Umfrage: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

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  1. Avatar von Simplemind66
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Ich glaube, das Unwort in der Altenpflege ist: Profitorientiertes Wirtschaften.

    Als ich in den späten 80igern der Altenpflege begann, waren wir mit 3Examinierten, 1 Praktikantin und 1 Küchenhilfe für 19 Bewohner (gemischtes Klientel: 2-3 fit und mobil; 7-8 Demente sowie unterstützung brauchende und 9-10 Vollpflegebedürftige Menschen)zuständig. Inklusive Essen anreichen und Freizeitgestaltung. Das war sehr interessant und Abwechslungsreich. Für Alle!!

    Das war anstrengend, aber zu schaffen. Der Tagesablauf war auch straff organisiert, aber es blieb die Freude an der Arbeit.

    Mein heutiger Arbeitgeber ist ein Kleinunternehmen mit 5 Mitarbeitern.
    Chef arbeitet voll mit und ist wohl eine sehr große Ausnahme.
    Das Betriebsklime ist gut und die Pflege der Patienten ausschließlich Kundenorientiert.

    Mir ist aufgefallen, das es große Unterschiede in der Bezahlung gibt. Je älter und länger die Fachkraft in einem Betrieb ist, umso besser ist die Vergütung.
    Wenn ich mich heute bewerbe, bekäme ich zwischen 7,50 € und 8,50 € angeboten.Unfassbar.
    Das ist doch eine Frechheit!
    simplemind
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    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
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  2. AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Wenn ich mich heute bewerbe, bekäme ich zwischen 7,50 € und 8,50 € angeboten.Unfassbar.
    Das ist doch eine Frechheit!
    Brutto??
    Was für eine Schande!
    (netto wäre genauso schändlich, da bekommt man ja fürs Putzen gehen das Doppelte in der Stunde)
    aus Lavendelmond wurde Lavendelstern

  3. Avatar von Duisburgerin
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Als examinierte Fachkraft?
    Das erscheint mir sehr wenig! Für diese Bezahlung würde ich meine Arbeitskraft nicht zur Verfügung stellen.
    Je älter man wird desto merkwürdiger werden die Anderen

  4. Avatar von Simplemind66
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Jepp, als examinierte Fachkraft. Mit langjähriger Berufserfahrung.
    Es handelt sich dabei um eine private "Kette".
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  5. Avatar von leberkaese
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Ja, die schlechtesten.
    Ich habe als Betreuungsassistentin für an Demenz erkrankte Bewohnern gearbeitet.
    Einige Schwestern dachten, dass ich zu deren Entlastung da sei.
    Genau diese Schwestern gingen alle 30-50 min. zum rauchen. Und nicht nur eine Schwester, sondern immer der ganze Stab. Die Bewohner mussten ewig warten bis sie zur Toilette oder von der selben wieder geholt wurden.

    Wenn Pause war, dann sind alle Schwestern gegangen. Egal was aus den Bewohnern wurde.
    Nicht nur einmal gab es kaltes Essen. Die Putzfrauen waren frech zu den Bewohnern.
    Alles in Allem war es ein Albtraum und die meisten hofften, nicht lange bleiben zu müssen....

    Ich bin als erste gegangen... für mich war ja auch die Türe offen. Leid tun mir jetzt nur noch die Bewohner,
    die nicht die Kraft oder den Mut haben das Heim zu wechseln.


  6. Registriert seit
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Also ich glaube bei der Altenpflege gibt es alles, aber wo sind die Angehörigen? Wenn die Eltern i.H. betreut werden schaut man doch auch jeden Tag nach Ihnen, oder?

    Viele Menschen geben Ihre Angehörigen in einem Pflegeheim ab und auch paralell ihre soziale Verantwortung gegenüber dem Menschen der Ihr Vater / Mutter / Tante / Partner was auch immer ist.

    Eine Altenheim ist eine veränderte Wohnsituation was nicht bedeutet ein voll inklusiv Programm im Leben, obwohl bei den Kosten die man zahlt und mann sieht, was das Pflegepersonal verdient, kann man durchaus eine kleine Gelddruckmaschine dahinter vermuten.

    Wir haben unsere Angehörige in ein ländliches Heim bringen dürfen, sie lebte immer auf dem Land, sie hatte Bekannte im Heim aus ihrem Dorf, das machte es einfacher...

    Aber ganz klar, Menschen deren Angehörige regelmässig kommen, sich kümmern, den Pflegeplan zeigen lassen, sich beschweren... werden im Heim besser betreut.

    Beispiel ich hatte das Gefühl sie muffte ein wenig, da habe ich mir die Dokumentation zeigen lassen, sie hatte 10 Tage nicht geduscht. Sie war Dement, der Pfleger, dann wollte sie wohl nicht, logisch den sie hatte in ihrem Leben den klassischen Samstagsbadetag und Duschen nur wenn es während der Woche nötig war, generell waschen.

    Da wurde der Badetag wieder eingerichtet, sie wurde einmal die Woche gebadet und die Welt war wieder in Ordnung.

    Dass ist nur ein Beispiel von unzähligen in diesen 2 Jahren... Immer dran bleiben!

    Man muss als Angehöriger immer dran bleiben, dann wird es besser, nur zu besuchen ist zu wenig, das Kümmern hört nicht auf wenn die Menschen die einem Lieb und Teuer sind im Pflegeheim leben müssen.
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  7. Inaktiver User

    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Veranoazul,

    den Eindruck habe ich auch. Wenn die Angehörigen oft kommen, wird sich im Heim auch besser gekümmert. Was aber ist, wenn das Heim nicht um die Ecke ist? Ich habe zwei Stunden Fahrzeit mit dem Auto und dreieinhalb Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln für die einfache Fahrt. Da kann ich gar nicht jeden Tag mal so eben reinhuschen. Und oftmals sehe ich meine Mutter völlig ungepflegt und schmutzig. Ihre Kleidung ist voller Flecken und ihre Zähne voller Speisereste. Die meisten Kleidungsstücke, die ich ihr neu gekauft habe, sind wie vom Erdboden verschluckt und sie hat immer eine Hose an, die aussieht, als wäre sie aus dem nächsten Altkleiderkontainer gezogen worden und zeigt die Wochenschau des Speiseplans auf. Ihre Haare sind immer fettig und ungepflegt, ihre Haut ist trocken und schuppig. Die Bodylotion, die ich gekauft habe, steht ungenutzt im Schrank herum.

    Wenn ich jemanden suche, um mich zu beschweren, ist nie jemand ansprechbar. Alle haben immer zu tun und überhaupt keine Zeit.

    Aber von außen ist das Heim wunderhübsch. Jetzt haben sie neue Blumenbeete angelegt und mit buntem Sand ausgestreut. Ganz toll. Aber nur selten sehe ich überhaupt irgend einen Heiminsassen draußen, weil sich niemand die Mühe macht, mit ihnen an die frische Luft zu gehen. Es ist ja viel einfacher, sie in irgendeiner Ecke vor einem Fernseher zu parken bis es die nächste Mahlzeit gibt.

  8. Avatar von Renate-Alice
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    den Eindruck habe ich auch. Wenn die Angehörigen oft kommen, wird sich im Heim auch besser gekümmert.
    NEIN, NEIN NEIN, leider nicht!
    Meine Mutter lag nach einem Schlaganfall 5 Jahre halbseitig gelähmt und fast sprechunfähig in einem Caritas-Heim (katholischer Verein)monatliche Kosten € 4500.-
    Ich war täglich dort, zu allen möglichen Zeiten, auch oft morgens, bevor ich in die Arbeit gefahren bin, um ihr das Frühstück zu geben. Ich war Mittags dort, nachmittags, abends, es war immer das gleiche Bild. Zu wenig und zu schlecht ausgebildetes Personal, denen man noch und noch Arbeit aufbürdete, vernachlässigte Heimbewohner, das Essen schon kalt bei der Essensausgabe!!!, Abendessen um 5 Uhr- hernach Bettruhe, denn die Pfleger mussten ja seitenweise Dokumentationen ausfüllen! Bewohnern, die es wagten, zu oft zu läuten wurde die Klingel derart über den Bettgalgen gewickelt, dass sie nicht mehr hingreifen konnten; Schmutziges Bettzeug, keine geeigneten Lagerungspolster (habe ich dann gekauft)
    Hygieneartikel, Pflegeprudukte und viele Medikamente waren selbst zu bezahlen!
    Obwohl viele Bewohnerinnen noch selbständig auf das WC gehen konnten, bekamen sie Windeln verpasst, in denen sie den ganzen Tag herumsitzen mussten.

    Meine Mutter kam viermal ins Spital wegen Wundliegen! Die Ärzte dort schlugen vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammen- aber gegen das Heim einschreiten wollte keiner!
    Ich habe mir die Finger wundgetippt mit Beschwerdeschreiben (3 Ordner voll) - keine Stelle fühlte sich zuständig! Jeder reichte meine Schreiben "mit Bedauern" weiter!
    Seitens des Heimbetreibers wurde alles vertuscht, verharmlost oder geleugnet.
    Als meine Mutter eines Tages aus dem Rollstuhl fiel, weil sie nicht ordnungsgemäß gesichert war, gab man der gelähmten Frau die Schuld daran- sie sei unruhig gewesen!
    Das Gericht hat mir auf meine Klage, die Pflegekosten würden unrechtmäßig jährlich zweimal angehoben, Recht gegeben!
    Das Geld wurde zwar rückerstattet, trotzdem wurde der Tagsatz weiterhin zweimal jährlich angehoben, es gab ja genug Dumme, die das bezahlt hatten!
    Warum ich nicht das Hein gewechselt habe?
    Ich habe in der Großstatdt kein besseres gefunden-überall die gleiche Problematik!
    Und dieses Heim lag in 5 Gehminuten entfernt, ich konnte also oft dort sein!
    Wäre mein Mann nicht fast zur gleichen Zeit schwer erkrankt, ich hätte meine Mutter nach hause geholt.
    Es war eine ganz ganz schreckliche Zeit und die traurigen, leidenden Augen meiner Mutter werde ich nie vergessen!


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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Ja, sehr schlechte.

    Als Krankenschwester umso mehr.


  10. Registriert seit
    19.02.2014
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    AW: Altenpflege: Haben Sie schlechte Erfahrungen gemacht?

    Hallo, ich bin gelernte Altenpflegerin und das war ich mit Leib und Seele. Ich habe eine grandiose Ausbildung genossen in einem fantastischen Haus! Alles was danach kam, hat mich zertstört!

    In meinem letzten Haus in dem ich gearbeitet habe, musste ich zusehen wie Menschen gequält und vernachlässigt wurden. Ich wurde von Mitarbeitern eingesperrt und festgehalten und sogar auf dem Parkplatz bedroht, bloss das ich meinen Mund halte!

    Ich möchte hier aber auch einmal die Sicht der Mitarbeiter erläutern, denn wir sind auch nur ein Instrument der Gesetze.
    Eine typische Schicht:
    3 Mitarbeiter (meist eine examinierte, ein Pflegehelfer und eine Schülerin/Praktikant) und 43 Bewohner die versorgt werden müssen! Waschen, Duschen, Medikamente verabreichen, Zimmer aufräumen, Bett machen, zum Frühstück begleiten, Wunden versorgen, Toilettengänge - und das alles und noch mehr, meist bis neun oder halb zehn!!!! Und hinzu kommt eine zeitnahe dokumentation! Das ist keine Entschuldigung, aber das Gesetzt und die Arbeitsbedingungen muss geändert werden!
    Und ihr dürft nicht vergessen: meist 3 schichtig arbeiten, kaum frei, fast jedes Wochende und meist alle Feiertage und das meist für 2000 € brutto!!

    Vielen Dank!

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