hallo an alle,
ich habe das schon in einem anderen thread angesprochen...ich leide unter geräuschüberempfindlichkeit, kennt das jemand?
es ist ja natürlich, dass man sich durch lärm, z.b. auto- und zuglärm, nachbargeräusche, etc. gestört fühlt. jedoch lösen bei mir geräusche, wenn ich sie in meiner eigenen wohnung höre, oft panikgefühle aus. ich empfinde die geräusche als bedrohlich und eingriff in meine privatsphäre. ich versuche mich, an sie zu gewöhnen. oft schlägt es fehl, und ich fixiere mich eher noch mehr auf sie. kann dann nicht schlafen, mich nicht konzentrieren. etc.
manchmal gelingt es mir schon, mich an sie zu gewöhnen, es dauert jedoch sehr, sehr lange, und diese phase bereitet mir meist grosse qualen (d.h. panikattacken, angst). vielleicht gibt es hier noch betroffene?
VG
rosa
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Ergebnis 1 bis 10 von 77
Thema: lärmangst
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08.08.2007, 09:40
lärmangst
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08.08.2007, 17:42
AW: lärmangst
Hallo rosa_777,
ich bin auch sehr geräuschempfindlich...bin aber nie auf die Idee gekommen, das als lärmangst zu bezeichnen...naja, egal.
Mir macht der Lärm nicht unbedingt Angst, aber mich nervt er einfach und ich könnte da gelegntlich fast durchdrehen.
Vorallem Kindergebrüll, Bebohre bzw. einfach Lärm, den ich als solches nicht beeinflussen und abstellen kann (es sind nicht meine Kinder die da brüllen
).
Ich werde da vor allem agressiv und vergesse auch gelegentlich meine gute Kinderstube. Ich versuche dann auch, das Geräusch einfach zu "überhören", aber das klappt in den meisten Fällen nicht wirklich. Das mit der Empfindung und Eingriff in die Privatsphäre kann ich gut verstehen....wie zeigen sich denn genau die Panikattacken?
Grüße
Fussl
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08.08.2007, 18:36
AW: lärmangst
hallo rosa!
ich kenne das so ein bisschen.
ich habe ein überempfindliches gehör (hab' es mal testen lassen beim hno-arzt, es gibt einen namen dafür: hyperakousie)
sprich: ich höre "besser" als die meisten anderen. das gegenteil von schwerhörgkeit also.
das führt dazu, dass mich lärm - genau wie das bei dir der fall ist - übermäßig stört und auch nervös macht, weil dadurch immer mal wieder dauerstress erzeugt wird. lärm ist stress.
in der folge kommt bei mir auch manchmal angst auf (dass ich nicht einschlafen kann, also am nächsten tag nicht ausgeruht bin und nicht vernünftig arbeiten kann etc.)
bei mir ist die angst also eine folge der hörempfindlichkeit. ist es bei dir ähnlich?
könnte es dir helfen, wenn du weißt, dass eine übermäßige hörfähigkeit vorhanden ist? leidest zu ab und zu an tinnitus?
vielleicht hilft es dir, mal einen hörstest zu machen.
geflüsterter lizziegruß an die leidensgenossin
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09.08.2007, 11:55
AW: lärmangst
hallo lizzie64,
ja, ich glaube auch, dass ich besser höre als der durchschnitt. Habe zwar noch keinen hörtest machen lassen, aber ich merke es oft, z.b. dass ich den TV nicht so laut stellen muss wie andere etc.
an tinnitus leide ich nicht.
meine mutter hat ein ähnliches problem, sie ist auch sehr lärmempfindlich, kann dann auch oft nicht gut schlafen etc.
ich weiss nicht, ob es wie gesagt, organisch ist und ich es damit geerbt habe oder es "anerzogen" ist von meiner mutter.
@fussl:
ich hatte eine mitbewohnerin, bei ihr war es wie bei dir. sie ist aggressiv bei lärm geworden, nicht unbedingt ängstlich. nachdem ich ausgezogen war, gab es in der wohnung auf einmal holzwürmer in den wänden, die klopfgeräusche verursacht haben. sie ist fast ausgeflippt und hat dann schliesslich nicht mehr in der wohnung übernachtet.
die panik und angstgefühle bei mir sind nicht normal finde ich. ich bekomme in schlimmen fällen herzklopfen, bin gelähmt vor angst, kann mich nicht konzentrieren und fixiere mich auf das geräusch. in der vergangenheit habe ich daher bei jeder gelegenheit zu ohrstöpseln gegriffen (also zum schlafen, bei der arbeit etc.), mittlerweile versuche ich aber, mich an die geräusche anzupassen, da das andere wohl eher eine flucht ist. aber diese anpassung ist oft sehr qualvoll und dauert lange. muss dabei ständig gegen meine innere unruhe und angst ankämpfen und mich zwingen, mich auf andere dinge zu konzentrieren, was oft sehr schwer ist.
LG an alle
rosa
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10.08.2007, 17:45Inaktiver User
AW: lärmangst
Hyperakusis wurde bei mir auch diagnostiziert. Ich versuche auch immer irgendwie damit zurecht zu kommen, aber wie ich hier lese reagiert wohl auch jeder anders drauf.
Bei mir war es als Kind wohl schon so, meine Ma durfte immer nur saugen, wenn ich draußen war.
Ich werde von Geräuschen, sprich Lärm absolut aggressiv und fange dann auch, wenn es nicht gestoppt wird an auf irgendwas (meist auf mich selber
) einzuschlagen. Macht mich einfach kirre.
Lizzie, Du scheinst länger ERfahrung damit zu haben, mein Arzt sagte mir damals, dass man das nicht therapieren könne, ist das richtig? Gibt es nichts, was man tun kann?
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10.08.2007, 18:00
AW: lärmangst
Hallo Rosa,
mir geht es genauso, wie du es beschreibst. Sobald ich Geräusche in meiner Wohnung höre, die aus Nachbarwohnungen oder Hausflur kommen, die lauter sind als sie sein sollten, bekomme ich Panik.
Z.B. vertrage ich kein Türenknallen. Ich habe eine starke Aversion dagegen. Vor Jahren waren Nachbarn im Haus, die mit Türen nicht umgehen konnten. Ich war auf das Geräusch fixiert, ich wartete darauf, wann das nächste Geräusch kommt. Das Warten hat mich so fertig gemacht, dass ich mich in der Wohnung kaum mehr aufhielt und nach draußen floh, hatte stets irgendetwas unternommen, um nicht zu Hause zu sein, war froh, den ganzen Tag bei der Arbeit zu sein. Ich kam dann oft am späteren Abend, um zu übernachten.
Aber auch z.B. laute Musik von Nachbarwohnungen macht mich fertig. Aber mir ist aufgefallen, es hängt davon ab, von wem der Lärm kommt. Wenn ich mit der Person ein gutes Verhältnis habe, macht es mir viel weniger aus.
Es ist wichtig, mit den Personen, also der Lärmquelle, darüber zu sprechen. Das fällt mir sehr schwer, und darin sehe ich das Problem. Es kann also auch eine soziale Phobie sein, nicht nur akustisch. Vielleicht geht es dir da ähnlich.
Ich will daran arbeiten, aber es fällt mir wahnsinnig schwer. Therapie habe ich versucht, viel geholfen hat es leider noch nicht.
Liebe Grüße
AnsjaWie man hineinruft, schallt es heraus.
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10.08.2007, 18:34
AW: lärmangst
hi liebe leidensgenossin!
Zitat von Inaktiver User
nein, soviel ich weiß, kann man gegen die hyperakousis nichts tun. du kannst sie nur irgendwie in dein leben integrieren. (und vielleicht hoffen, dass dann, wenn andere schwerhörig werden, sich unser gehör auf "normal" einpendelt
. denke ich manchmal.
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10.08.2007, 23:36
AW: lärmangst
hallo ansja,
ja, das kommt mir alles bekannt vor, was du schreibst...ich habe bei mir auch festgestellt, dass es meist personen-abhängig ist. d.h., wenn z.b. meine nichte "trampelt" und ich davon aufgeweckt werde, ist es bei weitem nicht so schlimm....
türknallen kann ich auch nicht haben...und laute musik von nachbarn auch nicht; ich flüchte dann auch immer, wenn es geht. ich habe aber auch festgestellt, dass mich eher personen-verursachte geräusche stören, also nicht so sehr zuglärm oder baustellenlärm, der von aussen kommt....könnte also bei mir wirklich auch eine sozial phobie sein.
ich habe in der vergangenheit auch oft probiert, mit den entsprechenden nachbarn zu reden. man kommt sich dann immer ziemlich doof vor und will ja andere nicht terrorisieren...und viele haben auch kein verständnis für die empfindlichkeit.
ich bin auch in therapie; meine therapeutin wird es mit meditation probieren...wie wurde bei dir in der therapie agiert?
LG
rosa
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16.08.2007, 17:23Inaktiver User
AW: lärmangst
Zitat von Lizzie64
Stimmt, man soll ja immer nach den positiven Seiten suchen.
Ich hasse übrigens ganz besonders diese extrem lauten Mopeds, die dann auch noch völlig übertourig hochgedreht werden...und Martinshörner....oh graus!!!
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17.08.2007, 21:57
AW: lärmangst
Hallo Rosa,
dann geht es dir also recht ähnlich wie mir mit diesem unangenehmen Gefühl/Unwohlsein in der eigenen Wohnung. Und dann manchmal dieses nervige Daraufhinhören, auch wenn nichts ist, kennst du das auch? Das spannt mich dann total an.
Ich habe tiefenpsychologische Gesprächstherapie gemacht. Wir sprachen oftmals über die Empfindlichkeit und die Angst, auf den Nachbarn zuzugehen.
Ich kann es leider immer noch kaum, es fällt mir immer noch sehr schwer, anderen etwas in dieser Hinsicht zu sagen, oder einfach hörtechnisch darüber wegzugehen.
Am unangenehmsten sind mir Geräusche, denen ich nich entfliehen kann, also in der eigenen Wohnung, die Geräuschquelle ist also ganz nahe dran.
Vorüber fahrenden Dinge wie Autos sind unverbindlicher. Zwar kommen sie wieder, aber dann sind sie wieder weg, weit weg. Manchmal habe ich das Fenster aufgemacht, damit das Außengeräusch vom Geräusch des Innenbereiches des Hauses ablenkt.
Jetzt wohnen neue Nachbarn unten im Hause. Sie sind ansonsten recht ruhig, nur die Türen sind zuweilen lauter zu hören, allerdings nicht so arg wie damals. Ich kenne sie kaum, und ich mag sie nicht darauf ansprechen, es ist mir peinlich. Ich will nicht kleinlich wirken. Und so muss ich wieder sehen, wie ich damit klar komme.
Oft denke ich wieder an Therapie, auch wenn es damals nicht viel nutzte. Es ist so mühsam, jemanden zu finden. Es war damals ein Wahnsinnsaufwand, die Therapeutin zu finden. Viele haben keine Zeit.
Geht die Therapie bei dir in ähnliche Richtung, merkst du Fortschritte?
Gruß
AnsjaWie man hineinruft, schallt es heraus.


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