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  1. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Jetzt versteh ich das.
    Du brauchst andere Menschen in derselben Situation.
    LG Ivi
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 10:01 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert


  2. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Ich möchte dir erstmal sagen, dass ich es gut und mutig finde, dass du immer noch hier schreibst.

    Ich höre gut, aber da ich hochsensibel bin und sozusagen überdeutlich alle Geräusche wahrnehme, kann ich mich bei viel Lärm um mich herum auch nicht unterhalten. Ich habe lange gebraucht um das zu verstehen.

    Aber das wollte ich nicht primär erzählen.

    Ich hatte als Kind das Bein gebrochen. Ein Bein. Nix weltbewegendes also. Aber dafür wurde ich über Monate in der Schule extrem gemobbt. Ich durfte an Klassenspielen nicht teilnehmen, weil es die anderen nicht wollten und wurde täglich auf dem Weg nach Hause beschimpft, beleidigt, und mit Steinen beworfen.

    Vor acht Jahren bekam ich schwere Depressionen. Nicht nur, aber auch wegen diesen erlittenen traumatischen Erfahrungen, die bis ins Erwachsenenleben meine Beziehungen und mein Vertrauen geprägt hatten. Und gemobbt wurde ich auch als Erwachsene im Job mehrfach aufs widerlichste.

    Ich war oft des Lebens müde. Verlor meinen Freundeskreis, meinen Job, meine Freude am Leben.

    Nach viel Therapie und harter Arbeit ging es mir besser. Da wurde ich schwer krank und vieles ging von vorne los.

    Aber ich habe gekämpft. Und ja, es war ein Kampf. Über viele Jahre.

    Aber ich habe auch viel gelernt. Über mich, meine Bedürfnisse, die Dinge die ich brauche und will.

    Heute bin ich glücklich. Nicht jeden Tag. Aber dann weiß ich, wie ich mir Gutes tun kann. Und ich bin dankbar für das was passiert ist. Denn vorher war ich nie ganz bei mir. Viel zu sehr bemüht zu gefallen und anzupassen.

    Die Menschen und gerade Kinder sind oft heftig. Jeder hat seine eigenen Baustellen und viele lassen diese an anderen aus. Das liegt nicht an dir und nicht an deiner Gehörlosigkeit. Sondern an den anderen.

    Was aber an dir liegt ist, wie du dem begegnest. Wie du Dinge bewertest. Was es mit dir macht.

    Bitte gib dich nicht auf!!!!!!!

    Du klingst so klug. So voller Energie auch. Nutze das, nutze wer du bist. Versuch diese Energien in dich zu investieren. Du bist reflektiert genug um zu schaffen, was ich geschafft habe. Ich musste ende dreißig werden um mich zu finden. Aber du würdest viel früher anfangen, von daher wärest du locker fertig, bevor deine deadline abläuft!
    Go for it.

    Und ich glaube, ganz tief innen willst du das auch. Sonst wärest du nicht hier.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 10:02 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

  3. gesperrt
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von TiefsterSelbsthass Beitrag anzeigen
    Ich bin operiert worden, damit ich das CI (Hörgerät für Gehörlose) tragen kann. Nur weil man ein Hörgerät trägt, wird man kein Hörender...Nichts könnte die Natur ersetzen. Ein Amputierter, dem man eine Beinprothese einsetzt, könnte niemals so gut laufen als ein Mensch, der mit seinen zwei Beinen gesegnet ist.
    Ich habe Prothesenträger auf 3000ern gesehen. Mit dem Fahrrad auf Berghütten in ähnlicher Höhe.
    Eine Klassenkameradin meines Sohnes rennt mit Prothese (ab Knie) schneller als ich das jemals könnte.
    Damit ist Dein Argument widerlegt.
    Natürlich wäre "total gesund" besser.
    [ editiert]

    Du hast vergleichsweise wenig körperliche Einschränkungen, wenn du in der Lage bist, Sprachen mit korrekter Intonation zu erlernen.
    Ich denke, Dein Hauptproblem in menschlicher Gesellschaft ist eher, daß Du so drauf bist, wie Du bist - "alle sind böse".
    Mit wandelnden Negativismen will sich niemand unterhalten.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 10:05 Uhr) Grund: AGB 14.1, Titel angepasst

  4. Avatar von Vienna__
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von TiefsterSelbsthass Beitrag anzeigen
    Ich bin operiert worden, damit ich das CI (Hörgerät für Gehörlose) tragen kann. Nur weil man ein Hörgerät trägt, wird man kein Hörender...Nichts könnte die Natur ersetzen. Ein Amputierter, dem man eine Beinprothese einsetzt, könnte niemals so gut laufen als ein Mensch, der mit seinen zwei Beinen gesegnet ist.
    Weißt was: Ich werde einen Teufel tun, mich jetzt zu entschuldigen, dass ich nicht weiß, was das ist. Weiß ich jetzt immer noch nicht genau, nach Deiner Erklärung, wieviel und ob Du etwas hörst. Musst Du ja, sonst würde das ja keinen Sinn machen die OP.

    Was ich weiß, weil ich regelmäßig die Paralympics schaue und die Dokus und Hintergründe dazu ist, dass die durchaus schneller laufen könnnen bzw. könnten, eben aufgrund der Technik tbc .......... Ist aber nichts Neues. Und soll hier nicht das Thema sein.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 10:06 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert


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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Ja, ich denke wenigstens für den Anfang, um erst mal richtig Gruppendynamik zu lernen. Und um Dich besser zu fühlen. Schau, da hat Dich ein netter Typ an seinen Tisch geladen. Bestimmt, weil Du hübsch bist und nett aussiehst. Und dann haben sich zwei Mädchen drüber lustig gemacht, weil sie eifersüchtig waren!

    Sie wurden nicht zu dem Tisch eingeladen. Also war es nicht nur ein Missverständnis und eine Entschuldigung, Du musst auch lernen, dass Dich Menschen mögen und attraktiv oder interessant finden. Ein Freund von mir ist auch gehörlos. Er kam zu uns ganz jung in ein Büro. Wir haben ihn überall mit genommen und er hatte dann so viel mehr Selbstvertrauen, er hat sich schneller als alle andere selbstständig gemacht. Er ist jetzt verheiratet und hat zwei Kinder.

    Du brauchst nur eine klein genügende Gruppe, die gerne mit Dir zusammen ist. Ob die jetzt hören können oder nicht. Am Anfang ist es sicher einfacher, mit einer Gruppe die auch nicht hören etwas zu unternehmen. Aber dann kannst Du ganz normal weiter leben. Du kannst auch für ein Uebersetzungsbüro arbeiten. Da geht alles nur schriftlich. Ich kenne so Büros, die gerne Leute für bestimmte Themen haben.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 10:09 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

  6. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    An Übersetzer dachte ich auch.
    Wie ist das denn, wie du hörst mit den CI und Hörgeräten? Ich glaube, das ist nicht nur WENIG hören sondern auch verzerrt bzw. blechern.
    Einfach ist das bestimmt nicht!
    An den Ton gewöhnt man sich vielleicht aber nicht an das Nicht-Verstehen unter Gesunden. Das ist doch so..


    Blindsein oder beimamputiert ist aber auch sehr schwer. Ich möchte das auch nicht relativieren aber der Vergleich mit der Beinamputation kam von dir!

    Es ist eine große Herausforderung, seinen Platz im Leben zu finden und den Mut nicht zu verlieren. Auch für gesunde 21jährige ist es nicht so leicht wie du es dir vielleicht vorstellst. Wenn ich an mich selber zurückdenke, frag lieber nicht!

    Doch ich lese bei dir auch, wie meine Vorschreiberinnen, eine große Energie und sehr viele Fähigkeiten und Talente.
    LG Ivi
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 10:02 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert


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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Besonders für Ungarische Literatur. Da habe ich ein paar Autoren, von denen sind ein paar Bücher ins Deutsche oder Englische übersetzt aber nicht alle. Und das ist frustrierend!

    Es muss jemand in seiner eigenen Sprache ein guter Autor sein, um Literatur gut zu übersetzten. Ich sehe da gar kein Problem, dass Du nicht oder schlecht hören kannst.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 10:02 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

  8. Avatar von Vienna__
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    @sacrebleu zu #34

    Unterschreib ich voll! Insbesondere Deine zwei letzten Sätze. Auch dieses sofort auf "ignore setzen" ... das sagt schon viel.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:55 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert


  9. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Vienna__ Beitrag anzeigen
    Weißt Du, ich denke, Du hast keine Ahnung! Ich / wir sprechen z.B. nur Englisch, wenn wir Kollegen aus Indien, Schweden etc. bei uns im Büro haben. Eben aus dem Grund. Das machen wir sogar, wenn wir abends zusammen einen Trinken gehen Andererseits bin ich so viel in der Welt unterwegs, wo keiner Englisch spricht - ich kann mich auch gut mit Händen und Füßen unterhalten. Das geht sehr gut! Ich denke, Du hast null Erfahrung vom Leben. Woher auch. Wenn man sich so sehr weigert, wie Du es tust! Du siehst nur Dich und das Negative. Andere Menschen haben übrigens auch ihr Päckchen zu tragen. Ich wette, daran denkst Du so gut wie nie. Sei's drum. Viel Glück mit Deinem Buch!
    Wow komme vom hohen Ross runter...Du lebst in deiner Privilegienwelt. Weißt du was, Menschen sind vieeeel zuvorkommender, wenn es um fremdsprachige Leute geht. Ich selbst habe letzten Monat an einem russlandbezogenen kleinen Modelcasting teilgenommen. Wie schon geschrieben, ich gehe auf viele Veranstaltungen. Ich war manchmal die einzige nicht-russophone. Komischerweise waren die Menschen viel aufmerksamer und haben mir alles übersetzt. Manchmal musste ich gar nicht danach fragen. Warum geschieht das im Alltagsleben nicht, wenn ich Gesprächen nicht folgen kann ? Das hat mich gewundert, dass es so einen krassen Unterschied gibt. Also, es passt anscheinend, wenn man die Sprache nicht beherrscht, aber wenn man gehörlos ist, hat man keine Entschuldigung. Finde den Fehler....🙄 Wie gesagt, wenn man nicht betroffen ist, kann man eine Situation in all seiner Komplexität nicht analysieren. Ich habe das Beispiel mit den Sprachen genommen, damit ihr wisst, wie es sich anfühlt, andauernd ausgeschlossen zu werden, wenn die Menschen so handeln würden, wie Hörende es tun.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:54 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert


  10. Registriert seit
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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Ja, ich glaube es Dir. Ich habe das auch schon bei Gehörlosen bemerkt. Ausserdem gibt es immer bessere Implantate, die zwar Babies zu einem fast total identischem Hören bringen, aber das funktioniert je besser desto besser. Mit 5 Jahren kann es schon zu spät sein.

    Aber, es gibt immer neue Erfindungen.

    Trotzdem müssen wir lernen, mit gehörlosen besser umzugehen. Es ist immer noch wichtig, die Zeichensprache zu lernen.

    Vielleicht kannst Du Dich ja auch für andere Gehörlose einsetzen? Ich habe gerade einen tollen Ungarischen Film gesehen "Sunset". Er war auf Ungarisch und Deutsch aber alles hatte Englische oder Deutsche Untertitel. Vielleicht gefällt er Dir auch.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:54 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

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