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  1. Avatar von Brausepaul
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Levistica Beitrag anzeigen
    Das kann für manche eine Riesendummheit sein, für andere ein großes Vergnügen.

    Aber was hat das mit deiner Gehörlosigkeit zu tun?
    Dummheit würde ich es auch nicht nennen, aber sehr riskant.
    Sowohl das Treffen, wie auch die virtuellen Geschichten mit der Cam.
    Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht.
    Du wirst auf jeden Fall recht behalten.

    - Henry Ford -


  2. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Dann nenne es eine riskante Dummheit oder eine dumme Risikobereitschaft, aber die Verbindung mit der Gehörlosigkeit erschließt sich mir trotzdem nicht.


  3. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von TiefsterSelbsthass Beitrag anzeigen
    Ich habe mich mit einem dreißigjährigen Mann aus dem Internet im letzten Oktober getroffen, nur um Sex zu haben. Wir sind dafür in einen abgelegenen Wald gefahren, weil ich nicht allein wohnte. Wir hatten davor mehrmals SexCam gemacht.
    Was soll ich sagen (als jemand, der auch schon so manchen Blödsinn gemacht hat)?

    Meinst Du nicht auch, dass Du es

    a) heute vielleicht nicht wieder tun würdest (weil es eben riskant sein kann), es aber trotzdem

    b) heute eher als Riesendummheit ansehen solltest, wenn Du es nicht getan hättest (weil es vermutlich genau das war, was Du in dieser Situation tun wolltest)?

    Ich würde das positiv sehen.


  4. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen

    heute eher als Riesendummheit ansehen solltest, wenn Du es nicht getan hättest (weil es vermutlich genau das war, was Du in dieser Situation tun wolltest)?

    Ich würde das positiv sehen.
    Im hier geschilderten Kontext hört sich die Riesendummheit eher als ausgelebter Selbsthass an.

    In welchem Fall ich sagen würde: verzeih dir selbst ....


  5. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Muss man nicht belgischer Staatsbürger sein, um in Belgien ein Recht auf Euthanasie zu haben, oder ist das nur in Holland so?
    Sebastian (Ariel - The Little Mermaid): Listen to me - the human world, it‘s a mess!


  6. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Hallo,

    kann es sein, dass du so manche Ablehnung missverstehst? Dass es nicht per se Ablehnung ist sondern eher Unsicherheit im Umgang mit dir?

    Ich habe einen behinderten Freund und mit ihm hatte ich öfter darüber gesprochen, dass die meisten Menschen einfach unsicher sind im Umgang mit Leuten, die anders sind...
    Das kann auch sicherlich als Ablehnung oä verstanden werden.

    Wieso Ungarisch? Reine Interessenfrage ..


  7. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Liebe TE,

    ich halte es für eine gute Idee, das Selbstmordvorhaben bis 30 zurückzustellen, denn mit 30 wirst Du definitiv mehr Informationen haben, um eine so unumkehrbare Entscheidung sicherer treffen zu können. Tot bis Du dann ja noch lange genug.

    Was mich an Deinem Posting aufgeschreckt hat, ist das Wort "identitätslos" im Thread-Titel. Im Posting gehst Du allerdings nur auf "gehörlos" ein, und die bisherigen Diskussionen kreisten um diesen Aspekt.
    Warum ist das so? "Identitätslos" erscheint mir von viel größerer Tragweite als der Gehörlosigkeits-Aspekt. Auch können zu "identitätslos" sicher mehr Leserinnen eigene Erfahrungen beisteuern als zu "gehörlos".

    Liebe TE, möchtest Du einmal erläutern, was Du mit "identitätslos" meinst?
    So wie ich das Wort verstehe, beinhaltet Identität das Wissen, wer man ist, was einen ausmacht, was man auf dieser Welt soll, wo der individuelle Lebenssinn liegt. Fehlt Dir das?
    The sky is always blue above the clouds.

  8. Avatar von TrishaTT
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Wie muss ich mir die Situation vorstellen, der Mann sagt, "Setz dich doch zu uns", du tust das und dann .... schweigst du? Sagst du nicht beim Kennenlernen, "Ich bin gehörlos, würdet ihr bitte langsam und deutlich reden, damit ich auch am Gespräch teilnehmen kann?" Dass du das verschweigst, zeigt doch schon die Reaktion auf die Information durch deine Freundin.

    Und glaube mir, Normal-Hörende nehmen darauf Rücksicht, wenn man ihnen SAGT, dass man Handicap XY hat. Und ja, ich kenne/kannte () Schwerhörige und Gehörlose (mit Hörgerät). Alles kein Problem, und man gewöhnt sich daran.
    Die Schwer(st)hörigen waren übrigens alle verheiratet mit Normal-Hörenden, und hatten Kinder.

    Nur manchmal habe ich vergessen, dass ich ins linke Ohr sprechen musste, da bekam ich einen auf den Deckel War aber nie böse Absicht, und das wusste die Person. Eine ganz liebe, in sich ruhende...
    Wenn wir Narben haben, heißt es, dass die Wunden verheilt sind

    (Thomas D.)


  9. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von TrishaTT Beitrag anzeigen
    Und glaube mir, Normal-Hörende nehmen darauf Rücksicht, wenn man ihnen SAGT, dass man Handicap XY hat. Und ja, ich kenne/kannte Schwerhörige und Gehörlose (mit Hörgerät). Alles kein Problem, und man gewöhnt sich daran.
    Diesen letzten Beitrag von TrishaTT (deren Posts ich sonst sehr schätze) greife ich mal exemplarisch heraus für sehr viele anderen Beiträge aus diesem Thread, die ich als unangemessen, anmaßend, nicht hilfreich bis kontraproduktiv für die TE empfinde.

    Das ist wie wenn z.B. ein Mann sagt: "Keine Frau, die ich kenne, wird diskriminiert, im Gegenteil blabla….".
    Da schwingt für mich Ignoranz mit, Besserwisserei, ein "Stell Dich nicht so an", und das alles aus der Warte von jemandem heraus, der nicht in dieser Situation ist.
    Derartige Kommentare würde ich von jemandem akzeptieren, der selbst gehörlos ist, und auch dann würde der Ton die Musik machen.

    Liebe TE, als Bri-Userin schäme ich mich gerade fremd für das, was Dir hier (inhaltlich und bzgl. Tonfall) um die Ohren geworfen wird.

    Ohne eigene Erfahrung damit zu haben, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass gerade im Fall von Taubheit oder Blindheit eine Teilhabe an Kommunikation sehr erschwert wird.
    Gut finde ich Deinen Ansatz, Dir Nischen zu suchen (wie z.B. berufliche Selbständigkeit), in denen Du Dich von diesen Schwierigkeiten möglichst unabhängig machst.
    Ich denke, es geht nicht darum, dass Du Dich den Hörenden anpasst (- weil da physische Grenzen gesetzt sind), sondern, dass Du Dein Lebensumfeld an Deine Situation anpasst. Konkret: Dir gezielt das suchst, was passt, geht, Dir guttut, bezogen auf Beruf, Menschen, Hobbies,...
    Und natürlich ist es für Dich deutlich schwieriger als für andere aufgrund der Gesamtsituation (Gehörlosigkeit + fehlender familiärer Rückhalt). Umso beachtlicher sind Deine Erfolge!
    The sky is always blue above the clouds.

  10. Avatar von missani
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von TiefsterSelbsthass Beitrag anzeigen
    Und eine Erfahrung, die mich sehr geprägt hat:

    Vor knapp 7 Jahren, also im Alter von 14 Jahren wurde ich zum Kommunionsfest einer Schulkameradin eingeladen. Im Raum gab es einen Typen aus meiner Schule, den ich nur vom Gesicht her kannte und der mit zwei Freundinnen von ihm plauderte. Er lud mich ein, zu ihnen am Tisch zu kommen und ein bisschen mit ihnen zu plaudern. Aus Höflichkeit akzeptierte ich. Aber danach ich konnte dem Gespräch nicht folgen, weil es im Raum ziemlich laut war und ich mich auf eine Person konzentrieren musste, um das Gesagte zu verstehen. Jeder weiß doch, dass Gruppengespräche sehr spontan verlaufen können. Als gehörloses Mädchen mit Hörmittel war es mir quasi unmöglich, an dem Gespräch teilzunehmen. Ich saß also da, und langweiligte mich.

    Als ich nach Hause kam, schrieb mir eine Freundin von damals eine Nachricht. Sie sprach mich auf das Fest an, und es stellte sich heraus, dass sie die Gastgeberin und die zwei Freundinnen von dem Typen gut kannte, und daher wusste, dass ich beim Fest anwesend war, weil die zwei Freundinnen ihr schon davon berichtet hatten. Sie erzählte mir, wie sich diese Weiber über mich lustig gemacht hatten, weil ich da saß, ohne am Gespräch teilzunehmen. Sie wusste, dass sie mich meinten, weil der Typ ihnen meinen Vornamen gesagt hatte und ich einen relativ seltenen Vornamen habe. Aber sie versicherte mich, den Mädchen erklärt zu haben, dass der Grund für mein Schweigen war, dass ich gehörlos bin. Daraufhin hatten sich die Mädchen bei ihr entschuldigt, weil sie davon Bescheid nicht wussten. Zum Glück war meine Freundin ein ziemlich bekanntes Mädchen in den Jugendkreisen, sonst hätte ich wahrscheinlich nie erfahren dürfen, was die Anderen hinter meinem Rücken sagten. Trotzdem brach ich wegen dieser Bösartigkeit in Tränen aus.

    Seitdem versetzen mich Gruppentreffen bzw. -Gespräche in eine Stresssituation...Die Angst, etwas falsch oder ungeschickt zu machen, zerfrisst mich nach wie vor.

    ---------------------------------------------------------------
    PS: Heutzutage sind wir nicht mehr Freundinnen, aber ich werde ihr nach wie vor unendlich dankbar sein, mir es erzählt zu haben und mich getröstet zu haben.
    Es geht doch um diese einschneidende Begebenheit.

    Der Rat, auf die Gehörlosigkeit in Vorfeld hinzuweisen, könnte ihr deprimierende Erlebnisse dieser Art in Zukunft ersparen.

    Sich als Bri-Userin fremdzuschämen, liebe Gahla_2, ist Dein gutes Recht - und wird Dir nach den 3 Wochen, die du hier angemeldet bist, sicher noch sehr oft passieren.
    Allerdings sind solch ironische Hinweise, dass die TE recht lange tot sein wird nach ihrem Selbstmord, auch kein empathisches Geplätscher. (post 57)

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