Dann kennst DU den Tatort wohl gar nicht, denn Horst Tappert spielte in "Derrick". Der Tatort hatte schon immer den Anspruch, auch gesellschaftliche Fragen aufzugreifen und macht das mal mehr, mal weniger.
Hier sehe ich allerdings auch nicht, wo das Thema der Überforderung von Müttern gewesen sein soll. Es ging um eine, sehr spezielle Mutter, die v.a. mit sich selbst überfordert war.
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Ergebnis 11 bis 20 von 25
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04.05.2009, 17:27
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
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04.05.2009, 18:54Inaktiver User
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
Liebes Bfriends-Team,
ich finde, diese Umfrage ist in Verbindung mit dem gestrigen Tatort denkbar falsch verbunden. Es ging hier nicht um Überforderung einer MUTTER gegenüber ihrem Kind, es ging um eine Frau, die mit ihrem ganzen Leben überfordert war, die perfekte Mechanismen entwickelt hatte, schlimme Dinge zu verdrängen, auszublenden, um die dünne und brüchige Fassade ihres Lebens aufrecht zu erhalten, eine Frau, die KRANK war.
Aber zu Ihrer Frage und unabhängig von diesem Tatort: Ja, ich finde, die Ansprüche sind zu hoch. Von Frauen wird heutzutage mehr denn je erwartet, dass sie den Spagat zwischen Familie, Partnerschaft und Beruf meistern, die aktuelle GEsetzeslage im Unterhaltsrecht und der Arbeitsmarkt üben einen zusätzlichen Druck aus. Und die Ansprüche vieler Frauen an sich selbst sind entsprechend hoch. Sie wollen das ja wuppen, eine gute Mutter sein, einen einigermaßen guten und auch gut bezahlten Job haben, eine gute Partnerschaft führen, den Anforderungen gerecht zu werden, ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden ... Viele wuppen es auch, mehr oder weniger gut. Und viele reiben sich dabei leider auch auf, weil es ihnen an Zeit fehlt, sich um die Dinge so zu kümmern, wie es eigentlich notwendig wäre.
Aber wie gesagt: Mit dem Tatort hat das nicht viel zu tun.
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04.05.2009, 19:06Inaktiver User
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
Also ehrlich: Wenn das Überforderung ist (einen Beruf hast du ja gar nicht erwähnt), dann frage ich mich, wo wir eigentlich leben!
Den Tatort habe ich aufgenommen und werde ihn mir heute ansehen. Ich hoffe doch, dass den Drehbuchautoren etwas mehr eingefallen ist als Greta, um Überforderung einigermaßen glaubhaft darzustellen.Geändert von Inaktiver User (04.05.2009 um 19:11 Uhr)
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04.05.2009, 19:21
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
Danke, Zuza.!

Deshalb finde ich die Diskussion hier auch müßig. Wir können über den Tatort diskutieren (das wird aber an anderer Stelle schon getan) oder wir diskutieren über den Spagat, den viele Frauen perfekt hinbekommen wollen (nämlich zwischen Erzieherin, Lehrerin, Krankenschwester, Köchin, Chauffeurin, Motivatorin, Bäckerin, Geliebter, Gärtnerin und vielleicht nebenbei auch noch in Job und Hobby erfolgreich sein). Nur hat das dann wiederum gar nichts mit dem gestrigen Tatort zu tun.
TabeaBis auf Weiteres a.D.
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05.05.2009, 09:49
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
Da schließ ich mich Lotta an.
Ich habe den Tatort auch gesehen. Und warum soll ein Tatort nicht, wie so oft in letzter Zeit ein kritisches gesellschaftlich soziales Problem aufnehmen? Wenn er nicht reißerisch aufgemacht ist, ist m.E. immer eine Art Botschaft enthalten. Und die ist doch auch bitter nötig.
Wie schnell ist das Urteil da: Früher waren die Mütter besser, sie hatten noch Gefühl und Instinkt für ihre Kinder. War ja auch größtenteils so. Heute ist alles auf Perfektion ausgerichtet, da werden schon Bücher gewälzt und Diskussionen geführt, zu welchem Zeitpunkt die Großeltern zum ersten Mal ihr ENkelkind auf den Arm nehmen dürfen. Und so geht es weiter, es zählt nicht mehr der Instinkt,sondern die Lehrmeinungen XYZ.
Ich habe den Eindruck, dass Mutter-Sein bei vielen ein Produkt in der Lebensplanung ist, das mal eben so mit integriert werden muss. So genannte Erzieherinnen haben eine lange teure Ausbildung hinter sich, bevor sie ins Berufsleben einsteigen und die Kinder anderer Leute betreuen, beaufsichtigen und Erziehen. Ich stimme vollkommen zu, dass dies ein verantwortungsvoller Beruf ist, der auch viel Kraft und Einsatz erfordert. Nur - wenn Frau diesen Einsatz selber für ihre Kinder bringt - dann ist er nichts wert.
Und dann kommen diese Überforderungssituationen. Meist sind die Mütter von heute, die so bedauernswert aus dem Ruder laufen (das ist keine Ironie!!!) selbst schon in einer derartigen Situation aufgewachsen und versuchen jetzt, alles besser zu machen. Und so häufig misslingt dies gründlich.
Wird nicht auch gesagt, dass Menschen, die als Kind geschlagen wurden, auch wieder schlagen?
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05.05.2009, 11:24Inaktiver User
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
Ich denke immer noch, dass der gewählte Titel und die Verzahnung der Themen Kindestötung und überhöhte Ansprüche an Mütter eine journalistische Fehlleistung erster Güte ist. Was soll den Leserinnen denn hier suggeriert werden? Dass es da einen natürlichen Zusammenhang gibt?
Wie einige Userinnen bereits angemerkt haben, ging es in dem vorliegenden Tatort um eine psychisch kranke Frau, die ihr Kind umgebracht hat.
Diesen saloppen Zusammenhang zwischen überhöhten Ansprüchen an Mütter und Tötungsdelikten zu stellen ist doch wohl total daneben. Ich hatte mich schon über diese Ankündigung auf der Startseite geärgert und am liebsten ein Fassungslosthema daraus gemacht. Da setzt das Brigitteteam schon mit dieser Umfrage eins drauf.
Gewalt und Tötungsdelikte mit Überforderung zu erklären, dass schafft wohl so galant tatsächlich nur die Art von Feminismus, die hier mal jemand Opferfeminismus nannte. In diesem Fall trifft es das wohl ziemlich gut und es macht mich sprachlos, wie salonfähig das zu sein scheint.
Wäre dieses Bild und dieser Untertitel wirklich möglich gewesen, wenn ein nervlich zerrütteter Mann auf dem Bild zu sehen gewesen wäre, mit derselben suggestiven Frage:
"Überfordert, karrieresüchtig, außer Kontrolle: Der Tatort gestern zeigte den bedrückenden Fall eines Vaters, der sein Kind umbrachte. Ist unser Anspruch an Väter zu hoch?"
Liebes Bfriedsteam
Was denken Sie?
Freundliche Grüße
Ihre Pat09
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05.05.2009, 12:17
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
Liebe Userinnen, liebe User,
als wir den „Tatort“ gesehen haben, haben wir nicht den platten Schluss gezogen, dass überforderte Mütter leicht zu Mörderinnen ihrer Kinder werden. Uns kam vielmehr der Gedanke, dass das generelle Thema "Überforderung" in diesem Krimi angesprochen wurde: Frauen, überfordert von der Vorstellung einer intakten Familie, überfordert von der eigenen Messlatte ans Leben, überfordert von den Erwartungen anderer, überfordert, weil sie nicht stabil oder gar krank sind, den Alltagsstress zu bewältigen.
Freundliche Grüße
Ihre BRIGITTE.de-RedaktionDas BRIGITTE Community-Team ist Ihr Ansprechpartner bei Fragen, Wünschen oder Problemen rund um die Community. Schreiben Sie uns gerne eine PN oder eine E-Mail.
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05.05.2009, 15:42
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05.05.2009, 19:01
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
Ups, da hab ich wohl Tatort und Derrick verwechselt.
Na ja, ist auch schon eine Weile her.
Tatort hat schon immer gesellschaftliche Themen aufgegriffen? Moeglich ist alles, aber wenn es so war, ist es mir in meiner Jugend und Unschuld nicht sonderlich aufgefallen. Oder es kann daran liegen, dass man allgmein noch nicht so von den Medien ueber angebliche gesellschaftliche Probleme berieselt wurde, und diese, wenn sie dann doch mal angesprchen wurden, nicht als solche erkannt hat.
Aaaber, wenn es hier nur um eine spezielle (und auch noch fikitve!) Mutter geht, warum werden "ueberforderte Muetter" dann zum allgemeinen Thema gemacht aufgrund dieses Filmes?
Ueberforderung ist so ein Schlagwort... warum wird es immer als "Erklaerung" fuer Gewalt gebracht? Zumindest, wenn es um gewalttaetige Muetter geht. Die sind dann nicht schlicht und einfach durch und durch schlechte Menschen, nein doch, sie sind UEBERFORDERT! Man nenne mir EINE einzige andere Art von Gewalttaeter, wo "Ueberforderung" irgendeiner Art als Urschache gebracht wird. Ueberforderung impliziert Harmlosgikeit, Opfertum. Damit Muetter stets schoen unbedrohliche Figuren bleiben. Auch wenn sie Moerder sind. Es faellt auf, dass hier eine andere Ursache als "Ueberforderung" gar nicht erst erwaehnt/zugelassen wird.
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06.05.2009, 12:17
AW: Tatort: Wenn Mütter überfordert sind
überforderung (speziell zum "Tatort") ja.
Was meine Sinne erfasst haben ist: "Harmoniesucht-Ehrgeiz der Mutter, dass ihre Tochter (die Hauptdarstellerin) genau so handeln soll wie sie es sich wünscht und sie es für richtig hält ohne auf Bedürfnisse ihrer Tochter einzugehen, und dies wahrscheinlich von Kindheit an- das ausblenden der Realität, wie so oft bei Leben, die nicht gelebt werden dürfen - der dazupassende Ehemann, nicht schwach, jedoch hilflos- sich keine Hilfe zu holen und letztendlich (für Laien schwer verständlich) die Tatsache der "Kollusion", eine Paarbeziehung, in der der eine versucht seine Bedürfnisbefriedigung vom Partner zu erhalten, statt selbst für sich zu sorgen. Diese Beziehungen lassen sich ohne professionelle Hilfe nicht korrigieren und haben meist einen unschönen Ausgang. Wobei die Beteiligten oft nicht reflektieren können, warum es nicht funktioniert.
Kinder aus solchen Beziehungen tragen eine schwere Last, da ihre eigene Wahrnehmung zwar der Realität entspricht, in der Wiederspiegelung durch die Eltern (was jedes Kind braucht) eine falsche Wahrnehmung bestätigt bekommen. Wie geht das Leben der Kinder dann in richtigen Bahnen weiter? Eventuell so wie im Tatort gezeigt: ein Leben in der Phantasie, ständigen Bedrohungen durch die Mitmenschen ausgesetzt.
" Eine verirrte Seele."florales
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Heute ist das Morgen über das ich mir gestern Sorgen gemacht habe




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