Das konnte ich aber hier keinem Post entnehmen, Schnellschnell.
Ich weiß nicht, ob das hier wirklich der Knackpunkt ist.
Es geht doch, so wie ich es sehe, primär um die Frage, ob diejenigen Eltern, die ihre U3 Kinder Zuhause betreuen, anstatt diese in der Kita betreuen zu lassen, finanziell vom Staat "belohnt" werden sollen.
Ob eine der beiden Betreuungsmodelle für die Kinder besser ist, steht doch gar nicht zur Debatte.
Ich z.B. finde es überhaupt nicht schlimm, wenn U3 Kinder nicht in die Kita gehen. Ich bin nur nicht der Meinung, daß es dafür Geld vom Staat geben sollte.
Nichts ist "optimal", und ich gebe zu Bedenken, daß in der Regel kleine Kinder dann Kita-betreut werden, wenn ihre Mütter -sicher nach reiflicher Überlegung -zu der Überzeugung gekommen sind, daß eine weitere Unterbrechung ihres Erwerbslebens entweder jetzt oder in Zukunft nicht der beste Schritt für sie und ihre Familie ist.
Ebensowenig wie das Klischee von der "desinteressierten Hausfrau" stimmt, stimmt das der "desinteressierten", selbstsüchtigen Karrierefrau.
Jede Mutter, die morgens um 07:30 ihr unter 3 jähriges Kind in der Kitagruppe verabschiedet, hat dafür gute Gründe.
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18.04.2012, 20:35Inaktiver User
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
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18.04.2012, 21:45
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
Ich sehe das genauso. Im Moment klafft eine riesige Lücke zwischen dem 1. und dem 3. Lebensjahr. Elterngeld gibt's nur für ein Jahr. Okay, man kann es auf 2 Jahre strecken. Ob man einen Krippenplatz oder eine Tagesmutter für ein einjähriges Kind findet, ist fraglich. Letztendlich kann man dann gucken, wo man bleibt.
[ironiean]Klar, wenn man Kinder will, dann nimmt man das ja alles in Kauf. Ihr Lächeln entschädigt für alles.[/ironieaus]
Hier im Ort wird demnächst eine neue Krippe gebaut. Dabei wird damit gerechnet, dass nicht 35% der Kinder Betreuungsbedarf haben (soweit ich weiß, ist das der Prozentwert, den auch die Bundesregierung zugrunde legt), sondern 70%! Das finde ich sehr weitsichtig gedacht! Immerhin kann der Platz eingeklagt werden (und ich hätte keine Hemmungen, das auch zu tun), also sollte es auch genug Plätze geben.
Andererseits kann ich auch verstehen, dass Mütter ihre Kinder zu Hause betreuen wollen. Und dass es Parteien gibt wie die CSU, die sich das auf ihre Fahnen geschrieben haben. Allerdings sind dann 150 EUR wirklich ein bisschen arg mau.
Ich denke aber, dass die Politiker das Thema schön aussitzen werden. Denn wenn das Kind erstmal da ist, dann findet frau schon eine Lösung, um mehrere Monate ohne Einkommen - ob freiwillig oder unfreiwillig - zu überbrücken. Ganz überspitzt könnte man sagen: Wer zuhause bleiben will oder muss, tut es ja jetzt auch schon, da braucht man nicht noch Geld obendrauf legen ...
In Thüringen gibt es die "Herdprämie" übrigens schon seit 2006:
Thüringer "Herdprämie" vor dem Aus
Betreuungsgeld: In Thüringen gibt es die "Herdprämie" schon
IZA: Negative Effekte der Herdprämie
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19.04.2012, 08:50
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
Und andere Dinge, die man erraten muss.
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19.04.2012, 09:03
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
+ 184,- € Kindergeld.
Immer noch nicht ausreichend, um Reichtümer anzuhäufen, aber darum geht's auch nicht.
Interessant nur die Ungerechtigkeit gegenüber denjenigen Eltern, die Kita-Beiträge zahlen müssen. Ich fände es gerechter, wenn diejenigen Eltern, die ihre Kinder fremdbetreuen lassen müssen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen (ein Nachbarspaar mit zwei Kleinkindern unterfällt trotz jeweiligem Studium der "Generation Praktikum", sie erhalten jeweils nur nicht besonders gut bezahlte, befristete Arbeitsplätze), einen Zuschuss vom Staat erhalten. Oder einen kostenlosen Kita-PLatz, wie in einigen (?) Bundesländern bereits praktiziert.Frauen sind nicht kompliziert. Sie wollen einfach nur geliebt werden.
Und tolle Überraschungen. Und Schuhe. Und Schmuck.
Und andere Dinge, die man erraten muss.
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19.04.2012, 09:57Inaktiver User
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
Wenn Christina Schröder die Auszahlung eines Erziehungsgeldes von bestimmten Voraussetzungen, die die Eltern ( d. h. Mütter!!) erbringen müssen, abhängig macht, dann unterstellt sie, dass alle Mütter ihre Kinder vernachlässigen und dumpfe Analphabeten sind. Das ist unverschämt und diskriminierend.
Die Gegner des Erziehungsgeldes argumentieren ebenso. Die rheinlandpfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen spricht von "frühkindlichen Bildungseinrichtungen", die in der Lage seien, Sprachdefizite frühzeitig entgegenwirken zu können. Das klingt dann so: Erzieherin, Vermittlerin der frühkindlichen Bildung, kommt in den Kiga gestapft, wirft ihre Tasche in die Ecke und sagt: " Oh leck, was für ein scheiß Wetta heute." Danke.
Nun trifft es sicher zu, dass in Kreuzberg eine türkische Community entstanden ist, die aufgrund ihrer gut ausgebildeten türkischen Infrastruktur das Erlernen der deutschen Sprache erschwert bzw. gar nicht möglich und nötig macht. Aber Kreuzberg steht nicht stellvertretend für Deutschland. Hier lernen auch die Türkinnen Deutsch, da es weder viele türkischsprachige Geschäfte noch Ärzte gibt. Sie und ihre Kinder, die auch gerne in einen evangelischen Kindergarten geschickt werden, können Deutsch!!
Auch hier sehe ich eine Diskrimminierung in versteckte Form von Rassismus!!!! Viele Türkinnen lernen heute einen Ausbildungsberuf oder studieren. Mir haben mehrere ehemalige Kommilitonen berichtet, dass die Türken zu den besten Schülern auf dem Gymnasium zählen und das alles ohne Krippe und Kita aber mit Vollzeitmüttern.
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19.04.2012, 10:26Inaktiver User
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
Mal abgesehen davon,dass ich mich an dem Begriff "Herdprämie" störe,da die Rundumversorgung eines Kindes doch etwas mehr,als nur einen Herd und einer/einem dazugehörigen Köchin/Koch bedarf,frage ich mich,wie 100,- Euro bzw. 150,- Euro auf einmal ausreichen können,um den Einstieg in den Job noch hinaus zögern zu können.
Der Begriff "Unterlassungsprämie" wäre vielleicht angebrachter.
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19.04.2012, 10:38
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
Nipperdey,
wer wird denn ein Betreuungsgeld als Grund nehmen, seine Kinder nicht in die Kita zu schicken? Menschen mit wenig Geld. 150€ haben oder nicht haben.
Menschen mit wenig Geld sind meistens Menschen mit wenig Bildung (und umgekehrt). Dies zieht sich durch alle Nationalitäten. Bei den Migranten kommt oft mangelhafte deutsche Sprachkenntnisse dazu (was mit ein Grund ist, warum sie schlechter bezahlte Jobs haben).
Deren Kinder profitieren nachweislich von der Förderung in Kitas.
Kinder von Mama und Papa Normalo (mit und ohne Migrations Hintergrund), die gut ausgebildet sind - sei es als Fleischer oder Anwältin -, benötigen die Förderung in der Kita oft nicht.
Papa und Mama Normalo entscheiden sich auch ohne Betreuungsgeld dazu ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Insbesondere dann, wenn das Geld ausreicht. Für die wäre das Betreuungsgeld ein Bonbon.
Viele von diesen entscheiden sich aber spätestens zum 3. Geburtstag ihr Kind in den Kindergarten zu schicken.
(Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel).
Andere schicken hier ihr Kind erst im Vorschuljahr - warum: das Jahr ist kostenlos. Warum also keine kostenlosen Betreuungsplätze? Damit die, die wollen/brauchen/sollen ihr Kind betreuen lassen können und die, die es nicht wollen/brauchen - eben nicht.
Es fehlen hier bei uns immer Kindergartenplätze (Anrecht ab dem 3. Geburtstag). Warum werden diese nicht ausgebaut?
Warum gibt es keine andere Entlastung für Familien, z. B. halbierte Mehrwertsteuer auf Windeln und Kinderschuhe? Kostenlose Tickets für Öffis bis 18? Familieneintrittspreise in Museum und Theater?
Bei uns im Kindergarten sind jetzt 7 Kinder mit Migrationshintergrund mit 5 Jahren in den Kindergarten gekommen. Davon werden 5 zurück gestellt/Vorklasse empfohlen, weil sie durch den Deutschtest gefallen sind.
Einige Eltern kenne ich, herzlich, liebenswerte Leute - aber die Kommunikation ist schwierig, da nur gebrochen Deutsch gesprochen wird.
Diesen Kindern hätte ein regulärer 3jähriger Kindergartenbesuch gut getan.
Alle anderen Kinder mit Migrationshintergrund kommen in die Schule, die sind seit 3 Jahren im Kindergarten und die Eltern sprechen gut bis sehr gut Deutsch.
Der für mich auffällige Unterschied zwischen diesen beiden Elterngruppen: die Bildung (wozu für mich auch Sprache gehört).
Das wirkt sich einfach auf die Kinder aus, auf die einen mehr, auf die anderen weniger.
Aber wenn Deutschland ein Land mit Bildungschancen für alle sein soll, muss die Bildung sehr früh anfangen.
Betreuungsgeld verhindert in meinen Augen diese Chancen.
Wenn es kostenlose Betreuungsplätze gäbe, könnte man die nutzen - man muss es aber nicht.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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19.04.2012, 10:46
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
Ich weiß es nicht, aber in der Krippe meines Sohnes sind definitiv 3 Erzieherinnen für 10 Kinder da. Wie die gesetzliche Quote ist, weiß ich leider nicht.
Ich selber habe zwar mein Kind in der Krippe, aber ich kann die Gegenseite auch irgendwie verstehen. Krippenplätze werden bereits subventioniert, das heißt, wenn man einen Krippenplatz ergattert und dort 400 EUR bezahlt (so wie ich), dann kriegt man bereits 600 EUR geschenkt, denn ein Krippenplatz kostet ca. 1000 EUR.
Seufz! Es ist einfach schwierig! Ich kann schon verstehen, dass nicht alle Mütter ihr Kind in die Krippe geben wollen! Ich habe damals den Tag herbeigesehnt, an dem ich endlich wieder arbeiten gehen konnte. Aber mittlerweile ist mein Kleiner so süß, dass ich Tage, an denen er krank ist, mit ihm zuhause richtig genieße. Auch jetzt wäre Vollzeit-Mutter keine Option für mich (dafür bin ich einfach nicht der Typ), aber ich denke, dass jede Frau die Möglichkeit haben sollte, es zu tun, wenn sie es möchte.
Ich denke, es gibt da vier Gruppen:
- Diejenigen die wieder arbeiten gehen wollen, einen Krippenplatz bekommen haben und dadurch wieder arbeiten gehen können.
- Diejenigen, die wieder arbeiten gehen wollen und notgedrungen aufgrund mangelnder bzw. bezahlbarer Betreuung daheimbleiben müssen.
- Diejenigen, die nicht arbeiten wollen und es sich finanziell leisten können.
- Diejenigen, die gerne zuhause bleiben würden, es sich aber finanziell nicht leisten können.
Es ist halt schwierig, das alles unter einen Hut zu bekommen.
Damals bei der Gemeinderatssitzung, als über die Erweiterung der Krippe beraten wurde, kamen doch tatsächlich von älteren Herren solche Sätze wie: Ein Krippenplatz soll ruhig ordentlich teuer sein, damit Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen und sich dafür finanziell einschränken, nicht benachteiligt werden.
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19.04.2012, 10:52
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
Ein Prämie dafür, dass Kinder von der Kita ferngehalten werden, ist doch auch eine politische Ansage.
Weg mit dem Quatsch. Dieses Geld braucht das Land dringend für neue Kitas, Ganztagesschule, mehr Lehrer, kleinere Klassen, bessere Aus- und Fortbildung für Erzieher/Innen, Förderprogramme für Problemschulen, bessere Jugendangebote und -betreuung und noch mehr.
PS ans Team:
Wofür ist eigentlich der dritte Abstimmungspunkt?*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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19.04.2012, 11:17Inaktiver User
AW: “Herdprämie” - eine gute Idee?
In unserer Krippe waren es zwei Erzieherinnen und eine Kinderpflegerin für 12 Kinder, ich kenn auch Gruppen mit 15 Kindern. Da man ja, wie ich schon schrieb, Verwaltung, Fortbildung, Krankheit, Vertretung und Urlaub mit berücksichtigen muss sind es eben oft nur 2 Personen für 12-15 Kleinkinder. In dem Moment, wo man eins wickelt ist man ja eh blockiert und kann da nicht mal schnell eingreifen wenn woanders was schiefläuft. Und auch eine Erzieherin muss mal aufs Klo oder ans Telefon. Insgesamt sind 3 Personen für 15 Kinder nur in der Theorie da.
Und da ist für mich für Förderung, die ich in dem Alter sowieso anders definiere, doch kaum Zeit. Da ist man froh wenn man alle gewickelt und gefüttert und an- und ausgezogen und an die Luft gekommen und zum Schlafen hingelegt sind und man alle einigermaßen beruhigen kann, weil ja immer eins was hat und heult.



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