Ja, Kinder sind eine Bereicherung. Kinder sind alles zusammen, süsse Wonneproppen, eine Bereicherung, spätere Rentenzahler, unsere Zukunft (die vielleicht vernünftiger ist als wir...) und manchmal auch nervig und fordernd.Zitat von Tini2011;1436
4916
Ich sehe es halt eher so, dass man Kinder bekommt oder eben nicht. Wenn es keine gibt, lässt man sich untersuchen und gegen moderate Behandlungen habe ich gar nichts. Aber es ist so, dass mit dem Geld einer künstlichen Befruchtung sehr viele "moderate Kinderwunschbehandlungen" (Eileiteraufzeichnung, Hormonsubstitution) bezahlt werden können.
Aber schön, wenn ich Deutschland die Sozialkassen so prall gefüllt sind, dann leistet euch dies. Ich bin nicht Deutsche, lese die Diskussion aber auch ständig in unserer Presse.
Ich sehe nicht ein, wieso überall geschraubt werden muss am Leistungskatalog, etliche Leistungen herausgekickt werden, aber eine künstliche Befruchtung, nein, dass muss unbedingt sein. Dabei ächzen wir wirklich langsam unter der Last der Krankenversicherungsprämien, die für gewisse Leute dieses Jahr erneut 10 % gestiegen sind.
Künstliche Befrunchtungen durch den Staat zahlen lassen zu wollen kommt mir ein wenig so vor wie die Frau, die sich eine teure Halskette leistet, aber die Stromrechnung nicht mehr zahlen kann und dann jammert, wenn man ihr die Stomzufuhr abdreht. Ist doch so wie in einem Haushaltsbudget: erst das Lebensnotwendige (Essen, Miete, Elektrizität, Versicherungen), dann das weniger notwendige (Kleider, ab und zu ein Buch, ab und zu einen Kaffee auswärts), dann der Luxus (teure Kleider, teure Kosmetik, Essen im Lokal). Und eine künstliche Befruchtung ist eben wie teure Kosmetik.
Ich habe schon jemanden sagen hören (ist wirklich wahr!), Leute mit Depressionen sollen sich doch bitte umbringen, die würden nur die Solidargemeinschaft belasten und die Behandlung einer Depression durch die Krankenkasse ist in meinem Land arg eingeschränkt worden. Da stösst es mir wirklich sauer auf, dass das Geld für eine künstliche Befruchtung plötzlich locker gemacht werden soll.
Das Geld wird schon bald kaum mehr für das Notwendige mehr reichen und da ist für künstliche Befruchtung einfach nichts mehr da.
Abgesehen davon: wenn es jemandem sooo wichtig ist, ein Kind auf die Welt zu stellen, wieso bezahlen das die Leute denn nicht selber?
Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 119
-
06.12.2011, 19:22Inaktiver User
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
Geändert von Inaktiver User (06.12.2011 um 19:26 Uhr)
-
07.12.2011, 00:48
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
Nun ja, in einer Gesellschaft in der gebährfähige Frauen sich aktiv zunehmend verweigern müssen eben alle begeisterungsfähigen Frauen auch subventioniert werden.Künstliche Befrunchtungen durch den Staat zahlen lassen zu wollen kommt mir ein wenig so vor wie die Frau, die sich eine teure Halskette leistet, aber die Stromrechnung nicht mehr zahlen kann und dann jammert, wenn man ihr die Stomzufuhr abdreht. Ist doch so wie in einem Haushaltsbudget: erst das Lebensnotwendige (Essen, Miete, Elektrizität, Versicherungen), dann das weniger notwendige (Kleider, ab und zu ein Buch, ab und zu einen Kaffee auswärts), dann der Luxus (teure Kleider, teure Kosmetik, Essen im Lokal). Und eine künstliche Befruchtung ist eben wie teure Kosmetik.
Das hat schon eine innere Logik.
-
07.12.2011, 02:25
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
-
07.12.2011, 06:18Inaktiver User
-
07.12.2011, 11:21Inaktiver User
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
Wir können ja einfach den alten Damen und Herren die künstlichen Hüft- und anderen Gelenke streichen sowie Zahnersatz. Die bringen der Gesellschaft ja eh nichts mehr, wen juckts. Dann ist auch Geld da für künstliche Befruchtungen.
Aber ich kann über die Verhältnisse in Deutschland eh nicht mitreden, da ich diese nur aus der (meist deutschen) Presse kenne und aus Plattformen wie dieser.
"Mein" Staat scheint kein Geld übrig zu haben, wenn er depressiven Patienten die notwendige Psychotherapie derart arg limmitiert, wie geschehen. Ich weiss nicht, wie da noch Geld für künstliche Befruchtungen sein soll.
Die Frage ist ja nicht, ob küntliche Befruchtung gut oder schlecht ist oder ob man es machen soll oder nicht. Dass muss jedes Paar für sich entscheiden. Die Frage ist: ist Geld in der Kasse für etwas, was streng genommen ein Luxus ist. Wenn das Geld da ist, kann, soll man es ruhig ausgeben und wenn das Geld nicht da ist, dann sind eben andere Behandlungen dringender.
Jemand schrieb etwas von wegen "selber schuld" resp. "nicht selber schuld". Das ist nicht mal der Punkt. Der Punkt ist, wie lebe ich ohne die Behandlung weiter. Wenn mir die Behandlung eines Sportunfalls verweigert wird, weil ich ja keinen Sport hätte treiben müssen, dann gibt es ein grösseres Problem. Die Knochen dürften kaum mehr gerade zusammen wachsen, ich werde zum Pflegefall. Wenn mir die Diabetesbehandlung verweigert wird, weil ich zu viel Zucker gegessen, mich zu wenig bewegt habe, zu viel Gewicht mit mir herumtrage, dann sterben mir Netzhäuse, Nieren, Füsse ab und ich werde zu Pflegefall. Wird mir hingegen die künstliche Befruchtung verweigert, bekomme ich im schlimmsten Fall einen Heulkrampf beim Anblick eines Kinderwagens, aber ansonsten geht mein Leben mehr oder weniger weiter wie bisher.
Ich möchte nicht zynisch klingen und mir ist klar, dass eine künstliche Befruchtung für viele der letzte Ausweg ist. Aber es ist nun mal aktuell kaum Geld in den sozialen Kassen und unter diesen Gesichtspunkten ist eine solche Behandlung Luxus, den sich die Solidargemeinschaft im Moment nicht leisten kann.
-
07.12.2011, 11:52Inaktiver User
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
-
07.12.2011, 12:23Inaktiver User
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
für mich gibt es zum Glück die Leihmutterschaft noch nicht in Europa und möge dies auch so bleiben. Es hat wirklich alles seine Grenzen. Gewisse Sachen kann ich nicht haben im Leben und damit muss ich auch fertig werden. Ich kann nun hier wirklich mitreden, denn der letzte Partner, mit dem ich vom sozialen Alter her hätte ein Kind haben wollen, war zeugungsunfähig. Ich habe mich mit der Frage auseinandergesetzt und mich für ihn entschieden. Die Beziehung ging später in die Brüche, aber ich bereue es nicht, es ist eben so, dass ich keine Kinder habe und haben werde. Ich habe anderes, das mich freut.
Mich stört einfach dieses typisch westliche "Durchstieren" eines Wunsches um jeden Preis und die Allgemeinheit soll dafür bezahlen.
Vielleicht wäre es eine Option für die Zukunft, dass man ankreuzt, was man im Notfall bezahlt haben möchte und anhand dessen bezahlt man dann die Krankenversicherungsbeiträge. Organtransplantation gewünscht im Notfall? Gut, dann Prämie von so und so viel und bitte selber einen Organspendeausweis ausfüllen.
Künstliche Befruchtung gewünscht? Dann Prämie von so und so viel.
Man muss sich schon vor Augen halten, dass das Stystem kippt, wenn jeder ein Vielfaches aus dem Topf beziehen möchte als er selber eingezahlt hat. Das kann einfach nicht aufgehen.
Etc. Etc.Geändert von Inaktiver User (07.12.2011 um 12:26 Uhr)
-
07.12.2011, 12:26Inaktiver User
-
07.12.2011, 13:09
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
Nur gerade so ein Gedanke:
Abtreibungen werden gezahlt (nach Beratung),
künstliche Befruchtung soll nicht gezahlt werden.
Fasse zusammen: Töten wird bezahlt...Entstehung von Menschenleben soll nicht gezahlt werden dürfen?
Finde den Fehler!
-
07.12.2011, 13:09Inaktiver User
AW: Soll der Staat für künstliche Befruchtungen zahlen?
Ja, man lernt eben nie aus.
Aber konkret: was schlägt die "Der-Staat-soll-bezahlen-Fraktion" denn vor?
Das Geld ist ja knapp, die Staatskassen eher halbleer als halbvoll, da sind wir uns einig?!
Es müssen andere Leistungen gestrichen werden oder der einzelne hat mehr zu bezahlen. Anders gehts nicht. Nun werden vielleicht viele nicht bereit sein, mehr zu bezahlen und auf der anderen Seite: welche Leistungen sollen gestrichen werden? Es werden ja eher mehr kranke denn weniger in Zukunft, nur schon die Alzheimerrate ist in einem steilen Winkel am Ansteigen.
Oder sollen noch mehr Steuern bezahlt werden. Eine einzige Variante wäre, die ich mir vorstellen könnte: Paare bekommen die k. Befruchtung bezahlt, wenn ihr Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Es kann ja nicht sein, dass die Aldiverkäuferin noch mehr bezahlen muss von ihrem geringen Gehalt für das Gymnasiallehrerpaar, das sich die Befruchtung locker selber leisten könnte.
Bei uns gibt es im Moment einen Vorstoss, dass die Krankenversicherungsprämien für jeden Erwachsenen um ca. 2 - 3 % steigen sollen und das Kinder generell von der Versicherungsprämie befreit werden. Nun ist es aber nicht so, dass Eltern mit Kindern = finanziell knapp, Alleinstehende = finanziell gut gestellt, sondern es gibt alle möglichen Mischformen. Und es gibt durchaus Doppelverdienerpaare, die ihrem Einzelkind pro Monat Kurse im Wert von ca. 150 Euro (nur Kurse, Schwimmunterricht z.B.) bezahlen können. Ich sehe nicht, dass eine alleinstehende Verkäuferin diesem Kind noch die Versicherungsprämie mitbezahlen soll, auch wenn sie von diesem Geld pro Jahr nur einen schönen Pulli kaufen könnte. In einer Zeit, wo sich die soziale Schere immer mehr öffnet noch weitere Umverteilung von unten nach oben zu propagieren, finde ich das Allerletzte.
Aber sorry, ich bin abgeschweift.
Nun bin ich wirklich mal gespannt auf konkrete Vorschläge, wie die künstliche Befruchtung finanziert werden soll. Ist das Geld schon da? Ich höre aber immer nur von leeren Kassen und Leistungskürzungen.
Wie stellt ihr euch es denn vor?


Zitieren

