Umfrage: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

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    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Ja, ganz klar!
    Kürzlich ist einem Bekannten ein Kind ins Auto gefahren... ist ist zum Glück nichts passiert, aber das Kind hatte keinen Helm auf. Was da hätte passieren können...

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    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Zitat Zitat von sunwalker Beitrag anzeigen
    hatte keinen Helm auf. Was da hätte passieren können...
    Ich bin vor einem Jahr ueber eine Gehwegplatte gestolpert und habe immer noch taktile Wahrnehmugsstoerungen an der Stelle, auf die ich gefallen bin. Haette ich man Knieschuetzer getragen...

  3. gesperrt

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    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Ich hätte gerne die Umfrage :

    SOLLTE ES ENDLICH NUMMERNSCHILDER FÜR RADFAHRER GEBEN ?

    Zur Helmpflicht kann ich sagen, wir hatten als Kinder auch keine Helme, sind mal gestürzt und wieder aufgestanden, ohne schlimme Blessuren- ich finde , Radfahrer sollten erstmal das Fahren im Strassenverkehr lernen, vor allem die Raserei auf dem BÜRGERSTEIG - wegen mir kanns gerne einen Radfahrer beim Rasen umlegen, mit oder ohne Helm- danach hat ers hoffentlich gelernt !

    firefly

  4. gesperrt

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    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Ich sehe gerade den Ausgang der Umfrage und wundere mich :

    WEnn doch Radfahrer genauso Verkehrsteilnehmer wie Motorradfahrer sind, warum haben sie dann keine Nummernschilder und werden GENAUSO haftbar für ihre Vergehen gemacht ????????????????????

    Das kann nicht wahr sein.....

    firefly

  5. Inaktiver User

    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Ich bin gegen eine Helmpflicht - und würde dann kein Rad mehr fahren!

    In den Niederlanden - unbestreitbar DEM Fahrradland - gibt es keine Helmpflicht. Stattdessen gut ausgebaute Straßen!

    Meine Schwägerin ist bei einem Treppensturz durch einen Schädelbasisbruch ums Leben gekommen. Beim Treppensteigen könnte eine Helmpflicht LEBEN retten... (siehe unten).

    Die Zahl der ums Leben gekommenen Radfahrer ist nach der Helmpflicht nicht gesunken.

    Kopfverletzungen spielen mit 1,3% bei den Radunfällen eine untergeordnete Rolle. Verletzte erleiden bei Fahrradstürzen meist mittelschwere Schädelhirntraumen, unabhängig davon, ob sie einen Helm getragen haben oder nicht.
    Offenbar vermag der Helm zwar bisweilen Brüche von Schädelknochen zu verhindern, dennoch schwillt hinter den unversehrten Knochen das Gehirn an und erleidet Sekundärschäden, weil es nicht genügend Platz hat.

    Ein interessanter Artikel vom ADFC: Helm? - ADFC NRW - KV Mettmann*e.*V. Ortsgruppe Hilden

    Hier ein Auszug:
    "Eine etwas polemische Frage vorweg: Tragen Sie 24 Stunden am Tag einen Helm? Nein? Dann müssen Sie auch beim Radeln keinen tragen. Denn weniger als 4% aller Todesfälle in Deutschland erfolgen durch Unfälle, davon weniger als 500 pro Jahr (2010: 381, 2011 399, Durchschnitt 2007 bis 2010: 431) beim Radeln (Quelle: Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFak...hrzeugart.html), aber mehr als 1000 pro Jahr durch Treppenstürze. Nur 1,3 % aller bei Radfahrunfällen erlittenen Verletzungen betreffen das Gehirn und die vom Helm bedeckte Kopfpartie (Quelle: Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer aufgrund einer Studie in Münster). Zur Zeit sind Senioren diejenigen, die sich ständig anhören müssen, das Radfahren wäre so gefährlich, dass man einen "Fahrradhelm" tragen müsse. Warum nicht beim Treppensteigen und als Fußgänger (2010: 476 Tote, 2011: 614 (!!!) Tote)? "

    Andere Quelle: Brauchen wir eine Radhelmpflicht? » Zukunft Mobilität » ADFC, Analyse, Australien, Deutschland, Fahrrad, Fahrradweg, Radfahrer, Radhelmpflicht, Radverkehr, Radweg, Straßenverkehr, Straßenverkehrssicherheit, Unfälle, Unglück, Verkehrssicherheit, Verke
    Anders als Motorradhelme sind Fahrradhelme leicht, nachgiebig und brechen beim Aufschlag (Walker 2005). Sie werden also beim Aufschlagen nutzlos und sind nutzlos bei den meisten schweren Unfällen, die eine tödliche Kopfverletzung verursachen. Es wurde auch gezeigt, dass Fahrradhelme bei einigen Unfällen Hirnverletzungen durch die Rotation verursachen. (St. Clair & Chinn 2007).Wo mehr Fahrradhelme getragen werden (z.B. in Australien und Neuseeland, die Radfahren ohne Helm verboten haben), wurde Radfahren nicht sicherer; es fuhren nur weniger Menschen Rad.
    Radfahren wird sicherer, wenn mehr Menschen Rad fahren. Eine Helmpflicht verringert die Zahl der Radfahrer und damit auch die „safety in numbers“ von Radfahrern.


    Viel Spaß beim Informieren wünscht

    Kiki

  6. Administrator

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    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Zitat Zitat von Firefly69 Beitrag anzeigen
    Ich hätte gerne die Umfrage :

    SOLLTE ES ENDLICH NUMMERNSCHILDER FÜR RADFAHRER GEBEN ?
    ...
    firefly
    Das ist sicherlich ein spannendes Thema, welches ja auch schon diskutiert wurde. Wir möchten allerdings hier in diesem Strang keine Themen vermischen und daher beim Thema "Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?" bleiben.

    Freundliche Grüße
    Ihr BRIGITTE Community-Team
    Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.

  7. Inaktiver User

    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Dem:

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Ich habe bis jetzt nichts gesehen, was den Verdacht naheliegt, daß Helme für Radfahrer effizient sind. In vorhandenen Studien bleibt die Quote an Kopfverleztungen von den Gesamtverletzungen nach Einführung einer Helmpflicht gleich. Nach aktuellen Daten aus DE hat die Anzahl der getöteten Fahrrad-, Mofa- und Mopedfahrer *zugenommen*, während (meiner Beobachtung nach -- mir fehlen da Zahlen) die Helmtragequote ebenfalls zugenommen hat: Das spricht ebenfalls nicht für die Effizienz von Fahrradhelmen.

    [...]
    Die These, das Radfahren so gefährlich ist, daß man es nicht ohne Schutzkleidung betreiben sollte/dürfte, nützt dagegen nur der Autolobby, die die Ausgrenzung der Radfahrer bertreibt, und von jeder Verantwortung gegenüber nicht- oder untermotorisierten Verkehrsteilnehmern befreit sein möchte. Jeder, der wünscht, daß Radfahren als gesunde, einfache, preisgünstige und umweltfreundliche Alternative zum Autofahren anerkannt werden möge, schießt sich mit dem Ruf nach Schutzkleidungsvorschriften in den Fuß.
    und dem:


    Zitat Zitat von carotte Beitrag anzeigen
    Nein, es sollte auf keinen Fall eine Helmpflicht für Radfahrer geben.

    Eine solche Pflicht wäre die direkte Einladung, dass Autofahrer ihr Verhalten im Verkehr nicht überdenken und dass Verantwortliche für Verkehrspolitik Planungen nicht auf Radfahrer abstimmen müssen.

    Es tragen viel mehr Autofahrer Kopfverletzungen bei Unfällen davon als Radfahrer, trotzdem fordert niemand eine Helmpflicht für Autofahrer.

    Mir ist natürlich klar, dass ein Helm viele Verletzungen zumindest abmildert. Dennoch bin ich der Meinung, dass es zumindest jedem vollljährigen Radfahrer selbst überlassen sein sollte, einen Helm zu tragen oder nicht. Jede Vorschrift, die die Bereitschaft vermindert, ein Fahrrad oder Pedelec im Verkehr zu nutzen, ist eine Katastrophe für die Sicherheit der Radfahrer in Verkehr , da mehr Radfahrer nicht nur umweltpolitisch sondern auch unter Sicherheitsaspekten wünschenswert sind: Je mehr unterwegs sind, desto mehr werden sie wahrgenommen und die Autofahrer müssen ihr Verhalten auf sie abstellen.

    [...]

    Alles was die Bereitschaft, sich einfach ein Rad zu schnappen und loszufahren, vermindert, ist verkehrspolitisch schlecht. Der Stellenwert der Radfahrerin im Verkehr sollte betont werden, das bringt uns weiter!
    und Kikis Post Nr. 85 muss man eigentlich nichts mehr hinzufügen.

    Man hat übrigens bereits festgestellt, dass Autofahrer zu behelmten Radfahrern einen geringeren Sicherheitsabstand einhalten als zu unbehelmten. Ich sehe nicht, dass ein Fahrradhelm mich oder andere Radfahrer schützen würde, im Gegenteil.
    Ich trage also keinen.

    Wer das mit dem Sicherheitsabstand nachlesen möchte und sich auch sonst für die Psychologie des Straßenverkehrs interessiert, der möge bitte unbedingt Traffic von Tom Vanderbilt lesen (deutscher Titel ist Auto). War für mich in vielen Dingen ein Augenöffner: Was wir im Straßenverkehr als sicher empfinden, bewirkt oft genau das Gegenteil.

    Hier gibt's ein Interview der Süddeutschen Zeitung (Magazin) mit dem Autor.

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    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Ich splitte:

    Wenn ich auf dem MB unterwegs bin und es wirklich querfeldein und mal bergab geht und schneller wird - ok, dann sehe ich den Helm ein.

    Aber... wenn ich mich auf mein Rad setze und mit gemütlichen 12km/h zum Einkaufen radle, dann da ankomme und das Ding die ganze Zeit irgendwie mit mir rumschleppen muss?

    Nein, nein und nochmals nein.

    Ich bin da ca. 10km/h schneller als zu Fuß - d.h. ich müsste das Ding immer aufsetzen... beim Joggen z.B.

  9. Moderation

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    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man hat übrigens bereits festgestellt, dass Autofahrer zu behelmten Radfahrern einen geringeren Sicherheitsabstand einhalten als zu unbehelmten. Ich sehe nicht, dass ein Fahrradhelm mich oder andere Radfahrer schützen würde, im Gegenteil. Ich trage also keinen.
    Ich habe tatsächlich Probleme, das zu glauben. Ich fahre nur in den Monaten Oktober bis April Auto, da gibt es witterungsbedingt weniger Radfahrer. Allerdings wohne ich in einer Universitätsstadt, da sind auch in diesen Monaten einige Radfahrer unterwegs (wenn auch weniger als in den "warmen" Monaten). Wenn ich mit dem Auto unterweg bin, nehme ich den Radfahrer wahr - ob er jetzt einen Helm trägt oder nicht, nehme ich zumindest nicht bewusst wahr. Und dass ich meinen Abstand beim Überholen davon abhängig machte, ob der Mensch auf dem Drahtesel jetzt behelmt ist oder nicht, kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.
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  10. Inaktiver User

    AW: Sollte es eine Helmpflicht für Radfahrer geben?

    Ok, ich hab Zeit und tippe schnell und gerne. Es hat nicht lange gedauert, also fühle dich bitte nicht unter Druck gesetzt.
    Die Experiment, von dem er hier schreibt, bzw. dessen Ergebnisse, sind nicht besonders repräsentativ, aber mich hat's überzeugt. Mich überzeugt auch die Schlussfolgerung, es kommt mir logisch vor.
    Interessieren würden mich allerdings die Untersuchungsergebnisse, die er am Ende des ersten Absatzes erwähnt. Leider gibt er an dieser Stelle keine Quelle an.

    Auszug aus dem o.g. Buch:

    „Ob es uns bewusst ist oder nicht, wir nehmen im Straßenverkehr subtile Anpassungen vor. Es findet eine Art nonverbaler Kommunikation statt. Das konnte Walker [Anm.: Ian Walker, Psychologe an der Universität von Bath in England, der eine Reihe von Experimenten im Straßenverkehr durchgeführt hat] in eindrucksvoller Weise feststellen, als er sich aus dem Labor auf die reale Straße begab. Als begeisterter Radfahrer war er neugierig, inwiefern sich die anekdotischen Erzählungen anderer Radler bestätigen würden, wonach vorbeifahrende Autos umso mehr Abstand zu ihnen hielten, je weiter sie sich in der Straßenmitte bewegten. Außerdem interessierte ihn, ob die Autofahrer einen helmtragenden Radfahrer wirklich tendenziell als ‚seriöseren, vernünftigeren und berechenbareren Verkehrsteilnehmer‘ einschätzten, wie es Untersuchungsergebnisse nahelegten.


    Machte dies auf der Straße tatsächlich einen Unterschied, oder waren die Radler für die Autofahrer eben einfach nur Radler, zu denen sie einen mehr oder weniger zufällig großen Abstand einhielten? Um das herauszufinden, montierte Walker einen Ultraschalldistanzmesser an ein Trekkingrad und fuhr damit durch die Straßen von Salisbury und Bristol. Bei manchen Ausflügen trug er einen Helm, bei anderen nicht; er fuhr mal mehr, mal weniger weit vom Straßenrand entfernt, trug manchmal Männerkleidung und verkleidete sich zuweilen ‚mit einer femininen Langhaarperücke‘ als Frau. Die Auswertung der Daten offenbarte interessante Verhaltensmuster. Je weiter er vom Straßenrand entfernt fuhr, desto geringer war der Abstand, den die Autofahrer zu ihm einhielten. Trug er einen Helm, fuhren die Autos knapper an ihm vorbei als ohne Helm. Womöglich gingen die überholenden Fahrer davon aus, dass für einen Radler mit Helm bei einem Unfall ein geringeres Verletzungsrisiko bestand. Vielleicht hatte der Helm die Radler auch ‚entmenschlicht‘. Laut Walkers Vermutung hatten die Autofahrer in dem Helm allerdings ein Symbol dafür gesehen, dass es sich um einen eher kompetenten und berechenbaren Radler handelte, und so hielten sie es wohl für unwahrscheinlich, dass er ihnen in die Quere kommen würde. Was auch immer der Grund war, durch den Helm veränderte sich jedenfalls das Verhalten der Autofahrer.


    Schließlich gestanden ihm die Autofahrer auch mehr Raum zu, wenn er als Frau verkleidet war. Lag es am ‚Seltenheitseffekt‘, weil Radlerinnen auf Englands Straßen statistisch gesehen deutlich in der Minderheit gegenüber den radfahrenden Männern sind? Oder dachten sich die Autofahrer vielleicht bloß: ‚Was hat denn dieser verrückte Radler für eine unmögliche Perücke auf?‘ Ließen die Autofahrer und –fahrerinnen (über ihr Geschlecht konnte Walker keine Aussagen machen) den Radlerinnen womöglich aus Höflichkeit mehr Platz? Oder machten sie – so Walkers Annahme – einen großen Bogen um sie, weil sie dem Stereotyp aufgesessen sind, dass Radfahrerinnen unberechenbarer und unfähiger seien?

    […] In ähnlicher Weise scheinen die Autofahrer, die den radelnden Walker passierten, automatische Urteile gefällt zu haben. Aber war das Klischee, wonach der helmtragende Radler ein kompetenterer und berechenbarerer Verkehrsteilnehmer ist, letzten Endes nützlich oder schädlich? Schließlich fuhren sie ja knapper an ihm vorbei. Wäre Walker besser dran gewesen, wenn er eine Perücke, eine Darth-Vader-Maske oder sonst etwas getragen hätte, was den Autofahrern ein anderes Signal gegeben hätte? Die Antwort bleibt offen. Aber Walker hat aus dem Experiment klare Schlüsse darüber gezogen, was es bedeuten kann, im Straßenverkehr ‚menschlich‘ auszusehen. ‚Sobald man einen Helm auf dem Kopf hat, führt dies zu messbaren Verhaltensänderungen. Wenn sich Autofahrer einem Radler nähern, können sie sich ein Urteil über die vermeintlichen Bedürfnisse dieser Person bilden. Jeder und jede Einzelne wird von ihnen individuell beurteilt. Sie rufen nicht nur ein vorgefertigtes Verhaltensschema für das Überholen von Radfahrern ab. Und das ist durchaus ermutigend.‘“


    Aus Tom Vanderbilt: „Auto“, Hoffmann und Campe, 2009, Hamburg, Kapitel 1, S 57 ff

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