Da schlagen doch zwei Herzen in meiner Brust. Es geht ja nicht nur um günstigere Preise und um den lokalen Einzelhandel, der möglicherweise unter uns Online-Shoppern leidet, um gute oder schlechte Beratung.Ich denke auch an Umweltbelastung und Ressourcenmissbrauch. Wie viele Pakete werden gepackt? Wie viel Verpackungsmaterial wird verbraucht - oft ein großer Karton für ein winziges Teil und ganz viel Luftpolsterfolie. Wie viele LKWs sind unterwegs, fahren die Straßenbeläge ab und und belasten die Umwelt - nicht nur für die Auslieferung bestellter Waren, sondern auch für die viele Retouren. Immerhin erfreulich, dass sich gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit die Menschenmassen mit prall gefüllten Einkaufstüten durch unsere Großstadtstraßen schieben und ich mitten drin. Für die vielen Menschen, die lange Wege zum Einkaufen in Kauf nehmen müssen, ist der Versandhandel allerdings eine wunderbare und oft die einzige gute Alternative. Alles hat eben zwei Seiten. Und ich geb's auch gerne zu: Oft siegt auch bei mir die liebe Bequemlichkeit.
In diesem Sinne: Fröhliches Einkaufen, auf welche Weise auch immer!
Lumpi123
P.S.: Es ist so viel von Amazon die Rede. Warum nicht wenigstens bei einem deutschen Online-Lieferanten bestellen
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16.12.2013, 22:53
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Freundschaft fließt aus vielen Quellen, aber ein DU kann nur finden, wer ein ICH verschenkt.
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17.12.2013, 00:45Inaktiver User
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Dieses Argument habe ich in letzter Zeit häufig gehört. Aber ich frage mich, ob das wirklich so viel umweltschonender ist, wenn die Sachen erst einmal in die Kaufhäuser und Läden gefahren werden und die Kundschaft dann von überall her anreist, um in den Läden einzukaufen. Meist steht man erst mal im Stau, um in so einem Parkhaus einen Parkplatz zu ergattern. Die Verkäuferinnen und Verkäufer müssen auch von irgendwo zu ihrer Arbeit irgendwie anreisen. Das Kaufhaus wird beheizt und bei jedem Türöffnen findet reger Wärmeaustausch statt und alles wird mit tausenden von 100-Watt-Birnen beleuchtet.
Die Retouren sind womöglich gar nicht so schlimm, andernfalls würden die LKWs vielleicht leer zu den Onlinehändlern kutschieren.
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17.12.2013, 07:46Inaktiver User
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Das sehe ich genau so. Ob der Lieferverkehr zum DHL-Verteiler fährt oder zum Kaufhaus, dürfte ziemlich egal sein. Und statt dass die Kunden einzeln mit ihren PKWs, in denen oft nur eine Person sitzt, zum Kaufhaus fahren, benutzt der Paketbote nur ein Auto, um viele Kunden zu bedienen.
Verpackungen gibt es auch in Kaufhäusern en masse. Man denke nur an die Tonnen von Plastiktüten.
Vom Energieverbrauch der Kaufhäuser gar nicht zu reden. Da kippen die Argumente gegen den Onlinehandel dann endgültig.
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17.12.2013, 08:11
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Die Kaufhäuser werden aber trotzdem beheizt und beleuchtet; ob nun 20 oder 200 Kunden drin sind.
Um das zu vermeiden, müssten sie alle zumachen, dann brauchen auch die Verkäufer nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Hartz 4 für alle!
Irgendwie driften jetzt aber die Argumente leicht ins Absurde, oder?
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17.12.2013, 08:30
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Das eben nicht, denn wenn es sich nicht rechnet, werden die schließen.
Wessen Argumente? Belastbare Zahlen haben wir alle nicht.Irgendwie driften jetzt aber die Argumente leicht ins Absurde, oder?
Hier muss ich nun eben doch den Satz aus der Umfrage aufgreifen: "das Rad lässt sich sowieso nicht zurückdrehen".
Mit dem Online-Handel weren sich alle abfinden müssen und anstatt zu jammern und Kundenbashing zu betreiben sollten sich die entsprechenden (gefährdeten) Händler damit ganz nüchtern auseinandersetzen. Es gibt ja immer auch Chancen bei einer Entwicklung.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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17.12.2013, 08:48
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Eben, das sehe ich auch so. Wenn sie ihre Kunden halten wollen, müssen sie einen Mehrwert anbieten, der Online nicht möglich ist. Mir fällt da jetzt spontan ein, dass man vielleicht ein echtes Einkaufserlebnis bietet oder individuell angepasste Produkte verkauft. Z.b. endlich mal Klamotten, die wirklich passen und die in der Wunschfarbe kommen, statt in den 08/15 Modefarben. Man könnte die Kunden vermessen, ihn die Stoffe per Musterbuch auswählen lassen, gefertigt wird in der Fabrik und dann ins Haus geliefert. Erste Ansätze soll es schon geben.
Onlineshopping in größerem Ausmaß ist doch sowieso nur möglich geworden, weil man die Kunden an standardisierte Ware gewöhnt hat. Hätte uns der Handel unsere Individualität nicht so gründlich ausgetrieben, hätte er jetzt nicht dieses Problem. Im Grunde ging das schon in den 70ern los. Plötzlich musste es die Jeans der Marke X sein. Der Konsument wurde durch Werbung konditioniert und jetzt wollen alle mehr oder weniger dasselbe, das man dann praktischerweise günstig im Netz bestellen kann.
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17.12.2013, 08:53Inaktiver User
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Ich finde auch, dass es an Zeit ist, sich neue Gedanken über die Gestaltung der Innenstädte zu machen. Bei uns hat vor kurzem noch ein neuer Riesen-Elektronik-Markt in bester Innenstadtlage geöffnet. Ich wüsste überhaupt nicht, was ich dort soll. Schlecht ausgebildete Verkäufer, die immer nur auf der Flucht vor Kunden zu sein scheinen. Ich seh's schon kommen, dass in ein paar Jahren die Kaufhäuser leer stehen. Und dann?
Der Handel vor Ort wäre gut beraten, die Bedürfnisse ihrer Kundschaft unter die Lupe zu nehmen, um entsprechend gegenzusteuern. Vielleicht wären ziegruppengerechtere Läden die Antwort.
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17.12.2013, 08:58Inaktiver User
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Die Frage ist: Brauchen wir überhaupt so viele?
Man sollte nicht vergessen, dass das Warenhaus eine Erfindung des 19. Jhs ist. Das war der Beginn des Massenkonsums, und damals waren es die kleinen Einzelhändler, die nach und nach verschwanden.
Jetzt findet im Bereich des Handels wieder eine neue Entwicklung statt und so wenig, wie die Warenhäuser damals aufzuhalten waren, ist es heute der Onlinehandel.
Auffallend ist, dass von Seiten des Handels oft noch davon ausgegangen wird, der Kunde ticke wie vor hundert Jahren: Er sei fasziniert von den Konsumtempeln und könne sich nichts Schöneres vorstellen, als durch dieses Überangebot zu schlendern.
Dabei wird gerne vergessen, dass man dafür Zeit und Geld benötigt - die bürgerliche Hausfrau, die mit ihren Freundinnen Nachmittage lang zum Shoppen ging, während ihr Mann das Geld verdiente, wird immer seltener. Die meisten Frauen sind heute berufstätig und haben wenig freie Zeit.
Für sie ist es einfacher, sich irgendwann mal abends oder am Wochenende an den Computer zu setzen und etwas online zu bestellen. Die Annahme, für das Gros der Menschen wäre das Shoppen vor Ort ein Vergnügen, stimmt immer weniger.
In meiner Freizeit gehe ich lieber an die frische Luft als in überheizte, stickige Konsumtempel. Und so wie ich denken viele.
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17.12.2013, 09:05Inaktiver User
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Ich auch. Und Einkaufen in diesen Konsumtempeln war mir noch nie eine Freude und wurde es im Laufe der Jahre immer weniger. Zunächst fand man ja beispielsweise Klamotten noch zusammen an einem Ort. Wenn ich heutzutage sagen wir mal eine schwarze Hose suche, muss ich mich auf gefühlten 1000 qm durcharbeiten durch die verschiedenen Labels. Das heißt, ich ziehe fünf- bis zehn mal meine Jacke und Schuhe aus um was anzuprobieren. Das nervt einfach nur total.
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17.12.2013, 09:18
AW: Haben Sie ein schlechtes Gewissen beim Online-Shopping?
Aber gerade online gibt es auch diverse Trends zu mehr Individualität. Interessant ist z.B. die Entwicklung bei Dawanda, ein Online-Portal für individuelle Produkte nach dem Vorbild von Etsy (USA). Mittlerweile gehen die aber auch in den realen Handel mit diversen Ideen (z.B. Märkte etc.). Sicher ist das kein Modell für alle(s), aber ein Ansatz unter mehreren allemal.
Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)


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