Umfrage: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

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  1. Administrator Avatar von BRIGITTE Community-Team
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    Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Liebe Userinnen und User,

    grundsätzlich wissen wir natürlich schon, dass verdächtig billige Kleidungsstücke nur auf Kosten von unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Erzeugerländern entstehen können. Diese Woche steht nun der irische Konzern Primark in der Kritik, weil chinesische Näherinnen für die Kette scheinbar heimlich Hilferufe in die Textilien eingenäht haben, die auf katastrophale Zustände vor Ort aufmerksam machen sollen.

    Sollten die Vorwürfe wahr sein, wäre das natürlich furchtbar – und gleichzeitig nicht überraschend. Denn so sehr wir auf der einen Seite die Ausbeutung in vielen Textilfabriken verurteilen – oft greifen viele von uns doch zum günstigen Top, T-Shirt, oder Kleid, wenn auch mit einem schlechten Gewissen.

    Wie sieht es bei Ihnen aus? Bezahlen Sie lieber mehr Geld für Kleidungssstücke, die unter fairen Bedingungen produziert wurden? Oder müssen Sie pragmatisch auch selbst zu sehr aufs Geld achten, um sich noch teure Kleidung leisten zu können? Preis oder Fairness: Worauf achten Sie mehr?

    Gruß

    Das BRIGITTE Community-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (27.06.2014 um 12:16 Uhr)

  2. Avatar von Becki123
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    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Schwieriges Thema.
    Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass es wichtig ist, für Arbeit angemessen zu zahlen. Für mich stellt sich dabei nur die Frage, wie transparent es für den Verbraucher immer ist, ob Kleidung wirklich unter fairen Bedingungen produziert wird oder nicht. Selbst, wenn ich eben nicht bei den Modekette einkaufe und für ein Markenteil mehr Geld ausgebe, ist ja nicht zwangsläufig garantiert, dass dieses Teil auch unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. Grundsätzlich liegt wohl jedem Kleidungshersteller daran, möglichst günstig zu produzieren, um möglichst viel Gewinn zu machen. Ob das dann immer fair abläuft oder nicht, finde ich als Verbraucher zu oft viel zu schwer zu beurteilen.
    Ich muss gestehen, dass ich meist einen Mix aus günstigeren Textilen und Markentextilien kaufe, einfach, weil es mir bei Basics und einzelnen Teilen wichtig ist, dass die Qualität stimmt und das ich lange etwas davon habe, bei aktuellen Mode-Must-Haves aber auch mal zu der günstigeren Version greife.

  3. Moderation
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    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Bei explizit fairer Kleidung finde ich immer, daß sie mir nicht steht, nicht paßt, und nicht das ist, was ich brauche. Und nur, weil Kleidung teuer ist, heißt das nicht, daß sie fair hergestellt wurde.

    Wenn ich etwa brauche, suche ich (lange und ausdauernd) nach etwas, das mir paßt und steht und verspricht, so lange zu halten, daß ich nicht gleich wieder auf Jagd gehen muß. Solange ich es bezahlen kann, ist es mir nicht so wichtig, was es kostet, oder ob es neu oder gebraucht ist. (Wenn ich finde, es ist zu teuer, obwohl ich es bezahlen kann, brauche ich es anscheinend nicht.) Wenn es dann noch fair und nachhaltig hergestellt ist, wunderbar... aber meine Erfahrungen in der Richtung sind nicht vielversprechend.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Und nur, weil Kleidung teuer ist, heißt das nicht, daß sie fair hergestellt wurde.
    So ist es ... und weiterhin muss es nichtmal bedeuten, dass man wirkliche Qualitätsware erworben hat. Meine Erfahrungen in der Hinsicht sind da auch ziemlich eindeutig ...

  5. Inaktiver User

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Für mich geht die Umfrage am Punkt vorbei.

    Vorgestern früh erst im Radio gehört: Interview mit einer Soziologin oder Marktforscherin zum Thema menschenunwürdige Arbeitsbedingungen für Billigkleidung.

    Der Verbraucher weiß, dass er mit dem Kauf eines Kleidungsstücks, das ihm gefällt und das billig ist, etwas Unmoralisches tut und unterstützt. Er tut es aber dennoch, weil ihm der Wunsch nach dem Kleidungsstück in dem Moment näher ist, und hat vielleicht ein schlechtes Gewissen dabei.
    Das ist nicht böse, es ist normal. Menschen sind so.

    Man kann dem Konsumenten nicht die Verantwortung für so etwas zuschieben, das geht nicht. Das muss die Gesetzgebung regeln. Dass es anders möglich sei, ist eine Illusion, von der wir uns nicht verabschieden, weil wir das Gefühl der Machbarkeit einer besseren Welt durch rationales Verhalten UND die billigen Klamotten gerne BEIDES GLEICHZEITIG behalten würden. Also den Kuchen haben und essen. Was natürlich nicht geht. (Weiß nicht, ob ich mich klar genug ausdrücke.)

    Wir sagen ja auch nicht, Kinderarbeit in Deutschland ist erlaubt, das soll mal schön der Markt oder der Konsument selbst regeln.
    Für die Fleisch- und Milchindustrie gilt m.E. übrigens das selbe.

  6. Inaktiver User

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Es ist richtig - teure Kleidung ist kein Garant für Fairness. Doch das ist kein Argument für mich, den ein billiger Preis ist mit Sicherheit ein Indikator dafür, dass Kleidung gar nicht fair produziert werden konnte.


  7. Registriert seit
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    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Zufällig habe ich heute Morgen einen Artikel darüber in unserem Stadtmagazin gelesen.

    ich zitiere:
    ... bei den sogenannten hochwertigen Labels gilt doch häufig, dass über ihrer Herkunft ein gnädiger Schleier der Verdrängung liegt: Welche Fashionista nimmt schon gern zur Kenntnis, dass ihr Edelfummel womöglich aus der selben Quelle stammt wie ein Billigshirt und das der Preis nur dazu taugt, sündhaft teure Werbekampagnen in den Modemagazinen zu finanzieren.

    Wie sieht das eigentlich Brigitte?

    Für mich bedeutet das, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich kaufe so wenig wie möglich neu.
    Selbst zu schneidern, umzuschneidern oder mit anderen Modeverrückten zu tauschen ist sowieso hipper... ;-)

  8. Avatar von mainecoon2
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    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist richtig - teure Kleidung ist kein Garant für Fairness. Doch das ist kein Argument für mich, den ein billiger Preis ist mit Sicherheit ein Indikator dafür, dass Kleidung gar nicht fair produziert werden konnte.
    So ähnlich sehe ich es aus. Ich kaufe meine Kleidung eher teuer, bin mir aber bewusst, dass ich in erster Linie für die Marke bezahle und die Produktion nicht automatisch fair erfolgt ist. Für mich steht aber fest, dass bei Billigware eine faire Herstellung von vorneherein ausgeschlossen ist. Daher kaufe ich diese garantiert nicht. In der Regel stelle ich fest, dass teure Kleidung qualitativ besser ist, aber es gibt sicherlich auch Ausnahmen.

    Gleiches möchte ich auch von den Herstellungsbedingungen annehmen, obwohl ich dafür natürlich keine Garantie bekomme. Es versteht sich aber von selbst, dass Jeans, die in den USA hergestellt werden (z.B. viele Modelle von TRUE RELIGION), natürlich unter besseren Arbeitsbedingungen produziert werden (müssen) als dies in China der Fall ist. Darauf achte ich schon, allerdings weiss ich auch, dass ich auch hier in erster Linie für die Marke zahle und nicht nur für die teurere Herstellung.


  9. Registriert seit
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    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Der Kaufpreis an sich ist für mich nicht das Problem sondern eher, dass selbst bei höherem Kaufpreis am Ende eben NICHT mehr bei der Näherin, bei dem Ledergerber o.ä. ankommt. Ich wäre sofort bereit, pro Kleidungsstück 5 Euro mehr zu zahlen – aber nur, wenn es auch bei den ausgebeuteten Arbeitern in Asien ankommt.

    WDR, die story brachte vor kurzem einen Bericht über Primark, C&A aber eben auch über Hilfiger und Co, die höherpreisige Kleidung anbieten aber unter vergleichbaren Bedingungen produzieren. Das ist für mich die große Schande. Bei einem Tshirt für 3 Euro kann ich nichts erwarten – kein Umweltschutz, kein Schutz von Menschen, keine gute Qualität. Schlimm ist aber, dass ich häufig auch für 80 Euro bei einem Tshirt nicht mehr erwarten kann.

    Und dann gibt es noch die Ökolabels. Ich habe ein Shirt von Armed Angels. Gefällt mir gut für den Freizeitbereich. Um mich für den Job dort einkleiden zu können müsste ich wohl eher in den sozialpädagogischen Bereich wechseln. Und womöglich gibt es auch faire und gleichzeitig stylishe bzw. bürotaugliche Kleidung. Aber ich finde, es ist noch zu schwierig problemlos solche Waren zu finden… Immerhin finde ich es gut, dass sich allmählich ein Bewusstsein über das, was passiert, entwickelt.

    Den Vergleich mit der Milch- und Fleischerzeugung finde ich gut, nur da sind wir vllt. schon ein bisschen weiter... Augen verschließen ist halt zu einfach
    Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende

    Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist.
    Es wär nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt - die Ärzte

    Das leben ist zu kurz für schlechtes Essen (gesehen vor einem Berliner Restaurant)

  10. Avatar von Malina70
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    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für mich geht die Umfrage am Punkt vorbei.

    Vorgestern früh erst im Radio gehört: Interview mit einer Soziologin oder Marktforscherin zum Thema menschenunwürdige Arbeitsbedingungen für Billigkleidung.

    Der Verbraucher weiß, dass er mit dem Kauf eines Kleidungsstücks, das ihm gefällt und das billig ist, etwas Unmoralisches tut und unterstützt. Er tut es aber dennoch, weil ihm der Wunsch nach dem Kleidungsstück in dem Moment näher ist, und hat vielleicht ein schlechtes Gewissen dabei.
    Das ist nicht böse, es ist normal. Menschen sind so.

    Man kann dem Konsumenten nicht die Verantwortung für so etwas zuschieben, das geht nicht. Das muss die Gesetzgebung regeln. Dass es anders möglich sei, ist eine Illusion, von der wir uns nicht verabschieden, weil wir das Gefühl der Machbarkeit einer besseren Welt durch rationales Verhalten UND die billigen Klamotten gerne BEIDES GLEICHZEITIG behalten würden. Also den Kuchen haben und essen. Was natürlich nicht geht. (Weiß nicht, ob ich mich klar genug ausdrücke.)

    Wir sagen ja auch nicht, Kinderarbeit in Deutschland ist erlaubt, das soll mal schön der Markt oder der Konsument selbst regeln.
    Für die Fleisch- und Milchindustrie gilt m.E. übrigens das selbe.
    Das sehe ich ganz genauso. Um die Verhältnisse zu ändern, braucht es klare Gesetze eine Kontrolle über ihre Einhaltung.

    Ansonsten wird ethischer Konsum eher zur Freizeitbeschäftigung einiger weniger. Wenn etwas billig und einfach zu haben ist, lockt es nun mal mehr zum Kaufen, als wenn ich mich erst umfassend informieren, weite Wege auf mich nehmen und hohe Preise zahlen muss. Das mach ich vielleicht gelegentlich für bestimmte Sachen, aber es passt nicht wirklich in mein Leben, das auch andere Anforderungen an mich stellt, die oft genug einfach höher priorisiert werden.

    Wenn man mich dazu bringen will, ethischer zu konsumieren, dann muss man es mir leicht machen. Es muss sozusagen reibunglos in mein Leben passen, sonst wird es immer wieder runterpriorisiert. Da wo es leicht ist, tue ich es praktisch immer. Wenn es kompliziert wird, fällt es meistens hinter runter.

    Nicht alle Menschen, die Billigfleisch, Eier aus Käfighaltung oder Billigklamotten kaufen, sind deshalb schlechte Menschen. Das Leben ist oft komplexer, als manche Menschen es wahrhaben wollen.

    Gruß,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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