Lieber Brigs,
ich empfehle Dir, einen Großteil dieses Stranges einmal durchzulesen, denn Deine Behauptungen stimmen einfach nicht.
Die Türkei ist ein laizistischer Staat, es gibt demokratische Wahlen - und es geht in dem Land zum Teil demokratischer zu als in manchen Mitgliedsländern der EU.
Mach Dich schlau.
Mit Stammtischparolen ist dem Thema nicht gedient.
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Thema: Türkei in die EU?
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28.08.2009, 14:36
AW: Türkei in die EU?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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30.08.2009, 12:05Inaktiver User
AW: Türkei in die EU?
Zwar hat der Islamfundi Erdogan unter dem Druck der EU-Beitrittsverhandlungen tatsächlich etliche Reformen eingeleitet. Aber was geschieht, wenn der Druck wegfällt?
Denn die weltliche Republik Türkei, in der radikale Mullahs nichts zu bestimmen haben, ist keine Erfindung der türkischen Gesellschaft sondern auf das Diktat des türkischen Militärs zurückzuführen - das wiederholt eingreifen musste, um die Machtergreifung durch Islamisten zu verhindern.
Gleichzeitig erwartet die EU zu Recht, dass das Militär politisch entmachtet wird - und hofft, die Demokratie werde schon eine starke Basis in der Bevölkerung haben oder durch das gute Beispiel anderer europäischer Nationen erreichen.
Aber was ist, wenn es anders kommt und in der Türkei dann die Islamisten an die Macht gewählt werden – morgen, übermorgen oder in 15 Jahren?
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30.08.2009, 12:35
AW: Türkei in die EU?
Hmm, dieser Zusammenhalt ist aber für viele Frauen ein Alptraum, denn man hält nicht zu ihnen, wenn ihnen Gewalt angetan wird.
Gewalt gegen Frauen ist ein ganz gewaltiges Problem in der Türkei. Die entsprechenden neuen Gesetze helfen nicht, wenn in bestimmten Gegenden, vor allem im Südosten, die Familien den prügelnden Ehemann schützen und die Ehefrau gar nicht fliehen kann, weil sie keine Ausbildung hat und es viel zu wenig Frauenhäuser gibt. Einige von den Frauenhäuser sind auch keine große Hilfe, da sie nur Frauen aus der Umgebung aufnehmen oder von den Frauen, die geflohen sind, und in ihrer Verzweiflung dort anklopfen, erst einmal den Ausweis verlangen."Nach Deutschland zurück kriegen die mich nich. Nur inner Kiste."
Bäcker in Kanada
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30.08.2009, 13:04
AW: Türkei in die EU?
Wer hier für den Beitritt der Türkei in die EU ist, möge mir bitte beantworten:
1.Wer soll das bezahlen? Haben wir nicht genug mit Rumänien, Bulgarien etc, zu tun?
Kann die Türkei nicht alleine ihre Reformen schaffen?
Die Diskrepanz zwischen Westtürkei und dem Osten ist wahnsinnig hoch, auf kultureller Ebene, Empanzipation, hier Industrie- dort Landwirtschaft.
2. Sollte die Türkei diese Kluft nicht erst selber überbrücken?
3. Nützt es der Bevölkerung, die von der Landwirtschaft lebt? Geht es z.B. den Bauern in Polen jetzt besser?
4. Was ist mit den ganzen Menschenrechtsverletzungen/freie Meinungsäußerung? Siehe den Länderbericht von AI. Es ist leider noch schlimmer geworden.
5. Sind die Türken bereit? Wollen sie das wirklich? Wissen sie, was auf sie zukommt?
Laut einer Umfrage 2008 wollten nur noch 30% der Türken in die EU. 81% meinten, dass die EU zum obersten Ziel hat das Christentum zu verbreiten.33% meinen, dass eine Frau manchmal Prügel braucht. 22% würden Ehebrecherinnen steinigen.
Wir Deutschen stellen uns der Vergangenheit und den Greueltaten, die unser Land begangen hat. Der Völkermord an den Armeniern ist jedoch ein Tabu.
6. Entspricht das dem europäischen Geist der Vergangenheitsbewältigung?
Das türkische Militär ist viel zu nationalistisch und wird viel zu wenig von ziviler Seite kontrolliert. Kritik ist nicht erlaubt und Wehrdienstverweigerung gibt es nicht.
7. Ist das nicht eine tickende Zeitbombe?"Nach Deutschland zurück kriegen die mich nich. Nur inner Kiste."
Bäcker in Kanada
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31.08.2009, 10:33
AW: Türkei in die EU?
@Flügelhörnchen
Dass Europa heftig an der Türkei als Bündnis-, Wirtschafts- und politischen Partner interessiert ist, bestätigt selbst eine konsequente Gegenerin des Beitritts, die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie preist konsequent das priviligierte Partnerschaftsmodell an. Denn ein Abwenden der Türkei von Europa wird uns allen nur schaden.
Wem man die priviligierte Partnerschaft anbietet, ist im Grunde auch als Vollmitglied geeignet. Es sind, ich habe es Seiten früher schon einmal ausgeführt, etwa 15 Verhandlungskörbe mit der Türkei vorgesehen, 6 davon sind erst verhandelt. Nur wer verhandelt, bewirkt auch Veränderungen im Inneren. Daran kann uns nur gelegen sein.
Ich habe auch schon Seiten früher aufgeführt, welche Punkte mir wichtig wären sie zu klären, dazu gehören u.a. die Religionsfreiheit, volle Emanzipation der Frauen, Fortentwicklung der demokratischen Verhältnisse.
Du hast in soweit Recht, dass im Moment die Mehrheit der Türken gegen einen Beitritt sind, weil sie auch enttäuscht sind, dass Europa ihnen kaum Hoffnung gibt, dass sie eines Tages Vollmitglied werden können. Seit 40 Jahren verspricht die EU dem Land, dass es beitreten kann. Die Mehrheit der Türken empfinden das zu Recht als Verarsche.Geändert von Opelius (31.08.2009 um 11:35 Uhr)
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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31.08.2009, 21:37
AW: Türkei in die EU?
das hier ist doch mal wieder ein weiterer Schritt
Ich bin verantwortlich für das was ich sage
nicht für das was Du verstehst
mein Avatar zeigt den Ararat von der armenischen Seite im Sommer
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01.09.2009, 10:01
AW: Türkei in die EU?
Ich bin grundsätzlich FÜR einen Beitritt, halte selbigen aber momentan für ausgeschlossen. Wie alle anderen Beitritte (z.B. von Kroatien oder Island) auch. Die EU muss sich erst einmal neu aufstellen und reformieren, ist viel zu rasch gewachsen.
Die Türkei wurde viele Jahre lang hingehalten und gedemütigt, das war ein unwürdiges Schauspiel seitens der EU, die der Türkei schon in den 60er Jahren den Beitritt in Aussicht stellte. Und dann sieht man sogar Länder wie Bulgarien und Rumänien an der Türkei vorbei- und in die EU einziehen.
Was die Finanzierbarkeit betrifft: Deutschland und die EU insgesamt würde das Ganze keinen Euro kosten. Seit Nizza wurde das EU-Budget gedeckelt. Umgekehrt bedeutet das natürlich, dass die heutigen Nettoempfänger gegen neue Mitglieder sind, weil das von deren Kuchen abginge. Auch an diesem Punkt ist die Perspektive eines EU-Beitritts unrealistisch.
Die Türkei hat in den letzten Jahren viele Anstrengungen unternommen, um sich EU-fähig zu machen. Aber selbst in der Türkei glaubt kaum noch jemand an einen Beitritt und man wendet sich eher Zentralasien zu. Ich finde das bedauerlich. Dieses großartige Land wäre eine Bereicherung für die EU. Insbesondere für Deutschland wäre ein Beitritt nützlich, da uns die Türken schon immer gewogen waren - im Gegensatz z.B. zu Neumitgliedern wie Polen.
Die Signale in die muslimische Welt wären noch dazu sehr positiv.
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02.09.2009, 14:53Inaktiver User
AW: Türkei in die EU?
Die Türkei ist sicher die die nächsten 15 Jahre noch nicht beitrittstauglich. Vor allem müssten aber erst mal die Lissaboner Verträge in die Tat um gesetzt werden und die bestehende EU auf ein stabiles Fundament gestellt werden, bevor man auch nur daran denkt, mit weiteren Kandidaten auch nur zu verhandeln.
Aber da würde ein schönes Wahlkampfthema verloren gehen
Aber während man sich einig ist, dass man eigentlich im Moment keinen weiteren Kandidaten mehr aufnehmen sollte, ebnet man einfach mal Island und Kroatien den Weg. Und dabei ist es vollkommen egal, dass Kroatien noch Grenzstreitigkeiten mit Slowenien und Bosnien hat. Aber dieser Umstand hat bei Slowenien auch nicht gestört.
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02.09.2009, 15:36
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03.09.2009, 15:17


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