Umfrage: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

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  1. Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Liebe Userinnen und User,

    immer wieder gibt es Berichte über menschenunwürdige Lebensbedingungen in Altenheimen: Zwangsfesselung an Bett oder Rollstuhl, medizinisch unnötige Ernährung per Magensonde, Hygienemängel. Beim Bundesverfassungsgericht wurde nun eine Klage eingereicht, die den Pflegenotstand in Deutschland als Verfassungsbruch betrachtet und die Zustände verbessern möchte.

    Sind die Zustände überall so schlimm? Oder handelt es sich um besonders erschütternde Einzelfälle? Welche Erfahrungen haben Sie mit Pflegediensten und Pflegeheimen gemacht?

    Freundliche Grüße
    Ihr BRIGITTE Communtiy-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

  2. AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Unsere Mutter ist seit Jahren im Pflegeheim, es hat sich gezeigt, dass wir damals eine gute Wahl getroffen haben. Jetzt ist eine neue Heimleitung da, und die machen sogar noch mehr an Beschäftigung und Aktionen, haben auch "Alltagshelfer" eingestellt.
    Es gibt regelmäßig Wunsch-Geigen-Konzerte (ein netter Mann, der das ehrenamtlich macht), es wird gebastelt, gesungen und es werden "Länder-Wochen" abgehalten, wo es dann z. B. landestypisches Essen gibt mit passenden Fähnchen als Deko.
    Die alten Leute im Rollstuhl kommen auch an die frische Luft (Ehrenamtliche). Es gibt einen schönen heimeigenen Garten. Die Demenzstation hat große Balkone.

    Bei der Pflege wird auch auf viel geachtet und ausprobiert, was dem Jeweiligen gut tut. Sogar freie Arztwahl hat man.
    Das (mittelgroße) Heim ist sauber, hat eine eigene Küche, zum Geburtstag gibt es Wunschessen und einen Kuchen vom Heim, für Gäste wird kostenlos eine Tafel gedeckt.

    Also, wir haben da viel Glück gehabt, bzw. unsere Mutter, die inzwischen Pflege-Stufe 3 hat.



    Ich habe mal kurzfristig in einem anderen Heim in der Küche gearbeitet - das war dort ganz furchtbar.
    Es stank nach Kot, die Bewohner wurden auch mal angeschnautzt und zu essen gab es (ergänzenderweise) Lebensmittel, die die "Tafel" nicht mehr haben wollte (!). Zum Trinken u. a. künstl. Sirup mit Wasser gestreckt.
    Das Heim habe ich damals dem Gesundheitsamt gemeldet.
    Danach gab es dann geliefertes Essen.
    Wenn ich in das Haus reinkam, bekam ich ein ganz ungutes, bedrückendes Gefühl von der dortigen "Atmosphäre"...

    So unterschiedlich kann das sein!
    aus Lavendelmond wurde Lavendelstern

  3. Inaktiver User

    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Machen wird uns nichts vor: In jedem Altenheim stinkt es -je nach Station-mehr oder weniger nach Kot. Ich habe schon einige Altenheime unterschiedlicher Preisklassen gesehen,in denen ich als Schülerin und als Studentin gejobbt (als Pflegekraft) habe-im Punkt Unterhaltung ist es immer schäbig und alle sind froh, wenn sie wieder gehen können. Nur die Alten , die müssen dableiben.


  4. Registriert seit
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Nein da brauchen wir uns nichts vormachen, die Preisunterschiede machen da gewaltig was aus. Wohl dem der sich eine Seniorenresidenz mit Pflegestation leisten kann oder ein zumindest höherklassiges Heim.
    Die billigen Heime müssen ja irgendwie finanziert werden und das heisst minderwertiges Essen und so wenig Pflegepersonal wie möglich.
    Meine Oma war in einem Heim, (sie war etwas dement zum Schluß) da wurden sie morgens angzogen undim Flur in einen Rollstuhl gesetzt.Dort saßen sie dann allein einer Reihe und zu den Mahlzeiten wurden sie dann in den Speisesaal geschoben.
    Auf die Schnelle war damals kein anderer Platz zu bekommen. Aber mein Vater hat sie dann dort weggeholt und woanders untergebracht. Dort gings ihr dann einigermassen gut, die paar Monate, die sie noch gelebt hat.
    Mein Großvater starb nach einem Schlaganfall in einem Fünfbettzimmer in einem Pflegeheim mit noch vier anderen stöhnenden alten Leuten lag er dort, es war furchtbar. Es war furchtbar, aber halt auch in der Kürze der Zeit nichts anderes bezahlbares zu bekommen. Ich hoffe so etwas gibt es heute nicht mehr. Das ist nämlich schon viele Jahre her.
    Hinfallen ist keine Schande - liegenbleiben schon

    Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

    Der eine Tag, der alles im Leben verändern kann beginnt jeden Morgen neu

  5. Avatar von Duisburgerin
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Wir sollten Senioren in Gefängnisse stecken. Sie bekämen täglich eine Dusche, es gäbe Videoüberwachung falls etwas passiert, 3 Mahlzeiten am Tag.Zutritt zur Bücherei, einen TV, einen PC, ein Fitnessstudio,Ärzte vor Ort und kostenlose Medizin.

    Stecken wir Kriminelle in Altenheime würden sie kalte Mahlzeiten bekommen, Nachtruhe ist um 19 Uhr, 2 Duschen in der Woche und sie würden für kleinere Räume 4000,- Euro Miete bezahlen.
    Es ist ziemlich traurig, daß wir Kriminelle besser behandeln als unsere Eltern.

    Dieser Text kursiert derzeit bei WhatsApp und er trifft doch den Punkt,oder?
    Vergiss niemals, dass ältere Frauen coole Mädchen sind, die nur schon lange leben.

  6. Inaktiver User

    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    ich glaube einfach, es ist das Merkmal unserer Gesellschaft, dass Alter,Dysfunktion und geistiges Nachlassen nicht mehr in das Menschenbild passt, gar abgelehnt wird. und das bei zunehmender Überalterung.dementsprechend werden die Alten ausgelagert, damit man damit ja nicht zu früh konfrontiert wird.

  7. Inaktiver User

    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    In Altenheimen bzw. eher -knästen sitzen auch junge sog. "Behinderte". Die gammeln dann den ganzen Tag vor sich hin, weil sich z.B. kein rollstuhlgerechte Wohnraum findet. Allein in unserer Großstadt eine mittlere dreistellige Zahl von sog. "Behinderten" unter 50 (!).

    Alteundbehinderte = gleiche Bedürfnisse = gleicher Grad an Verwahrlosung = unproduktiver "Schrott" in einer achsofitten Gesellschaft mit Leistungsfetisch

  8. Avatar von Duisburgerin
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Es ist ein ewiger Kreislauf: offiziell wird viel gejammert über Pflegenotstand und fehlendes Pflegepersonal und was passiert: nichts! Pflegekräfte arbeiten für wenig Geld unter unzumutbaren Bedingungen (teilweise) und werden verheizt auf Teufel komm raus. Wen wunderts, daß man keinen Nachwuchs findet, oder Leute dem Beruf den Rücken kehren, weil sie es nicht mehr aushalten können?
    Die Bedingungen sind überall gleich schlecht: egal ob privat oder bei einem kirchlichen Träger.
    Altenpflege ist ein Geschäft in dem mit möglichst wenig Aufwand hoher Profit geschlagen wird.
    Immer mal wieder gibt es Presseberichte, daß alte Menschen in Heimen misshandelt werden und alles schimpft dann auf das hartherzige, böse Pflegepersonal. Seltsamerweise interessiert es anscheinend nicht, wie es dazu kommen konnte. Gerade in AH wird das Personal nicht nur von oben getriezt, sondern auch noch von den Angehörigen, die (berechtigterweise) für das viele Geld auch so Einiges erwarten. Leider wieder von den Leuten, die sich für den Pflegeberuf entschieden haben und sowieso schon am Limit sind. Wie gesagt: ein ewiger Kreislauf!
    Vergiss niemals, dass ältere Frauen coole Mädchen sind, die nur schon lange leben.


  9. Registriert seit
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Dreh- und Angelpunkt der ganzen Misere sehe ich darin, dass auch Altenheime profitorientiert arbeiten müssen/sollen/wollen.

    Am Ende des Jahres muss ein Gewinn erzielt werden, der die Eigentümer befriedigt.

    Dazu minimiert man die Kosten auf dem Rücken der Pflegekräfte und der alten Menschen.

    Ich glaube, dass zuerst die Profitorientierung der Alten- und Pflegeheime abgeschafft werden muss.

    Erst dann geht es hauptsächlich um eine gute Pflege und einen vernünftigen Umgang mit dem Personal.
    Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten.....

    „Denn keine Begeisterung sollte größer sein als die nüchterne Leidenschaft zur praktischen Vernunft.“ (Abschiedsrede von Helmut Schmidt im Bundestag am 10. September 1986)


  10. Registriert seit
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Meine Mutter war in einem kirchlichen, sehr gut geführten, neu gebauten und liebevoll eingerichteten Pflegeheim in einem Zwei-Bett-Zimmer untergebracht. Jeden Morgen gab es eine Morgenrunde, an der alle Bewohner der betreffenden Wohngruppe teilnehmen konnten. Anschließend gab es jeden Tag vormittags und meist auch nachmittags noch ein besonderes Programm, zum Beispiel Plätzchen backen, singen, basteln, Geschichten erzählen, Hundebesuch aus dem Tierheim, Gymnastik u. a., nachmittags kamen oftmals Schüler vorbei, die mit den Bewohnern plauderten und Brettspiele machten. Es war also rund um die Uhr etwas geboten. Alle drei Monate gab es eine größere Feier für alle Neuzugänge und Geburtstage. Angehörige konnten mitfeiern. Eine kleine Band hat dabei aufgespielt und Schlager aus den 50er Jahren und Volkslieder gesungen. Meine Mutter hat begeistert mitgesungen.

    Das Heim hatte eine eigene Küche, in der hervorragend gekocht wurde, einen schönen Garten, zweimal wöchentlich kam eine Friseurin, alle zwei Wochen jemand von der Fußpflege, dazu wöchentlich verschiedene Ärzte. Das Pflegepersonal war sehr freundlich und kompetent, ebenso das Personal in der Verwaltung. Ich habe meine Mutter jeden Tag dort besucht und sie in guten Händen gewusst.

    Das Heim war für uns ein Glücksfall. Ich habe vorher auch die Kosten für die Unterbringung mit anderen Heimen verglichen. Alle waren preislich so gut wie gleich, bis auf ein paar sehr teuere Luxusdomizile.

    Meine Mutter hat die letzten Wochen ihres Lebens in Würde verbringen können. Ich hoffe, sie hat es auch so empfunden.

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