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    Große Angst vor Eierstockkrebs

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich bei euch angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiß was jetzt machen soll.
    Mein Name ist Programm, ich bin weiblich und 34 Jahre alt.

    Vor 3 Monaten wurde bei mir bei einem Ultraschall bei der Krebsvorsorge eine Zyste am Eierstock festgestellt und diese wollte man nach 3 Zyklen nochmal untersuchen.

    Vor 3 Tagen hat man dann im Ultraschall gesehen, dass da wohl Gewebe ist, also eine Wucherung die dort nicht hingehört und laut der Ärztin könnte sich da mal etwas Bösartiges entwickeln und somit muss es raus.

    Nun habe ich in 3 Wochen einen OP Termin in einer Frauenklinik und panische Angst.
    Die Tumormaker sind bei mir unauffällig, was ja aber wohl nicht viel zu bedeuten hat?!

    Ich muss dazu sagen das ich eine Vorgeschichte habe.
    Seit Jahren leide ich an einer Angststörung und diese verschlimmerte sich als ich 3 Mal mein Baby verloren habe.
    Nach den 3 Fehlgeburten und 3 Operationen haben mein Mann und ich uns aufgrund meiner Ängste gegen Kinder entschieden, was nicht leicht war, aber der einzig richtige Weg für das Kind was es nicht geben wird.

    Die letzte Jahr war ich auf einem sehr guten Weg, obwohl ich derzeit keine Psychotherapie besuche.
    Ich habe 20 Kg verloren durch gesunde Ernährung, hatte meine Ängste überwiegend gut im Griff und auch viel Lebensfreude.
    Nun allerdings ist die Angst voll und ganz zurück und ich habe solche Angst das ich Eierstockkrebs habe

    Die letzten Monate hatte ich auch immer mal leichte Schmerzen/Druckgerühl in den Lymphknoten, das macht mich echt verrückt :(

    Die Ärztin sagte bei der Wucherung könne es sich vielleicht auch um Endometriose handeln, aber mein Gedankenkarussel fährt bereits unermüdlich seine Runden.

    Wie stehe ich die 3 Wochen durch?


    Ich danke euch fürs Lesen

    Euer Angsthase

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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Hallo Angsthase,

    willkommen im Forum

    Das Thema Angst kennt wohl jeder mehr oder weniger intensiv. Bei dir scheint sich die Angst jedoch verselbständigt zu haben.

    Erstmal zum Thema Eierstockkrebs. Die Befundsitation lässt derzeit keinerlei Schluss zu, dass du Eierstockkrebs hast. Deine Tumormarker sind negativ und deine Ärztin sagt nur, es könnte sich daraus etwas bösartiges entwickeln. Daher sehe ich deine Situation nicht wirklich akut. Rein theoretisch ist es nur vorteilhaft, wenn du die OP rechtzeitig machst und somit vorsorgend und frühzeitig handelst. Soviel zur Theorie.

    Deine Gefühlslage sieht anders aus. Das ist absolut verständlich aber leider entsteht so für dich unnötiges Leid.

    Angst entsteht oder entsteht nicht je nachdem man eine Situation bewertet und sie verselbständigt sich, wenn man der Angst zu viel glauben schenkt.

    Im eigentlichen Sinn soll Angst uns vor einer Gefahr beschützen. Das macht Sinn, wenn ein Säbelzahntiger hinter uns her läuft. Aber das macht bei abstrakter Gefahr weniger Sinn.

    Somit gaukelt die Angst nur vor uns vor irgendetwas beschützen zu können. Aus diesem Grund hilft es nur die Angst als das zu erkennen und das sie gar nicht in der Lage ist dich vor irgendetwas zu beschützen.

    Du wirst dich an einem Punkt trauen müssen loszulassen. Der Punkt wird automatisch kommen, wenn das durch die Angst verursachte Leid grösser wird als die eigentliche Angst selbst. Das ist leider immer so, denn wir geben unsere Ängste, von denen wir glauben, dass sie uns beschützen, nicht so einfach und ohne weiteres auf.

    Du hörst der Angst nur zu, weil du sie als vertrauten Freund und Ratgeber betrachtest. Sie ist wie dein Wegweiser für dich. Du musst erst mal erkennen, dass die Angst weder dein Freund ist noch ein guter Ratgeber, sondern eigentlich nur vertraut, so wie auch die Droge für deinen Drogenabhängigen vertraut ist, aber ansonsten nur schädlich.

    Die Angst ist für uns Menschen tatsächlich wie eine Sucht, in die wir uns fallen lassen, ein Muster, dem wir folgen, weil wir gelernt haben, dass, wenn wir Angst haben und dieser folgen, wir dann das, wovor wir Angst haben, eliminieren oder uns schützen können.
    Wir sind also in der Tiefe überzeugt davon, dass die beste Herangehensweise an das Leben
    grundsätzlich erst mal Angst ist, weil wir nur so schlimmes verhindern oder abmildern können bzw. uns vor unangenehmen Gefühlen beschützen.

    Das ist aber grundverkehrt, und wenn du dir deine Vergangenheit anschaust, kannst du es auch sehen. Obwohl du Angst hattest, ist immer das passiert und du hast auch immer das gefühlt, was du nicht wolltest. Deine Angst hat dich nie vor etwas bewahren können. Das muss von dir erst mal gesehen werden, damit du beginnen kannst, der Angst nicht mehr zu glauben.
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Hallo
    Vielen, lieben Dank für deine schönen Worte!

    Du hast mit allem was du geschrieben hast absolut Recht und ich wünsche mir das ich es auch irgendwie umsetzen könnte.

    Die Angst beschützt einen wirklich nicht vor dem was sowieso passieren wird, aber dennoch ist sie da.

    Leider neige ich dazu immer erstmal negativ zu denken, also bloß das Schlimmste zu erwarten, damit ich mich auch ja auf das bevorstehende Leid vorbereitet habe.
    Als würde es dann weniger schmerzen, das ist so ein Schwachsinn.

    Hoffentlich vergehen die 3 Wochen zügig, denn Ablenken klappt zur Zeit überhaupt nicht.

    Vielen Dank nochmal für deine liebe Antwort. Liebe Grüße.

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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Man kann sich Gedanken (an einen rosaroten Elefanten z. B.) nicht verbieten - und Deine Angst ist auch verständlich.

    Ich gebe Dir einen Tipp: Kaufe Dir Melissen-Tee. Trinke den gut gezogenen Tee über den Tag verteilt.

    Wenn Du nicht schlafen kannst, versuche auch Baldrian für die Nacht Tabletten.



    Heiligenschein hatte ich schon - steht mir nicht.

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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Zitat Zitat von Angsthase86 Beitrag anzeigen
    Hallo
    Vielen, lieben Dank für deine schönen Worte!

    Du hast mit allem was du geschrieben hast absolut Recht und ich wünsche mir das ich es auch irgendwie umsetzen könnte.

    Die Angst beschützt einen wirklich nicht vor dem was sowieso passieren wird, aber dennoch ist sie da.

    Leider neige ich dazu immer erstmal negativ zu denken, also bloß das Schlimmste zu erwarten, damit ich mich auch ja auf das bevorstehende Leid vorbereitet habe.
    Als würde es dann weniger schmerzen, das ist so ein Schwachsinn.

    Hoffentlich vergehen die 3 Wochen zügig, denn Ablenken klappt zur Zeit überhaupt nicht.

    Vielen Dank nochmal für deine liebe Antwort. Liebe Grüße.
    ja, ich kenne diesen Mechanismus erst mal das Schlimmste anzunehmen in der Hoffnung sich so vorbereiten zu können. Das Problem bei dieser Vorgehensweise ist, dass immer irgendetwas passieren kann und man gar nicht mehr heraus kommt, negativ zu denken.

    Daher ist es wirklich wichtig sich komplett eine andere Denkweise anzueignen.

    Kurz noch dazu. Es ist nicht schlimm, wenn du z. B. Angst vor der OP oder dem Ergebnis empfindest. Für diese Empfindung kann man nichts und sie ist völlig normal. Wichtig ist jedoch, dass du der Angst nicht zu viel Bedeutung und Raum gibst. Ihr also nicht allzu sehr glaubst.

    Ich wünsche dir alles Gute

    Liebe Grüße
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Danke dir das werde ich mir nachher gleich aus der Apotheke besorgen, denn die Nächte liege ich zur Zeit nur wach.


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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Ich möchte Dir noch etwas sagen - ich spiele Tennis - meine Partnerin ist 76 Jahre alt. Sie hatte vor vielen Jahren Unterleibskrebs - ihr wurde sogar das Bauchnetz entnommen - später bekam sie Hautkrebs - völlig unabhängig davon - und sie macht mich platt auf dem Platz, obwohl ich deutlich jünger bin!

    Also - was auch immer vor Dir liegt - die Chancen auf ein glückliches Leben stehen gut!
    Heiligenschein hatte ich schon - steht mir nicht.

  8. Moderation

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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Ich würde mir da Akut-Therapie holen.

    Du bist bestimmt nicht die einzige Patientin der Ärztin oder der Frauenklink, die sich in Panik auflöst! Deine FÄ sollte dir jemand vermitteln können, und die Klinik jemanden zur Hand haben, mit dem du reden kannst. Frage danach.

    Das sind meistens ganz konkrete Angebote, die dir helfen, dich im Kopf von der Panik wegzusortieren, ehe sie ein Eigenleben annimmt, und wo du dich auch mal ausquatschen kannst, ohne daß es dir peinlich sein muß.

    Und nicht googeln, oder höchstens nach medizinisch qualifizierten und unaufgeregten Texten, falls so etwas für dich von Interesse ist. Popularitätsalgorithmen im Internet veruchen, dich vor dem Bildschrim zu halten, indem sie Emotionen aufwühlen und Drama machen. Braucht kein Mensch.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Zitat Zitat von Angsthase86 Beitrag anzeigen
    Danke dir das werde ich mir nachher gleich aus der Apotheke besorgen, denn die Nächte liege ich zur Zeit nur wach.

    Suche die verschieden Methoden, die dir helfen können allzu große Angstschübe in den Griff zu bekommen. Wie es zu dir passt. Ob Melissentee, Yoga, Wandern etc.

    Dennoch weiße ich darauf hin, dass langfristig gegen eine generelle Angstproblematik nur die Auseinandersetzung mit der Angst und den dahinterliegenden Gedanken und Erwartungen hilft. Aber alles step-by-step
    Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.


  10. User Info Menu

    AW: Große Angst vor Eierstockkrebs

    Vielen Dank an euch alle für die lieben Antworten!

    Mein OP Termin kann früher stattfinden, da jemand abgesagt hat.
    Nun habe ich den Termin schon am Dienstag, bin sehr froh nicht mehr lange warten zu müssen und dann Gewissheit zu haben.

    Liebe Grüße an alle

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