Liebe Userinnen, liebe User,
schon seit Anfang Juni läuft in Kassel wieder die weltgrößte Kunstausstellung Documenta. Wie immer scheiden sich an einigen Ausstellungsstücken die Geister: Während viele Besucher sich besonders auf die abstrakteren Ausstellungsstücke freuen, zucken andere Besucher eher mit den Schultern angesichts von Exponaten wie automatischer Jalousien.
Wie sieht es bei Ihnen aus? Finden Sie Gefallen an moderner Kunst? Oder sagen Ihnen eher Kunstwerke zu, die jeder Mensch auch sofort als “Kunst” erkennen kann?
Gruß
das BRIGITTE Community-Team
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 11
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02.07.2012, 10:08
Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Das BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
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02.07.2012, 10:37
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Naja, wie ich das sehe darf Kunst erstmal alles - außer langweilen.
Insofern finde ich die Exponate der Dokumenta -soweit ich sie bisher kenne- schon ganz ansprechend. Ja, ich mag zeitgenössische Kunst. "Gefallen" ist allerdings nicht unbedingt das Kriterium, jedenfalls nicht meines.
Wenn es Leute gibt, die bei irgendwas dezidiert der Ansicht sind "das ist doch keine Kunst", z.B. bei einem (wortwörtlich) Schrotthaufen, so ist auch das eben doch eine Meinung zu Kunst.
Die d13 macht es einem sogar relativ einfach, da sie mit "Zusammenbruch und Wiederaufbau" ein leicht fassbare Thema hat Es lässt sich also in den meisten Fällen ganz gut zuordnen, ob ein Objekt zu diesem Thema einen Aussage macht. Welche auch immer das nun sein könnte. Bei den automatischen Jalousien kann da fast kein Zweifel bestehen.schlechte Technik
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schlechte Laune
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03.07.2012, 16:42Inaktiver User
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Ich mag zwar Kunst, die als Kunst erkennbar ist
, Dürer z.B., aber ich mag genauso zeitgenössische Kunst, sie bezieht sich auf unser Leben, auf unsere Welt, eben auf unsere Zeit.
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03.07.2012, 17:01Inaktiver User
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Natürlich mag ich zeitgenössische Kunst nicht generell, aber wenn es gut gemacht ist, gerne. Da bin ich schon mal neugierig und habe Freude an ungewöhnlichen Blickwinkeln. Allerdings erreicht man mich schwer, da ich versuche, mich der heutigen allgegenwärtigen Reizüberflutung aktiv zu entziehen.
Und es ist eben auch nicht alles Kunst, was einem als solches verkauft werden soll.
Vor Jahren wunderte ich mich auf einer Kunstmesse, daß an einem Stand Lüftungsschächte standen, wie man sie in der Industrie in Gebäuden einbaut. Ich dachte zuerst, sie wären mit dem Messebau nicht fertig geworden. Ich schaute näher hin und tatsächlich wollte jemand dieses technische Rohprodukt als Kunst verkaufen. Das ist für Laien zwar ein ungewöhliches "Objekt", aber die Existenz alleine ist noch lange keine Kunst. Solche Versuche, die Menschen zu blenden und Geld rauszuschlagen finde ich furchtbar. Und zeigt, wie flach es manchmal zugeht.
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05.07.2012, 12:14
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Ja ganz klar mag ich zeitgenössische Kunst, ich begeistere mich zur Zeit viel für Street Art. Bei der auf politische Themen aufmerksam gemacht wird oder einfach nur die dreckige Stadt verschönert wird und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
ich schau sie mir immer auf Facebook an : StreetArt in Germany | Facebook
lg
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23.08.2012, 13:26
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Irgendwie ist mir die Frage ein bisschen allgemein, ich mag jede Art von Kunst, solange sie mir gefällt, ob alt oder neu ist mir da erstmal egal. Ich hab schon wirklich tolle zeitgenössische Kunstwerke gesehen, aber auch vieles, was einfach nur langweilig und doof ist.
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24.08.2012, 12:50
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
So ähnlich geht es mir auch.
Ich kann bei dieser Abstimmung nicht mitmachen, weil ich mich in keiner der Antworten wiederfinde.
"die Aussage eines Kunstwerkes erforschen" -> das betrifft doch nicht nur zeitgenössische Kunst; jedenfalls wäre dieser Forschungsdrang kein ausschließlicher Grund, zeitgenöss. Kunst zu mögen
"abgehoben" -> viel zu allgemein, was soll das sein?
(die dritte Antwort trifft auf mich nicht zu)
Ich gehe wohl mehr mit dem Gefühl auf Kunst zu, wenn etwas "meine Seele zum Klingen bringt", mich berührt, dann mag ich Kunst. Und dann ist es egel, ob das eine Höhlenmalerei oder was ganz Neues ist.
Was ich nicht mag: manchmal fühle ich mich ein wenig veräppelt bei manchen Kunstwerken. Womöglich bin ich aber nur ein Banause.life is all about
finding people who
are your kind of
CRAZY
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24.10.2012, 21:37Inaktiver User
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Die meiste zeitgenössische Kunst mag ich nicht, weil mir die Aussage fehlt.
Für mich muss Kunst eine Bedeutung haben, das heißt, der Künstler sollte (für mich) etwas vermitteln wollen.
Bloßes Gefallen ist für mich Dekoration. Kann auch hübsch sein, ist aber nicht mein Kunstverständnis.
Heutige Kunst ist meiner Meinung nach ein Anachronismus.
Ein "Künstler", der sein Werk nicht mit klaren Worten gut erklären kann, ist für mich kein Künstler, sondern ein Scharlatan.
Kunst ist es eigentlich, irgendetwas auf dem Markt als solches "durchzusetzen" und somit einen "Wert" zu schaffen.
Die heutige Kunstszene ist ein undurchsichtiges Geschäft, das keine Qualitätskriterien kennt.
Mich erinnert das an das Märchen "Des Kaisers neue Kleider".
Wer die Kunst nicht als Kunst erkennt, ist eben ein Nichtkenner, ein Kunstbanause. Und wer will das schon gerne sein und sich vor all den Kunstverständigen blamieren?
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26.10.2012, 09:48
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Kann ich so generell nicht sagen, und leider geht der Link bei mir nicht.
Mich interessiert Kunst, die entweder schön fürs Auge ist und bei der man erkennen kann, dass der Künstler Mühe und/oder Fantasie und/oder Innovationsgeist (zB eine bisher unbekannte Technik) aufgewendet hat (Es war eine "Kunst", das so hinzukriegen"). Einfach gesagt: Ich mag Kunst, die das Schöne betont - sei es nun eine erstaunlich realistische Darstelllung einer Blumenwiese oder ein abstraktes Kunstwerk, welches durch tolle Proportionen und eine ansprechende Farbkomposition besticht.
Mich stösst hingegen Kunst ab, die nur der Provokation und der Provokation zuliebe erstellt wurde, mir kommt es dann oft so vor, als ob der Künstler eine billige Art und Weise gefunden hat, ins Gespräch zu kommen. Zudem: wenn ich Schockierendes und Hässliches sehen will, das, wenn's gut geht, vielleicht für interessante Disussionen sorgt, brauch ich dafür keine Kunst zu betrachten, da reicht ein Blick in eine Tageszeitung, ein Geschichtsbuch, die Nachrichten oder eine Dokumentation. Ich finde, unsere Welt enthält schon genügend Bosheit, Hässlichkeit und Verabscheuenswürdiges, da muss nicht noch welche dazukreiert (und allenfalls sogar horrente Preise dafür bezahlt) werden.Geändert von Vorstadtkatze (26.10.2012 um 10:12 Uhr)
Lächle, und das Leben lächelt zurück 
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26.10.2012, 10:26Inaktiver User
AW: Mögen Sie zeitgenössische Kunst?
Ob ich die zeitgenössiche Kunst mag oder nicht, sie ist immer ein Spiegel meiner/unserer Zeit, übrigens auch wenn sie eklektisch ist.
Absolut sehe ich das Kunstwerk als Spiegel nicht, sondern ich sehe es im Zusammenspiel mit dem Künstler aus seiner persönlichen Biografie heraus, u.a. Geburtsherkunft räumlich und sozial, gesellschaftlicher und familiärer Rahmen seiner persönlichen Entwicklung und persönliche Konstitution, Ereignisse, die ihn bzw. sie beeinflusst haben etc. zu erkennen.
Und da sehe ich es wieder bedeutend für mein Verständnis des Kunstwerkes, den oder die Künstlerin in seinem oder ihrem Geschlecht und die spezifische Widerspiegelung der Gesellschaft daraus zu sehen.
Auch, dass ein Künstler oder eine Künstlerin oft eine Persönlichkeit ist, die, möglicherweise aus persönlicher Prädestiniertheit heraus, vielleicht aus jeglichem Rahmen der Gesellschaft herausgefallen, um sein/ihr geistiges, körperliches, soziales, gesellschaftliches Überleben kämpft ... und das bis zum Letzten verzweifelt und daher kurz vor dem Tode ... aus seinen/ihren ureigenen Mitteln heraus. Praktisch das alter ego einer im rationalen, haptischen Leben gestandenen, verhafteten Persönlichkeit - BuchhalterIn, AutomechanikerIn, LehrerIn, ManagerIn, Arzt ...
Uns aus vergangenen Zeiten überlieferte Kunst ist seit langer Zeit vielfach ausgedeutet, gibt uns Sicherheit und Ruhe, das Gefühl von Beständigkeit, ist ein soziales Bindeglied, ist gesellschafliches und langzeitlich akzeptiertes Gedankengut, ist somit etwas Zuverlässiges und vielfach Bestehendes, während wir sie aufnehmen bzw. konsumieren, dabei selbst immer unsicher und unruhig in unserer Gesellschaft und unserem Ich seiend. Wird sie neu gedeutet, haben wir in der Regel die mehr oder weniger unbewusste Gewissheit, dass erfolgreiche und durchsetzungsfähige Kunstwissenschaftler, Kuratoren und Ausstellungsmacher am Werke sind. Dies beruhigt uns, denn wir alle brauchen eine gewisse Sicherheit, um ... unsere Miete zu zahlen, sozial bei unseren Partnern (vielfältiger Couleur), Familien zu punkten bzw. uns überhaupt erst gesellschaftsfähig zu machen, und sei es, Arbeit und einen Liebespartner zu finden.
Was ich da als Rezipient zu finden suche, finde ich vielleicht und manchmal noch viel mehr oder noch viel weniger. Was mich dann vielleicht in Gleichgültigkeit, Frustriertheit oder Verzweiflung ... bringt oder stürzt.Geändert von Inaktiver User (26.10.2012 um 10:42 Uhr)


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