Hallo!
Ich stecke zur Zeit in einer echten Lebenskrise.
Mein Mann ist vor ca.1 Jahr langsam krank geworden. Es fing mit geschwollenen Füßen und Augenlieder an. Ziemlich schnell wurde klar, das es an den Nieren lag. Nachdem man ihn mit haufenweise Medikamenten vollgestopft hat, kam es dann eines Tages so schlimm, das er wieder in Krankenhaus mußte. ein paar Tage später erfuhr ich, das er nun ein Dialysepatient ist. Zu dem zeitpunkt konnte noch keiner sagen,das es entgültig um die Nieren geschehen ist. Aber ein paar wochen darauf stand fest, ihm kann nur noch eine neue Niere von der Dialyse befreien.
Das war ein großer Schock für mich, da ich ja noch gehofft hatte es sei eines Tages wieder okay.
Gut, nach der Krise die darauf folgte, kam ich eines Tages wieder auf die Beine. Ich habe, so gut man es zu diesem Zeitpunkt sagen konnte, versucht damit zu leben.
Nun hatten wir ein Gespräch mit der Ärztin, das mein Mann wieder ins KH muß, um die Krankheit zu bestimmen, die für das Nierenleiden verantwortlich ist. Es wird nun eine Lymphknotenpunktion gemacht. Die Ärztin sagte uns auch einen fachausdruck für diese Krankheit, den ich mir aber nicht merken konnte. Nun habe ich gestern den Umschlag geöffnet, der fürs KH ist, und mir die Unterlagen durchgelesen. Da fand ich auch wieder den Namen der Krankheit. Ich habe ein wenig bei googel gesucht, und bin sehr schnell fündig geworden. Es ist eine Krebserkrankung!!!
Und nun bin ich entgültig am Boden. Wie geht man damit um?
Wo nimmt man den Sinn für die Zukunft?
Wir haben drei kleine Kinder. Unsere jüngste war zu Beginn der Krankheit ein wenig über 1 monat alt.
Wie gehe ich mit ihm um?
Ich habe tausend doofe fragen im Kopf, aber keine vernüftige Antwort.
Dazu kommt noch,das wir fast immer nur noch streiten und uns mit Worten arg verletzen, dabei will ich das eigentlich nicht.
Wir hatten doch noch soviele Pläne zusammen!!!!
Wer hat auch einen kranken Partner, und kann einen gedankenanstöße geben damit um zugehen?
Über antworten wäre ich euch sehr dankbar.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 20
Thema: Mein Mann ist schwer krank
-
22.01.2008, 21:20
Mein Mann ist schwer krank
Geändert von Nasaya (22.01.2008 um 22:22 Uhr)
-
22.01.2008, 21:56
AW: Mein Mann ist schwer krank
Liebe Nasaya,
da hast Du ja viel zu tragen bekommen vom Leben! Ich kann mir vorstellen, dass Dich das erst mal komplett aus der Bahn wirft.
Zuerst einmal:
möchte ich Dich virtuell drücken.
Hast Du Hilfe in Deinem Alltag? Versuch Dir alle Hilfe zu organisieren, die Du bekommen kannst:
Freunde, die Dir zuhören und Dir auch mal die Kinder abnehmen können;
Krankenhausseelsorger (da hat mir mal eine sehr geholfen), schau mal, ob es die in dem KH gibt, in dem Dein Mann liegt.
Hast Du Eltern/Schwiegereltern, die Dir zur Hand gehen können?
Du brauchst Deine Kraft für Deinen Mann und für Dich, auch für die Kinder, klar.
Du wirst kinderfreie Zeit brauchen für Besuche im KH und auch für dich, um bei Kräften zu bleiben. Deshalb lass Dir bei den Kindern von den Großeltern und/oder Deinen Freunden helfen.
Vermutlich kannst Du es noch gar nicht fassen und bist voller Angst, was jetzt auf Dich zukommt.
Geh davon aus, dass Dein Mann auch Angst hat. Darüber - über die Angst und auch über die Krankheit - zu reden, ist schwer. Streit ist da ein gutes (sicher nicht bewusst eingesetztes) Ablenkungsmanöver.
Dein Mann ist völlig unter Streß - Du natürlich auch. Auch das ist mit ein Grund für die Streits.
Nasaya, ich möchte Dir Mut machen, auch das bei der Krankenhausseelsorge anzusprechen. Die kennen diese Situationen. Mach Dir nicht auch deshalb noch selber Druck jetzt, Du brauchst kein schlechtes Gewissen, Du brauchst Deine ganze Kraft für anderes. Du bist nicht böse oder schlecht, Ihr Beide seid von dieser Situation überfordert, denke ich mal.
Mein einziger Tipp für die nächsten Tage wäre: versuch erst einmal, möglichst wenig zu reden, wenn Du Deinen Mann besuchst. Auch ohne Worte kann man sehr viel sagen, durch streicheln, Hand-halten.
Lass zumindest alle Themen, die nach Eurer Erfahrung Streit auslöend sind, weg. Gib Dir und ihm Zeit, da anzukommen, wo das Leben Euch hinbeordert hat. Erst einmal Atem holen.
Irgendwann werdet Ihr reden über Eure Angst, und ich vermute, dass ab da der Streit nicht mehr nötig ist.
Ich schick Dir ganz viel liebe Gedanken rüber!
Schreib hier, wenn Du magst, es ist fast immer jemand da.
Und noch was: Krebs muss nicht heißen, dass er stirbt. Es kann sein, ja; aber die Wahrscheinlichkeit, dass er überlebt, ist mindestens genauso groß. Es gibt genug Besipiele dafür. Wann sprichst Du mit seinen Ärzten? Nimm dir jemanden mit, der einen kühlen Kopf bewahrt und schreib vorher alles auf, was Du wissen willst.
Gut, dass Du hier Unterstüztung gesucht hast, bitte nimm Dir auch soveil Hilfe, wie Du kriegen kannst, in Deinem Umfeld.
Alles Gute für Dich und Deinen Mann
wünscht Dir Tabea57Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
-
22.01.2008, 22:10
AW: Mein Mann ist schwer krank
Danke Tabea, für Deine Worte.
In meinem Umfeld will ich niemand mit meinen Sorgen nerven, die kennen mich eh alle als die Starke, die es schon schafft. Das setzt man bei schon voraus.
Und Eltern oder Schwiegereltern habe ich auch nicht in der Nähe. Eigentlich bin ich im Großen und ganzen auf mich alleine gestellt. Das macht es auch so hart und unerträglich.
Zur Zeit kann ich meinen Mann nicht besuchen, da sein KH zu weit weg ist. Das bedeutet für mich hier sitzen und warten. Ist wirklich schrecklich,nicht zu wissen was zur Zeit Fakt ist.
-
22.01.2008, 22:35Inaktiver User
AW: Mein Mann ist schwer krank
mir hat es in einer ähnlichen Situation (mein Vater war schwer erkrankt) geholfen, möglichst viel über die Krankheit und deren Verlauf herauszufinden.
Internet ist schon ganz gut, ein Gespräch/Telefonat mit seinen Ärzten (falls dein Mann zustimmt) wohl nohc besser, weil sie seinen Zustand am ehesten abschätzen können.
Wenn du erstmal weißt, was konkret IST und was schlimmstenfalls sein KÖNNTE, kannst du vielleicht auch leichter sortieren, was du in nächster Zeit planen udn auf die Reihe kriegen musst.
Alles Gute für euch!
-
22.01.2008, 22:39
AW: Mein Mann ist schwer krank
Zitat von Nasaya
Ach Nasaya,
das ist doch kein nerven, und auf Dauer die Starke sein - das geht nach hinten los.
Und ein Beispiel aus meinem Freundeskreis: Ich habe eine Freundin, die auch nicht nerven will. Nie. Sie macht alle Dinge mit sich selbst aus. Und ich? Ich fühl mich ausgesperrt und als ob ich es nicht wert bin, ihr auch mal zu helfen.
Und wenn ich mal was habe und es mir schlecht geht, gehe ich lieber zu anderen, dabei würde ich eigentlich schon gern auch zu dieser Freundin gehen. Aber das mag ich inzwischen nicht mehr.
Lass Dir helfen, Nasaya! Wo sind Deine Freundinnen, wohnen die in Deiner Nähe?
Und können die Großeltern evtl. anders helfen, z.B. mal die Kinder auf Besuch nehmen oder Dich besuchen, um zu helfen/einzuspringen?
Die Gefahr beim alles-mit-sich-alleine-ausmachen ist, dass man sich leicht überfordert.
Pass auf Dich auf!
LG,
Tabea57Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
-
22.01.2008, 23:07
AW: Mein Mann ist schwer krank
Zitat von Tabea57
Ja, Tabea, ich denke schon das Du Recht hast mit dem was Du mir sagst. Nur ist es halt nicht leicht, den Leuten (Freunden) auf einmal zu signalisieren: hallo, ich schaff es nicht so gut wie ihr denkt, und es geht mir alles andere als gut.
Ich könnt mir vorstellen, das die meisten damit nicht so einfach klar kommen.
Ich bin aber schon mal sehr froh und dankbar das es hier nette Menschen gibt, die auch auf das Schicksal von Anderen eingehen.
Ich konnte bisher halt am besten immer mir die Sorgen und Nöte von anderen anhören (und mache es auch gerne, weil ich meine Freunde sehr mag). Aber nun die Rolle der hilfebedürftigen zu sein, ist nicht so leicht für mich.
Ich danke Dir aber sehr für Deine Antworten.
-
23.01.2008, 12:39
AW: Mein Mann ist schwer krank
Du hast es hier geschafft, das ist ein erster Schritt.
Zitat von Nasaya
Fang mit einer Freundin an und erzähle ihr, wie es Dir geht.
Das glaube ich Dir gerne! Aber gerade, weil Du Deine Freunde magst - gib ihnen die Chance und die Möglichkeit zu helfen.
Zitat von Nasaya
Alles Gute für Dich, bis später,
Tabea57Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
-
23.01.2008, 12:45
AW: Mein Mann ist schwer krank
Versuche das nicht allein zu tragen. Lass dir helfen. Sprich darüber.
Das musst du jetzt unbedingt lernen.
Akzeptiere es wie es ist. Hadere nicht damit.
Ein Kollege von mir hatte das auch - die Niere wurde entfernt - und lebt ganz gut damit.
Also keine Sorge - das Leben geht weiter.
Am Wichtigsten jetzt: Bringt wieder einen liebevollen Ton
in Eure Beziehung, damit diese nicht leidet.
Streiten kostet nur Kraft. Lass dich nie drauf ein.
Du musst stark bleiben - für deine Kinder.
Und dein Mann braucht seine Kraft zum Gesundwerden.Geändert von dieterS (23.01.2008 um 12:49 Uhr)
-
23.01.2008, 13:45
AW: Mein Mann ist schwer krank
Das klingt sehr logisch und richtig. Und ich würde mich schon als ein sehr logischen Menschen bezeichnen. Ich habe es auch versucht mir zu sagen, Du kannst nichts dran ändern, drum nimm es hin. Nur leider ist es nicht so wirklich leicht, auch so zu handeln. Wie soll man es schaffen, wenn man damit rechnen muß, das der Mensch, den man so sehr liebt und der einem so wichtig ist, in absehbarer Zeit nicht mehr da ist???Akzeptiere es wie es ist. Hadere nicht damit.
Der Gedanke ist so schmerzhaft.
Ich will hier nicht rum jammern, aber es ist das schlimmste was ich bisher durch machen mußte. Und ich habe schon viele schlimme Sachen durch machen müssen.
Aber diese Sache ist so viel schlimmer für mich.
Ich will ihn nicht verlieren!
Ich will auch nicht zurück bleiben müssen, mit dem Schmerz und der Trauer und das Leben was wir uns zusammen aufgebaut haben, alleine zuende führen müssen.
Das ist das nächste Problem. Ich denke es ist wirklich eine schlechte Art um mit seinen Ängsten umzugehen. Aber leider passiert es mir immer wieder, sobald eine schlechte Nachricht in puncto Krankheit kommt, das sich bei mir ein Schalter umlegt, und ich mit streit reagiere. Was ich aber eigentlich nicht möchte.Am Wichtigsten jetzt: Bringt wieder einen liebevollen Ton
in Eure Beziehung, damit diese nicht leidet.
Es ist inzwischen schon wie ein Kreislauf bei uns, aus dem man nicht ausbrechen kann.
Das stimmt, es kostet schon fast zuviel Kraft. Manchmal bin ich nach unserer Streitattacke völlig ausgepowert. Nur wie kommt man da raus. Wir haben uns auch schon so viele sehr verletzende Worte gesagt, was in wirklichkeit keiner von uns so gemeint hat.Streiten kostet nur Kraft. Lass dich nie drauf ein.
Manchmal habe ich das Gefühl, wir werden nie wieder normal miteinander umgehen können.Geändert von Nasaya (23.01.2008 um 13:50 Uhr)
-
23.01.2008, 15:25
AW: Mein Mann ist schwer krank
Nasaya,
nur schnell (bin im Büro),was das Streiten bzw. die Kommunikation angeht: Gerade dafür wäre eine professionelle Unterstützung für Dich superhilfreich! Ruf im KH Deines Mannes an und frage nach der Krankenhausseelsorge. Lass Dir dort einen Termin geben, das ist vermutlich das Schnellste. Du und Dein Mann, ihr braucht Hilfen bei der Bewältigung Eurer Ängste und ich denke, da findest Du sie.
Hat noch jemand andere Ideen?
LG,
Tabea57Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009


Zitieren