Nein, die Klägerin hat den Prozess gewonnen. Aber ob sie tatsächlich an die Unterlagen der Klinik rankommt, ist ungewiss. Der beklagte Klinikleiter war nicht im Prozess erschienen. Er wird spätestens am Mittwochabend die zeit genutzt haben die Unterlagen zu schreddern und den Datensatz aus seinem Computer zu löschen. Er hatte ja zuvor auch bei der Polizei ausgesagt, dass die Unterlagen nach dem damaligen Recht nach 10 jahren vernichtet worden seien. Die Klägerin ist ja inzwischen 22 Jahre alt. Er soll sich aber in Widersprüche verwickelt haben.Unmöglich das Ganze und ich hoffe darauf, dass sie eine Abfuhr bekommt.
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09.02.2013, 14:00
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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10.02.2013, 08:55Inaktiver User
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
War das nicht damals bei den Samenspendern sowie so im Bereich von "Grauzone"?
Ich mein, ich kann ja auch heute nicht hingehen und irgendwelche Verträge abschliessen - so nach dem Prinzip unterschrieben ist eben unterschrieben.
Das kann dann einfach sittenwidrig sein oder sonst wie gegen gegen Rechte verstoßen. Und gilt eben nur so lange bis: wo kein Kläger ist - ist kein Richter.
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10.02.2013, 09:35
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
ich weiß, dass Vergleiche immer hinken:
wenn Banken etwa 20 Jahre lang ihren Kunden Zins- und Währungswetten als profitable Geldanlage verkaufen und die Kunden hierbei ihr Geld verlieren, so sehe ich das als sittenwidrig an. Bisher hat aber kein Gericht einen Banker deswegen verknackt.
Da ist Politik gefragt, soetwas zu verbieten - für die Zukunft!
Zumindest im Strafrecht gilt der Grundsatz: nulla poena sine lege (lat.) bedeutet wörtlich übersetzt „keine Strafe ohne Gesetz“ und wird als Rückwirkungsverbot im Strafrecht bezeichnet
§ 1 StGB
Keine Strafe ohne Gesetz.
Eine Tat kann nur bestraft werden, wenn die Strafbarkeit gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde.Geändert von Opelius (10.02.2013 um 09:55 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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10.02.2013, 17:33Inaktiver User
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
da sind doch schon Gesetze auf den Weg gebracht worden.
Ansonsten: Rückwirkungsverbot finde ich schon logisch.
Ich habe mal in einem Ratgeber von einem Fall gelesen: da wollte ein Paar im Ehevertrag einen Passus aufnehmen: nach der Scheidung kommen die Kinder weder zu Mutter oder Vater sondern ins Heim.
Ich hab mich halb weggeschmissen. Rate mal wie die Antwort ausfiel?
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10.02.2013, 22:01
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
So mancher meint, seine Wurzeln zu kennen, in Wahrheit ist er ein Kuckucksei.- Und wen stört es? Wo kein Kläger, dort kein Richter.
Meine Frage: muß man den "gespendeten" Kindern die komplette Wahrheit über die Art ihrer Zeugung auftischen?
Der Vater ist immer derjenige, der sich auf das Kind gefreut hat, es geliebt und aufgezogen hat, nicht der anonyme Spender.Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus
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11.02.2013, 07:58Inaktiver User
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
Ersteres ja, zweiteres meines Wissens nicht bzw. nie. Die Mediziner haben sozusagen von sich aus zugesichert, die Daten niemals rauszugeben. Aber es gab kein Gesetz, dass das stützte und seit 2007 genau das Gegenteil..nämlich ein Gesetz, dass die Herausgabe erzwingt.
Die Aufregung um das Urteil finde ich etwas überspitzt. Sie macht sich denk ich in erster Linie daran fest, dass ja nun kein Mann mehr spenden würde, wenn später Unterhaltspflichten drohen. Abgesehen vom aufwändigen Verfahren wird dabei völlig aus der Diskussion genommen, dass natürlich wegen des Geldes (bis zu 2.000 Euro pro Jahr) auch viele mittellose Männer spenden. Da wäre dann nämlich das überraschend auftauchende Kind mit gutem Job ihm gegenüber unterhaltspflichtig und hätte sich gewünscht, niemals vom Vater zu erfahren.
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11.02.2013, 09:19
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
Ich denke, dass jeder Mensch ein Recht auf seine Herkunft hat. Ich selbst habe einen Vater, der aus einem ONS ein Kind hat und dieses über Jahre verleugnete, weil er angeblich betrunken war und die Frau ihn reinlegte. Das Kind meines Vater ist lange, schwierige Wege gegangen, um herauszufinden wer ihr biologischer Vater ist und wo er sich befindet, obwohl ihre Herkunftsfamilie dringend davon abriet, denn sie würde sehr enttäuscht werden. Die erste Begegnung war für meinen Vater sehr, sehr, sehr beschämend, er hat sogar geweint und hat sich an dem Abend restlos betrunken, denn ihm wurde bewusst, dass auf der anderen Seite ein Mensch steht, den er mit zu verantworten hat, egal wie er nun in die Welt kam. Er spricht zwar nicht von seiner Tochter bis heute. Aber sagt, dass er nun vier Kinder hat.
Jeder Mann und auch jede Frau, die sich egal wie fortpflanzen, haben eine Verantwortung gegenüber dem Leben was in die Welt kommt. Samen zu spenden ist nicht vergleichbar mit einer Geldspende. Männer die gedankenlos nur wegen des Geldes Samen spenden, die werden nicht mehr mitmachen. Und das ist auch gut so. Ich glaube aber, dass es immer Menschen geben wird, die das Leben lieben und es tun, weil sie davon überzeugt sind, dass es Sinn macht, Menschen Kinder zu schenken. Sie nehmen das Risiko, dass die Kinder vor der Tür stehen, weil es ihnen nicht um die Aufbesserung ihres Bafögs ging, sondern sie wollten wirklich helfen.
In der Regel kommen solche Kinder in Familien zur Welt, wo es wenig finanzielle Probleme gibt. Auf große Erbschaften sind sie nicht angewiesen und es gibt durchaus gesetzliche Möglichkeiten, dem rechtzeitig den Hahn zuzudrehen, wenn Mann das absolut nicht möchte.Geändert von Antje73 (11.02.2013 um 09:34 Uhr)
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11.02.2013, 09:20Inaktiver User
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11.02.2013, 09:44
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
So einfach ist das auch nicht. Zunächst braucht das Kind nachträglich eine Vaterschaftsanerkennung. Die Kinder könnten höchstens sagen, dass Hans Müller aus dem Ort der biologische Vater ist. Erbansprüche müssten dann erst eingeklagt werden. Wie soll ein Vater sein biologisches Kind verklagen, wenn es in den Unterlagen bereits einen Vater hat? Die Sache mit dem Erbrecht und Unterhaltsrecht sehe ich als nicht möglich, denn es besteht in dem Sinne kein offizielles Verwandtschaftsverhältnis, es ist so ähnlich wie bei Adoption.
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12.02.2013, 11:17
AW: Haben Samenspender ein Recht auf Anonymität?
Ganz ganz schwer da wirklich Stellung zu beziehen, aber wenn jemand seiner genetischen Herkunft mehr Raum in seinem Leben gibt als seiner sozialen Herkunft, dann hat er ein Problem...
Was ich mich frage, warum kann es jemanden so wichtig sein mehr über den Samenspender zu wissen, den letztendlich ist doch dann wieder die Suche aus welchem sozialen Umfeld der Samenspender kommt und lebt....
Sag mir wo Du herkommst, dann sage ich Dir wer Du bist?Das Leben macht was es will und ich auch!


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