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  1. Inaktiver User

    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Zitat Zitat von Didi50 Beitrag anzeigen
    Welche Experten? Die Tochter von Stauffenberg war positiv überrascht über die Nähe an der Realität und über den Film überhaupt.
    Die Tochter von Stauffenberg hat vor allem an ihrer Mutter gehangen, und sich bislang darüber geärgert, wie die in der Filmwelt etc. bislang so wegkam. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Ach so, und die Familie selbst ist sich ja über den Film uneins.
    Ehrenpreis
    Geändert von Inaktiver User (23.01.2009 um 16:35 Uhr)

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    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Zitat Zitat von Anitra Beitrag anzeigen
    Und warum gesteht man einem Film nicht zu, dass er vorrangig auf filmische Kriterien setzt?
    Das könnte man eventuell so machen.

    Nicht angebracht ist es jedoch, ausgerechnet Guido Knopp als Gewährsmann für die Authentizität des Films anzuführen.

    Nähere Erklärungen dazu wurden inzwischen schon von Ehrenpreis gegeben.

    Zitat Zitat von Anitra Beitrag anzeigen
    Film ist Kunst und Kunst darf alles.
    Dazu von mir ein ganz klares NEIN!

    Allerdings handelt es sich dabei um ein anderes Thema.
    Todo les sale bien a las personas de carácter dulce y alegre

    Voltaire

  3. Inaktiver User

    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    ich werde mir den film bestimmt nicht angucken.

    es gibt einfach dinge, da möchte ich die geschichtlichen fakten und nicht einen märchenerzähler, der mir geschichtsunterricht aus seiner sicht erzählen will.

    bei märchen gerne. aber mit geschichtlichen dingen und gerade solche sensiblen themen- danke, nein danke.

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    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    . Ach so, und die Familie selbst ist sich ja über den Film uneins.
    Ehrenpreis
    stimmt. Ein Teil der Familie unterstützt den Film sehr stark. Der Enkel Philipp von Schulthess spielt sogar eine kleine Rolle.
    Ansonsten wird hier gerade einiges vermischt.
    Es gibt unterschiedliche Expertenmeinungen zum Film, Guido Knopp ist eine davon und auch für mich nicht unbedingt die verläßlichste Quelle. Peter Hoffmann habe ich bereits genannt.
    Ich bin durchaus der Meinung, dass ein Film, der historische Begebenheiten nacherzählt, sich an die Fakten halten soll. Dass ein Spielfilm von 2 Stunden Länge niemals die ganze Geschichte, alle Hintergründe erzählen kann, ist völlig klar. Für mich ist entscheidend, ob die Verdichtungen, Auslassungen so gewählt sind, dass die Historie nicht verfälscht wird. Und das ist, so weit ich es beurteilen kann, hier der Fall. Es ist aber völlig richtig, was Ehrenpreis schreibt: Vorgeschichte findet in dem Film nicht statt. Er konzentriert sich auf Planung und Ausführung des Attentats.

    Wenn es allein um die Vermittlung von historischen Tatsachen geht, ist ein Spielfilm sicher nicht das geeignete Mittel. Auch "Dokumentationen" wie die von Knopp sind heutzutage so aufbereitet, dass sie einer Spannungsdramaturgie folgen. Finde ich persönlich noch zweifelhafter als fiktionale Filme, weil die gar nicht erst vorgeben vollkommen korrekt zu sein.
    Im Idealfall führt ein Spielfilm dazu, sich weitergehend und genauer mit der Thematik zu beschäftigen - als einzige Quelle für den Geschichtsunterricht reicht er natürlich nicht.

    Die Diskussion ist aber uralt, wenn man zB an die "Holocaust"-Serie denkt.
    asa nisi masa

  5. Inaktiver User

    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Ich habe gestern ein Interview mit Tom Cruise gesehen, in dem er gestanden hat, er habe sich vor der Uniform gegruselt.

    Das Interview gibt es in verschiedenen Längen. Nur klar ist eines immer: der gute Mann hat vor dem Film nicht Wehrmacht und SS auseinandergehalten.

    Ich bin in einem Alter, in dem das Attentat noch sehr nahe an der eigenen Geschichte steht.
    Mein Vater war ein hochdekorierter und wegen wehrkraftzersetzender Äusserungen sehr degradierter Wehrmachtsangehöriger. Meine Mutter war Sekretärin bei der Spionageabwehr bei den Armeeangehörigen. Meine Eltern haben beide mit uns Kindern über ihre Erfahrungen und Wissen und Versagen gesprochen. Meine Grosseltern väterlicherseits haben 3 Jahre eine vierköpfige Familie in ihrem Gartenhäuschen fern ab am Starnberger See versteckt.
    Schon damals war ich entsetzt, wie wenig meine Klassenkameraden über Krieg und das Elend daraus wussten.

    Und deshalb bin ich froh, wenn Filme zum Thema so aufbereitet sind, dass das Wissen etwas verbreitet wird.

    Es ist Fakt, dass nach 4 Wochen höchstens 4 % an sachlicher Information dem Menschen bewusst sind, so dass er auf sie zurückgreifen kann. Deshalb gibt es gar nicht genug Filme zu den unterschiedlichen Themen, die unsere Geschichte sind.

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    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Liebe Anitra: Guido Knopp hat sich seine Quellen für seine Dokus sehr stark nach seinen Kriterien zusammengesucht, die eben nur Ausschnitte der historischen Wahrheit zeigen (, wenn es die überhaupt gibt.) Zu Knoppschen Produkten gibt es ganze Abhandlungen kritischer Wissenschaftler aus allen möglichen Fachrichtungen. Übrigens hat er an dem Film *glaubich* schon in einer großen deutschen Tageszeitung herumgequengelt, welche aber auch nicht maßgeblich sein sollte. Bisher wurden m.W. z.B. als Manko genannt, dass viel Vorgeschichte weggelassen wurde. Wäre ein leichtzumachender Fehler. Nun ja, und dann gibt es da meist einen einsamen Helden... Ohne den Kreisauer Kreis ist dort sicherlich vieles nicht verständlich. Egal, keine Ahnung, ich will mir das ja nicht anschauen.
    Knopp ist in Wissenschaftlerkreisen nur bedingt anerkannt, aber, wie ich Leemerick schon schrieb, freuen die sich natürlich darüber, wenn im Publikum überhaupt ein Interesse an historischer Vergangenheit geweckt wird. Vielleicht gibt es ja dann mehr Geld für die Forschung. Zum Dritten Reich aber eigentlich immer.
    Es geht und ging mir überhaupt nicht um Guido Knopp. Ich weiß, dass er in Kreisen der Historiker umstritten ist. Ich habe ja nicht einnmal diesen Namen (Knopp) erwähnt, sondern nur ein Zitat von dir, Ehrenpreis, als Anlass genommen das Medium Film als solches und insbesondere auch in der Freiheit seiner Darstellungsweise zu verteidigen.

    Zitat Zitat von Lilith
    Nicht angebracht ist es jedoch, ausgerechnet Guido Knopp als Gewährsmann für die Authentizität des Films anzuführen.
    Lilith, lies mein posting, ich habe Guido Knopp NICHT angeführt, der Rest steht bereits in meiner obigen Aussage.

    Meinetwegen können gerne Filme gemacht werden - auch zum Thema Stauffenberg. Das Inhalte gekürzt und verzerrt werden, liegt am Storytelling und Medium Film schlechthin. Dieses Nebeneinander von Filmwelt und historischer Realität ist für mich aus persönlichen Gründen, die ich hier nicht näher benennen will, schwer erträglich. Deshalb schaue ich mir diesen Film nicht an.
    Ehrenpreis

    Es muss und wird jeder für sich entscheiden, ob er diesen Film sehen will oder nicht. Und gerade weil ja niemand gezwungen wird sich "Operation Walküre" anzuschauen, verstehe ich die allgemeine Ablehnung derer, die ihn ohnehin keinesfalls sehen wollen nicht. Was man für sich ablehnt, schaut man nicht an. Ob der Film als Film (vollkommen unabhängig von der Geschichte) gut oder weniger gut oder schlecht ist hat aber mit all den historischen Details nur bedingt etwas zu tun.

    Anitra
    Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.

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    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich werde mir den film bestimmt nicht angucken.

    es gibt einfach dinge, da möchte ich die geschichtlichen fakten und nicht einen märchenerzähler, der mir geschichtsunterricht aus seiner sicht erzählen will.

    bei märchen gerne. aber mit geschichtlichen dingen und gerade solche sensiblen themen- danke, nein danke.
    Legst du den gleichen Maßstab an, wenn du einen Film siehst, der zur Zeit der Römer spielt, oder im viktorianischen England?

    Oder gehen wir in eine etwas jüngere Vergangenheit. Es gibt diverse Filme über den Vietnam Krieg, einige davon gehören in die Riege der Spitzenfilme. Glaubst du, dass im besagten Krieg alles genau so passiert ist, wie es uns diese Filme vermitteln?

    Lehnst du solche Filme ab weil sie möglicherweise nicht zu hundert Prozent authentisch sind?

    Hinterfrägst du bei Western, die immer wieder einmal das Thema des amerikanischen Bürgerkrieges "verarbeiten" die geschichtliche Darstellung dieses Krieges?

    Wann ist Geschichte sensibel? Wenn man sie selbst erlebt hat! Auch die ältesten unter uns (hier in diesem Forum) waren allenfalls Kinder zur fraglichen Zeit, die Mehrheit war noch nicht einmal geboren.

    Natürlich mögen einige durch die Geschichte ihrer Eltern persönlich betroffen sein und in einem solchen Fall wird man andere Bewertungskriterien haben. Für eine große Mehrheit wird die persönliche Betroffenheit aber keine Rolle spielen.

    Anitra
    Mein Avatar zeigt Charlotte Gainsbourg.

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    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Zitat Zitat von Didi50 Beitrag anzeigen
    Selbst Guido Knopp hat nur ganz wenig Kritik geäußert.

    Guido Knopp

  9. Inaktiver User

    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    WOW was für eine aufregung. im filme-fred haben wir nur über cruise und scientology diskutiert und nicht über geschichts-unterrichts-ersatz.

    es erstaunt mich sehr, dass wir immer noch so über solche filme diskutieren. und dass wir immer einen absolutheitsanspruch an unsere geschichte haben: es muss immer alles detailgerecht und authentisch sein.

    ich habe den film gesehen. und ich habe mich gefreut einen guten, spannenden geschichts-thriller zu sehen. meine erwartungshaltung war sehr niedrig, da man ja die hollywood-blockbuster der letzten zeit kennt. und ich bin tatsächlich positiv überrascht worden. tom cruise hat die rolle hervorragend gespielt, alle schauspieler waren gut und es ist gut gemacht.

    natürlich kann so ein film nicht den geschichts-unterricht ersetzen. den anspruch hat er aber auch nicht.

    es kam zu kurz, dass staufenberg hitler-fan war. und es kam auch zu kurz, dass die herren ein elitärer zirkel von adeligen waren, die keine demokratie im sinn hatten und schon gar nicht die juden retten wollten. es gab einen kleinen hinweis. einer der protagonisten sagte: es muss aussehen als ob das volk es gewollt hätte.

    also alles in allem habe ich keine scientology-botschaften gesehen und fühlte mich sehr gut unterhalten. vor allem auch, weil ich endlich mal nicht als böse deutsche aus dem kino gegangen bin (habe den film in canada gesehen).

  10. Inaktiver User

    AW: Werden Sie sich den Stauffenberg-Film anschauen?

    Anitra: Ich weiß, dass Du Dich nicht auf Knopp berufen hast, ich wollte aber Knopp richtig einsortiert wissen.
    Es gibt übrigens durchaus umfassende Kritik zum Film. Das wird aber wohl immer der Fall sein, wenn ein historisches Thema bearbeitet wird.
    Aber ist ja letztlich auch egal: Das Medium Film unterliegt eigenen Kriterien, wie ich und andere das ja nun mehrfach so oder anders geäußert haben. Wichtig ist ja nur, dass man nicht aus dem Kino geht und denkt: Genauso war es!
    Ehrenpreis

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