Umfrage: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

+ Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 35
  1. Avatar von petitnicolas
    Registriert seit
    11.12.2008
    Beiträge
    3.352

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Wenn ich jetzt genau wüßte, dass das Shirt für 30 Euro unter menschenwürdigen, wenig umweltbelastenden Bedingungen hergestellt ist - und das für 20 nicht, dann würde ich das für 30 nehmen.
    So einfach ist es aber nicht. Auf dem Level sind die Herstellungsbedingungen für mich nicht nachvollziehbar.
    Da muss ich drauf vertrauen, dass Klamottenfirmen, die Herstellungsbetriebe und die Länder diese Dinge im Griff haben. Was sie nicht tun. Und nu?

    Dieses Frühjahr habe ich mir eine Hose des deutschen Labels Odeeh geleistet: Made in Germany. Hat nun allerdings auch 380 Euro gekostet. Vermutlich wär das der Weg - ganz wenig, aber dafür mit garantierter Herstellungsquelle.
    Dafür aber habe ich zu viel Freude an Mode, am Wechsel.

    Wobei ich die Primark-Säcke, die die jungen Mädels hier durch Berlin schleppen, schon sehr suspekt sind. Ich finde das richtig abstoßen. Wer braucht denn so viel Klamotten?
    C’est drôlement chouette

  2. VIP Avatar von katelbach
    Registriert seit
    02.03.2011
    Beiträge
    15.983

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Wahrscheinlich ist es so, dass der Preis keine Garntie für menschenwürdige Bedingungen für die M3enschen, die sie herstellen garantieren. Umgekehrt ist es aber so, dass bei einem ein T-Shirt, das für 4 Euro verkauft wird, nicht viel rüberkommen kann für die, die die Baumwolle ernten, die Spinnmaschinen bedienen, in Färbereien arbeiten, die Strickmaschinen bedienen, zuschneiden, etikettieren, zusammennähen, verpacken, transportieren ...

    Genauso wie bei den Erdbeeren aus Spanien, die im Februar für 99 Cent oder 1.49 pro Schale verkauft werden und beheizt unter Folie gezogen werden, oder das ganze Geraffel aus den 1-Euro-Shops, das extra für diesen Markt produziert wird.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  3. Moderation Avatar von Margali62
    Registriert seit
    22.12.2004
    Beiträge
    12.051

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Schwieriges Thema für mich, denn ich bin froh, wenn ich überhaupt was passendes und was mir gefällt, bekomme.

    Natürlich gibt es inzwischen auch Mode für Überlängen aber oft passen die Schnitte nicht und topmodisch ist es auch nicht.
    Moderatorin im Forum

    Trennung und Scheidung,
    Kredite, Schulden und Privatinsolvenz,
    Über das Kennenlernen
    Reine Familiensache

  4. Inaktiver User

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    ich verrate euch mal etwas anderes ,auch "ein made in germany" kann zum grössten teil im ausland genäht worden sein. es wird als halbfertigprodukt nach deutschland eingeführt,was zolltechnisch auch günstig sein kann und hier wird dann noch das label und vielleicht die knöpfe rein bzw. herangenäht.
    es gibt außer musteralteliers(dort werden die prototypen entworfen und hergestellt ,bevor sie ins ausland zur fertigung gehen), kleinen schneidereien ,trigema und einigen projekten gar keine fertigung mehr in deutschland.

    das ganze geht auch noch anders ,man kann das grösstenteils in bangladesh nähen lassen und den rest in der türkei ,polen ,usa (was gerade zolltechnisch sinn macht,das ist ein wesentlicher punkt übrigens!) und dann darf da rechtmässig auf dem label stehen made in ...(aber eben nicht bangladesh).

    deshalb ist es auch gewagt zu glauben, dass das was auf dem label steht , wirklich stimmt,es sei denn ihr kennt wirklich leute aus der firma und wisst von daher genau wie es da zu geht.

  5. Avatar von Max
    Registriert seit
    03.01.2006
    Beiträge
    7.185

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    @ ryoshi...

    so ist es... das ist z.B. bei elektischen und elektronischen Geräten genauso... und vermutlich noch bei vielen anderen Dingen...

    neullich ist das Thema mal kurz in den Medien gewesen... es betraf Kondome... in dem Fall wurde argumentiert, dass der Aufdruck "made in Germany" irreführend wäre wenn die Kondome (fast) fertig im Ausland eingekauft und in DE nur noch befeuchtet und verpackt werden...

    warum kann man bei Bekleidung nicht auch mal auf so eine Idee kommen?
    Das dumme an Halbwahrheiten ist, dass man meist die falsche Hälfte glaubt

  6. Inaktiver User

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    @max
    das ist seit ich in der branche tätig war ,schon immer so gewesen,nur hat es sich mehr und mehr ausgelagert. mit diesem "made in germany" wird die geistige arbeit gemeint sein,denn das ist eine vermeintliche höherwertigkeit ,da deutschland mal ein gutes image hatte...

    das ist wenn man genau hinschaut wirklich schon lange vorbei,denn es gibt generell nur noch wenig produktion in deutschland in vielen bereichen und es ist eben auch im prinzip nur die halbe wahrheit denn gemacht ,nicht gedacht,wird es nicht mehr in deutschland.
    das scheint den staat richt zu stören,denn diese zolltechnischen dinge beruhen auf deren arbeit ,die sich auch ständig ändern und extrem nerven und die erlauben diese regelungen.

  7. gesperrt Avatar von Ebayfan
    Registriert seit
    15.01.2006
    Beiträge
    33.910

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Ich glaube, solche Bedingungen zu ändern, geht nur auf die harte Tour, nämlich im ganz klassischen Arbeitskampf. Organisation durch Gewerkschaften, Lohnforderungen, Verhandlungen, Streik ... So wurden in Europa und Nordamerika ordentliche Arbeitsbedingungen ausgehandelt, da muss der Rest der Welt eben auch durch. So lange man immer noch genug Unwissende findet, die für einen Hungerlohn arbeiten, wird sich nichts ändern.

    Die Arbeiter/innen in Asien beginnen langsam damit. Mich würde es nicht wundern, wenn demnächst Afrika die neue Billiglohnregion wird. Allerdings fehlt dort teilweise die nötige politische Stabilität. Wir werden sehen. Wenn die Unternehmen Afrika als indiskutabel ablehnen, geht es in Asien vielleicht schneller.

    Ich glaube gar nicht mal, dass deswegen die Klamotten deutlich teuerer werden. Der Lohnkostenanteil ist jetzt schon so gering, da könnten die Löhne locker verdreifacht werden, ohne dass es uns beim Endpreis großartig auffallen würde. Wen würde es denn wirklich aufregen, wenn ein neues Teil dann einen Euro oder zwei mehr kosten würde? Der wahre Preistreiber sind die Preisaufschläge der Hersteller und des Handels.

  8. Inaktiver User

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    @ebayfan
    afrika ist schon das produktionsland für den chinesischen binnenmarkt,da es noch billiger ist als china.dort sind die qualitätsstandards noch nicht so hoch wie für viele andere länder,aber die chinesen haben da schon lange fabriken hochgezogen.

  9. gesperrt Avatar von Ebayfan
    Registriert seit
    15.01.2006
    Beiträge
    33.910

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Danke für die Info! Dann lag ich mit dieser Vermutung ja ganz richtig. In Afrika ist Arbeit sicherlich weltweit am billigsten. Im Grunde ist es gut, wenn auch die Afrikaner Produktionsaufträge bekommen. Vielleicht endet dann irgendwann mal die Abhängigkeit von der Entwicklungshilfe. Dazu gab es vergangene Woche einen interessanten Bericht beim WDR.

  10. Avatar von Max
    Registriert seit
    03.01.2006
    Beiträge
    7.185

    AW: Preis oder Fairness: Worauf achten Sie beim Kleiderkauf?

    Zitat Zitat von BRIGITTE Community-Team Beitrag anzeigen
    Wie sieht es bei Ihnen aus?
    liebes Brigitte-Team,

    mich interessiert jetzt aber auch mal wie die Brigitte mit den Werbekunden aus der Textilbranche umgeht... wird darauf geachtet, das der Kunde fair produzieren lässt... werden Kunden, die z.B. schon im Zusammenhang mit Katastrophen genannt wurden abgelehnt ... oder ist - auch wenn man solche Anzeigen mit schlechtem Gewissen platziert - dann doch der Umsatz wichtiger?

    nichts für ungut... aber für ein Magazin wie die Brigitte ist es vermutlich um vieles einfacher die Hintergründe der Produktion zu recherchieren als für den Endverbraucher... warum also schreibt ihr in der Einleitung nicht wie ihr selber darüber denkt... und vor allem wer denn nun eigentlich wo und unter welchen Bedingungen produzieren lässt... anstatt - wie es anscheinend schon üblich ist - gleich mal die Billigheimer an den Pranger zu stellen...
    Das dumme an Halbwahrheiten ist, dass man meist die falsche Hälfte glaubt

+ Antworten
Seite 2 von 4 ErsteErste 1234 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •