Umfrage: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

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  1. Registriert seit
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Eine dumme Frage: Kann man dann überhaupt noch Verträge abschließen in denen Überstunden durch das Gehalt abgegolten sind?

    Das soll doch sehr häufig sein?
    Das ist eigentlich nur (noch) auf GF-Ebene oder in höheren Managementpositionen (außertarifliche Bezahlung) üblich.

  2. Avatar von Rowellan
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Ich kann verstehen, woher das Gesetz kommt und was es bewirken soll.

    Für mich persönlich ist es Schwachsinn. Ich hab eine sogenannte Vertrauensarbeitszeit und dokumentiere nur angefallenen Überstunden in einer Excel-Liste, wenn denn mal ein Projekt wirklich aus dem Ruder läuft. Die kann ich dann auch wieder abbauen, wenn es mir in den Kram passt und ich z.B. mal am Wochenende früher weg will.
    Das macht das Arbeiten sehr flexibel und für meinen Arbeitgeber und mich eine win-win Situation: Wenn Projekte auf die Deadline zulaufen, wird richtig Gas gegeben, dann sitzt man auch mal lange vor dem PC und ist am nächsten Morgen früh wieder da. Um danach dann irgendwann spät zu kommen und früh wieder abzuhauen. Und da guckt keiner auf die Minuten, weder mein AG noch ich, wenn die Arbeit entsprechend erledigt ist.

    Meine Begeisterung, gerade in solchen Stoßzeiten dann auch noch irgendein Tool zu befriedigen oder minutengenau Listen zu führen hält sich in sehr, sehr eng gesteckten Grenzen
    *lost in the woods*

  3. Avatar von Antje3
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Es gibt doch zu denken, daß nur die Arbeitgeber "aufjaulen" - und keine Arbeitnehmerverbände (wo doch angeblich alle Arbeitnehmer das gar nicht wünschen und unbedingt die Vertrauensarbeitszeit wollen und das soooo ein Nachteil für Arbeitnehmer wäre).

    Der Verwaltungsaufwand dürfte sich dank moderner Technik eigentlich in Grenzen halten (den schließlich haben die Arbeitgeber es früher auch völlig problemlos geschafft, Kontroll- und Aufzeichnungsmöglichkeiten zu schaffen, als sie das Gefühl hatten, daß Arbeitszeiterfassung in ihrem Interesse war).

    Man darf also annehmen, daß der Protestaufschrei vor allem den bisher kostenlos geleisteten Überstunden geschuldet ist, die zukünftig erfaßt und vergütet werden müssen.

    Aus früherer Erfahrung: Ich habe es nicht nur einmal erlebt, daß erst von AG-Seite die Idee kam, Arbeitszeiten genau zu erfassen, Dann wurde erfaßt - es stellte sich heraus - die Mitarbeiter arbeiteten durchwegs mehr als die offizielle Arbeitszeit. (das ließ sich nicht vermeiden - Du kannst z.B. nicht einem Kunden mitten in der Beratung sagen: Sorry - ich hab jetzt Feierabend. Und auf einmal wurde die Stempeluhr wieder abgeschafft und "Vertrauensarbeitszeit" eingeführt. Und - ja - hier 10 Minuten und da 10 Minuten läppern sich in einem Monat gerne mal auf 4 Stunden - was ein halber Tag ist - und im Jahr 6 Tage....
    Und das sind nur die obligatorischen 10 Minuten, bei denen es gerne heißt "Du wirst doch nicht für 10 Minuten anfangen, aufzuschreiben".

    Ich seh das an mir selbst - ich schreibe auf - aber alles unter 15 Minuten nicht. Und ich beginne so gut wie jeden Tag im Büro um "10 nach", schreibe aber erst ab "30" auf. Und gehe so gut wie nie um "00", sondern um 10 oder 15 - zusammengerechnet an einem Tag sind das eigentlich regelmäßig eine halbe Stunde - ohne daß sich das wie "Mehrarbeitszeit" anfühlt.

    In einem Monat kommt aber so schon ein kompletter Tag zusammen.

    Ich habe hier anderweitig Großzügigkeit von seiten des AG - daher paßt für mich das Geben und Nehmen.

    Ich kenne aber durchaus AG, die einem pingelig vorwerfen, wenn man mal ein paar Minuten später dran ist - oder auch nur mal tatsächlich pünktlich geht - aber völlig selbstverständlich voraussetzen, daß man früher kommt oder notorisch länger arbeitet. Und da gibt das dem AN durchaus mehr Argumentationskraft.

    Besonders gerne wird das ja von Chefs gemacht, die selbst spät kommen und sehr spät gehen. Da werden alle Arbeitsnehmer schief angeguckt, die früher gehen. Daß die oft schon mehrere Stunden gearbeitet haben, wenn Chef am Arbeitsplatz aufschlägt, wird geflissentlich ignoriert.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  4. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Was passiert denn an Konsequenzen für den Arbeitgeber, wenn er nachgewiesen gegen das Arbeitszeitgesetz verstößt?

    Was ist mit so Sonderzeiten wie „Umziehen in Arbeitskleidung in 7 Minuten“?

    „Eternal peace is probably overrated“ Klaus - The Umbrella Academy


  5. Registriert seit
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    Das ist eigentlich nur (noch) auf GF-Ebene oder in höheren Managementpositionen (außertarifliche Bezahlung) üblich.
    Das kann man mit jedem Mitarbeiter verhandeln, der einen außertariflichen Vertrag hat, ist bei uns Usus.
    Diese müssen bei uns auch ihre Zeit erfassen, wobei es darum geht, dass die 10 Stunden nicht überschritten werden.
    Wobei diese Angestellten wiederum den Vorteil haben, dass wenn sie mal weniger arbeiten als die "normale" Zeit, am nächsten Tag wieder auf 0 gestellt sind.


  6. Registriert seit
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    Das ist eigentlich nur (noch) auf GF-Ebene oder in höheren Managementpositionen (außertarifliche Bezahlung) üblich.
    Das kann man mit jedem Mitarbeiter verhandeln, der einen außertariflichen Vertrag hat, ist bei uns Usus.
    Diese müssen bei uns auch ihre Zeit erfassen, wobei es darum geht, dass die 10 Stunden nicht überschritten werden.
    Wobei diese Angestellten wiederum den Vorteil haben, dass wenn sie mal weniger arbeiten als die "normale" Zeit, am nächsten Tag wieder auf 0 gestellt sind.

  7. Avatar von brighid
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen


    Was ist mit so Sonderzeiten wie „Umziehen in Arbeitskleidung in 7 Minuten“?
    dienstbeginn in zivil an der stechuhr. umkleide umziehen an den arbeitsplatz gehen.

    ist im öffentlichen dienst gefühlt schon immer so. umkleidezeit ist arbeitszeit. 7 minuten hin und 7 minuten zurück.

    wenn der arbeitgeber dienstkleidung vorgibt- kann die umkleidezeit nicht von der freizeit der mitarbeiter abgehen.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  8. Avatar von Sevilla1975
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Ich finde es gut, dass das allgegenwärtige Thema Arbeitszeit und Überstunden mal transparent wird. Wobei ich es mir in einigen Branchen schwierig vorstelle. Dort, wo kleine Firmen händeringend Personal suchen und die vorhandene Arbeit von Kollegen geleistet werden muss.

    Und ich wette darauf, dass es genug Schlupflöcher gibt, die nur noch nicht gefunden wurden.

    Zitat Zitat von Rowellan Beitrag anzeigen
    Ich hab eine sogenannte Vertrauensarbeitszeit und dokumentiere nur angefallenen Überstunden in einer Excel-Liste, wenn denn mal ein Projekt wirklich aus dem Ruder läuft. Die kann ich dann auch wieder abbauen, wenn es mir in den Kram passt und ich z.B. mal am Wochenende früher weg will.
    Dieses Prinzip haben wir auch. Und dort finde ich die Gesetzesänderung auch positiv für die Arbeitgeber ist. Es gibt Kollegen, die nahezu täglich deutlich kürzer anwesend sind. Dann wird gerne groß von Wochenendarbeit gefaselt. Aber ich bezweifle, dass dann jeden Sonntag 10 Stunden nachgearbeitet werden. Arbeit am Wochenende hat ja so seine Vorteile. Aber ich glaube in manchen Fällen nicht, dass das Vertrauen der Chefs wirklich ausgeglichen wird.
    Wir lästern nicht, wir stellen nur fest!


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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Systematische Erfassung heißt meiner Meinung noch lange nicht Stechuhr. Der Arbeitgeber muss irgendeine Art der Arbeitszeit-Erfassung vornehmen.

    Bei uns werden Arbeitsbeginn und -ende von jedem Mitarbeiter selbst in eine elektronische Zeiterfassung eingetragen, Kontrollen im eigentlichen Sinne gibt es aber nicht. Wenn Gleittage zum Ausgleich von Mehrarbeit genommen werden, wird dem Antrag, eher pro forma, ein Ausdruck des letzten Arbeitszeitbogens beigefügt. Ich hatte auch schon das Modell, dass obligatorisch auf Papier zu führende Arbeitszeitbögen bei den Mitarbeiter/innen verblieben und nur an den Chef oder die Personalabteilung gegeben wurden, wenn Mehrarbeit irgendwie ausgeglichen werden sollte.

    In unserem Betrieb hat der Betriebsrat vor einiger Zeit Diskussionen um Vertrauenarbeitszeit angestoßen. Die Geschäftsführung hat allerdings abgelehnt mit der Begründung, dass dann kein Nachweis zur Einhaltung von Arbeitsschutzbestimmungen möglich ist, wie z. B. Einhaltung von Höchstarbeitszeiten, Mindest-Ruhezeiten. Das passte also zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Gut, dieser Vorstoß des Betriebsrats ist jetzt wohl ohnehin auf Eis.


  10. Registriert seit
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    AW: Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Arbeitszeiterfassung

    Sehe ich ähnlich.
    Ein einheitliches Medium der Zeiterfassung ist notwendig, welche Form letzten Endes durchgesetzt wird - in Abhängigkeit der DSGVO etc - ist wohl mindestens von genau so großer Relevanz

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