Hallo.
In einem anderen Strang hier wurde sie bereits angesprochen, die Angst vor dem Tod, davor, Angehörige und Freunde zu verlieren oder auch die Angst vor dem eigenen Tod.
Ich hab mal gegoogelt und dabei festgestellt, dass ich bei weitem nicht die einzige bin, die sich damit beschäftigt.
Da ich ja meistens hier in der BriCom bin und diese anderen Foren mit nicht so zusagten, hab ich also mal hier diesen Strang eröffnet.
Gestern rief meine Ma an und erzählte mir, dass es meiner geliebten Großmutter nicht gut gehe.
Sie ist 82 und hat seit Montag dauernde Schmerzen in den Herzgegend und einen oberen Blutdruck von 230 trotz der Tabletten, die sie schon seit Ewigkeiten einnimmt.
Das hat mich mal wieder daran erinnert, (und ich erinne mich wirklich sowieso schon sehr - zu- häufig daran), dass irgendwann ein Anruf kommen wird... Ihr wisst schon.
Gestern Abend war ich ziemlich fertig, hab mal wieder sehr lange geweint.
Das Thema Tod ist so, ach ich weiss nicht, was ich schreiben soll. Man spricht eben nicht drüber. ich würde gern mal meine Großeltern fragen, ob sie Angst davor haben, jetzt wo sie schon so alt geworden sind...
Aber sowas tut man halt einfach nicht. ich könnte das ohnehin nie ansprechen, ohne gleich in Tränen auszubrechen...
Ich habe wirklich dauernd Angst, dass meinen Lieben was passiert, was ja sicherlich allen so geht. Ich wohne nicht in Deutschland, bin auch beruflich seit Jahren monatelang nicht da...
Kennt Ihr das, dass die Angst vor dem Tod vllt etwas über das normale Maß hinausgeht?
Wie geht Ihr damit um?
LG M
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 42
Thema: Tod
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07.03.2007, 15:01Inaktiver User
Tod
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07.03.2007, 15:17Inaktiver User
AW: Tod
Hi Marcellaise,
ich versteh' Dich sehr gut.
Mir geht es nämlich ähnlich...ich habe schon so viele nette Menschen verloren, daß ich manchmal Angst habe, jemand zu nah an mich heran zu lassen. Er oder sie könnte ja wieder sterben...
Interessanterweise wurde es etwas besser, als ich älter wurde. Ich bin ein wenig gelassener geworden, aber die Angst ist immer noch da, nicht mehr so im Vordergrund, aber deutlich spürbar.
Da erkrankt eine junge Verwandte an Brustkrebs, ein Arbeitskollege hat einen Herzinfarkt, ein Bekannter stirbt durch einen Unfall...
Ich glaube, das ist die Tragödie im Leben: der Tod ist immer gegenwärtig, mal in der Nähe, mal ferner, und wenn du älter wirst, kommen die Einschläge näher.
Ich hab' weniger Angst um mich, glaube auch an ein Leben danach, aber ich habe Angst um die Menschen, die ich mag.
Andererseits macht gerade der Tod das Leben so unendlich wertvoll, einzigartig. Die einzige Möglichkeit aus der Angst ist: zu leben, zu lieben - und vielleicht kommt eines Tages der Zeitpunkt, an dem man den Tod nicht mehr als schrecklich und grauslich ansieht.
Tränen tun gut - und das Sprechen über Ängste auch...
ich halte Dir die Daumen, daß es Dir bald etwas besser geht
Ruby
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09.03.2007, 10:35
AW: Tod
Angst bedeutet Enge.
Mit dieser Angst, die doch irgendwie unbegründet ist, engt man sich selber ein. Jedenfalls die eigene Lebensqualität.
Weshalb denke ich, dass die Angst unbegründet ist?
Es kommt alles sowieso.
Ob wir nun Angst haben davor oder nicht.
Die Wahrscheinlichkeit aber, dass alle Ängste, die wir so mit uns herumtragen sich auch in Realität umsetzen, steht doch 50 zu 50.
Vieles können wir nicht ändern, sondern müssen damit im Leben "fertig werden".
Übertriebene Ängste können eine ganze Menge Unheil auslösen. Hier mal ein Beispiel:
Eine Tageszeitung berichtete einmal über einen Mann, der versehentlich in ein Kühlhaus eingeschlossen worden war. Da es schon sehr spät war und der Mann wusste, dass niemand mehr bis zum nächsten Morgen kommen würde, wusste er, dass er sterben würde, da kein Mensch bei minus 30 Grad eine Nacht ohne entsprechende Hilfsmittel überleben kann. Dieser Mann schrieb deshalb einen Abschiedsbrief an seine Frau und seine Kinder. Am nächsten Morgen fand man den Mann tot auf. Dies verwunderte alle, da über Nacht die Kühlanlage ausgefallen war und dadurch die Temperaturen so niedrig waren, dass der Mann hätte eigentlich überleben können müssen. Dieser Mann starb an seinem Glauben, sterben zu müssen.
Und noch eine zweite:
Eine aufsehenerregende Geschichte ereignete sich in den 50er Jahren. Zu der damaligen Zeit wurde ein Mittel gegen Krebs erforscht, in das man sehr große Hoffnungen setzte. Die Presse berichtete ausführlich darüber, dass wohl der Durchbruch geschafft sei. Ein Patient, der unter einer fortgeschrittenen Krebserkrankung der Lymphdrüsen litt, bat seinen behandelnden Arzt, dieser möge ihm doch dieses neue Mittel geben. Der Arzt willigte ein. Nach der Verabreichung des Medikaments ging es dem Patienten von Tag zu Tag besser. Nach kurzer Zeit verschwanden die Tumoren und der Patient konnte als geheilt entlassen werden. Als dann aber die Nachricht durch die Presse ging, dass das Medikament bei weitem nicht die Hoffnungen erfüllte, die man in es gesetzt hatte, ja dass es wirkungslos sei, erlitt der Patient einen schweren Rückfall. Sein Krebs kam wieder zum Vorschein. Dieses mal berichtete der Arzt dem Patienten, dass man nun ein Mittel gefunden habe, das ihn sicherlich heilen werde. Der Arzt gab dem Patienten mehre Spritzen, die nicht anderes enthielten, als Kochsalzlösung, eine völlig wirkungslose Substanz. Und wieder begannen sich die Krebszellen so weit zurückzubilden, dass der Patient als geheilt angesehen werden konnte. In beiden Fällen hatte der Glaube des Mannes, dass ihm geholfen werden kann, die Heilung bewirkt.
Vielleicht einfach mal drüber nachdenken, was GLAUBENSMUSTER so bewirken können.
Ich wünsche Euch alles Gute!Wer verstehen kann, kann alles verzeihen
Ich bin bereit, überall hin zu gehen, wenn es nur vorwärts ist.
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09.03.2007, 12:47Inaktiver User
AW: Tod
Hallo Ricarda,
das sind ja sehr interessante Geschichten.
Ich denke auch, man hat durch den eigenen Glauben so einiges in der Hand. Nur ist die Angst vor dem Tod keine irrationale Angst. Der Tod ist gegenwärtig. Sich dies bewusst zu machen, fällt sehr schwer. Am liebsten verdränge ich alle Gedanken daran und denke: es zählt der Moment, was in Zukunft sein wird, zählt JETZT nicht und darf dich nicht zu sehr beeinflussen.
Übrigens: Ich schätze deine Beiträge sehr. Sie bringen mich oft zum Nachdenken.
Lg, Litschi
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09.03.2007, 14:04
AW: Tod
Ja, danke für die Blumen! Es gibt ja auch 'ne Menge zum Nachdenken. Nur was man gedacht hat, kann man ja auch irgendwie "begreifen".
Wer verstehen kann, kann alles verzeihen
Ich bin bereit, überall hin zu gehen, wenn es nur vorwärts ist.
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09.03.2007, 14:33Inaktiver User
AW: Tod
Genauso mache ich das auch meistens.
Zitat von Inaktiver User
Aber in letzter Zeit, tja, die Großeltern haben schon ein hohes Alter erreicht, plötzlich denke ich mehr daran.
In ruhigen Momenten meistens....
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09.03.2007, 14:56Inaktiver User
AW: Tod
Liebe Marseillaise,
Zitat von Inaktiver User
ich kann dich sehr gut verstehen. Mir machen Gedanken an den Tod auch Angst. Ich habe leider nur noch eine Großmutter und da mach ich mir natürlich schon manchmal sorgenvolle Gedanken.
Ich merke aber, je besser ich mit mir und meinem Leben klarkomme, je mehr ich mit mir im Reinen bin und mein Leben auch genießen kann, desto weniger habe ich diese Gedanken.
Bzw. kommen sie und gehen wieder vorüber.
Ich versuche, jeden Tag ein wenig dankbar zu sein, für alles Gute, was mir passiert. Auch für das manchmal nicht so gute, denn das bringt mich weiter, daraus kann ich lernen und daran wachsen.
Mir geht es auch so, dass ich um meinen eigenen Tod keine Gedanken habe und keine Angst. Zumindest nicht akut. Mein einziger Wunsch ist, dass meine Lebensuhr noch ganz ganz lange tickt und dass ich meine Zeit hier auf der Erde gut verbringen und nutzen kann.
Mehr Ängste habe ich, was meine Familienmitglieder betrifft. Da ertappe ich mich öfter bei den Gedanken.
Es ist wirklich ein heikles Thema und leider ein Tabu.
Litschi
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11.03.2007, 00:04
AW: Tod
Hallo Marseillaise,
ich kann dich gut verstehen. Habe meinen kleinen bruder vor ca. 1/2 jahr verloren. Seitdem habe ich wahnsinnige angst entwickelt, meinen eltern könnten auch sterben. Vorher hatte ich mir darüber nie gedanken gemacht u. nun werd ich schon unruhig, wenn ich meine mum z.B. nicht gleich am telefon erreiche.
Ich weiss allerdings auch nicht, was man gegen diese angst machen kann..
Lg,
Melissa
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14.03.2007, 00:33
AW: Tod
Hallo Marseillaise,
ich kann Dich sehr sehr gut verstehen wie es Dir geht. Ein sehr guter Freund ist am 17.2.07 gestorben und seitdem geht es mir auch ziemlich schlecht. Bei meiner Oma und Opa war ich damals noch zu jung um das alles zu begreifen, aber das war wirklich ganz ganz schlimm für mich. Ich war auch noch im Krankenhaus als er im Sterben lag und wir haben uns alle von ihm verabschiedet.
Ich habe auch wahnsinnige Angst davor noch mehr Menschen die ich mag und liebe zu verlieren und das kann ja so schnell gehen, habe ich ja gesehen. Ich weiss leider auch noch nicht, wie ich damit umgehen soll.
Liebe Grüße
Elsa
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14.03.2007, 13:40Inaktiver User
AW: Tod
Die Angst vor Verlust ist die eine Seite. Die andere ist der Gedanke an den eigenen Tod. Ob tabu oder nicht, ich spreche mal aus, was ich fühle:
Ich habe Angst vor dem einen Moment, wenn es mal bei mir soweit ist. Wie nimmt man es wahr? tut es weh? Hat man Angst? Ich bin ein Mensch, der gerne die Kontrolle über alles hat und der Tod ist absoult unkontrollierbar, das macht mir wahnsinnige Angst.
Manchmal wünschte ich mir aus dem Gehirn streichen zu können, dass uns Menschen bewußt ist, dass wir mal sterben werden. Aber gesund wäre das auch nicht, es würde für uns alle wahrscheinlich einen noch früheren Tod bedeuten.
Wenn Euch jemand fragen würde: Willst Du das ewige Leben? Ihr könntet es geschenkt bekommen ohne jegliche Bedingung....
was würdet Ihr antworten? Ich weiß nicht, was ich antworten würde..


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