, barbara
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26.09.2019, 14:06
AW: Trisomie-Tests sollen in Ausnahmefällen übernommen werden. Was halten Sie davon?
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26.09.2019, 14:10



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