Entweder kannst Du nicht abstrahieren oder Du willst nicht abstrahieren. Es wird behauptet, dass Ebola gefährlicher als die Maser ist, ich widerlege das, Du wirfst mir das vor.
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14.03.2015, 14:35
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
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14.03.2015, 14:56Inaktiver User
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Ich hatte Dich falsch verstanden.
Was Masern anrichten, wenn sie auf eine Population treffen, die diese Erkrankung nicht kennt, wissen wir ja von Amerika. Die geringe Sterberate von 0,1% bei uns ist ja nicht nur Folge von Hygiene, sondern auch genetische Anpassung.
Dies ist wohl noch ziemlich unerforscht.Zitat von ebayfan
Bei Ebola wäre ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen mit Millionen Toten zu rechnen.
Ebola war (zumindest in der Vergangenheit) nicht über die Luft ansteckend. Also durch Hygiene und Quarantäne eigentlich ganz gut beherrschbar. (Zumindest der zurzeit aktuelle Virustyp). Thyphus haben wir in den zivilisierten Ländern bisher ja auch ohne Impfung gut im Griff.
Richtig böse kann es immer dann werden, wenn sich verschiedene Viren im Wirt "treffen" und austauschen und der neue Virus das Schlimmste von allen "geerbt" hat.
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14.03.2015, 15:52Inaktiver User
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Ich kann dieses Denken nachvollziehen. Ich schätze es auch nicht, wenn mir jemand vorschreibt, wie ich mein Leben leben soll. Allerdings akzeptiere ich, dass meine Freiheit da beschnitten wird, wo meine Freiheit das Leben und die Freiheit anderer Lebewesen bedroht.
Als Erwachsener darf ich Behandlung für mich ablehnen. Allerdings darf ich als Kranker nicht einfach andere Menschen anstecken. Dies wird meines Wissens in D bereit jetzt bestraft (bei bestimmten Erkrankungen). Also muss ich als Erkrankter bei bestimmten Erkrankungen Einschränkungen hinnehmen. (Ich selbst stand schon mal unter Quarantäne wegen Ruhr)
Bei eigenen Kindern haben Eltern zurzeit auch nicht die volle Wahlfreiheit über die Behandlung von Krankheiten, wie sie sie bei sich selbst haben. Insofern sind Kinder ein eigenes Thema. Das Spannungsfeld zwischen Elternrecht und Pflicht des Staates, die Kinder zu schützen ist nun mal da.
(Für das Auto hat der Staat dies eindeutig geregelt, nicht die Eltern entscheiden, wie die Kinder zu sichern sind)
Beispiel Teternus: Ich meine, Pflichtimpfung bei Kindern, ab 18 ist die Impfung freiwillig, da keine Ansteckung von Mensch zu Mensch.
Beispiel Diphtherie: Hier würde ich für eine Pflichtimpfung bei allen (Kindern und Erwachsenen) plädieren.
Grundsätzlich würde ich eine Impfung nur dann zur Pflicht erheben, wenn Langzeitdaten vorliegen und außerdem bei jeder einzelnen Impfung Vor- und Nachteile abwägen. Eine Pflichtimpfung würde ja rechtlich auch den ganzen Bereich der Haftung für Impfschäden verändern. Mich wundert es da nicht, dass sich der Staat da bisher raushält und nur verbal Druck auf die Eltern ausübt, damit sie die Entscheidung "freiwillig" treffen (genannt Aufklärung).
Wie die Verletzung der Pflicht sanktioniert wird, wäre für mich erst der zweite Schritt. Die Anschnallpflicht im Auto gab es als Pflicht bereits 10 Jahre, bevor das Bußgeld eingeführt wurde.
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14.03.2015, 16:43Inaktiver User
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Den Vergleich mit der Gurtpflicht finde ich immer unpassend. Denn sich einen Gurt umzulegen hat ja überhaupt keine negativen Auswirkungen, oder?
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14.03.2015, 17:08
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Natürlich kann es das. Im Fall eines Unfalls kan sich das Schloss verziehen, man kommt nicht raus und verbrennt. Wie oft passiert das im Vergleich zur lebensrettenden Funltion des Gurtes?
Und zack....da ist wieder der passende Vergleich,
Ich selber bin für eine Impfpflicht für Krankheiten, die erst mit einem Jahr geimpft werden können. Bei den Impfungen im ersten Lebensjahr besteht bei kleinen Säuglingen Nestschutz bis zur Impffähigkeit. Da haben es die Eltern also selbst in der Hand.
Bei der MMR haben die Eltern keine Wahl. Sie müssen sich darauf verlassen, dass das Umfeld Masernfrei, Mumpsfrei, Rötelnfrei ist. Die Wahlfreiheit, die Gegner der Impfpflicht verlangen, haben Eltern von Säuglingen nicht. Und an dem Punkt hört für mich die Wahlfreiheit auf und es wird nötig, aus Kinderschutzgründen das Elternrecht einzuschränken. Das passiert übrigens bereits schon jetzt völlig diskussionslos, wenn Eltern ihre Zustimmung zu medizinisch notwendigen Behandlungen verweigern.
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14.03.2015, 18:06
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Die Krankheit ließ sich nur aus zwei Gründen eindämmen: erst einmal musste man überhaupt wissen, was es ist und wie es übertragen wird. Denn solange man das nicht weiß, läuft eine Krankheit einfach durch, was die Pest im Mittelalter eindrucksvoll bewiesen hat. Der zweite Grund war, dass die Motivation, Ebola einzudämmen einfach höher ist, als bei den Masern. Denn Ebola ist oft tödlich, die Masern sind nur selten tödlich. Da haben wir den entscheidenden Unterschied. Es ist die Motivation, die mit der Sterblichkeit zusammenhängt.
Die Masern sind einfach nicht tödlich genug, um genug Menschen zu überzeugen. Bzw. die Angst der Menschen nicht groß genug. Meine Mutter war ein ängstlicher Mensch. Deshalb bekam ich die Masernimpfung schon 1967 dreifach. Hätte mein Vater entschieden, hätte ich gar keine bekommen. Ist doch nicht nötig, hätte er gesagt.
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14.03.2015, 19:46Inaktiver User
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Es gibt Einzelfälle, in denen der Gurt tatsächlich mehr Schaden als Nutzen verursachen kann. Einzelfälle und im Verhältnis zum Nutzen kein Grund auf den Gurt zu verzichten.Zitat von Oktobermama
Den Vergleich mit der Gurtpflicht finde ich immer unpassend. Denn sich einen Gurt umzulegen hat ja überhaupt keine negativen Auswirkungen, oder?
Trotzdem haben irrationalen Ängste dazu geführt, dass die Verwendung des Gurtes sich erst mit der Bußgeldzahlung durchgesetzt hat. Und heute ist der Gurt selbstverständlich und die 10 Jahre Diskussion über für und wieder sind fast vergessen.......
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14.03.2015, 21:18
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
*lost in the woods*
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14.03.2015, 22:19Inaktiver User
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Ich weiß nicht so Recht, ob ich das glauben soll. Überall, wo Ebola Fälle gemeldet wurden, ob USA,Deutschland oder in Spanien hat man Mediziner in Hochsicherheits Schutzanzügen an die Kranken ran gehen sehen. Auch Helfer in Afrika sind in diesen Anzügen unterwegs - da soll diese Krankheit harmloser als die Masern sein? 'Warum dann diese Schutzmaßnahmen? Wird uns vielleicht was verschwiegen, was die Ansteckung angeht? Irgendwie finde ich das merkwürdig.
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14.03.2015, 22:22
AW: Brauchen wir eine Impfpflicht?
Ebola ist nicht besondes ansteckend, aber wenn man's erst mal hat, ist die Gefahr zu sterben sehr gross. so um 50% aller Angesteckten, plus oder minus
Masern ist sehr ansteckend, aber die wenigsten haben ernsthafte Folgen oder sterben gar daran. Deutlich weniger als 1% (und wenn auf Fiebersenker verzichtet würde, wären's womöglich noch weniger)
Wenn man Risikoabschätzungen macht, muss man allerdings nicht in erster Linie davon ausgehen, wie viele Leute davon befallen werden, sondern davon, was vermutlich passieren wird. Und das ist bei Ebola nun mal deutlich schlimmer als bei Masern.
gruss, barbara


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