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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Rollo1 Beitrag anzeigen
    Ich hatte eine Tante, die von klein auf gehörlos war. Sie ist liebend gerne mit uns Kindern ins Café gegangen. Niemand hat gemerkt, dass sie gehörlos war. Sie konnte wunderbar von den Lippen ablesen.
    Dein Problem ist weniger die Gehörlosigkeit, sondern mehr das Missverständnis deiner Eltern. Sie haben dich wahrscheinlich nicht so angenommen, wie du warst.
    Und schon wieder wird es relativiert....Wie kannst du es erklären, dass es vielen Gehörlosen genauso geht ? Ich weiß es, weil ich mit einigen übers Internet geschrieben habe. Ich bin kein Einzelfall. Außerdem weiß ich nicht, wie stark die Hörverlust deiner Tante war. Ich kann auch von den Lippen ablesen, aber verstehe nur das 50% des Gesagten, je nach Kontext. Je mehr ich über das Kontext weiß, desto leichter wird für mich. Du kannst es nicht verstehen, wie schwierig es nicht, einer Konversation zu folgen, wenn drei, vier Leute dabei sind und sich die Lippen sehr schnell bewegen. Und wie es ist, direkt ausgeschlossen zu werden, weil die Menschen mit Behinderten nichts zu tun haben möchten. Und da könnten meine Eltern nichts, auch wenn sie selbst viele Fehler gemacht haben.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:36 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Was möchtest du denn hier lesen oder wolltest du nur erzählen, um auf Gehörlose aufmerksam zu machen?

    Ich stelle es mir schwierig vor.
    Da ich selber Probleme mit meinen Ohren habe kann ich den Gedankengang im Ansatz verstehen.
    Bei mir ist es Tinnitus, Tag und Nacht und Schwerhörigkeit auf einem Ohr.

    Wegen Tinnitus gab es tatsächlich schon Zeiten, in denen ich zutiefst verzweifelt war und dachte, besser tot, dann wäre Ruhe. Nächtelang nicht schlafen können kann ebenfalls sehr quälend sein.

    Ich bin schon älter, liebe aber ebenfalls Fremdsprachen seit meiner Schulzeit.

    Leider musste ich einen Französisch-Auffrischungskurs vor wenigen Jahren abbrechen, weil ich nicht richtig hören konnte als einzige. Mich deprimierte das. :(...

    Zur Zeit beschäftige ich mich mit einem Online Sprachkurs Spanisch, was mir großen Spaß macht.

    Würde ich gar nichts hören können bekäme ich ein CI. Diese Operationen werden häufig gemacht.

    Die Verzweiflung wegen der Ohren kann ich verstehen. Die Selbstmordgedanken nachvollziehen....nur, du stehst doch am Anfang deines Lebens. Die Aufgabe im Leben kann ja wohl kaum darin bestehen, dieses möglichst schnell zu beenden.

    Gehörlose gibt es in allen Ländern und somit in allen Sprachen.
    Da müsste es auch Gebärdensprache in allen Sprachen geben..

    Du bräuchtest also niemand, der z.B. Ungarisch lernt, sondern einen richtigen Ungarn. Der wäre auf demselben Stand wie du selbst.

    Weshalb hasst du dich eigentlich?
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:36 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert
    27.7.2020

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    Deine Eltern hätten die Möglichkeit gehabt dich mit Beginn der Gehörlosigkeit mit Menschen zu umgeben, denen es genauso geht. Um nicht alleine zu sein in einer Zeit, in der du selber lernen musstest mit dieser Einschränkung umzugehen. Stattdessen haben sie dich durch den Entzug eines Mediums (handy) , was du einfach hättest nutzen können, noch zusätzlich isoliert.

    Das ist erstmal tragisch und darf auch Wut in dir auslösen. Hilft dir natürlich erstmal nicht weiter.

    Dir bleibt natürlich unbenommen den Weg zu gehen, der dir derzeit am besten, sichersten erscheint.

    Aber würdest du auch sterben wollen wenn du glücklich wärest?
    Und wenn nein, wäre es dann nicht toll es gäbe einen Weg dahin dich glücklich zu machen? Jetzt erstmal nur als Traum, nicht als etwas, was du glaubst erreichen zu können.

    Also käme die Fee und du hast einen Wunsch frei, wählst du dann zu sterben oder wählst du es glücklich zu sein??

    Und wenn du letzteres wählst und du und ich natürlich wissen, dass es diese Fee nicht gibt, wie wäre es dir einfach vorzustellen, dass du mit vielen kleinen Schritten alleine schaffen kannst, dir diesen Wunsch selber zu erfüllen?

    Nein, ich bin nicht gehörlos. Und nein, ich werde nie auch nur im Ansatz verstehen können, wie schwer du es hast und wie sehr du leidest.

    Aber hinter deiner Verzweiflung, deiner Wut, deiner Ohnmacht, lese ich auch Ressourcen. Ich lese, dass du stolz auf dich bist. Ich lese, dass du Ziele hast, ich lese, dass du Dinge gut kannst.

    Als Ärztin hatte ich gerade lange mit einem jungen Mädchen zu tun, die sehr (und mit sehr meine ich in einem Ausmaß stark, wie du es zu haben scheinst) darunter litt, in dieser Welt keinen Platz zu haben (aus verschiedenen Gründen, deinen nicht unähnlich, die ich hier nicht teilen werde). Und ich sah dieses Mädchen an und dachte, dass ich einfach nur hoffe, dass sie durchhält, bis sie älter ist und beginnen kann ihren Weg zu gehen und feststellen wird, dass auch für sie da draußen Menschen sind, die zu ihr passen, sie verstehen, so denken und fühlen wie sie.

    Oft braucht es Zeit und Initiative diese Menschen zu finden. Ein sensibler und zusätzlich gehandicapter Mensch findet sie selten in der Schule und nicht immer an der Uni oder im Arbeitsumfeld. Manche Menschen müssen länger suchen, aber dennoch gibt es IMMER Menschen, die zu einem passen und einen lieben wie man ist.

    Ich wünsche Dir, dass du nicht aufgibst. Und dich stattdessen mit kleinen Schritten und einer großen Portion Hoffnung auf die Reise machst.

    Du bist klug, du bist zäh, du WILLST. Sonst wärest du jetzt nicht erfolgreich, könntest nicht Fremdsprachen usw.

    Und bitte glaube mir, dass nicht alles von deiner Gehörlosigkeit kommt. Sie war sicher der Anfang, der Auslöser für viele viele schlechte Erfahrungen. Aber die Intensität, mit der du heute fühlst, hat auch etwas mit unserem Gehirn und den neurobiologischen Vorgängen zu tun! Lass dir da helfen. Es gibt Techniken, die dir helfen können.

    Damit du den Mut und die Kraft hast im außen weiter zu investieren, und dein Glück, deine Menschen zu finden, brauchst du Hilfe für deine Seele. Und wenn du den Wunsch an die Fee hättest glücklich LEBEN zu wollen, dann hol dir diese Hilfe!

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    AW: Gehörlos, identitätslos und Euthanasie

    Du hast genug Wut in dir und bist frech genug, dein Schicksal zu meistern und eine uralte Dame zu werden.

    Das hast du schon bewiesen.

    Mein Rat an dich. Nimm es hin, dass du gehörlos bist und dass wir als Menschen, bei denen zufällig alles funktioniert, dich nicht verstehen können.

    Deshalb solltest du dir tatsächlich jemanden suchen, der weiß, was das heißt. Auch wenn du das nicht gern liest.

    Von Menschen, die auch gehörlos sind, lernst du doch und kannst dir abgucken, wie sie in Kontakt mit anderen Menschen kommen und sie können dich in dunklen Zeiten tragen.

    Und wenn du diesen Schritt nachgeholt hast, kannst du dein Leben vielleicht anders gestalten.

    Du bist z.B, schlau, Schule und Studium hast du mit links gemacht. Andere können nicht so leicht lernen. Hast du darüber schon mal nachgedacht, dass dich die Natur auch beschenkt hat und dir nicht nur etwas vorenthalten hat?

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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von TiefsterSelbsthass Beitrag anzeigen
    [...] Und wie es ist, direkt ausgeschlossen zu werden, weil die Menschen mit Behinderten nichts zu tun haben möchten. [...]
    Woher willst du wissen, wie es für jemand anderen ist?
    Glaubst du ernsthaft, dass du der einzige Mensch auf der Welt bist, der glaubt, ausgeschlossen zu werden?

    Und wie willst du deine Annahme beweisen? Dass du ausgeschlossen wirst, weil du behindert bist?
    Vielleicht wirst du ausgeschlossen, weil du unsymphatisch oder verbittert rüberkommst.

    Oder glaubst du wirklich, du kannst deine negativen Gedanken vor anderen verbergen?
    Das hat mit deiner Behinderung rein gar nichts zu tun.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:38 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert
    'Every saint has a past, and every sinner has a future.'
    — Oscar Wilde —

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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von AweSomeOne Beitrag anzeigen

    Und wie willst du deine Annahme beweisen? Dass du ausgeschlossen wirst, weil du behindert bist?
    Vielleicht wirst du ausgeschlossen, weil du unsymphatisch oder verbittert rüberkommst.

    Oder glaubst du wirklich, du kannst deine negativen Gedanken vor anderen verbergen?
    Das hat mit deiner Behinderung rein gar nichts zu tun.
    Eben.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass es niemandem auffällt, wie du fühlst. Das strahlst du aus. Das ist eben keine EInladung an die Welt.

    Es mag zwar oberflächlich sein. Aber wenn wir mit anderen Freundschaften schließen wollen, dann sind es eben Menschen, die so wirken, als würden sie eine Menge Freude in unser Leben bringen.

    Später, wenn sich die Freundschaft vertieft, kommen wir dazu, auch mal Probleme miteinander zu besprechen und einander zu helfen.

    Erst wenn du deine Haltung veränderst, strahlst du auch etwas Positives, Anziehendes aus.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:40 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    ....und: die Welt ist ungerecht.

    Für jeden.

    Deswegen: Nimm es an, wie es ist und kämpfe dich durch. Tun wir auch alle.
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:41 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Zitat Zitat von TiefsterSelbsthass Beitrag anzeigen
    Und wie es ist, direkt ausgeschlossen zu werden, weil die Menschen mit Behinderten nichts zu tun haben möchten.
    Wie kommst Du denn zu dieser pauschalen Aussage liebe TiefsterSelbsthass?

    Ich und auch mein ganzes Umfeld, das ich kenne, sowohl privat als auch beruflich, schließen keine behinderten Menschen aus und haben dies auch noch nie getan. Und mit den behinderten Menschen, mit denen ich zu tun habe, die fühlen sich von mir auch nicht ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil. Wir haben jede Menge Spaß zusammen.

    Was mir allerdings auffällt, ist Deine sehr anfeindende Art hier auf diverse Beiträge, die sicher alle gut und wohlwollend gemeint sind. Und die hat nichts damit zu tun, ob man hört oder nicht.

    Dir alles Gute. Fragen und Beratungsbedarf hast Du ja offenbar nicht. Vllt. wäre ein Blog für Dich das geeignetere Instrument?
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:42 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

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    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Liebe TE,
    mir geht dein Strang nicht aus dem Kopf.
    Weil ich es so beachtlich finde, mit der Einschränkung des Hörvermögens zu studieren und Fremdsprachen zu lernen.

    Wie ich schrieb, mit nur einem Hörgerät tu ich mir auch schon schwer, Gesprächen zu folgen bei mehr als einer Person. Das nervt!

    Gehörlos heißt taub, aber das bist du doch gar nicht. Nur sehr eingeschränkt.

    Aus gegebenem Anlass lese ich oft Anzeigen über Neuerungen auf dem Gebiet Hörgeräte. Die Medizintechnik macht ständig Fortschritte. Vielleicht lohnt sich ein Besuch beim Hörgeräreakustiker, wenn der letzte Besuch schon länger her ist?
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:56 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert
    27.7.2020

  10. User Info Menu

    AW: Gehörlos, identitätslos und Sterbehilfe

    Liebe M.

    ich schwinge mal nicht die Moral.
    Weil, irgendwie hast ja Recht. Taub sein ist Scheiße. Da muss man gar nicht drum rum reden.
    Und dass du ausgiebig flirting with disaster betreibst, wird dich erleichtern und dir das dasein auf Erden zumindest ein bisschen erleichtern. Selbstmord bzw. die Option darauf ist ja immer irgendwie eine Art gedankliche Rettung, wenns mal wieder total krass schlimm ist.

    Also, du planst ja - wenn ich dich richtig lese - durchaus noch deine 20er zu verleben. Guter Plan!
    Daher ein paar praktische Überlegungen:

    1. Hast du gute Hörgeräte? Ist da technisch wirklich das Highend erreicht? Sicher?
    Ganz sicher?

    2. CI ist keine Option?

    3. Jetzt sag ich mal was, was dir nicht schmecken wird - ich riskiers trotzdem: Vieles von dem was du so schreibst über dein fruchtbares Leben und deine üble Kindheit hat mit der Gehörlosigkeit nichts zu tun. Das musst mir jetzt einfach glauben.
    Ich bin nämlich nicht taub, wenn du verstehst...
    Bei mir hat sich vieles im Studium gegeben. Man kann sagen ich bin an der Uni ein anderer Mensch geworden.
    Und auf gar keinen Fall und in gar keinem noch so mephistophelischen Kontext wäre ich gerne wieder 21.

    Soll heißen: es kann besser werden. Von selber aber nicht (das ist die schlechte Nachricht )


    Was kannst du tun? (ich weiß, das habe ich schon kapiert, du willst eh nix tun - also reine Theorie)
    - Mal an eine Therapie gedacht? (Schätze jetzt spätestens iggst du mich )
    Mir hat sie geholfen. Ich war aber dermaßen am Ende, dass ich eh keine Alternative mehr hatte.
    Hat Jahre gedauert und war eine Grundsanierung. Die Innendeko kam später.

    - Wie kannst du sprechen? Manchmal ist das ein Grund für soziale Isolation. Ich schreibe es mal ganz deutlich, weil Diplomatie nicht so dein Ding zu sein scheint
    Das schlechte Sprechen von Menschen mit Gehörproblemen ist oft ein Grund, dass die Hörer sich distanzieren.
    Da du bis zum 4. Jahr gehört hast ist dein Erstspracherwerb aber erfolgt und DAS ma chere, ist ein Pfund mit dem du wuchern solltest. Logopäde kann unterstützen.

    - wie siehst du aus? 21 - egal, wie du aussiehst, JETZT ist das Optimum. Nie wieder wirst du so super aussehen.
    Lass es also krachen hinsichtlich Style und Body. Muss man, so das brave deutsche Vorurteil einer Französin eh nicht sagen.

    - Ein Kompliment, ich kann kaum glauben, dass deutsch nicht deine Muttersprache ist. Wahnsinn. Ehrlich!
    Ich bewundere dich. Ich lerne französisch seit "immer", aber meine Bemühungen sind Bemühungen .
    Ungarisch, sowieso Respekt. Ich habe da fam. Wurzeln und kann noch ein paar Wörter, an der Grammatik bin ich immer gescheitert.

    Du hast nicht "nichts". Du bist taub aber nicht dumm. Und blöde Eltern hatte ich auch. Das soll es nicht relativieren.
    Im Gegenteil. Ich sehe das, was du über deine Kindheit und deine Eltern schreibst als viel viel größeres Handicap als die Gehörlosigkeit. Denn, mal brutal gesagt, für diese Art von Schaden an der Seele gibt es keinerlei Kompensationsgeräte.
    Seelische Schäden bleiben einem. Wenn man Glück hat, kann man Strategien erlernen, besser damit zu leben. Nicht mehr.

    Okay, ich sehe es selber ein, als Schlusswort ist das jetzt nix.
    Mir fällt jetzt aber nichts positiveres mehr ein. Sorry
    Geändert von BRIGITTE Community-Team (19.06.2019 um 09:56 Uhr) Grund: Wort im Titel geändert

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