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  1. Registriert seit
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    Wie geht man mit superängstlichen Liebsten um?

    Ich habe eine Liebling- Patchwork Schwester und einen sehr vertrauten homosexuellen Freund, quasi meine beste Freundin. Also, es sind schon allerliebste Lieblingsmenschen. Beide über 40.

    Die Dame hat furchtbare Angst vor wirtschaftlichen Zusammenbrüchen, Enteignung und totale Verarmung. Dabei ist sie gut situiert und gebildet. Aber: es hat sich zu einer Phobie entwickelt. Sie redet über nichts anderes mehr. Kauft sich Berge von Büchern und guckt YouTube Videos zum Thema, aber das ganze stundenlang.

    Das auffällige ist: wenn sie anfängt davon zu reden( und nur ein Wort braucht sie da diesbezüglich zum triggern), dann redet sie von nichts anderen, ist wie weggetreten..das merkt man zb das sie ständig Sachen erzählt, die wir gestern schon hatten.

    Sie ist wirklich ein wichtiger Mensch in meinen Leben, aber so kann man doch keine Freundschaft mehr führen, oder? Ich hab fast das Gefühl,,sie geht auf eine psychische Erkrankung zu? Ich versuche mich zurück zu ziehen, denn ich weiß nicht, was ich machen soll.

    Aber das wäre ja auch nicht gut in einer engen Freundschaft.

    Seit Wochen versuche ich sie zu beruhigen und dachte er wäre eine Phase.Ist es aber nicht.

    Gleiche Probleme hab ich mit dem anderen Freund ( also, die zwei kennen sich nicht), Der ist Hypochonder und quasi 90% der Gespräche drehen sich darum
    Ich liebe beide Freunde vom Herzen, aber das macht mich fertig.


  2. Registriert seit
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    AW: Wie geht man mit superängstlichen Liebsten um?

    Hallo Claudi,

    ich finde, den wichtigsten Satz hast du dir schon selbst gegeben.
    Zitat Zitat von Claudi47 Beitrag anzeigen
    Ich liebe beide Freunde vom Herzen, aber das macht mich fertig.
    Bedeutet: du solltest dir die Grenzen, die bei dir offenbar schon länger und ständig übertreten werden- deutlich machen, damit du gesund bleibst!

    Zitat Zitat von Claudi47 Beitrag anzeigen
    Seit Wochen versuche ich sie zu beruhigen und dachte er wäre eine Phase.Ist es aber nicht.
    Die Ängste, die dort herrschen- sind nicht mit "guten Worten" zu bändigen- das merkst du doch inzwischen selbst, nicht wahr?
    Es hat doch offenbar eine Dimension angenommen, bei der diese Frau in professionelle Hände gehört- zu einem Menschen, der mit ihr dazu richtig arbeiten kann um Linderung zu verschaffen.

    Zitat Zitat von Claudi47 Beitrag anzeigen
    Gleiche Probleme hab ich mit dem anderen Freund ( also, die zwei kennen sich nicht), Der ist Hypochonder und quasi 90% der Gespräche drehen sich darum.
    Hier dasselbe- noch nicht mal dieses ständige Zuhören und sich-Austauschen bringt bei deinem Freund Linderung!
    Auch hier, ist das dann keine Lösung und es klingt für mich ebenfalls nach "professioneller Unterstützung".

    Du kannst es diesen Menschen als Idee mitgeben, ob sie das annehmen werden- wirst du sehen.
    Die erste Reaktion ist gerne Abwehr und "brauch ich nicht"- wenn das kommt, ist das zu respektieren, denn jeder muss selbst die Verantwortung für sein Leben tragen.

    Ein anderer Aspekt ist, ob du dich weiterhin als "Parkuhr" benutzen lassen möchtest.
    Es kostet deine Zeit, deine Gedanken, deine Energie und deine Gefühle.
    Du engagierst dich, bist mit Herz und Verstand dabei- eine Investition, bei der du auf Dauer weit ins Minus kommst und es ist keiner da, der dich dann dort abholt

    Es gibt eine Grenze und die ist dann erreicht, wenn man das Leiden anfängt.
    Jeder von euch Dreien hat die Chance, etwas an seinem Leben zu verändern.
    Beide Personen können sich wirkliche Hilfe über Therapeuten o.ä. holen- ihre Themen dort hinbringen, wo mit ihnen produktiv gearbeitet werden kann.
    Frage ist immer, ob diese Menschen ihre Probleme überhaupt los haben wollen (Krankheitsgewinn).

    Ich weiß, es ist sehr schwer eine Grenze zu ziehen, wenn man das Gefühl hat, man ist einer von wenigen (oder der einzige), der diesem Menschen überhaupt noch zuhört.
    Es ist schwierig dann zu sagen, dass man nciht mehr zuhören kann, dass es einen zu sehr belastet, dass man dem anderen das Beste wünscht aber man diese Hilfe nicht leisten kann.
    Das man selbst auf Dauer krank wird, wenn das so immer weiter geht.

    Und ich möchte dir sagen, es gibt NIE nur einen Menschen auf der Welt, mit dem man reden kann!
    Es gibt unzählige Sorgentelefon-Nummern, bei denen jeder anrufen kann und seine Sorgen loswerden.
    Mann kann zu Seelsorgern gehen, man kann zu seinem Arzt gehen- oder sich eben Therapeuten etc. suchen- Lebensberatung.......wenn es darum geht, dass man einfach nur REDEN will- dann gibt es immer mehr Menschen auf dieser Welt.
    Wenn jemand nicht will- diese Angebote nutzen- dann ist das seine freie Wahl.

    Du- bist jedenfalls nicht gezwungen- diese Wege weiterhin mitzugehen und mitzutragen.
    Es sei noch erwähnt, dass der Rückzug von guten Freunden manchmal DER Auslöser ist um sich professionelle Hilfe zu suchen, weil sie erst dann erkennen, dass das notwendig ist.

  3. Avatar von twix25
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    AW: Wie geht man mit superängstlichen Liebsten um?

    Liebe Claudi47

    ich kann es Dir nachempfinden, ich habe auch Lieblingsmenschen mit diesen Eigenschaften.

    Fast muß ich sagen, hatte...

    Es macht mich zunehmend agressiv und sie sind bereits seit Jahren in Therapie

    Das macht mich noch unwirscher.....ich frage mich da des Öfteren: was bitte machen die da?

    Ein weiterer, mir nahesthender Mensch ist sogar Therapeut

    Ich bin schon oft an dem Punkt, mich ganz aus deren Leben rauszuziehen.

    GsD sind es nicht meine Kinder/Partner, aber dennoch - auch räumlich sehr nah um mich rum
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  4. Avatar von Lizzie64
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    AW: Wie geht man mit superängstlichen Liebsten um?

    Hallo Claudi, irrationale Verarmungsängste gehören zu den typischen Anzeichen einer Depression, habe ich gelernt. Insofern könntest du recht haben mit der Vermutung einer Erkrankung bei deiner Freundin.
    dadadadiamoisongdesisahoidaso!

    Der Neoliberalismus lässt die Gehirne der Jungen großflächig verschimmeln.
    Henning Venske

  5. Avatar von Akzent
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    AW: Wie geht man mit superängstlichen Liebsten um?

    Berechtigte oder irrationale Verarmungsängste oder die Angst vor wirtschaftlichen Zusammenbrüchen ist doch keine Utopie und diese Ängste haben erstmal gar nix mit Depressionen zu tun. Solche Lebensängste sind nicht selten, wenn es keine versichtérte Garantie für absolute Absicherung in jeder Lebensalage gibt.

    Vieles kann mit Versicherungen abgefedert werden oder eine bestimmte Menge Kapital die man möglicherweise besitzt . Diese Ängste vor oder für die Zukunft mit einer Depressionsform gleich zusetzen halte ich für äußerst übertrieben und dein Gebrauch für Depression inflationär.
    Für das Pendant zu diesen SuperÄngstlichen Menschen, nehme ich gerne die Preppers; Die sich auf solche Szenarien vorbereiten und sich ausrüsten. Und fröhlich weiterleben.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee


  6. Avatar von chaos99
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    AW: Wie geht man mit superängstlichen Liebsten um?

    Zitat Zitat von Claudi47 Beitrag anzeigen
    Ich habe eine Liebling- Patchwork Schwester und einen sehr vertrauten homosexuellen Freund, quasi meine beste Freundin. Also, es sind schon allerliebste Lieblingsmenschen. Beide über 40.
    Sehr offensichtlich bietest Du Menschen Nährboden für Jammertiraden.

    Wenn Du solche Menschen als "Lieblingsmenschen" bezeichnest, frage Dich selber, was denn so liebenswert ist an ihnen.

    Wenn Du an ihren Ängsten so Anteil nimmst, es aber nicht magst, solltest Du lernen, Dich auch mal bewusst von solchen Leuten zu distanzieren und Dich nicht mit herunterziehen zu lassen.

    Ich kenne solche Leute auch, die, egal wo sie auftauchen, sich mit solchen Stories Aufmerksamkeit holen.

    Emotionen in ihre Geschichten zu stecken, bringt Dir nichts.

    Lösungswege für sie erarbeiten, ist gar nicht Deine Aufgabe....es sei denn, das "Helfersyndrom" ist im Spiel.


  7. Registriert seit
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    AW: Wie geht man mit superängstlichen Liebsten um?

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Solche Lebensängste sind nicht selten, wenn es keine versichtérte Garantie für absolute Absicherung in jeder Lebensalage gibt.

    Vieles kann mit Versicherungen abgefedert werden oder eine bestimmte Menge Kapital die man möglicherweise besitzt . Diese Ängste vor oder für die Zukunft mit einer Depressionsform gleich zusetzen halte ich für äußerst übertrieben und dein Gebrauch für Depression inflationär.
    Für das Pendant zu diesen SuperÄngstlichen Menschen, nehme ich gerne die Preppers; Die sich auf solche Szenarien vorbereiten und sich ausrüsten. Und fröhlich weiterleben.
    Ich sehe das auch so.
    Zusätzlich haben viele einfach auch Abwehr- und Verdrängungmechanismen, um nicht permanent von solchen Ängsten vom Leben abgehalten zu werden. Bei deinen beiden Lieblingsmenschen scheinen diese Abgrenzungen nicht mehr zu funktionieren.

    Im Übrigen finde ich die wirtschaftliche Situation auch nicht gerade rosig und eine größere Finanzkrise hatten wir ja auch schon bei der wir gerade noch an Schlimmerem vorbeigeschrammt sind.
    Enteignung steht ja nicht zur Debatte bei mir, da es nichts zu enteignen gibt. Armut kann ich nicht ausschließen bei den Renten. Aber es gibt sehr viele, die Angst haben. Da rennt dann alles in bestimmte Parteien, die es auch noch schaffen, die Ängste zu schüren.
    Die Manipulationen haben extrem zugenommen. Das Internet ist voll. Und viele wollen sich ins rechte Licht setzen, in dem sie Horrorszenarien entwerfen.
    Warum haben denn Angsterkrankungen und Depressionen so zugenommen? Wir leben in einer sehr schnell veränderbaren und stressigen und unsicheren Zeit.

    Ich weiß nicht, was du so mit deinen Lieblingsmenschen so redest und wie du damit umgehst. Manchmal ist es ganz gut zu sagen, dass man sieht, dass sie fürchterlich leiden (das tun sie sicher und sie sind sicher keine Jammerlappen), und dass sie ja gar nicht mehr richtig leben können. Und vielleicht einfach Mal die Hand auf die Schulter legen dabei. Manchmal ist so eine Art von Zuwendung besser als reden.
    Letztendlich kannst du die verlorene Sicherheit nicht zurückgeben, die müssen sie selbst wiederfinden, aber du kannst diesen Redefluss eventuell Mal stoppen.
    Und versuche ehrlich zu sein und sage, dass du das nicht dauernd mitmachen kannst und wie es dir damit geht.
    Geändert von cartagena (09.12.2019 um 04:29 Uhr)

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